Der Kreditnehmer ist eine der beiden zentralen Vertragsparteien eines Darlehensvertrages. Er erhält vom Kreditinstitut den gewünschten Darlehensbetrag ausgezahlt, sofern er die notwendigen Voraussetzungen hinsichtlich seiner Bonität und Einkommenssituation erfüllt. Nach der Auszahlung beginnt – sofern keine tilgungsfreie Karenzphase vereinbart wurde – die Rückzahlung des Kredits. Der monatliche Kapitaldienst setzt sich dabei aus den Zinsen auf den jeweils noch offenen Kreditbetrag sowie der Tilgungsrate zusammen. Üblicherweise leistet der Kreditnehmer über die gesamte Laufzeit eine gleichbleibend hohe Rate, die sogenannte Annuität. Bei diesem Modell verschiebt sich das Verhältnis im Zeitverlauf kontinuierlich zugunsten des Tilgungsanteils, während die Zinslast sinkt.
Vorbereitungen und Haushaltsrechnung
Bereits im Vorfeld der Darlehensaufnahme muss der Kreditnehmer umfassende Vorbereitungen treffen, um den Erfolg der Immobilienfinanzierung sicherzustellen. Von zentraler Bedeutung ist die Ermittlung des frei verfügbaren Einkommens, das nach Abzug aller regelmäßigen Ausgaben für die Bedienung des Kredits zur Verfügung steht. Hierbei sollten realistische Pauschalen für die Lebenshaltungskosten, die Altersvorsorge sowie allgemeine Rücklagen angesetzt werden. Es ist ratsam, die Kalkulation nicht zu knapp zu bemessen: Auch nach Abzug des Kapitaldienstes sollte ein finanzieller Puffer verbleiben, um unvorhersehbare Kosten oder Veränderungen der Lebensumstände, wie etwa Familienzuwachs, sicher abfedern zu können.
Staatliche Förderungen und Zuschüsse
Zudem sollte der Kreditnehmer prüfen, welche staatlichen Förderungen für das Vorhaben in Anspruch genommen werden können. Infrage kommen hierbei Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen aus öffentlichen Mitteln, beispielsweise von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Auch die Nutzung der Eigenheimrente zur Einbindung staatlich geförderter Rentenversicherungsverträge kann eine Option darstellen. Die Förderfähigkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa der Eigennutzung der Immobilie oder deren Vermietung. Insbesondere bauliche Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz werden häufig durch spezielle öffentliche Programme begünstigt.
FAQ
Welche Voraussetzungen muss ein Kreditnehmer für eine positive Zusage erfüllen?
Die Bank prüft primär die Kreditwürdigkeit durch eine Schufa-Abfrage sowie die Nachhaltigkeit des Einkommens zur Deckung der monatlichen Raten. Zudem spielt das vorhandene Eigenkapital eine entscheidende Rolle, um das Risiko für das Kreditinstitut und die Zinskonditionen für den Kunden zu senken.
Was versteht man unter der sogenannten Annuität bei der Rückzahlung?
Die Annuität ist eine über einen längeren Zeitraum gleichbleibende Rate, die sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammensetzt. Da die Zinsen nur auf die Restschuld berechnet werden, steigt der Anteil der Tilgung innerhalb der Rate mit jeder geleisteten Zahlung an.
Welche staatlichen Förderungen sind für private Bauherren besonders relevant?
Besonders häufig werden zinsgünstige Kredite der KfW-Bank genutzt, die vor allem energieeffizientes Bauen und Sanieren finanziell unterstützen. Zusätzlich können regionale Förderprogramme der Bundesländer oder die steuerlichen Vorteile der Wohn-Riester-Förderung die Finanzierungskosten erheblich reduzieren.
