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Vom Sachverständigen bis …

Hypothek

Fremdfinanzierte Projekte, insbesondere der Erwerb oder Neubau einer Immobilie, erfordern in den meisten Fällen die Bereitstellung werthaltiger Sicherheiten. Vor allem im Privatkundengeschäft greifen Banken und Kreditinstitute bevorzugt auf Grundpfandrechte zurück, um die ausgezahlten Darlehen gegen einen möglichen Zahlungsausfall des Kreditnehmers abzusichern. Neben der heute dominierenden Grundschuld begegnet Bauherren in diesem Zusammenhang häufig auch die Hypothek. Obwohl sie in den letzten Jahren im modernen Kreditwesen stetig an Bedeutung verloren hat, findet sie in bestimmten Konstellationen nach wie vor Anwendung.

Wie die Grundschuld dient auch die Hypothek dem Gläubiger als Sicherheit gegenüber dem Grundstückseigentümer, sobald sie nach gegenseitiger Vereinbarung eingetragen wurde. Die rechtlichen Grundlagen hierfür finden sich in den §§ 1113 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zur Grundschuld ist die strikte Bindung der Hypothek an eine spezifische Forderung. In der Rechtswissenschaft wird dieser Umstand als Akzessorietät bezeichnet. Dies bedeutet, dass eine Hypothek nicht ohne ein zugrunde liegendes Darlehen existieren kann. Im Falle einer Zwangsvollstreckung kann daher lediglich der Betrag geltend gemacht werden, der tatsächlich noch als Restschuld offensteht.

Rechtliche Besonderheiten und die Eigentümergrundschuld

Mit jeder geleisteten Tilgungszahlung verringert sich die gesicherte Forderung, wodurch der entsprechende Teil der Hypothek kraft Gesetzes auf den Grundstückseigentümer – also den Kreditnehmer – übergeht. Auf diese Weise wandelt sich die Hypothek sukzessive in eine Eigentümergrundschuld um. Neben der klassischen Absicherung von Darlehen kann eine Hypothek grundsätzlich auch für andere Ansprüche, wie etwa Schadersatzforderungen oder vertragliche Verpflichtungen, genutzt werden. Die Eintragung erfolgt im Grundbuch beim zuständigen Amtsgericht, wobei je nach Bundesland organisatorische Abweichungen möglich sind.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Übertragbarkeit: Eine Abtretung der Hypothek an Dritte ist nur dann rechtssicher möglich, wenn gleichzeitig die damit verbundene Forderung übertragen wird. Für den Darlehensnehmer bietet dieses Grundpfandrecht somit einen deutlich höheren Schutz vor einem isolierten Verkauf der Kreditforderung an Finanzinvestoren, da die Forderung und die Sicherheit rechtlich untrennbar miteinander verknüpft bleiben.

FAQ

Was ist der Hauptunterschied zwischen einer Hypothek und einer Grundschuld?

Der entscheidende Unterschied liegt in der Akzessorietät, also der direkten rechtlichen Bindung der Hypothek an eine bestehende Forderung. Während die Grundschuld unabhängig vom aktuellen Schuldenstand in voller Höhe im Grundbuch bestehen bleibt, schrumpft die Hypothek automatisch mit jeder geleisteten Tilgungszahlung mit.

Warum wird die Hypothek heute seltener genutzt als die Grundschuld?

Banken bevorzugen die Grundschuld aufgrund ihrer höheren Flexibilität, da sie nach der Tilgung eines Kredits ohne Neueintragung für weitere Finanzierungen wiederverwendet werden kann. Die Hypothek hingegen erfordert durch ihre strikte Zweckbindung bei jedem neuen Darlehen einen höheren administrativen Aufwand und erneute Notarkosten.

Welche Vorteile bietet die Hypothek dem Kreditnehmer?

Die Hypothek bietet dem Kreditnehmer ein höheres Maß an Sicherheit, da der Gläubiger im Falle einer Vollstreckung stets die Existenz und die genaue Höhe der Restschuld nachweisen muss. Zudem erschwert die akzessorische Bindung den isolierten Handel mit Kreditforderungen, was den Schutz vor unvorhersehbaren Gläubigerwechseln erhöht.

Herstellungskosten

Um den erforderlichen Finanzierungsrahmen vor dem eigentlichen Baubeginn eines Eigenheims präzise bestimmen zu können, ist eine Kennzahl von zentraler Bedeutung: die Herstellungskosten. Diese geben detailliert darüber Auskunft, wie viel Kapital mindestens investiert werden muss, um eine Immobilie gemäß ihrem geplanten Verwendungszweck fertigzustellen. Dabei ist es unerheblich, ob das Objekt für private Wohnzwecke genutzt oder in ein Betriebsvermögen integriert werden soll – in beiden Fällen bildet die sorgfältige Ermittlung der Herstellungskosten das Fundament für eine tragfähige Finanzierung.

Doch welche Posten werden den Herstellungskosten konkret zugerechnet? Grundsätzlich gehören dazu sämtliche Aufwendungen für den Erwerb des Baugrundstücks sowie dessen Erschließung, da ein Anschluss an das Strom-, Wasser- und Abwassernetz für die Nutzbarkeit zwingend erforderlich ist. Den größten Anteil nehmen die eigentlichen Baukosten ein, welche die Ausgaben für die verschiedenen Gewerke sowie das benötigte Baumaterial umfassen. Darüber hinaus fließen alle Baunebenkosten in diese Kalkulation ein. Hierzu zählen beispielsweise Gebühren für behördliche Genehmigungen sowie Honorare für Architekten und Ingenieure.

Erweiterte Kostenfaktoren und steuerliche Relevanz

Ein weiterer wesentlicher Bereich sind die Aufwendungen für die Gestaltung der Außenanlagen, wie etwa die Landschaftspflege oder das Anlegen von Grünflächen. Zusätzlich zählen Nebenkosten des Erwerbs, darunter Maklerprovisionen, die Grunderwerbsteuer sowie Gebühren für die notarielle Beurkundung und die Eintragung im Grundbuch, zu den Herstellungskosten. Sofern im Laufe der Zeit bauliche Veränderungen vorgenommen werden, die die Substanz oder den Wert der Immobilie nachhaltig steigern, werden diese Aufwendungen steuerrechtlich als nachträgliche Herstellungskosten behandelt.

Neben der Bedeutung für die Ermittlung des Kreditrahmens spielen die Herstellungskosten insbesondere bei der gewerblichen Nutzung von Immobilien eine entscheidende Rolle. Über planmäßige Abschreibungen beeinflussen sie das Unternehmensergebnis und mindern in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung die steuerliche Last. Während Unternehmen Immobilien somit gezielt zur Steueroptimierung einsetzen können, bleibt dieser Weg dem privaten Bauherrn bei einer rein eigengenutzten Immobilie weitgehend verwehrt.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Anschaffungskosten und Herstellungskosten?

Anschaffungskosten fallen beim Erwerb einer bereits bestehenden Immobilie an, während Herstellungskosten die Aufwendungen für den Neubau oder die Erweiterung eines Gebäudes beschreiben. Beide Größen dienen jedoch als Bemessungsgrundlage für die Finanzierung und die spätere steuerliche Abschreibung.

Können Eigenleistungen des Bauherrn als Herstellungskosten angerechnet werden?

Die reine Arbeitsleistung des Bauherrn und seiner unentgeltlichen Helfer darf nicht als Herstellungskost angesetzt werden, da hierfür kein tatsächlicher Geldfluss stattfindet. Lediglich die Materialkosten, die im Rahmen dieser Eigenleistungen anfallen, sind als investiertes Kapital anrechenbar.

Warum ist eine realistische Schätzung der Herstellungskosten so wichtig?

Eine zu niedrige Kalkulation führt oft zu einer gefährlichen Nachfinanzierung, die meist mit deutlich höheren Zinskosten verbunden ist. Eine präzise Erfassung aller Nebenkosten stellt sicher, dass das Bauprojekt ohne finanzielle Engpässe bis zur Bezugsfertigkeit durchgeführt werden kann.

Fremdwährungsdarlehen

Das Fremdwährungsdarlehen ist eine in Deutschland noch vergleichsweise unbekannte Form der Immobilienfinanzierung, die jedoch erhebliche wirtschaftliche Vorteile bieten kann. Das Grundprinzip ist simpel: Der Kreditnehmer nimmt das Darlehen nicht in der Landeswährung Euro auf, sondern wählt eine alternative Währung wie den Japanischen Yen oder den Schweizer Franken. Der Hauptantrieb für diese Wahl ist die Ausnutzung eines niedrigeren Zinsniveaus in anderen Währungsräumen. Während ein Baukredit in Euro beispielsweise mit über 4 % verzinst wird, können die Zinsen für Kredite in Fremdwährungen deutlich darunter liegen, was die monatliche Zinslast massiv reduziert.

Chancen durch Wechselkursveränderungen

Zusätzlich zum Zinsvorteil bietet ein Fremdwährungsdarlehen die Chance, von Währungsschwankungen zu profitieren. Wertet sich der Euro gegenüber der Darlehenswährung auf (sinkende Wechselkurse aus Sicht des Euro), verringert sich die reale Schuldenlast in Euro automatisch. Wenn beispielsweise ein Darlehen im Gegenwert von 100.000 Euro in Yen aufgenommen wird und der Kurs des Yen gegenüber dem Euro sinkt, kann dies die Tilgungssumme um mehrere tausend Euro reduzieren, ohne dass der Kreditnehmer hierfür eine zusätzliche Eigenleistung erbracht hat. Diese Hebelwirkung macht die Finanzierung im Idealfall extrem kosteneffizient.

Risiken und Marktanforderungen

Trotz der attraktiven Chancen ist ein Fremdwährungsdarlehen mit signifikanten Risiken verbunden. Das größte Risiko ist das Währungsrisiko: Sollte der Euro gegenüber der Kreditwährung an Wert verlieren, steigt die in Euro gerechnete Tilgungssumme an. Der Kreditnehmer müsste in diesem Fall deutlich mehr Euro aufwenden, um die gleiche Menge an Fremdwährungseinheiten für die Rückzahlung zu beschaffen. Zudem besteht das Zinsänderungsrisiko, falls die Zinsen im gewählten Währungsraum schneller steigen als im Euroraum. Aufgrund dieser Volatilität setzen Banken meist eine hohe Bonität und einen Eigenkapitalanteil von mindestens 30 bis 50 % voraus, um potenzielle Kursschwankungen abzufedern.

Aktuelle Marktsituation

Derzeit gelten insbesondere Darlehen in Japanischen Yen und Schweizer Franken als zinsgünstige Optionen. Da diese Finanzierungsform jedoch spekulativ ist, sollten Bauherren vor dem Abschluss eine fundierte Analyse der zu erwartenden Kursentwicklungen beider Währungen durchführen. Ein Fremdwährungsdarlehen erfordert eine kontinuierliche Marktbeobachtung, um bei ungünstigen Trends rechtzeitig reagieren zu können, beispielsweise durch eine Konvertierung des Darlehens zurück in Euro.

FAQ

Ist ein Fremdwährungsdarlehen für private Eigenheimbesitzer sicher?

Es gilt als Hochrisikoprodukt. Für Familien, die knapp kalkulieren müssen, ist es ungeeignet, da eine ungünstige Wechselkursentwicklung die monatliche Rate oder die Restschuld so weit in die Höhe treiben kann, dass die Finanzierung unbezahlbar wird. Es ist eher ein Instrument für versierte Anleger mit entsprechenden Liquiditätsreserven.

Kann ich das Darlehen jederzeit in Euro umwandeln?

Die meisten Verträge sehen ein Konvertierungsrecht vor. Dies geschieht jedoch zum tagesaktuellen Wechselkurs. Wenn der Euro zum Zeitpunkt der Umwandlung schwach ist, wird der Währungsverlust realisiert und festgeschrieben. Oft fallen für diesen Wechsel zudem Gebühren bei der Bank an.

Welche Kosten fallen zusätzlich an?

Neben den Zinsen müssen Kreditnehmer mit Gebühren für die Währungskonvertierung (Devisen-Spread) rechnen. Da das Einkommen in Euro eingeht, die Rate aber in Fremdwährung gezahlt wird, entstehen bei jeder Transaktion Kosten durch den Unterschied zwischen An- und Verkaufskurs der Währung.

Endfälliges Darlehen

Unter einer energetischen Sanierung versteht man die Durchführung gezielter baulicher Maßnahmen an einem Gebäude, um den Primärenergiebedarf sowie den Ausstoß von Treibhausgasen nachhaltig zu senken. Zu den zentralen Kernpunkten zählen hierbei die Dämmung der Gebäudehülle – insbesondere des Daches, der Außenwände und der Kellerdecke – sowie der Austausch veralteter Heizungssysteme gegen moderne, effiziente Anlagen. Auch die Erneuerung von Fenstern und Türen spielt eine entscheidende Rolle. Angesichts kontinuierlich steigender Energiepreise und eines wachsenden gesellschaftlichen Bewusstseins für Energieeffizienz hat die energetische Sanierung in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewonnen.

Staatliche Förderung und wirtschaftliche Vorteile

Maßnahmen, die nachweislich zur Reduktion von Emissionen und Energieverbräuchen beitragen, werden von staatlicher Seite massiv unterstützt. Ein zentraler Akteur ist hierbei die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die über verschiedene Programme zinsgünstige Darlehen und attraktive Tilgungszuschüsse gewährt. Diese Konditionen, die durch Mittel des Bundeshaushalts subventioniert werden, sind am freien Kapitalmarkt in dieser Form nicht verfügbar. Eine Sanierung erweist sich dabei sowohl für Eigennutzer als auch für Vermieter als vorteilhaft. Seit der Einführung des Energieausweises im Jahr 2008 ist die Energieeffizienz zudem ein hartes Marktkriterium, da der Energiebedarf potenziellen Käufern und Mietern transparent offengelegt werden muss.

Technische Umsetzung und langfristige Wertsteigerung

Im Fokus jeder Sanierung steht zunächst die Minimierung des Transmissionswärmeverlustes durch eine verbesserte Wärmedämmung der Außenhülle. Durch den Einsatz spezialisierter Dämmmaterialien wird verhindert, dass Heizwärme ungenutzt nach außen entweicht. Ergänzt wird dies durch den Einbau moderner Fenster und Türen, die in älteren Bestandsgebäuden oft die größten energetischen Schwachstellen darstellen. In Kombination mit zeitgemäßer Anlagentechnik lässt sich der Energiebedarf eines Objekts drastisch reduzieren. Da die Finanzierungskosten dank staatlicher Vergünstigungen gering ausfallen, die Betriebskosten sinken und der Marktwert der Immobilie gleichzeitig steigt, stellt die energetische Sanierung in den meisten Fällen eine hochrentable Investition dar.

FAQ

Welche konkreten Baumaßnahmen werden bei einer energetischen Sanierung gefördert?

Gefördert werden in der Regel alle Maßnahmen, die die Energiebilanz des Hauses verbessern, wie die Dämmung der Außenwände, der Austausch der Fenster sowie die Installation moderner Heizungssysteme auf Basis erneuerbarer Energien. Auch Fachplanung und Baubegleitung durch Energieeffizienz-Experten können durch staatliche Zuschüsse mitfinanziert werden.

Warum lohnt sich eine Sanierung auch für Vermieter von Immobilien?

Vermieter profitieren von einer gesteigerten Attraktivität ihrer Immobilie am Markt und einer langfristigen Werterhaltung der Bausubstanz. Zudem senken geringere Nebenkosten das Risiko von Zahlungsausfällen und erhöhen die langfristige Vermietbarkeit in einem Umfeld steigender CO2-Preise.

Was ist der Unterschied zwischen einem Einzelwert und einem Effizienzhaus-Standard?

Bei Einzelmaßnahmen werden nur spezifische Bauteile wie etwa das Dach saniert, während beim Effizienzhaus-Standard das gesamte Gebäude ein definiertes energetisches Niveau erreichen muss. Je höher der erreichte Standard nach der Sanierung ist, desto umfangreicher fallen in der Regel die staatlichen Tilgungszuschüsse und Förderungen aus.

Eigenkapital

Obwohl es theoretisch möglich ist, den Traum von der eigenen Immobilie auch ohne umfangreiche Ersparnisse zu realisieren, bildet ein gewisses Maß an Eigenkapital das Fundament jeder soliden Baufinanzierung. Viele angehende Bauherren stellen sich die Frage, welche Mittel konkret als Eigenkapital anerkannt werden und wie sie ihre Eigenkapitalbasis effektiv aufstocken können. Diese Aspekte sind für jeden, der den Erwerb oder Bau eines Eigenheims plant, von zentraler Bedeutung.

Definition und Vorteile hoher Eigenmittel

Der Begriff Eigenkapital bündelt im Allgemeinen sämtliche geldwerten Mittel, die der Kreditnehmer aktiv in die Finanzierung einbringt. Ein hoher Eigenanteil wirkt sich für den zukünftigen Immobilienbesitzer äußerst vorteilhaft aus, da Banken und Kreditinstitute jeden selbst investierten Euro positiv in ihre Risikokalkulation einbeziehen. Dieses Engagement belohnen die Kreditgeber üblicherweise mit deutlich niedrigeren Zinssätzen. Somit zahlt sich eine solide Eigenkapitalquote für den Bauherrn durch eine geringere monatliche Zinslast und eine insgesamt kostengünstigere Finanzierung direkt aus.

Zusammensetzung des Eigenkapitals über Barmittel hinaus

Entgegen der weitläufigen Vermutung umfasst das Eigenkapital weit mehr als nur das klassische Sparguthaben. Neben dem Kapital auf Festgeld- oder Tagesgeldkonto werden auch Wertpapiere oder ein bereits vorhandenes Baugrundstück als Eigenmittel angerechnet. Bei Wertpapieren sollte jedoch genau geprüft werden, ob eine Liquidation zum aktuellen Zeitpunkt sinnvoll ist. Liegen die Kurse unter dem ursprünglichen Kaufpreis, kann es wirtschaftlich klüger sein, den Verkauf auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben und die erzielten Gewinne dann für eine Sondertilgung zu nutzen.

Eigenleistung und die Rolle der Muskelhypothek

Zusätzlich zur finanziellen Einlage kann auch die persönliche Arbeitsleistung des Bauherrn als Eigenkapitalersatz fungieren. Bei dieser sogenannten Muskelhypothek ist jedoch eine realistische Einschätzung der eigenen Zeitressourcen und handwerklichen Fähigkeiten unerlässlich. Nicht jeder Laie verfügt über die notwendige Expertise für komplexe Aufgaben wie die Elektroinstallation. Für eine verlässliche Planung sollten zukünftige Eigentümer von einer Eigenkapitalquote zwischen 10 % und 15 % ausgehen. Ob ein Darlehen letztlich bewilligt wird, hängt jedoch neben dem Eigenkapital auch von zahlreichen weiteren Faktoren wie dem Einkommen und der Objektbewertung ab.

FAQ

Welche Vermögenswerte werden von Banken am häufigsten als Eigenkapital akzeptiert?

Neben Bargeld und Bankguthaben zählen vor allem Bausparguthaben, verpfändbare Lebensversicherungen sowie bereits bezahlte Grundstücke zu den klassischen Eigenmitteln. Auch staatliche Förderungen wie das KfW-Wohneigentumsprogramm können in der Kalkulation oft wie Eigenkapital behandelt werden.

Wie hoch darf der Anteil der Eigenleistung (Muskelhypothek) maximal sein?

Die meisten Kreditinstitute erkennen Eigenleistungen bis zu einer Grenze von etwa 10 % bis 15 % der Darlehenssumme an, wobei oft ein Maximalbetrag von rund 30.000 Euro gilt. Da die Bank hierfür detaillierte Nachweise über die geplanten Arbeiten verlangt, sollte diese Summe nicht zu optimistisch angesetzt werden.

Was passiert, wenn ich eine Baufinanzierung ganz ohne Eigenkapital abschließe?

Eine sogenannte Vollfinanzierung ist zwar möglich, führt jedoch zu wesentlich höheren Zinssätzen und damit zu einer deutlich gesteigerten monatlichen Belastung. Zudem sind die Anforderungen an die Kreditwürdigkeit und das Einkommen des Antragstellers bei einer Finanzierung ohne Eigenmittel extrem streng.

Effektiver Jahreszins

Dass Banken und Kreditinstitute einer Baufinanzierung nur dann zustimmen, wenn diese einen Gewinn für den Darlehensgeber verspricht, ist für die meisten Bauherren keine Überraschung. Ebenso bekannt ist in der Regel, dass diese Einnahmen primär über die Kreditzinsen generiert werden, da jedes Kreditangebot explizite Hinweise auf die zu entrichtenden Zinsen enthält. Bei genauerer Betrachtung offenbart sich jedoch eine wichtige Besonderheit: Kreditinstitute sprechen im Rahmen der Darlehensvergabe zumeist vom sogenannten effektiven Jahreszins. Doch was genau verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung?

Unterscheidung zwischen Nominalzins und Effektivzins

Nicht jeder Bauherr hat sich bereits im Detail mit den Fachbegriffen der Finanzwelt auseinandergesetzt. Trotz der Komplexität des Themas ist es jedoch ratsam, zumindest die grundlegenden Definitionen inhaltlich zu kennen. Im Gegensatz zum Nominalzins, der sich rein auf den Nennwert des Darlehens bezieht und gewissermaßen den Basispreis für das geliehene Kapital darstellt, umfasst der effektive Jahreszins einen wesentlich weiteren Rahmen. In diesen fließen zusätzlich anfallende Nebenkosten, wie etwa Bearbeitungs- oder Vermittlungsgebühren, direkt mit ein. Aus diesem Grund weichen Nominal- und Effektivzins bei einem Baukredit in der Regel voneinander ab. Auch wenn diese Differenz auf den ersten Blick geringfügig erscheinen mag, darf man nicht vergessen, dass Baufinanzierungen oft Volumina von mehreren hunderttausend Euro umfassen. In solchen Größenordnungen führen bereits Unterschiede von 0,2 oder 0,3 % zu spürbaren Veränderungen der finanziellen Gesamtlast.

Gesetzliche Vorgaben und Grenzen der Vergleichbarkeit

Die Bundesregierung hat Banken und Kreditinstitute gesetzlich dazu verpflichtet, jedes Kreditangebot – unabhängig davon, ob es sich um einen Bau- oder Konsumkredit handelt – mit einer einheitlichen Preisangabe zu versehen. Diese Funktion übernimmt der effektive Jahreszins, der als zentrale Vergleichsgröße zwischen verschiedenen Angeboten dient und dem Kreditnehmer eine verlässliche Kalkulation der erwarteten Belastung ermöglicht. Die Angabe erfolgt üblicherweise in Prozent, bezogen auf den Nennwert der Baufinanzierung. Dennoch ist zu beachten, dass auch dieser Wert nicht alle Kosten abdeckt. Gebühren für den Notar oder die Eintragung in das Grundbuch finden im effektiven Jahreszins keine Berücksichtigung und stellen somit eine zusätzliche finanzielle Belastung für den Kreditnehmer dar.

FAQ

Was ist der wichtigste Vorteil des effektiven Jahreszinses für den Verbraucher?

Der effektive Jahreszins dient als transparenter Preismaßstab, der es ermöglicht, verschiedene Kreditangebote direkt miteinander zu vergleichen. Da er neben dem reinen Zinssatz auch viele Nebenkosten enthält, zeigt er die tatsächlichen jährlichen Kosten des Darlehens wesentlich genauer an als der Nominalzins.

Sind Bereitstellungszinsen im effektiven Jahreszins enthalten?

Nein, Bereitstellungszinsen werden in der Regel nicht in die Berechnung des effektiven Jahreszinses einbezogen, da sie erst anfallen, wenn das Darlehen nicht innerhalb einer bestimmten Frist abgerufen wird. Diese Kosten müssen Bauherren daher zusätzlich zu der im Effektivzins angegebenen Belastung einplanen.

Warum sollte ich mich beim Vergleich nicht allein auf den Effektivzins verlassen?

Obwohl der Effektivzins eine gute Orientierung bietet, berücksichtigt er keine externen Kosten wie Gutachtergebühren, Kontoführungsentgelte oder die Kosten für die Grundbuchbesicherung. Für eine vollständige Finanzplanung müssen diese zusätzlichen Positionen separat kalkuliert werden, um die reale Gesamtbelastung zu ermitteln.

Buchstabe E

Hier gibt es Informationen zu Begriffen wie Effektiver Jahreszins, Eigenkapital usw.

Buchstabe D

Erklärungen von Begriffen mit dem Anfangsbuchstaben D, von Darlehensablöse über Devisendarlehen bis hin zur Dynamik.