Unter einer Kreditzusage versteht man die rechtlich verbindliche Zustimmung eines Kreditinstituts zu einem Darlehensvertrag. Sobald diese vorliegt, hat der Kreditnehmer einen vertraglichen Anspruch auf die Auszahlung der vereinbarten Summe, sofern er die im Vertrag festgehaltenen Auszahlungsvoraussetzungen erfüllt. Einer solchen Zusage geht stets eine intensive Prüfung durch die Bank voraus, die sowohl die Werthaltigkeit des Finanzierungsobjekts als auch die Bonität des Antragstellers umfasst.
Zweckbindung und grundbuchliche Absicherung
Die Kreditzusage erfolgt in der Regel zweckgebunden für den Erwerb oder Bau einer spezifischen Immobilie. Dabei stehen das jeweilige Objekt sowie der Kaufpreis beziehungsweise die voraussichtlichen Baukosten meist schon im Vorfeld exakt fest. Eine wesentliche Bedingung für die endgültige Darlehenszusage ist zudem die Absicherung der Bank durch einen Eintrag im Grundbuch. Dies stellt sicher, dass das Kreditinstitut im Falle einer vertragswidrigen Bedienung der Hypothek auf die Immobilie zugreifen und diese verwerten kann.
Bonitätsanforderungen an den Kreditnehmer
Um eine positive Entscheidung der Bank herbeizuführen, müssen Antragsteller verschiedene Kriterien erfüllen. Eine solide Bonität sowie ein geregeltes, nachhaltiges Einkommen bilden hierfür die Basis. Die meisten Institute setzen ein unbefristetes Arbeitsverhältnis und eine einwandfreie Zahlungshistorie voraus. Vor der Kreditzusage werden grundsätzlich die Datenbestände relevanter Auskunfteien wie der Schufa oder Infoscore eingeholt. Negative Einträge in diesen Registern führen im Regelfall unmittelbar zur Ablehnung des Finanzierungsantrags.
Objektprüfung und Eigenkapitalquote
Auch das zu finanzierende Objekt muss bestimmte Anforderungen erfüllen, wobei insbesondere das Verhältnis zwischen Kaufpreis und realem Marktwert entscheidend ist. Zur Wertermittlung greifen Banken während des Prüfungsprozesses auf entsprechende Gutachten zurück. Darüber hinaus wird von Kreditnehmern meist erwartet, dass sie einen angemessenen Teil der Kosten aus Eigenmitteln bestreiten, sofern keine Vollfinanzierung vereinbart wurde. Dieser Eigenkapitalanteil, der neben Ersparnissen auch Bausparguthaben oder Mittel aus Riester-Verträgen umfassen kann, liegt in Deutschland üblicherweise zwischen 10 und 30 Prozent der Gesamtkosten.
FAQ
Welche Unterlagen werden für eine Kreditzusage benötigt?
Die Bank benötigt detaillierte Einkommensnachweise sowie Informationen zum Eigenkapital und eine lückenlose Aufstellung der bestehenden Verbindlichkeiten. Zusätzlich müssen objektbezogene Dokumente wie der Grundbuchauszug, die Flurkarte und eine genaue Wohnflächenberechnung eingereicht werden.
Ist eine Kreditzusage bereits die Auszahlung des Geldes?
Nein, die Kreditzusage stellt lediglich die verbindliche Bestätigung dar, dass die Bank das Darlehen zu den vereinbarten Konditionen bereitstellt. Die tatsächliche Auszahlung erfolgt erst nach Erfüllung aller vertraglichen Voraussetzungen, wie etwa der erfolgten Grundschuldeintragung.
Kann eine Kreditzusage nachträglich widerrufen werden?
Ein Widerruf ist seitens der Bank nur in schwerwiegenden Ausnahmefällen möglich, etwa wenn der Antragsteller falsche Angaben gemacht hat oder sich seine Vermögensverhältnisse massiv verschlechtern. Für den Kreditnehmer besteht hingegen ein gesetzliches Widerrufsrecht innerhalb einer bestimmten Frist nach Vertragsabschluss.
