Eine Fertighausfinanzierung dient der Realisierung eines Objekts, das nicht in herkömmlicher Massivbauweise errichtet, sondern industriell vorgefertigt wurde. Wie bei konventionellen Immobilien kann es sich dabei um den Erstbezug eines Neubaus oder den Erwerb einer Bestandsimmobilie handeln. Dennoch weist diese Finanzierungsform im Vergleich zu klassischen Hypothekenfinanzierungen einige spezifische Merkmale auf, die angehende Bauherren berücksichtigen sollten.

Herausforderungen bei Wertermittlung und Tilgung

Fertighausfinanzierungen unterscheiden sich in wesentlichen Punkten von Krediten für Massivhäuser. Bei bestimmten Bauweisen gehen Kreditinstitute von einem potenziell höheren jährlichen Wertverlust aus, was häufig eine zügigere Tilgung des Darlehens erforderlich macht. Zudem stellen viele Banken höhere Anforderungen an das vom Kreditnehmer einzubringende Eigenkapital. Obwohl moderne Produktionsmethoden, innovative Materialien und neue Anbieter den Markt revolutioniert haben, existiert eine große Vielfalt an Fertighaustypen. Da Banken selten individuelle Bewertungsschablonen für jeden Haustyp erstellen, greifen oft pauschale, strengere Regeln. Diese sehen häufig einen begrenzten Tilgungszeitraum vor oder schließen Sonderprodukte wie die Reservehypothek für diese Bauvorhaben aus.

Staatliche Förderung als Finanzierungsschlüssel

Wer ein Fertighaus erwerben möchte, kann jedoch auf die Programme der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zurückgreifen. Die KfW schließt Fertighäuser in keinem ihrer Förderprogramme grundsätzlich aus. Viele Hersteller haben bereits auf diese Rahmenbedingungen reagiert und bieten Objekte an, die gezielt die Kriterien der KfW-Energiesparprogramme erfüllen, was den Zugang zu zinsgünstigen Darlehen ermöglicht. Durch diese staatliche Unterstützung gestalten sich Fertighausfinanzierungen in der Praxis nicht wesentlich schwieriger als konventionelle Vorhaben. Sollte die Hausbank einen überdurchschnittlich hohen Eigenkapitalanteil fordern, bietet das KfW-Wohneigentumsprogramm eine Lösung: Es erlaubt, bis zu 30 Prozent der Investitionskosten als nachrangiges Darlehen ins Grundbuch einzutragen. Für private Kreditinstitute fungiert dieser Betrag aufgrund der Nachrangigkeit oft als vollwertiger Eigenkapitalersatz.

FAQ

Warum verlangen Banken bei Fertighäusern oft mehr Eigenkapital?

Einige Kreditinstitute bewerten die Wiederverkaufswerte von Fertighäusern, insbesondere in Holzständerbauweise, vorsichtiger als bei massiv gemauerten Gebäuden. Um das daraus resultierende Risiko eines potenziellen Wertverlusts abzufedern, fordern sie vom Kreditnehmer eine höhere anfängliche Eigenkapitalquote zur Absicherung des Darlehens.

Welche KfW-Programme sind für Fertighausbauer besonders attraktiv?

Neben dem Wohneigentumsprogramm zur allgemeinen Finanzierung sind vor allem die Programme für energieeffizientes Bauen relevant, da moderne Fertighäuser oft hohe energetische Standards erfüllen. Diese Programme bieten nicht nur niedrige Zinsen, sondern häufig auch attraktive Tilgungszuschüsse, die die Gesamtschuld direkt reduzieren.

Gibt es Unterschiede in der Finanzierung zwischen Holz- und Massivfertighäusern?

Ja, bei Massivfertighäusern, die beispielsweise aus Betonfertigteilen bestehen, sind Banken bei der Wertermittlung oft flexibler und lehnen die Konditionen enger an die klassische Massivbauweise an. Holzfertighäuser unterliegen hingegen häufiger einer kritischen Prüfung bezüglich ihrer Langlebigkeit, was die spezifischen Anforderungen an die Tilgungsgeschwindigkeit erklären kann.