Im Rahmen einer Finanzierungsberatung erörtern angehende Immobilieneigentümer ihr Vorhaben mit einer beratenden Instanz, um die optimale Strategie für ihren Immobilienkredit festzulegen. Als Ansprechpartner kommen hierfür klassische Bankhäuser, freie Finanzierungsvermittler oder spezialisierte Honorarberater in Betracht. Da eine Immobilienfinanzierung oft über Jahrzehnte hinweg massive Auswirkungen auf die private Liquidität hat, empfiehlt sich häufig die Konsultation eines unabhängigen Honorarberaters. Dieser agiert frei von Provisionsinteressen, was die Objektivität der Beratung erhöht. Die Kosten für eine solche Dienstleistung bewegen sich je nach Komplexität des Falles meist zwischen 200 und 1.500 Euro. Diese Investition amortisiert sich jedoch häufig bereits kurz nach dem Abschluss, wenn durch professionelle Verhandlungen signifikant bessere Konditionen erzielt und teure Fehlentscheidungen vermieden werden.

Strukturierte Bedarfsanalyse und Konditionsermittlung

Der Beratungsprozess beginnt mit einer detaillierten Skizzierung des Vorhabens, bei der der exakte Kreditbedarf sowie die verfügbaren Eigenmittel präzise ermittelt werden. In diesem Stadium wird zudem geprüft, ob staatliche Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen der öffentlichen Hand, wie beispielsweise durch die KfW, in das Konzept integriert werden können. Im weiteren Verlauf wird analysiert, welche Konditionen am Markt realistisch zu erwarten sind. Wesentliche Bemessungsgrößen hierfür sind die Bonität des Kreditnehmers, die Höhe des Eigenkapitalanteils und das aktuelle Zinsumfeld am Kapitalmarkt. Ein kompetenter Berater erstellt daraus einen Richtwert, der als fundierte Verhandlungsbasis für die Gespräche mit potenziellen Finanzierungspartnern dient und wichtige Kennzahlen wie den Sollzins, die monatliche Rate sowie den Zeitpunkt der vollständigen Schuldenfreiheit enthält.

Integration in das persönliche Vermögenskonzept

Der abschließende Schritt der Finanzierungsberatung widmet sich der Einbettung des Immobilienerwerbs in das ganzheitliche Finanz- und Vermögenskonzept des Kunden. Hierbei wird untersucht, welche zusätzlichen Maßnahmen für die Altersvorsorge oder den weiteren Vermögensaufbau trotz der laufenden Darlehensraten erforderlich und finanziell tragbar sind. Ein qualifizierter Berater zeigt am Ende klare Handlungsempfehlungen auf und unterstützt seinen Klienten idealerweise direkt bei den Verhandlungen mit dem Kreditinstitut, um die bestmögliche Umsetzung des Konzepts sicherzustellen.

FAQ

Worin liegt der Hauptvorteil eines Honorarberaters gegenüber einem Bankberater?

Ein Bankberater ist primär ein Verkäufer der hauseigenen Produkte und an die internen Konditionen seines Instituts gebunden. Im Gegensatz dazu wird der Honorarberater direkt vom Kunden bezahlt und hat somit ein Interesse daran, das am Markt günstigste Angebot für seinen Auftraggeber zu finden, ohne durch Provisionen für bestimmte Produkte beeinflusst zu werden.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um eine Finanzierungsberatung in Anspruch zu nehmen?

Idealerweise sollte die Beratung bereits vor der konkreten Suche nach einer Immobilie stattfinden. So erhält der Kaufinteressent frühzeitig Gewissheit über seinen maximalen Finanzierungsrahmen und kann bei einer passenden Immobilie sofort als geprüfter Käufer auftreten, was die Chancen auf den Zuschlag bei begehrten Objekten deutlich erhöht.

Sind die Kosten für eine Finanzierungsberatung steuerlich absetzbar?

Wenn die finanzierte Immobilie zur Vermietung und Verpachtung vorgesehen ist, können die Beratungskosten in der Regel als Werbungskosten oder Anschaffungsnebenkosten steuerlich geltend gemacht werden. Bei einer rein privat genutzten Immobilie ist ein steuerlicher Abzug der Beratungskosten hingegen meist nicht möglich.