Die Bausparrendite beschreibt den Gesamtertrag, der durch ein Guthaben in einem Bausparvertrag erwirtschaftet wird. Sie ist eine komplexe Kennzahl, die sich aus verschiedenen Komponenten zusammensetzt: den Basiszinsen der Bausparkasse, staatlichen Förderungen sowie potenziellen steuerlichen Vergünstigungen und der Zinsersparnis beim späteren Bauspardarlehen. Da viele dieser Faktoren von zukünftigen Entwicklungen abhängen, lässt sich die exakte Rendite oft nur auf Basis fundierter Annahmen prognostizieren.

Ein zentraler Baustein sind die Guthabenzinsen, die im Regelfall bei etwa 1,0 Prozent pro Jahr liegen. Seit dem 1. Januar 2009 unterliegen diese Erträge der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Sparer können jedoch von Sparer-Pauschbeträgen profitieren: Einzelpersonen steht ein jährlicher Freibetrag von 1.000 Euro (früher 801 Euro) zur Verfügung, während gemeinsam veranlagte Ehegatten bis zu 2.000 Euro (früher 1.602 Euro) steuerfrei vereinnahmen können. Bei einem Zinssatz von 1,0 Prozent ermöglicht dies die steuerfreie Verwaltung beachtlicher Bausparguthaben.

Einfluss von Gebühren und staatlichen Zulagen

Bei der Berechnung der effektiven Bausparrendite muss zwingend die Abschlussgebühr berücksichtigt werden, die zu Vertragsbeginn fällig wird. Diese beläuft sich üblicherweise auf ein Prozent der gesamten Bausparsumme – also der Kombination aus Sparguthaben und Darlehensanspruch. Je nach Vertragskonstellation können diese Initialkosten einen spürbaren Teil der ersten Zinserträge binden.

Einen positiven Effekt auf die Rendite haben hingegen staatliche Förderungen. Insbesondere bei Verträgen mit kleineren Bausparsummen machen die Wohnungsbauprämie oder die Arbeitnehmersparzulage einen signifikanten Teil der Gesamterträge aus. Noch gewichtiger können Zulagen im Rahmen der Riester-Förderung ausfallen, die sich über einen Zeitraum von sieben Jahren auf beachtliche Summen belaufen können. Diese Zulagen werden zudem im Vertrag mit dem vereinbarten Bausparzins mitverzinst.

Zinsvorteile und Gesamteinschätzung

Ein oft unterschätzter Teil der Bausparrendite ist die Ersparnis beim späteren Bauspardarlehen. Diese ergibt sich aus der Differenz zwischen dem vertraglich garantierten Darlehenszins und dem Marktzins, der zum Zeitpunkt der Zuteilung für klassische Hypothekendarlehen ohne Bausparhintergrund fällig wäre. Da die künftige Zinsentwicklung am Kapitalmarkt nicht exakt vorhersehbar ist, arbeitet man hier mit Erfahrungswerten. In der Gesamtbetrachtung aller Faktoren liegt die akkumulierte Bausparrendite in den meisten Fällen bei etwa drei bis vier Prozent pro Jahr.

FAQ

Wie setzt sich die Bausparrendite zusammen?

Die Rendite besteht aus den Guthabenzinsen, staatlichen Zulagen wie der Wohnungsbauprämie und der potenziellen Zinsersparnis beim späteren Darlehen gegenüber dem Marktzins. Abzüglich der Abschlussgebühren ergibt sich daraus die tatsächliche effektive Rendite des Vertrages.

Welche Rolle spielt die Abgeltungsteuer beim Bausparen?

Zinserträge auf das Bausparguthaben gelten als Kapitalerträge und unterliegen grundsätzlich der 25-prozentigen Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag. Durch das Einreichen eines Freistellungsauftrags können Sparer ihre Erträge jedoch innerhalb der gesetzlichen Pauschbeträge steuerfrei vereinnahmen.

Warum ist die Zinsersparnis beim Darlehen Teil der Rendite?

Da der Bausparer durch den Vertrag einen Anspruch auf ein Darlehen unterhalb des üblichen Marktzinses erwirbt, spart er real Geld bei der späteren Finanzierung. Diese Differenz wird finanzmathematisch als fiktiver Ertrag gewertet und erhöht somit die Gesamtrendite der Anlageform.