Bausparprinzip

Das Bausparprinzip ist das einer Solidargemeinschaft. In einer Bausparkasse finden sich grob skizziert zwei Gruppen von Kunden: Die einen zahlen in einen Bausparvertrag ein, die anderen nehmen einen Kredit in Anspruch. Diejenigen die einzahlen, stellen ihre Gelder der Bauspargemeinschaft zu günstigen Konditionen zur Verfügung, weil sie selbst nur geringe Zinsen auf ihre Guthaben erhalten, die deutlich niedriger sind als auf einem Tages- oder Festgeldkonto. Im Gegenzug erhalten die Sparer zu einem späteren Zeitpunkt selbst ein günstiges Bauspardarlehen.

Das Bausparprinzip wird flankiert von der Bausparkasse, die ein sehr sicheres Geschäftsmodell betreibt. Die Refinanzierung erfolgt nicht über den Kapitalmarkt, wie es bei gewöhnlichen Banken der Fall ist, sondern über die Einlagen der Sparer und die Rückzahlungen der Kreditnehmer. Den Bausparkassen ist es verboten, Bausparern einen verbindlichen Zuteilungstermin für ihr Darlehen zu nennen. Damit soll gesichert werden, dass die Bausparkasse immer über die notwendigen Finanzmittel verfügt, um auf Dauer alle Ansprüche ihrer Mitglieder zu erfüllen. Das Bausparprinzip sieht zudem eine Äquivalenz von Leistung und Gegenleistung vor, die sich in der so genannten Bewertungszahl widerspiegelt. Das Erreichen einer bestimmten Bewertungszahl ist die Voraussetzung für die Gewährung eines Bauspardarlehens. Die Bewertungszahl wächst mit dem eingezahlten Vertragsguthaben und der Dauer, mit der es der Bausparkasse zur Verfügung steht. Von den eingezahlten Vertragsguthaben muss die Abschlussgebühr, die zu Beginn des Vertrages fällig ist, abgezogen werden. Das Äquivalenzprinzip sieht bei Verzicht auf das Bauspardarlehen auch eine rückwirkend höhere Verzinsung der Guthaben vor.

Das Bausparprinzip hat sich bewährt. Der Immobilienmarkt in Deutschland gilt nicht zuletzt wegen der soliden und kapitalmarktunabhängigen Finanzierung durch die Bausparkassen als einer der stabilsten in der ganzen Welt. Das Solidarprinzip macht Bausparer wie Kreditnehmer darüber hinaus weniger anfällig für Turbulenzen an den internationalen Kapitalmärkten, weil die Bausparkasse ein nahezu in sich geschlossenes System ist und Schwankungen an den Rentenmärkten nicht zu veränderten Konditionen für Bausparer führen.