Sobald ein Verbraucher alle erforderlichen Unterlagen für eine Hypothekenfinanzierung eingereicht hat und die Bank das Vorhaben genehmigt, erfolgt die schriftliche Mitteilung in Form der Finanzierungszusage. Diese Zustimmung ist rechtlich bindend und markiert das rechtswirksame Zustandekommen des Darlehensvertrages. Damit sind alle wesentlichen Konditionen wie die Laufzeit, die Zinsbindung oder der Referenzzinssatz festgeschrieben. Für den angehenden Eigentümer ist dieses Dokument von existenzieller Bedeutung, da es ihm ermöglicht, gegenüber Verkäufern oder Baufirmen als verbindlicher und liquider Geschäftspartner aufzutreten. Besonders in umkämpften Immobilienmärkten entscheidet die Schnelligkeit dieser Zusage oft über den Erfolg des Erwerbs, da Verkäufer bevorzugt demjenigen den Zuschlag erteilen, der seine Zahlungsfähigkeit durch eine Bankbestätigung unmittelbar nachweisen kann.

Voraussetzungen für eine positive Entscheidung der Bank

Die Erteilung einer Finanzierungszusage ist an strikte Bedingungen geknüpft, die seitens des Antragstellers restlos erfüllt sein müssen. Im Fokus steht dabei eine einwandfreie Bonität sowie ein langfristig gesichertes Einkommen. Banken fordern üblicherweise, dass ein Arbeitsverhältnis bereits seit mindestens sechs Monaten besteht und die Schufa-Auskunft keinerlei negative Merkmale aufweist. Sollten diese Kriterien nicht erfüllt sein, wird die Kreditzusage im Regelfall verweigert. Insbesondere eine bestehende Arbeitslosigkeit oder schwerwiegende Negativeinträge bei Auskunfteien gelten als klassische Ausschlusskriterien, die eine Zustimmung zum Bau- oder Erwerbsvorhaben durch das Kreditinstitut verhindern.

Handlungsoptionen bei einer Ablehnung

Wird ein Kreditantrag abgelehnt, steht es dem Verbraucher frei, sein Ersuchen bei einem anderen Institut vorzutragen. Dies ist jedoch meist nur dann erfolgversprechend, wenn keine fundamentalen Ausschlusskriterien vorliegen. Eine effektive Strategie zur Verbesserung der Chancen auf eine Finanzierungszusage besteht darin, einen zweiten Kreditnehmer mit guter Bonität in den Vertrag aufzunehmen. Ebenso können die Bereitstellung zusätzlicher Sicherheiten oder die Einbindung von KfW-Darlehen die Entscheidung der Bank positiv beeinflussen. Letztere sind teilweise mit Haftungsfreistellungen für die Hausbanken ausgestattet, was die Risikobereitschaft des finanzierenden Instituts deutlich erhöhen kann.

FAQ

Wie lange ist eine schriftliche Finanzierungszusage in der Regel gültig?

Die Gültigkeitsdauer variiert je nach Bank, liegt aber meist zwischen vier und acht Wochen. Innerhalb dieses Zeitraums garantiert das Institut die Konditionen und die Auszahlung, sofern sich an den finanziellen Verhältnissen des Antragstellers keine gravierenden Änderungen ergeben.

Gibt es einen Unterschied zwischen einer unverbindlichen Konditionsanfrage und einer echten Finanzierungszusage?

Ja, eine Konditionsanfrage dient lediglich dem Vergleich von Zinssätzen und ist rechtlich nicht bindend. Erst die echte Finanzierungszusage erfolgt nach einer finalen Prüfung aller Objekt- und Bonitätsunterlagen durch die Marktfolge der Bank und stellt die verbindliche Kreditzusage dar.

Kann die Bank eine bereits erteilte Finanzierungszusage wieder zurückziehen?

Ein Widerruf ist nur in Ausnahmefällen möglich, etwa wenn der Antragsteller vorsätzlich falsche Angaben gemacht hat oder wenn vor der Vollauszahlung eine massive Verschlechterung der Vermögensverhältnisse eintritt, wie zum Beispiel durch den Verlust des Arbeitsplatzes oder eine Insolvenz.