Unter der Zahlungshistorie versteht man im Kontext der privaten Kreditvergabe eine detaillierte Auflistung von Vertragsverhältnissen, die Auskunfteien den Banken zur Verfügung stellen. Diese Historie macht sowohl laufende als auch frühere Kredite eines Verbrauchers transparent und umfasst zudem Informationen über Girokonten, Bausparverträge sowie Kreditkarten. Darüber hinaus erhält das Kreditinstitut Einblick in Geschäftsbeziehungen zu Versandhandelsunternehmen, Leasinggesellschaften und Mobilfunkanbietern, sofern diese Daten an die jeweilige Auskunftei übermitteln. Ein wesentliches Merkmal ist, dass Kredite für Banken selbst nach ihrer vollständigen Tilgung sichtbar bleiben, da abgewickelte Geschäfte häufig noch über das Vertragsende hinaus in den Datenbanken gespeichert werden.

Auswirkungen negativer Einträge auf die Kreditwürdigkeit

Besondere Relevanz erlangt die Zahlungshistorie, sobald sie negative Einträge aufweist. Solche Vermerke entstehen, wenn ein Verbraucher seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt, beispielsweise durch den erheblichen Zahlungsverzug bei Rechnungen von Versandhändlern oder Mobilfunkverträgen. Besonders schwerwiegend wirken sich Kredite aus, die aufgrund von Zahlungsrückständen seitens der Bank gekündigt wurden, sowie unausgeglichene Negativsalden auf bereits aufgelösten Konten. Mit einer belasteten Zahlungshistorie gestaltet es sich oft äußerst schwierig, eine Baufinanzierung zu erhalten, da Banken das Risiko einer unzuverlässigen Rückzahlung als zu hoch bewerten.

Sonderregelungen im Bereich der Baufinanzierung

Während negative Auskunftei-Daten bei herkömmlichen Konsumkrediten meist zur sofortigen Ablehnung führen, kann eine Baufinanzierung unter bestimmten Umständen dennoch möglich sein. Da diese Darlehen durch eine Immobilie besichert sind, verfügen Banken über eine zusätzliche Absicherung. Voraussetzung hierfür ist jedoch meist, dass die Vorfälle, die zu den Einträgen führten, bereits längere Zeit zurückliegen und die entsprechenden Forderungen vollständig beglichen wurden. In der Regel speichern Auskunfteien negative Einträge nach deren Erledigung für drei Jahre, bevor sie gelöscht werden. Besonders schwerwiegende Merkmale, wie etwa eine Privatinsolvenz, bleiben hingegen für einen Zeitraum von sechs Jahren in der Datenbank bestehen.

FAQ

Welche Informationen sind in einer klassischen Zahlungshistorie enthalten?

Die Historie umfasst sämtliche gemeldeten Vertragsverhältnisse wie Kredite, Girokonten, Kreditkarten sowie Verträge mit Mobilfunk- und Versandhandelsunternehmen. Auch bereits abgeschlossene Verträge bleiben oft noch für einen definierten Zeitraum sichtbar, um das bisherige Zahlungsverhalten zu dokumentieren.

Können negative Einträge in der Schufa eine Baufinanzierung komplett verhindern?

Bei klassischen Ratenkrediten führen negative Einträge fast immer zur Ablehnung, doch bei Baufinanzierungen ist die Prüfung aufgrund der Immobiliensicherheit oft individueller. Dennoch müssen bestehende Schulden in der Regel beglichen sein und der Vorfall sollte idealerweise bereits länger zurückliegen.

Wie lange werden negative Informationen von Auskunfteien gespeichert?

Nach der vollständigen Erledigung einer Forderung bleiben negative Einträge normalerweise noch drei Jahre lang gespeichert und für Banken sichtbar. Im Falle einer Privatinsolvenz verlängert sich dieser Zeitraum auf sechs Jahre, bevor die Information endgültig aus der Historie gelöscht wird.