Zinsstaffelung

Als Zinsstaffelung wird eine Unterteilung des Darlehenszinssatzes bei einer Hypothekenfinanzierung verstanden, die von der darlehensgebenden Bank in Abhängigkeit von verschiedenen Variablen vorgenommen wird. Zinsstaffelungen kommen dabei regelmäßig in Hinblick auf die Bonität des Kreditnehmers sowie in Bezug auf den Beleihungsauslauf, der bei einem Bau- oder Erwerbsvorhaben zu verzeichnen ist, zur Anwendung. Dabei gilt, dass der Darlehenszins umso günstiger ist, je besser die Bonität des Kreditnehmers beurteilt wird und je geringer der Beleihungsauslauf des Vorhabens ist.

Die Kreditwürdigkeit eines Antragstellers wird anhand von dessen Eigenauskunft, die Aufschluss über das Einkommen, den Vermögensstatus und die Gefahr eines Arbeitsplatzverlustes gibt, sowie anhand von Datenbeständen einschlägiger Wirtschaftsauskunfteien, wie etwa der Schufa in Wiesbaden, bemessen. Die Schufa stellt dabei der Bank einerseits Daten über das frühere Zahlungsverhalten des Antragstellers zur Verfügung und berechnet andererseits einen Scorewert, der die statistische Wahrscheinlichkeit angibt, mit der ein Kreditnehmer seinen Verbindlichkeiten ordnungsgemäß nachkommt. Der Scorewert setzt sich aus unterschiedlichen Variablen zusammen, die im Detail nicht bekannt sind, da die Schufa sich in dieser Hinsicht auf ihr Geschäftsgeheimnis beruft. Jede Bank nimmt eigene Unterteilungen des Kreditnehmers in verschiedene Bonitätsklassen vor und bemisst daran den Darlehenszinssatz. Fällt die Bonität zu gering aus, kann – auch bei grundpfandrechtlich besicherten Darlehen – die Bank auch das Zustandekommen eines Darlehensvertrages ablehnen.

In Hinblick auf den Beleihungsauslauf geht die Bank ähnlich vor und setzt in ihrem Preisverzeichnis Schwellenwerte fest, die zu einem Aufschlag auf den Basiszins führen. In der Regel wird bei einem Beleihungsauslauf von mehr als 60 Prozent ein Aufschlag vorgenommen, der für die gesamte ausgereichte Kreditsumme gilt. Ab etwa 76 Prozent Beleihungsauslauf wird ein weiterer Aufschlag vorgenommen, gleiches gilt dann bei rund 95 Prozent, wobei die exakten Schwellenwerte bei verschiedenen Banken variieren können.

Um sich ein individuelles Angebot unterbreiten zu lassen, müssen Verbraucher das Gespräch mit ihrer Bank suchen, da sich die Bonitätseinstufung anderweitig nicht ermitteln lässt.