Als Franken-Finanzierung werden Fremdwährungsdarlehen bezeichnet, die auf den Schweizer Franken lauten. Die Finanzierungen haben das Ziel, von einem im Vergleich zum Euroraum in der Schweiz niedrigeren Zinssatz zu profitieren. Wie bei allen anderen Fremdwährungsfinanzierungen auch bestehen bei der Franken-Finanzierung vielfältige Chancen und Risiken, deren Auswirkungen für den Darlehensnehmer sowohl positiv als auch negativ sein können.

Die Entwicklung an den Devisenmärkten ist für Fremdwährungsfinanzierung von entscheidender Bedeutung. Wertet sich der Euro im Tilgungsverlauf gegenüber dem Schweizer Franken ab, verteuert dies das Darlehen, da in Euro gerechnet mehr Geld zur Tilgung erforderlich ist. Umgekehrt kann die Schuldenlast deutlich sinken, wenn der Wechselkurs sich zugunsten des Euros entwickelt. Es sind dann Teile der Schuld ohne tatsächliche Tilgung erlassen. Zu Beginn einer Franken-Finanzierung, bei der der Zinssatz im CHF geringer ist als der im Euro, ist der Kreditnehmer profitabel aufgestellt. Solange die Kursverluste die Zinsdifferenz nicht übersteigen, fällt in keinem Fall ein Verlust gegenüber der klassischen Euro-Finanzierung an.

Fremdwährungskredite werden in der Regel durch ein aktives Devisenmanagement verwaltet. Dabei schichtet entweder die Bank oder ein spezialisiertes Unternehmen die Währungspositionen in Abhängigkeit von der jeweiligen Marktentwicklung um und konvertiert das Darlehen in den Euro oder auch in eine andere Währung. Der Kredit im Schweizer Franken kann so ggf. zu einem Darlehen im japanischen Yen umgetauscht werden. Die Konvertierung kann sowohl dauerhaft als auch vorübergehend erfolgen.

Franken-Finanzierungen eignen sich für die Immobilienfinanzierung gut, da zum einen das Zinsniveau in der Schweiz traditionell niedriger ist als im Euroraum und zum anderen der Franken als stabile Währung gilt, da die Schweiz gemeinhin eine vergleichsweise solide Haushaltspolitik führt. Wie bei allen Fremdwährungskrediten ist aber auch bei der Franken-Finanzierung ein im Vergleich zu anderen Finanzierungen höherer Eigenkapitalanteil erforderlich. Er beläuft sich in der Regel auf mindestens 30 Prozent der Bau- oder Erwerbskosten. Damit wird dem höheren Risiko Rechnung getragen.

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