Der Zinseszinseffekt beschreibt, wie sich eine Geldanlage im Laufe der Zeit entwickelt, wenn dem anfänglich eingesetzten Kapital nicht nur die Zinsen gutgeschrieben werden, sondern auch bereits erzielte Erträge verzinst werden. Wird zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Betrag X zum Zinssatz I angelegt, werden nach Ablauf der ersten Verzinsungsperiode die Zinsen gutgeschrieben. Schon in der zweiten Verzinsungsperiode fallen dann zusätzliche Erträge an, weil auch die Zinsen der ersten Periode dem Zinssatz unterliegen. Einen konstanten Zinssatz vorausgesetzt steigt somit der Kapitalzuwachs bzw. der Gewinn ab der zweiten Periode an, ohne dass zusätzliche Einzahlungen getätigt worden sind. Dies ist die Basis für den Zinseszinseffekt. Je länger eine Kapitalanlage läuft, desto größer fällt der Effekt aus. Der Anteil der Zinseszinsen am Gesamtertrag wächst mit jeder Periode. Theoretisch tendiert der Anteil der einfachen Zinsen auf den ursprünglich angelegten Geldbetrag im Zeitverlauf sogar gegen Null, auch wenn dies in der Praxis nicht der Fall ist, weil dazu nie ein ausreichend langer Anlagezeitraum zur Verfügung steht. Im Zusammenhang mit Immobilienfinanzierungen ist der Zinseszins beim Ansparen von Eigenkapital von Bedeutung. Er unterstützt den Bauherren bei seinen Bemühungen. Da in der Regel über nicht mehr als höchsten zehn bis fünfzehn Jahre hinweg für eine Immobilie gespart wird, fällt der Zinseszinseffekt nicht allzu groß aus. Er macht sich aber insbesondere bei Sparmodellen, die hoch verzinste Anlagen wie Tagesgeld oder verzinsliche Wertpapiere nutzen, bemerkbar. Weniger relevant ist der Zinseszinseffekt bei den meisten Bausparverträgen, weil hier der Guthabenzins sehr niedrig ist. Der Zinseszinseffekt betrifft ausschließlich verzinsliche Anlagen. Zwar wird er auch immer wieder im Zusammenhang mit Aktien- oder Fondsinvestments genannt – bei diesen Anlagen werden jedoch keine Zinsen im klassischen Sinne erzielt, so dass auch kein Zinseszinseffekt stattfinden kann. Soll über einen längeren Zeitraum hinweg Geld für eine Immobilienfinanzierung angespart werden, macht es Sinn, den Zinseszins zu berücksichtigen.

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