Der Kautionszins ist der Zinssatz, der auf die vom Mieter an den Vermieter gezahlte Kaution gezahlt wird. Der Vermieter ist gesetzlich verpflichtet, die Kaution zu den üblichen Konditionen für Bankeinlagen mit dreimonatiger Fälligkeit anzulegen. In der Praxis reicht die Anlage zu irgendeinem Zinssatz über Null Prozent jedoch vollkommen aus. Auch eine Verzinsung von 0,5 Prozent im Jahr kann in der Regel nicht beanstandet werden, selbst wenn sich deutlich höhere Erträge erzielen ließen. Der Kautionszinssatz auf Konten, die speziell zu diesem Zweck von Banken angeboten werden, liegt in der Regel deutlich unter dem Zinssatz, der sich mit der Anlage auf einem Tages- oder Festgeldkonto erzielen ließe. Es macht aus Sicht des Mieters deshalb Sinn, den Vermieter zu einer möglichst günstigen Anlage zu bewegen.

Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt, dass sich eine höhere Verzinsung lohnt. Die Mietkaution bei den meisten Mietverhältnissen beläuft sich auf drei Nettokaltmieten. Eine größere Kautionszahlung lässt der Gesetzgeber nicht zu und geringere Zahlungen werden von den Vermietern in der Regel nicht angeboten. Eine 3-Zimmer-Wohnung in München oder Stuttgart, die jeden Monat 800 Euro kalt kostet, erfordert somit eine Kautionsleistung in Höhe von 2400 Euro. Diese muss vor der Übergabe der Wohnung erbracht werden. Wird die Kaution für die Dauer des Mietverhältnisses von angenommenen 10 Jahren angelegt und wird dabei ein jährlicher Zinssatz in Höhe von 0,5 Prozent erzielt, befinden sich bei unterstellter Wiederanlage der erhaltenen Zinsen nach diesen 10 Jahren 2523 Euro auf dem Kautionskonto. Das Kapital ist somit um 123 Euro gegenüber dem Zeitpunkt der Anlage gewachsen. Unterstellt wird zudem, dass die Miete während des Mietverhältnisses nicht erhöht wurde. Wird die Kaution hingegen über die gesamten zehn Jahre zu einem jährlichen Zinssatz in Höhe von 3,5 Prozent angelegt, stehen am Ende 3.385 Euro zur Verfügung, wenn die jährlich gutgeschriebenen Zinsen abermals sofort zum selben Zinssatz wieder angelegt werden und sich somit ein Zinseszinseffekt ergibt. Der Vorteil beläuft sich so auf rund 860 Euro.

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