Ein Festgeldkonto ist ein Anlagekonto, das für einen fest definierten Zeitraum zwischen der Bank und dem Kontoinhaber abgeschlossen wird. Während dieser Laufzeit ist das Guthaben gebunden und steht dem Anleger nicht für Verfügungen zur Verfügung. Im Gegenzug garantiert das Kreditinstitut bereits zum Zeitpunkt des Abschlusses einen festen Zinssatz, der über die gesamte Dauer unverändert bleibt. Dies bietet dem Sparer eine hohe Planungssicherheit, da die Rendite unabhängig von Schwankungen am Kapitalmarkt feststeht und sich weder bei steigendem noch bei fallendem Zinsniveau ändert.

Laufzeiten, Gebühren und Zinseszinseffekt

Auf dem deutschen Finanzmarkt werden Festgelder mit Laufzeiten zwischen sieben Tagen und zehn Jahren angeboten. In der Regel fallen weder für die Eröffnung noch für die laufende Kontoführung Gebühren an. Bei Anlagen mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr erfolgt die Zinsgutschrift üblicherweise am Ende der Laufzeit. Bei mehrjährigen Anlagen werden die Zinsen meist jährlich gutgeschrieben, wodurch der Sparer von einem vorteilhaften Zinseszinseffekt profitiert. Alternativ kann bei langfristigen Anlagen oft eine jährliche Ausschüttung der Erträge vereinbart werden.

Bedeutung für die Baufinanzierung und Einlagensicherung

Im Bereich der privaten Baufinanzierung spielen Festgeldkonten eine wichtige Rolle beim gezielten Ansparen von Eigenkapital. Die kalkulierbare Verzinsung erleichtert die Budgetplanung für künftige Bauherren erheblich. Zudem gilt Festgeld als eine der sichersten Anlageformen, da kein Kursrisiko besteht. Im Falle einer Insolvenz des Kreditinstituts sind die Guthaben über den gesetzlichen Einlagensicherungsfonds geschützt, der pro Kunde Beträge bis zu 100.000 Euro abdeckt. Es ist jedoch zu beachten, dass Banken, die in Deutschland lediglich als Zweigniederlassung ohne eigene Lizenz agieren, dem Sicherungssystem ihres jeweiligen Heimatlandes unterliegen.

Steuerliche Behandlung von Zinserträgen

Die auf einem Festgeldkonto erzielten Erträge unterliegen in Deutschland der Kapitalertragsteuer. Hierbei werden pauschal 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer einbehalten. Sparer können jedoch einen jährlichen Sparer-Pauschbetrag nutzen, um Erträge bis zu einer gesetzlich festgelegten Grenze steuerfrei zu vereinnahmen. Hierfür ist die Erteilung eines Freistellungsauftrages an das jeweilige Kreditinstitut zwingend erforderlich.

FAQ

Ist eine vorzeitige Verfügung über das Festgeld vor Ende der Laufzeit möglich?

Grundsätzlich ist das Kapital bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit fest gebunden und eine vorzeitige Kündigung im Vertrag meist ausgeschlossen. Nur in begründeten Ausnahmefällen stimmen Banken einer vorzeitigen Auflösung zu, verlangen dafür jedoch in der Regel hohe Gebühren oder den Verzicht auf die Zinsen.

Wie sicher ist die Einlagensicherung bei ausländischen Banken innerhalb der EU?

Innerhalb der Europäischen Union sind die Einlagensicherungssysteme harmonisiert, sodass Guthaben bis zu 100.000 Euro pro Kunde gesetzlich geschützt sein müssen. Dennoch sollten Sparer die Bonität des jeweiligen Herkunftslandes prüfen, da im Ernstfall der entsprechende nationale Sicherungsfonds die Entschädigung leisten muss.

Was passiert mit dem Festgeldkonto nach Ablauf der vereinbarten Anlagedauer?

Je nach vertraglicher Vereinbarung wird das Guthaben entweder automatisch auf ein hinterlegtes Referenzkonto ausgezahlt oder zu den dann aktuellen Konditionen erneut angelegt. Viele Banken praktizieren eine automatische Prolongation, sofern der Sparer nicht rechtzeitig vor dem Fälligkeitstermin widerspricht oder kündigt.