Als Finanzierungsvermittlung wird eine markthelfende Tätigkeit verstanden, bei der eine dritte Partei eine Baufinanzierung zwischen einem kreditsuchenden Bauherren bzw. Käufer und einer darlehensgebenden Bank vermittelt. Die Vermittlungstätigkeit erstreckt sich in der Praxis ganz wesentlich auf Leistungen zu Gunsten der darlehensnehmenden Partei, indem aus den Produktpaletten zahlreicher am deutschen Markt aktiven Kreditinstitute eine Finanzierung ausgewählt wird, die den vom Darlehensnehmer dem Vermittler gegenüber geäußerten Ansprüchen am meisten gerecht wird.
Der Vermittler bezieht seine Vergütung in den meisten Fällen aus Provisionen seitens der als Finanzierungspartner vorgeschlagenen Banken. Diese Praxis steht in Expertenkreisen seit längerer Zeit in der Kritik, weil sich mögliche Interessenskonflikte ergeben könnten und so der Darlehensnehmer in einer benachteiligten Rolle steht.
Die Vermittlung von Baufinanzierungen ist in Deutschland erst in den letzten Jahren in den Vordergrund getreten und spielte zuvor eine gemessen am angestoßenen Finanzierungsvolumen einen untergeordnete Rolle. Die Vermittler treten in Deutschland Kreditsuchenden gegenüber als beratende Partner auf und werben damit, für den Kunden bessere Konditionen erzielen zu können, als sie bei einer Baufinanzierung auf herkömmlichem Wege über die Hausbank zustande kommen.
Die Makler erstrecken ihr Tätigkeitsfeld sowohl auf Neu- wie auch auf Anschlussfinanzierungen, wobei auch Darlehen aus Programmen der öffentlichen Hand, wie beispielsweise dem Programm zur Förderung von Wohneigentum der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau, vermittelt werden. Die Kombination einer Finanzierungslösung aus verschiedenen Darlehen unterschiedlicher Kreditinstitute stellt dabei keine Seltenheit dar.
Finanzierungsvermittler ermöglichen auch eine Beleihung bestehenden Immobilieneigentums zum Zwecke der Liquiditätsbeschaffung sowie die Generierung von Mitteln zu Sanierungs- und Modernisierungszwecken. Beratende Tätigkeiten im Hinblick auf eventuell bestehende Ansprüche seitens des Darlehensnehmers auf Zuschüsse aus staatlichen Förderprogrammen runden das Angebot der Anbieter in vielen Fällen ab.
In volkswirtschaftlicher Hinsicht ist die flächendeckende Präsenz von Vermittlern insoweit nützlich, als dass sich die Transparenz am Markt insgesamt verbessert und so das Finanzierungsvolumen tendenziell ansteigt.

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