Erschließungskosten

Ohne Bauland gibt es kein Eigenheim – an dieser Tatsache besteht kein Zweifel. Daher muss zwingend ein passendes Grundstück zur Verfügung stehen, bevor der erste Spatenstich erfolgen kann. Neben einer attraktiven Lage sollte sich das Baugrundstück idealerweise durch einen günstigen Preis auszeichnen, da bei einem Bauvorhaben jeder Euro zählt. Angehende Eigenheimbesitzer sollten sich jedoch nicht von vermeintlichen Schnäppchen blenden lassen, sondern die Eckdaten des Grundstücks sehr genau prüfen. Wer am Ende ein unerschlossenes Areal erwirbt, muss für die Erschließung oft eine stattliche Summe aufbringen. In extremen Fällen können diese Kosten sogar den ursprünglichen Kaufpreis des Bodens übersteigen.

Zusammensetzung der Erschließungskosten

Um sich vor bösen Überraschungen zu schützen, sollte sich jeder Bauherr frühzeitig mit der Zusammensetzung der Erschließungskosten auseinandersetzen, sofern kein voll erschlossenes Grundstück vorliegt. Wesentliche Bestandteile sind der Anschluss an das öffentliche Ver- und Entsorgungsnetz. Hierzu zählen insbesondere die Zuleitungen für Strom, Trinkwasser und Abwasser. Darüber hinaus müssen Telefonanschlüsse und gegebenenfalls Verbindungen zum kommunalen Kabelnetz verlegt werden. Diese Maßnahmen, die der nicht-öffentlichen Erschließung zugeordnet werden, verursachen oft erheblichen finanziellen Aufwand. Erschwerend kommt hinzu, dass kalkulierte Kosten unter Umständen nur bis zu einer bestimmten Grundstückstiefe reichen; alle darüber hinausgehenden Arbeiten muss der Eigentümer in Eigenregie organisieren und finanzieren, was das Bauvorhaben massiv verteuern kann.

Öffentliche Erschließung und gesetzliche Rahmenbedingungen

Zusätzlich trägt die öffentliche Erschließung maßgeblich zu den Gesamtkosten bei. Hierbei geht es vor allem um die Anbindung an die kommunale Infrastruktur. Neben dem Straßenbau gehören auch Fußwege, öffentliche Grünanlagen und Parkflächen zur Erschließung eines Wohngebiets. Welche Maßnahmen konkret zur öffentlichen Erschließung zählen und wo die rechtlichen Grenzen verlaufen, ist im Baugesetzbuch (BauGB) geregelt. An sämtlichen dieser Infrastrukturmaßnahmen müssen sich die Eigentümer der anliegenden oder im betreffenden Gebiet befindlichen Grundstücke finanziell beteiligen, was eine sorgfältige Kalkulation im Vorfeld unerlässlich macht.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen einem erschlossenen und einem unerschlossenen Grundstück?

Ein erschlossenes Grundstück verfügt bereits über alle notwendigen Anschlüsse an das öffentliche Versorgungsnetz und die Verkehrswege bis zur Grundstücksgrenze. Bei einem unerschlossenen Grundstück, auch Rohbauland genannt, müssen diese Leitungen und Wege erst noch verlegt werden, was für den Käufer hohe zusätzliche Kosten bedeutet.

Welche Kostenfaktoren gehören zur sogenannten inneren Erschließung?

Zur inneren Erschließung zählen alle Kosten für die Verlegung der Leitungen auf dem privaten Grundstück selbst, also vom Übergabepunkt an der Grenze bis zum Hausanschluss. Diese Kosten trägt der Bauherr grundsätzlich allein, wobei die Länge der Zuleitungen und die Beschaffenheit des Bodens den Preis maßgeblich beeinflussen.

Wie hoch fallen die Erschließungskosten im Durchschnitt aus?

Die Kosten variieren stark je nach Kommune und Lage des Grundstücks, liegen aber für ein durchschnittliches Einfamilienhaus meist zwischen 10.000 und 25.000 Euro. Da die Erschließungsbeiträge rechtlich erst nach Abschluss der Maßnahmen fällig werden, sollten Bauherren beim Kauf von Altbeständen prüfen, ob bereits alle Beiträge mit der Gemeinde abgerechnet wurden.

Ausbauhaus

Das Streben nach den eigenen vier Wänden ist in Deutschland seit Jahren ungebrochen. Während die Bauwirtschaft in anderen Ländern teilweise Rückgänge verzeichnet, erfreut sich das deutsche Bauhandwerk stabiler Auftragszahlen. Dabei gewinnt das Fertighaus zunehmend an Bedeutung gegenüber der traditionellen Massivbauweise. Bei diesen Immobilien werden die Bauteile industriell vorgefertigt und anschließend zur Baustelle transportiert. Für den Bauherren ergibt sich daraus ein erheblicher Zeitvorteil, da das Gebäude vor Ort – ähnlich einem Baukasten – in kürzester Zeit montiert werden kann.

Kosteneinsparung durch Eigenleistung: Die Muskelhypothek

Trotz der industriellen Vorfertigung bleiben die Investitionskosten für ein Eigenheim hoch. Um die finanzielle Belastung zu senken, nutzen viele angehende Eigentümer die sogenannte „Muskelhypothek“. Hier setzt das Konzept des Ausbauhauses an: Es handelt sich um eine spezielle Form des Fertighauses, bei der das Unternehmen lediglich die äußere Hülle errichtet. Den Innenausbau übernimmt der Eigentümer in Eigenregie. Durch den Einsatz der eigenen Arbeitskraft lässt sich ein beträchtlicher Teil des Kapitals einsparen, was die notwendige Darlehenssumme reduziert und die Baufinanzierung nachhaltig stabilisiert.

Individuelle Ausbaustufen für jeden Heimwerker

Anbieter von Ausbauhäusern stellen in der Regel verschiedene Ausbaustufen zur Auswahl. Diese reichen vom veredelten Rohbau bis hin zu Paketen, bei denen Elektrik oder Sanitäranschlüsse bereits vorinstalliert sind. So lässt sich der Umfang der Eigenleistung exakt auf das handwerkliche Geschick des Bauherren zuschneiden. Wichtig ist hierbei eine realistische Selbsteinschätzung: Wer keine Erfahrung in komplexen Gewerken wie der Heizungsinstallation oder dem Fliesenlegen hat, stößt beim Traumhausbau schnell an fachliche Grenzen. Eine gut durchdachte Wahl der Ausbaustufe ist daher essenziell für den Projekterfolg.

Zeitliche Flexibilität und Wohnqualität

Neben dem finanziellen Aspekt bietet das Ausbauhaus einen weiteren entscheidenden Vorteil: zeitliche Flexibilität. Sobald die wetterfeste Hülle des Hauses steht, ist ein sicheres „Dach über dem Kopf“ vorhanden. Der Innenausbau kann somit ohne den unmittelbaren Druck von Witterungseinflüssen erfolgen. Dies erlaubt es den Bauherren, die einzelnen Schritte sorgfältig und nach eigenem Zeitplan umzusetzen, was oft zu einer höheren Identifikation mit dem selbst geschaffenen Wohnraum führt.

FAQ

Welche Gewerke eignen sich am besten für die Eigenleistung beim Ausbauhaus?

Besonders gut für Laien geeignet sind Arbeiten wie das Verlegen von Bodenbelägen, Tapezieren, Streichen oder die Montage von Innentüren. Diese Tätigkeiten erfordern zwar Sorgfalt, bergen aber ein geringeres Risiko für schwerwiegende Bauschäden als beispielsweise Arbeiten an der Statik oder der Elektroinstallation.

Wird die Eigenleistung von Banken als Eigenkapital anerkannt?

Ja, die meisten Kreditinstitute erkennen die durch Eigenleistung eingesparten Lohnkosten bis zu einer gewissen Grenze als Ersatz für Eigenkapital an. Dafür muss der Bauherr in der Regel eine detaillierte Aufstellung der geplanten Arbeiten und der dadurch eingesparten Kosten vorlegen.

Was passiert, wenn der Innenausbau deutlich länger dauert als geplant?

Eine Verzögerung beim Innenausbau kann die Bereitstellungszinsen für das Baudarlehen erhöhen und die Doppelbelastung aus Miete und Kreditrate verlängern. Es ist daher ratsam, einen realistischen Zeitpuffer einzuplanen und die eigenen Kapazitäten neben dem Berufsalltag nicht zu überschätzen.

Arbeitnehmer-Sparzulage

Mit dieser staatlichen Leistung wird in Deutschland gezielt der Aufbau von Privatvermögen gefördert. Die Förderung ist jedoch an spezifische Voraussetzungen geknüpft: Sie steht ausschließlich nichtselbstständig Beschäftigten zur Verfügung, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet. Für Alleinstehende liegt diese Einkommensgrenze bei 17.900 Euro, während für zusammenveranlagte Ehepaare ein Betrag von 35.800 Euro maßgeblich ist.

Funktionsweise und Anlageformen

Die Arbeitnehmer-Sparzulage (ANSpZ) ist eine Bundesförderung, die direkt über den Arbeitgeber in einen vom Arbeitnehmer gewählten Sparvertrag fließt. Hierfür kommen verschiedene Anlageformen in Betracht, wie beispielsweise Investmentfonds, Lebensversicherungen oder Bausparverträge. Insbesondere Bausparverträge stellen eine attraktive Option dar, da sie langfristig als Baustein für eine solide Baufinanzierung oder spätere Modernisierungsmaßnahmen genutzt werden können. Eine Grundvoraussetzung für die Förderfähigkeit ist dabei, dass der Arbeitnehmer die Art der Anlage frei selbst bestimmen kann.

Förderhöhe und prozentuale Sätze

Die tatsächliche Höhe der Sparzulage richtet sich nach der gewählten Anlageform. Bei einer Anlage in Wertpapieren oder Beteiligungen gewährt der Staat eine Zulage von 18 Prozent auf eine jährliche Sparleistung von maximal 400 Euro. Werden die Leistungen hingegen für wohnwirtschaftliche Zwecke oder Immobilien – etwa in einen Bausparvertrag – investiert, beträgt die Förderung 9 Prozent bei einem maximal geförderten Anlagebetrag von 470 Euro pro Jahr.

Beantragung und steuerliche Behandlung

Für die Verwaltung der Arbeitnehmer-Sparzulage sind die jeweiligen Finanzämter zuständig. Arbeitnehmer müssen die Förderung jährlich im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung beantragen. Hierzu ist ein amtlicher Vordruck zusammen mit der Bescheinigung des Anlageinstituts vorzulegen. Der Antrag muss spätestens bis zum Ablauf des zweiten Kalenderjahres eingereicht werden, das auf das Jahr der Anlage folgt. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass die Sparzulage selbst steuerfrei ist und nicht als zu versteuerndes Einkommen angerechnet wird. Bei einem Bausparvertrag wird über die angesammelte Zulage in der Regel erst mit der Zuteilung des Vertrages verfügt.

FAQ

Wie hoch darf das Einkommen maximal sein, um die Arbeitnehmer-Sparzulage zu erhalten?

Die Grenze für das zu versteuernde Jahreseinkommen liegt aktuell bei 17.900 Euro für Ledige und 35.800 Euro für Verheiratete. Bitte beachten Sie, dass das zu versteuernde Einkommen meist deutlich unter dem Bruttogehalt liegt, da Freibeträge und Werbungskosten abgezogen werden.

Kann ich die Förderung für zwei verschiedene Anlageformen gleichzeitig erhalten?

Ja, es ist möglich, sowohl die Förderung für Beteiligungen (z. B. Aktienfonds) als auch für wohnwirtschaftliche Zwecke (z. B. Bausparen) nebeneinander zu beziehen. In diesem Fall können beide Höchstbeträge kombiniert werden, sofern die jeweiligen Einkommensgrenzen eingehalten werden.

Was passiert mit der Zulage, wenn ich den Sparvertrag vorzeitig kündige?

Bei einer vorzeitigen Verfügung vor Ablauf der gesetzlichen Sperrfrist von in der Regel sieben Jahren geht der Anspruch auf die Sparzulage verloren. Bereits ausgezahlte oder vorgemerkte Beträge müssen in einem solchen Fall an das Finanzamt zurückgezahlt werden.

Tilgungsdarlehen

Um mit der Finanzierung der eigenen vier Wände langfristig Erfolg haben zu können kommt es nicht nur darauf an, den richtigen Zinssatz und die passende Laufzeit zu wählen. Neben den eigentlichen Rahmenbedingungen der Baufinanzierung sollte noch ein weiterer Fakt berücksichtigt werden: die Form des Darlehens an sich. Schließlich stehen dem Kreditnehmer mehrere unterschiedliche Finanzierungstypen zur Auswahl. Jede dieser Formen hat einige Vor- und Nachteile, welche sich aber am Ende als maßgeblich für die Finanzierung herausstellen können.

Eine dieser Kreditformen ist das sogenannte Tilgungsdarlehen. Gegenüber anderen bekannten Finanzierungsformen ergibt sich hier eine Besonderheit. Der Baufinanzierungskunde vereinbart mit seiner Bank einen festen Tilgungssatz, der Monat für Monat abzuzahlen ist. Zusätzlich zu dieser Rate wird natürlich der Zinssatz, bezogen auf die verbleibende Restschuld, erhoben. Diese Form der Kredittilgung hat einen großen Vorteil: anders als bei einem Annuitäten-Darlehen bestehen die ersten Raten nicht zum großen Teil aus den Zinszahlungen. Es wird von Anfang an eine feste Rate an den Kreditgeber zurückgezahlt.

Allerdings wird dieser Vorteil mit einer höheren monatlichen Belastung erkauft, da die Zahlungen an das Kreditinstitut immer aus Tilgung und Zinsen bestehen. Letztere sind besonders am Beginn der Laufzeit sehr hoch, da sich die verbleibende Darlehenssumme erst mit dem Fortschreiten der Laufzeit spürbar verringert. Ein weiterer Vorteil des Tilgungsdarlehens ist die sinkende Belastung. Da die Zinszahlungen immer weiter sinken, verringert sich auch die Belastung des Baufinanzierungskunden. So bleibt am Monatsende mehr Kapital für andere Zwecke.

An dieser Stelle könnte schnell der Verdacht aufkommen, dass es sich bei einem Tilgungsdarlehen um die bessere Alternative zum Annuitätendarlehen handelt. Dass dies aber nur bedingt der Fall ist, verdeutlicht ein Blick auf die durchschnittliche Dauer bis zur endgültigen Tilgung beider Baufinanzierungen. Ein Tilgungsdarlehen schneidet hier deutlich schlechter ab. Der Grund liegt in der Ausgestaltung. Da hier über den gesamten Zeitraum ein fester Betrag für die Rückzahlung aufgewendet werden muss, bei einem Annuitätendarlehen dieser aber flexibel ausfällt, ist die Tilgung bei Letzterem ab dem Zeitpunkt X höher. Somit nimmt die Entschuldung mit einem Tilgungsdarlehen mehr Zeit in Anspruch.

Buchstabe Z

Von Zinsen und allerlei anderen Dingen rund um den Buchstaben Z. Lexikoneinträge von Zahlungsausfall bis Zwischenfinanzierung.

Buchstabe X,Y

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Buchstabe W

Allerlei Fachbegriffe aus dem Baufinanzierungsumfeld zum Anfangsbuchstaben W. Vom Währungskredit über die Wärmedämmung und den Wohnriester bis hin zur Wohnungsbauprämie.

Falls Sie hier im Lexikon einen wichtigen Fachbegriff vermissen sollten oder Verbesserungsvorschläge machen möchten, dann nehmen sie bitte Kontakt zu uns auf. Sie können uns beim Ausbau des Baufi-Lexikons helfen. Wir freuen uns über ihre Mithilfe.

Buchstabe V

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