Zinsprognose

Eine Zinsprognose versucht, die künftige Entwicklung der Zinsen für Hypothekenkredite vorherzusagen. Wie jede auf die Zukunft ausgerichtete Aussage ist auch die Zinsprognose ihrer Natur nach sehr unsicher. Zinsprognosen werden von Banken, Versicherungen sowie von Wirtschaftsforschungsinstituten und Analysten publiziert. Dabei kommen verschiedene Variablen zum Einsatz. Dazu gehören geldpolitische Elemente ebenso wie konjunkturelle Rahmendaten.

In der Regel steigen Zinsen dann dauerhaft an, wenn die Konjunktur gut läuft. Dann steigt die Nachfrage nach Krediten, was die Preise – also die Zinsen – treibt. Zudem steigt in einem Aufschwung in der Regel auch die allgemeine Teuerungsrate an. Dies veranlasst die Zentralbank zu einer restriktiven Geldpolitik, die steigenden Zinsen förderlich ist. Umgekehrt sinken in konjunkturellen Schwächephasen die Zinsen am Hypothekenmarkt regelmäßig, weil die Nachfrage nach Krediten sinkt und die Notenbank den Leitzins verringert. Der Leitzins ist allerdings nicht die wesentliche Größe für die Entwicklung der Zinsen am Markt für Immobilienkredite. Diese werden vornehmlich von der Entwicklung am Anleihemarkt beeinflusst. Banken refinanzieren sich bzw. die ausgereichten Kredite über den Bondmarkt. Sind an diesem die Kurse hoch, ist dies gleichbedeutend mit niedrigen Zinsen. Fallende Kurse am Bondmarkt hingegen implizieren auch steigende Zinsen für Kredite. Die zeitliche Verschiebung beläuft sich in der Regel nur auf wenige Wochen, weil Banken veränderte Bedingungen bei der Refinanzierung schnell an ihre Kunden weitergeben und sie in ihre Angebote einpreisen.

Die Zinsprognose kann für Bauherren von Bedeutung sein, weil sie mit etwas Glück einen günstigen Einstiegszeitpunkt für die Kreditaufnahme aufzeigt. Auch wenn wegen der Unsicherheit kaum der beste Zeitpunkt gefunden werden kann, lassen sich grobe Fehler durch eine gute Zinsprognose und deren Beachtung vermeiden. Insbesondere können Hochzinsphasen umschifft werden, wenn die Kreditaufnahme verzögert wird. Umgekehrt kann ein besonders günstiges Zinsniveau genutzt werden, um die Kosten einer Finanzierung niedrig zu halten. Ggf. können dann auch Forward-Darlehen zum Einsatz kommen.