Der Begriff „Eigenheimrendite“ entstammt nicht der Finanztheorie, sondern versteht sich als umgangssprachliche Größe, die nicht exakt definierbar ist. Gemeint ist der wirtschaftliche Vorteil, der sich aus einer Eigenheimfinanzierung gegenüber einem Mietverhältnis ergibt. Wer eine Immobilie erwirbt und diese selbst nutzt, muss zwar Zins und Tilgung zahlen, dafür aber keine Miete. Abhängig von der Entwicklung der Mieten und den Kosten, die für den aufgenommenen Kredit zu entrichten sind sowie den Aufwendungen, die das Eigenheim im Laufe der Zeit erfordert und die in einem Mietverhältnis nicht zu tragen wären, kann es sein, dass die Gesamtkosten der Finanzierung geringer sind als die des Mietverhältnisses. Ob dies so ist, hängt jedoch auch in bedeutendem Umfang vom Lebensalter ab, das Mieter bzw. Eigentümer erreichen: Ist die Immobilie abbezahlt, wächst mit jedem zusätzlich gelebten Monat der Vorteil gegenüber einem Mietverhältnis.

Die Eigenheimrendite ist unter dem Strich nicht verlässlich prognostizierbar und lässt sich auch nur schwer herleiten. Sicherlich muss auch berücksichtigt werden, dass gerade für Familien der Besitz eines Eigenheimes einen zusätzlichen, nicht monetären Nutzen bietet. Es ist also möglich, dass unter Berücksichtigung der persönlichen Präferenzen eines Eigentümers dessen Eigenheimrendite positiv ausfällt, obwohl eine rein wirtschaftliche Betrachtung dies nicht indizieren würde. Die Eigenheimrendite bleibt somit ein hypothetisches Konstrukt und auslegbar. Dennoch spiegelt sie die nicht enden wollende Diskussion über die Vorteilhaftigkeit bzw. deren Existenz einer Eigenheimfinanzierung wider. Deren Ausgang unterliegt wie die Eigenheimrendite selbst einer Vielzahl von Variablen, die im Zeitverlauf sehr unterschiedliche Ausprägungen annehmen können und deshalb nicht sicher vorherzusehen sind.

Die Frage, ob ein Eigenheim sich letztlich lohnt, bleibt deshalb auch nach der Berechnung (soweit diese denn möglich ist) der Eigenheimrendite unbeantwortet. Dennoch kann die Gegenüberstellung von Eigenheimfinanzierung und Mietverhältnis mit allen Zahlungsströmen und dem jeweiligen Vermögensstatus zumindest näherungsweise Aufschluss darüber geben, ob sich der Weg in die eigenen vier Wände lohnt oder nicht.

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