Der Bauspartarif definiert die spezifischen Konditionen eines Bausparvertrags und ist ein fester Bestandteil des Produktportfolios einer Bausparkasse. In diesem Tarifwerk, das von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) genehmigt werden muss, sind alle wesentlichen Parameter verbindlich festgelegt. Dazu gehören die Habenzinsen auf das Sparguthaben, die Sollzinssätze für ein späteres Bauspardarlehen sowie die Höhe der Spar- und Tilgungsbeiträge. Zudem regelt der Tarif die erforderliche Mindestansparsumme, die Mindestwartezeit und das spezifische Zuteilungsverfahren des Vertrages.
Historische Entwicklung und moderne Tarifvielfalt
Bis zum Jahr 1980 war die Auswahl auf lediglich zwei Bauspartarife begrenzt. Seither haben insbesondere die Landesbausparkassen das Spektrum an Varianten erheblich erweitert, sodass heute für nahezu jedes Finanzierungsziel eine maßgeschneiderte Lösung existiert. Die Laufzeiten der Kontrakte sind deutlich flexibler geworden, und Bausparverträge können inzwischen auch gezielt unter dem Aspekt der Renditeoptimierung abgeschlossen werden.
Unterscheidung nach Sparzielen und Laufzeiten
Die wesentlichen Tarifarten unterscheiden sich primär durch die Zeitspanne bis zur Zielerreichung. Tarife, die auf eine schnelle Auszahlung ausgelegt sind, ermöglichen es Sparern, bereits innerhalb weniger Jahre ein Guthaben anzusparen und das Darlehen in Anspruch zu nehmen. Im Gegensatz dazu sind langfriste Tarife auf einen deutlich weiteren Zeithorizont ausgerichtet. Hier wird das Bausparguthaben über viele Jahre hinweg aufgebaut, wobei sich die gesamte Vertragslaufzeit inklusive der Tilgungsphase über mehrere Jahrzehnte erstrecken kann.
Renditeorientierte Tarife und staatliche Förderung
Eine weit verbreitete Variante stellen Modelle dar, bei denen die Erwirtschaftung einer attraktiven Rendite im Vordergrund steht. Die Hauptmotivation für den Abschluss solcher Verträge liegt oft in der Inanspruchnahme staatlicher Förderungen, wie der Wohnungsbauprämie oder der Arbeitnehmersparzulage. Durch die Erweiterung des Tarifangebots ist es für Bausparer zudem möglich, während der Laufzeit innerhalb der Bausparkasse in einen anderen Tarif zu wechseln. Wer beispielsweise auf das Darlehen verzichtet, kann unter Umständen rückwirkend von einem höheren Guthabenzins profitieren, ohne sich bereits zu Vertragsbeginn festlegen zu müssen.
FAQ
Was genau regelt ein Bauspartarif innerhalb eines Vertrages?
Der Bauspartarif legt alle finanziellen Rahmenbedingungen wie die Guthaben- und Darlehenszinsen sowie die Tilgungsmodalitäten fest. Zudem definiert er die formalen Voraussetzungen für die Zuteilung, etwa die Mindestspardauer und das erforderliche Mindestguthaben.
Ist ein Wechsel des Bauspartarifs während der Laufzeit möglich?
Ja, die meisten Bausparkassen erlauben einen Wechsel in einen anderen Tarif innerhalb ihres aktuellen Angebotsportfolios. Dies bietet Sparern die Flexibilität, ihre Finanzierungsstrategie nachträglich an veränderte Lebensumstände oder Marktbedingungen anzupassen.
Welche Rolle spielen staatliche Förderungen bei Bauspartarifen?
Staatliche Zulagen wie die Wohnungsbauprämie können die effektive Rendite eines Bausparvertrags insbesondere in renditeorientierten Tarifen deutlich steigern. Diese Förderungen machen das Bausparen auch für Personen attraktiv, die nicht unmittelbar eine Baufinanzierung planen.
