Als Sparzinsen werden oberbegrifflich die Zinsen bezeichnet, die Sparer für ihre Guthaben auf Bankkonten und in Sparplänen erhalten. Sparzinsen beziehen sich auf sichere Kapitalanlagen. Im Bereich der privaten Baufinanzierung sind Sparzinsen vor allem in der Ansparphase von Bedeutung, in der angehende Eigentümer versuchen, durch regelmäßige Einzahlungen bzw. Rücklagen einen Kapitalstock anzuhäufen, der dann später bei der Finanzierung als Eigenkapitalanteil dient.

Die Sparzinsen in einem Bausparvertrag sind meist sehr niedrig: Zwischen 0 und 2,0 Prozent werden je nach Tarif und Bausparkasse bezahlt. Die sehr niedrigen Zinsen klassischer Bausparverträge sind Resultat des Solidarprinzips einer Bausparkasse: Sparer stellen ihre Guthaben der Gemeinschaft zu niedrigen Zinsen zur Verfügung und erhalten dann später im Gegenzug selbst ein niedrig verzinstes Bauspardarlehen.

Die Sparzinsen auf Spar- und Anlagekonten richten sich stark nach der Situation am Kapitalmarkt. Insbesondere kurzfristige Laufzeiten, wie sie etwa bei Tages- und unterjährigem Festgeld üblich sind, sind stark abhängig von der Situation am Geldmarkt. Über einen gewöhnlichen Konjunkturzyklus hinweg können meist 2,0 bis 6,0 Prozent Zinsen realisiert werden. In wirtschaftlich guten Zeiten ist das Zinsniveau am Geldmarkt und damit auch die Verzinsung von Spar- und Anlagekonten hoch, in rezessiven Phasen hingegen sind die Zinsen meist niedrig.

Sparzinsen unterliegen der Abgeltungsteuer. Diese beträgt 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Jeder Sparer verfügt über einen Freibetrag in Höhe von 801 Euro im Jahr, bis zu dem Kapitalerträge nicht der Abgeltungsteuer unterliegen. Gemeinsam veranlagte Ehegatten können sogar 1602 Euro pro Jahr steuerfrei vereinnahmen. Um die Abführung der Steuer durch die Bank an das Finanzamt zu unterbinden, müssen Sparer einen Freistellungsauftrag erteilen. Die Formulare dazu stehen bei allen Banken bereit.

Die Bedeutung der Sparzinsen in einer 2-5jährigen Ansparphase sollte nicht überschätzt werden. Wichtiger als eine gute Verzinsung ist die konsequente Einzahlung auf das Sparkonto, da bei kurzen Zeiträumen der Zinseszinseffekt ohnehin gering ist.

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