Ein Bausparvertrag ist ein Finanzinstrument, das künftigen Bauherren und Immobilienbesitzern dabei hilft, gezielt Kapital für eine spätere Finanzierung anzusparen. Hierzu wird mit einer Bausparkasse eine vertragliche Vereinbarung über eine festgelegte Bausparsumme sowie den erforderlichen Mindestansparanteil getroffen. Sobald dieser Anteil erreicht ist, erhält der Vertragsinhaber die Differenz zwischen dem angesparten Guthaben und dem Nennbetrag der Bausparsumme als zinsgünstiges Darlehen ausgezahlt.

Zentrale Fachbegriffe: Vom Bausparguthaben bis zur Zuteilung

Ein wesentlicher Begriff in diesem Kontext ist das Bausparguthaben. Dieses umfasst sämtliche Eigenleistungen des Sparers, vermögenswirksame Leistungen sowie die gutgeschriebenen Zinsen, die das Kapital während der Sparphase kontinuierlich erhöhen. Mit dem ersten möglichen Zuteilungstermin endet die sogenannte Mindestsparzeit. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, hängt von verschiedenen Parametern ab: Neben der reinen Ansparsumme spielt die Bewertungszahl eine entscheidende Rolle. Diese Kennziffer wird maßgeblich durch das Verhältnis zwischen der Gesamtheit der Sparer und den bereits beanspruchten Darlehen innerhalb der Bausparkasse beeinflusst. Nach der Zuteilung kann der Sparer über sein Guthaben verfügen und hat grundsätzlich Anspruch auf das Bauspardarlehen. Eine Auszahlung des Darlehens ist jedoch an Bonitätskriterien gebunden; so kann beispielsweise ein negativer Schufa-Eintrag zur Ablehnung führen.

Flexibilität, Vererbbarkeit und wirtschaftliche Aspekte

Bausparverträge bieten eine hohe Flexibilität, da der Anspruch auf das Darlehen sogar weitervererbt werden kann. Lange Zeit galt das Modell aufgrund attraktiver Zinsen auch als solide Kapitalanlage. In Niedrigzinsphasen oder bei einer hohen Inflation nimmt diese Attraktivität jedoch ab, da die Guthabenzinsen oft nicht mit der allgemeinen Geldentwertung Schritt halten können. Zudem ist eine realistische Einschätzung der Bausparsumme bei Vertragsabschluss essenziell. Eine unverhältnismäßig hohe Summe kann unpraktikabel sein: Wer bei einer Bausparsumme von 75.000 Euro lediglich 25 bis 30 Euro monatlich einzahlt, wird das Kapital erst in einem sehr fortgeschrittenen Lebensalter effektiv nutzen können.

FAQ

Was versteht man unter der Bewertungszahl bei einem Bausparvertrag?

Die Bewertungszahl ist ein mathematischer Wert, der die Sparleistung des Kunden im Verhältnis zur Zeit und zur Bausparsumme widerspiegelt. Sie dient der Bausparkasse als objektives Kriterium, um die Reihenfolge der Zuteilungen unter allen Sparern gerecht festzulegen.

Kann ein Bauspardarlehen trotz Erreichen der Zuteilungsreife abgelehnt werden?

Ja, die Zuteilung garantiert lediglich den Anspruch auf Beantragung, entbindet die Bausparkasse aber nicht von einer obligatorischen Kreditwürdigkeitsprüfung. Liegen beispielsweise negative Merkmale in der Schufa vor, darf die Kasse die Auszahlung des Darlehensanteils verweigern.

Warum ist die Wahl der richtigen Bausparsumme so entscheidend?

Die Bausparsumme bestimmt nicht nur die Höhe des späteren Darlehens, sondern auch die Dauer der Ansparphase und die anfallenden Abschlussgebühren. Eine zu hoch angesetzte Summe führt bei geringen monatlichen Raten dazu, dass die Zuteilungsreife erst nach Jahrzehnten erreicht wird.