Garantiezins

Der Garantiezins stellt den Zinssatz dar, den Lebensversicherungsgesellschaften ihren Kunden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses fest zusagen. Er markiert die verbindliche Mindestverzinsung für das im Versicherungsvertrag angesparte Sparguthaben. Ein wesentliches Merkmal ist der Bestandsschutz: Änderungen des Zinssatzes durch den Gesetzgeber oder die Aufsichtsbehörden betreffen stets nur das Neugeschäft, während bestehende Verträge ihre ursprüngliche Verzinsung über die gesamte Laufzeit behalten. Historisch gesehen unterlag dieser Satz erheblichen Schwankungen. Er lag beispielsweise zwischen 1923 und 1941 sowie zwischen 1994 und 2000 bei 4,0 Prozent, sank jedoch in der jüngeren Vergangenheit kontinuierlich ab und wurde ab dem Jahr 2007 auf 2,25 Prozent festgesetzt.

Anwendungsbereich und Gesamtrendite

Die gesetzliche Garantieverzinsung findet ausschließlich Anwendung auf klassische, kapitalbildende Lebens- und Rentenversicherungen, die auf einem konventionellen Sparmodell basieren. Fondsgebundene Policen, bei denen die Beiträge direkt in Investmentfonds fließen, sind von dieser Garantie ausgenommen. Wichtig für die Versicherten ist, dass die tatsächliche Rendite einer Police meist deutlich über dem Garantiezins liegt. Dies wird durch die sogenannten Überschussbeteiligungen ermöglicht. Diese entstehen, wenn die Versicherungsunternehmen am Kapitalmarkt höhere Gewinne erzielen als kalkuliert, und werden den Kunden zusätzlich zum garantierten Betrag gutgeschrieben.

Bedeutung für die Baufinanzierung

In der Welt der Baufinanzierung spielt der Garantiezins eine zentrale Rolle bei endfälligen Darlehen, die über eine Lebensversicherung als Tilgungsträger abgewickelt werden. Da die Banken aus Sicherheitsgründen nur mit garantierten Werten kalkulieren dürfen, muss die garantierte Erlebensfallsumme – also die Summe aus eingezahlten Beiträgen und der Garantieverzinsung – in der Regel den gesamten Kreditbetrag abdecken. Ein sinkender Garantiezins hat hierbei unmittelbare Auswirkungen auf die monatliche Belastung des Bauherren: Je niedriger die garantierte Verzinsung ist, desto höher müssen die monatlichen Sparraten in die Versicherung sein, um am Ende der Laufzeit die erforderliche Tilgungssumme sicher zu erreichen.

Marktreaktion bei Zinsänderungen

Anpassungen des Garantiezinses werden üblicherweise mit einer gewissen Vorlaufzeit angekündigt. Dies gibt angehenden Bauherren und Sparern die Möglichkeit, in Phasen einer drohenden Absenkung noch Verträge zu den alten, höheren Konditionen abzuschließen. Wer eine Immobilie finanziert und dabei auf eine Lebensversicherung als Tilgungskomponente setzt, sollte daher die Ankündigungen der Versicherungsbranche genau verfolgen, um sich langfristig vorteilhafte Zinskonditionen für die Tilgungsphase zu sichern.

FAQ

Bezieht sich der Garantiezins auf den gesamten monatlichen Beitrag?

Nein, der Garantiezins wird nur auf den sogenannten Sparanteil des Beitrags angewendet. Von der monatlichen Rate zieht die Versicherung zunächst die Kosten für den Risikoschutz (Todesfallabsicherung) sowie die Verwaltungs- und Vertriebskosten ab. Nur das verbleibende Kapital wird mit dem Garantiezins verzinst.

Was passiert, wenn die Versicherung am Markt weniger verdient als den Garantiezins?

Das ist das Risiko des Versicherungsunternehmens. Die Gesellschaft ist gesetzlich verpflichtet, die garantierte Summe auszuzahlen, selbst wenn ihre eigenen Kapitalerträge unter diesen Satz fallen sollten. Hierfür müssen die Unternehmen entsprechende Rücklagen bilden, was die Sicherheit des Tilgungsträgers für eine Baufinanzierung erhöht.

Kann ich meinen alten Vertrag mit hohem Garantiezins bei einer Finanzierung aufstocken?

In der Regel ist eine Erhöhung der Versicherungssumme in alten Verträgen nur zu den zum Zeitpunkt der Erhöhung geltenden (neuen) Garantiezinsen möglich. Der ursprüngliche hohe Zins bleibt dann meist nur für den bereits bestehenden Kapitalanteil erhalten. Hier sollte man genau prüfen, ob ein neuer Zusatzvertrag oder eine andere Tilgungsform sinnvoller ist.

Solarfinanzierung

Solarfinanzierung versteht sich als breit gefasster Oberbegriff für Finanzierungen von Solaranlagen, wobei damit der private Bereich ebenso abgedeckt ist wie gewerbliche Vorhaben. Die Finanzierung von Photovoltaikanlagen wird von staatlicher Seite gefördert. Zum einen werden über Förderbanken der öffentlichen Hand, wie zum Beispiel über die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau, günstige Darlehen ausgereicht, die häufig aus Mitteln des Bundes- oder Landeshaushaltes bezuschusst werden. Zum anderen gewährt der Staat für jede durch eine Solaranlage produzierte Kilowattstunde Strom, die ins Netz eingespeist wird, eine Abnahmegarantie zu fixen Preisen, so dass die Refinanzierung einer Photovoltaikanlage in erheblichen Teilen durch deren Produktionsleistung erfolgt.

Die Darlehen, die zur Solarfinanzierung genutzt werden, sind hinsichtlich ihrer Ausgestaltung in der Regel auf die besonderen Erfordernisse des Vorhabens ausgerichtet. So wird die Laufzeit der zu erwartenden Nutzungs- bzw. Lebensdauer einer Anlage angepasst: Kann kein weiterer Strom produziert werden, sollte die Tilgung in voller Höhe abgeschlossen sein. Solarfinanzierungen können grundsätzlich mit jeder Bank abgewickelt werden. Einige Kreditinstitute haben sich allerdings auf das Segment spezialisiert bzw. bieten explizit derartige Finanzierungen an. Neben der Kreditanstalt für Wiederaufbau ist auch die Umweltbank verstärkt im Bereich von Solarprojekten tätig.

Solaranlagen haben in den zurückliegenden Jahren merklich an Bedeutung gewonnen. Die gesellschaftliche Debatte um die Notwendigkeit der Nutzung regenerativer Energien und ihren Einsatz bei der Bewältigung der Energiekrise dürfte für das angestiegene Interesse ebenso verantwortlich sein wie die verstärkte staatliche Förderung durch Programme der öffentlichen Hand. Auch der stark angestiegene Strompreis trägt zum regen Interesse bei.

In den meisten Fällen bieten Banken, die Solarfinanzierungen durchführen, auch weitergehende Angebote an und versuchen so, eine Komplettlösung für den Kunden zu erbringen. Insbesondere Beratungsleistungen und die Vermittlung notwendiger Versicherungspolicen – die aufgrund ihres hohen Spezifikationsgrades nicht überall erhältlich sind – gehören zum Angebot der Kreditinstitute.

Inwieweit sich Solaranlagen für private Eigenheimbesitzer lohnen, hängt im übrigen von den Konditionen der Finanzierung sowie von der technischen Beschaffenheit des Objektes ab.

Tilgungssurrogat

Das Tilgungssurrogat ist ein Synonym für einen Tilgungsträger und kann in einer kapitalbildenden Lebensversicherung, einem Banksparplan oder einem Bausparvertrag bestehen. Surrogate werden im Rahmen einer Baufinanzierung immer dann eingesetzt, wenn das Darlehen selbst endfällig getilgt wird und während der Laufzeit vom Darlehensnehmer ausschließlich die Zinsen an die darlehensgebende Bank entrichtet werden. Die Einzahlungen in den Tilgungsträger ersetzen dabei die Tilgung des Darlehens.

Je nach Anlagegegenstand des Tilgungsträgers kann durch die Konstruktion ein mehr oder minder großer Vorteil für den Kreditnehmer entstehen. Die Einzahlungen in Lebensversicherungen etc. erwirtschaften Renditen durch Zinsen und ggf. andere Erträge. Diese können im günstigsten Fall zu einer Reduktion der Finanzierungslast führen. Insbesondere wenn die Einzahlungen in auf Investmentfonds basierenden Anlagen getätigt werden, besteht die Chance auf hohe Erträge. Aufgrund des Risikos, das mit Anlagen am Kapitalmarkt verbunden ist, können fondsbasierte Investments allerdings nur dann als Tilgungsträger dienen, wenn zum Ende der Laufzeit eine Kapitalgarantie besteht, welche die Rückzahlung sämtlicher Einlagen gewährleistet. In dieser Variante fallen die monatlich vom Darlehensnehmer zu erbringenden Zahlungen hoch aus, weil – anders als bei einem nicht mit Kursrisiken verbundenen Banksparplan – keine garantierte Verzinsung besteht und somit die Darlehenssumme vollständig in den Tilgungsträger einbezahlt werden muss.

Die Nutzung von kapitalbildenden Lebensversicherungen bietet sich für Baufinanzierungen besonders an, da hier Angehörige des Kreditnehmers im Falle von dessen Ableben entschädigt und so existenzielle Nöte vermieden werden können. Wird ein Bausparvertrag oder ein gewöhnlicher Banksparplan als Tilgungsträger genutzt, bietet sich deshalb der Abschluss einer separaten Risikolebensversicherung an.

Da bei einem endfällig zu tilgenden Darlehen die valutierende Kreditschuld über die gesamte Laufzeit identisch ist, hängen die vom Kreditnehmer zu leistenden Zinszahlungen ausschließlich vom Darlehenszins ab. Eine langfristige Zinsbindung ist bei Tilgungsträger-Finanzierungen deshalb besonders wichtig, da Zusatzbelastungen durch steigende Zinsen sehr groß ausfallen und die Kalkulation in Gefahr bringen können.

Kreditablösung

Was ist eine Kreditablösung?

KreditablösungEine Kreditablösung bedeutet die vorzeitige Rückzahlung eines laufenden Darlehens – also bevor die ursprünglich vereinbarte Laufzeit endet.

Oft wird der alte Kredit dabei durch ein neues, günstigeres Darlehen abgelöst. Dieses Verfahren nennt man auch Umschuldung.

Durch die Kreditablösung können Kreditnehmer ihre Finanzierung an bessere Zinsbedingungen anpassen und somit ihre monatliche Rate senken oder die Laufzeit verkürzen.


Wann lohnt sich eine Kreditablösung?

Eine Kreditablösung lohnt sich besonders dann, wenn das neue Darlehen deutlich niedrigere Zinsen bietet. Wichtig ist, dass die Zinsersparnis über die Restlaufzeit höher ist als alle Kosten, die durch die Ablösung entstehen – zum Beispiel durch eine Vorfälligkeitsentschädigung.

Diese Entschädigung wird von der Bank verlangt, um entgangene Zinsen auszugleichen, und hängt ab von:

  • der verbleibenden Laufzeit,
  • der Restschuld, und
  • dem aktuellen Zinsniveau.

In vielen neueren Darlehensverträgen sind jedoch kostenfreie Sondertilgungen oder Ablösungen möglich, wenn sie ausdrücklich vereinbart wurden.


Kredit ablösen bei Niedrigzinsen

Sinkende Zinsen bieten häufig eine gute Gelegenheit, den bestehenden Kredit abzulösen. In Zeiten niedriger Leitzinsen und günstiger Bauzinsen kann eine Umschuldung die monatliche Belastung deutlich verringern.

Beispiel: Wer eine Baufinanzierung zu 3,5 % Zinsen abgeschlossen hat und heute zu 2,0 % oder weniger umschuldet, spart je nach Restschuld und Laufzeit mehrere Tausend Euro.


Kreditablösung bei Immobilienfinanzierungen

Haus- oder Wohnungseigentümer nutzen die Kreditablösung, um ihre Baufinanzierung zu optimieren. Durch einen Kreditwechsel lassen sich:

  • die Zinskosten senken,
  • die Monatsrate reduzieren,
  • die Laufzeit verkürzen.

Je größer der Zinsunterschied zwischen altem und neuem Kredit ist, desto höher fällt die Ersparnis aus.


Worauf sollte man bei der Kreditablösung achten?

  1. Konditionen vergleichen: Die Zinssätze und Gebühren können sich von Bank zu Bank stark unterscheiden.
  2. Vorfälligkeitsentschädigung prüfen: Nicht immer lohnt sich eine Ablösung, wenn hohe Gebühren anfallen.
  3. Anschlussfinanzierung planen: Bei Immobilien kann sich ein Wechsel besonders lohnen, wenn die Zinsbindung bald endet.
  4. Öffentliche Förderdarlehen berücksichtigen: Auch KfW- oder Landesdarlehen lassen sich in manchen Fällen umschulden.

Fazit

Eine Kreditablösung ist eine effektive Möglichkeit, Zinskosten zu sparen oder die Rückzahlung zu beschleunigen. Wer die Angebote verschiedener Banken vergleicht und alle Kosten realistisch einbezieht, kann langfristig viel Geld sparen und die eigene Finanzsituation verbessern.

Konjunkturkrise

Als Konjunkturkrise wird eine starke Abschwächung der gesamtwirtschaftlichen Aktivität verstanden, die sich in einer über mindestens zwei Quartale andauernden rückläufigen Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts äußert. Konjunkturkrisen sind dabei in der Regel verbunden mit einem Rückgang der Erwerbstätigkeit, die sich in einem signifikanten Anstieg der Arbeitslosenquote, sinkenden Zinsen am Kapitalmarkt und einer rückläufigen Entwicklung der Geldentwertung (Disinflation) oder – in schwereren Fällen – in einem rückläufigen gesamtwirtschaftlichen Preisniveau (Deflation) äußert.

Für Bau- und Erwerbsvorhaben ist die konjunkturelle Situation aus verschiedenen Gründen von Bedeutung. Während einer Konjunkturkrise sinken die Zinsen am Kapitalmarkt oft deutlich ab, da die Zentralbank durch eine Lockerung der Geldpolitik wirtschaftliche Stimuli zu setzen versucht. In der Vergangenheit hat sich während einer Rezession das Zinsniveau gemessen am Höchststand im Aufschwung häufig mehr als halbiert. Die Kosten einer Baufinanzierung, die während einer Konjunkturkrise aufgenommen wird, fallen dementsprechend deutlich geringer aus als die einer Immobilienfinanzierung, die in einer Phase des Aufschwungs initiiert wird. Das Preisniveau am Immobilienmarkt ist während einer Rezession häufig rückläufig, wobei dieser Effekt in Deutschland weniger stark ausgeprägt ist als in den USA oder Großbritannien. Die Kombination aus einem günstigen Preisniveau und geringen Finanzierungszinsen macht Bauvorhaben aus rein wirtschaftlicher Sicht sehr attraktiv.

Den Vorteilen einer Konjunkturkrise für Bauherren und Käufer steht die erhöhte Gefahr eines Verlustes des Arbeitsplatzes entgegen, aus dem das zur Tilgung eines Darlehens notwendige Einkommen generiert werden kann. Aus diesem Grund sinkt die Aktivität auf dem Immobilienmarkt in konjunkturellen Schwächephasen, obwohl die mikroökonomischen Rahmenbedingen sich günstig gestalten. Auch die Bautätigkeit vermindert sich erfahrungsgemäß während einer Rezession.

Konjunkturelle Schwächephasen dauern in den meisten Fällen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren und schließen sich an eine Aufschwungsphase an. Die Dauer einer Rezession kann dabei in der Regel auch durch fiskalische Interventionen wie Steuersenkungen oder Investitionsprogramme nicht wesentlich beeinflusst werden.

Eigentumswohnung

Eine Eigentumswohnung ist eine rechtlich abgeschlossene Wohneinheit auf einem gemeinschaftlich genutzten Grundstück, auf dem sich in der Regel weitere Einheiten befinden. Diese können in einem klassischen Mehrfamilienhaus integriert sein oder auch die Form einer Doppelhaushälfte annehmen. Die einzelnen Einheiten eines Objekts können dabei entweder einem einzigen Eigentümer gehören oder auf verschiedene Besitzer aufgeteilt sein. Dem Eigentümer steht es frei, die Immobilie selbst zu bewohnen oder sie als Mietobjekt Dritten zur Verfügung zu stellen.

Marktwert und preisliche Einordnung im Vergleich zu Häusern

Grundsätzlich sind Eigentumswohnungen als gleichwertige Immobilienobjekte zu freistehenden Häusern zu betrachten. Der wesentliche Unterschied liegt primär in der baulichen Konzentration mehrerer Einheiten auf einer gemeinsamen Grundstücksfläche. Obwohl Wohnungen tendenziell eine geringere Wohnfläche aufweisen, sind sie in der Anschaffung und Unterhaltung nicht zwangsläufig kostengünstiger. Besonders in urbanen Räumen, in denen freistehende Einfamilienhäuser selten sind, erreichen die Quadratmeterpreise oft Spitzenwerte. In deutschen Ballungszentren wie München, Stuttgart und Frankfurt am Main ist die Nachfrage besonders hoch, was zu einer entsprechenden Preisintensität führt.

Die Eigentumswohnung als Kapitalanlage und steuerliches Instrument

Eigentumswohnungen sind beliebte Instrumente zur Kapitalanlage. Ein entscheidender Vorteil für Vermieter ist die steuerliche Behandlung der Finanzierungskosten: Die anfallenden Sollzinsen können als Werbungskosten vollständig steuerlich geltend gemacht werden. Zusätzlich ermöglicht der Fiskus eine jährliche Abschreibung (AfA) auf die Anschaffungskosten des Gebäudes. Viele Anleger nutzen diese Vorteile, um die Immobilie während ihres Erwerbslebens kreditfinanziert zu tilgen und sich so eine gesicherte Einkommensquelle für den Ruhestand aufzubauen. Im Vergleich zu freistehenden Häusern gelten Wohnungen oft als attraktivere Kapitalanlage, da sie aufgrund der Lage und Größe meist leichter zu vermieten sind, was das Risiko von Leerstand minimiert und die Gesamtrendite steigert.

Eigentümergemeinschaften und rechtliche Verwaltung

Wie bei anderen Immobilienarten auch, kann eine Wohnung im Besitz mehrerer Personen gleichzeitig sein. In einem solchen Fall wird rechtlich eine Eigentümergemeinschaft gebildet, die über die Verwaltung und Instandhaltung des gemeinschaftlichen Eigentums entscheidet.

FAQ

Welche steuerlichen Vorteile bietet eine vermietete Eigentumswohnung?

Eigentümer können die Zinsen für das Immobiliendarlehen sowie die Anschaffungsnebenkosten steuerlich geltend machen. Zudem erlaubt die Absetzung für Abnutzung (AfA) eine jährliche Minderung der Steuerlast basierend auf dem Gebäudewert.

Warum gelten Wohnungen oft als rentablere Kapitalanlage als Häuser?

Wohnungen lassen sich in städtischen Lagen meist schneller und flexibler vermieten, was die Wahrscheinlichkeit für konstante Mieteinnahmen erhöht. Zudem sind die Instandhaltungskosten für das Gemeinschaftseigentum oft auf mehrere Schultern verteilt, was das finanzielle Risiko des Einzelnen senkt.

Was ist der Unterschied zwischen Sondereigentum und Gemeinschaftseigentum?

Das Sondereigentum umfasst die eigentliche Wohnung und alle darin befindlichen, veränderbaren Teile. Zum Gemeinschaftseigentum gehören hingegen das Grundstück sowie konstruktive Elemente wie das Dach, das Treppenhaus oder die Fassade, für deren Erhalt die gesamte Eigentümergemeinschaft aufkommt.

Tilgungszuschuss

Als Tilgungszuschuss wird ein Zuschuss der öffentlichen Hand im Rahmen einer Baufinanzierung verstanden. Es kann sich dabei um Zuwendungen unterschiedlicher Gebietskörperschaften oder anderer staatlicher bzw. halbstaatlicher Institutionen handeln. So existieren verschiedene Förderprogramme des Bundes und der Länder sowie solche der Europäischen Union. Tilgungszuschüsse werden auch im Rahmen von Darlehensprogrammen der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau gewährt, so wie es zum Beispiel im CO-2-Gebäudesanierungsprogramm der Fall ist, das aus Mitteln des laufenden Bundeshaushaltes subventioniert wird.

Tilgungszuschüsse werden vom Staat bzw. anderen Trägern in der Regel als Anreiz zur Kreditaufnahme vergeben. Das politische Ziel hinter der Gewährung der Zuschüsse kann beispielsweise einen ökologischen Hintergrund haben. Das benannte Programm der KfW dient der Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden und der Reduktion von Treibhausgasen und entspringt damit dem Versuch, ökologische Bauweisen flächendeckend einzusetzen. Auch konjunkturpolitische Hintergründe können Anlass zur Gewährung von Tilgungszuschüssen sein: Die zeitweise Verbilligung von Finanzmitteln kann gesamtwirtschaftlich stimulierend wirken und wurde in der Geschichte der Bundesrepublik bereits wiederholt in Zeiten konjunktureller Abschwächung eingesetzt.

Tilgungszuschüsse vermindern die Lasten des Kapitaldienstes, die der Darlehensnehmer im Rahmen seines Engagements tragen muss. Dabei kann der Zuschuss entweder die Dauer des Tilgungszeitraumes verkürzen und so den Kreditnehmer früher schuldenfrei stellen oder aber es kann eine dauerhafte Senkung der monatlichen Raten angestrebt werden. Viele Programme der öffentlichen Hand überlassen dem Darlehensnehmer dabei die Wahl.

Tilgungszuschüsse, die im Rahmen von Darlehensprogrammen gewährt werden, die einen ökologischen Zweck verfolgen, erfordern in der Regel die Erfüllung bestimmter Voraussetzungen. So kann der Gesetzgeber etwa fordern, dass der Primärenergiebedarf einer Immobilie einen bestimmten Höchstwert nicht überschreitet oder der Ausstoß von Treibhausgasen reduziert wird. Meist müssen die Voraussetzungen bzw. deren Einhaltung im Vorfeld einer baulichen Maßnahme durch einen zertifizierten Sachverständigen bestätigt und im Tilgungsverlauf überprüft werden. Je nach Programm können auch die Kosten für den Gutachter mit dem Darlehen finanziert und über den Tilgungszuschuss begünstigt werden.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) leistet dem Versicherungsnehmer eine vertraglich vereinbarte Rente, falls dieser aufgrund einer Erkrankung dauerhaft seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann. Wichtig ist hierbei die Abgrenzung: Die BU sichert primär gegen krankheitsbedingte Einschränkungen ab, die voraussichtlich länger als sechs Monate andauern. Zur Anerkennung des Versicherungsfalles ist in der Regel ein detailliertes ärztliches Gutachten erforderlich, das den Grad der Beeinträchtigung feststellt.

Abstrakte Verweisung und Tarifgestaltung

Je nach Vertragsgestaltung wird die Rente gezahlt, sobald die Berufsunfähigkeit in Bezug auf die konkret ausgeübte und erlernte Tätigkeit eintritt. Besteht dieser Schutz nicht explizit, behält sich die Versicherung oft das Recht der „abstrakten Verweisbarkeit“ vor. Das bedeutet, der Versicherte könnte auf eine andere, zumutbare Tätigkeit verwiesen werden, die er trotz seiner Einschränkungen noch ausüben kann. Um dieses Risiko auszuschließen, sollte im Vertrag unbedingt auf die abstrakte Verweisung verzichtet werden. Ein solcher Verzicht führt zwar zu höheren Versicherungsprämien, bietet jedoch eine deutlich verlässlichere Absicherung des erreichten Lebensstandards.

Die BU als essenzielle private Vorsorge

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt heute zu den wichtigsten Vorsorgeversicherungen in Deutschland. Grund hierfür sind gesetzliche Änderungen Anfang der 2000er Jahre, welche die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung bei Berufsunfähigkeit massiv eingeschränkt haben. Die staatliche Erwerbsminderungsrente reicht im Regelfall nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken, weshalb eine private Ergänzung unerlässlich geworden ist. Viele Versicherer bieten mittlerweile spezialisierte Tarife an, um diesen wachsenden Bedarf flächendeckend zu bedienen.

Bedeutung im Kontext der Baufinanzierung

Im Rahmen einer Baufinanzierung ist die BU von existenzieller Bedeutung. Wenn die Raten für Zins und Tilgung primär aus dem laufenden Arbeitseinkommen bestritten werden, stellt eine schwere Erkrankung ein enormes finanzielles Risiko dar. Eine ausreichende Police verhindert in solchen Fällen, dass der dauerhafte Verdienstausfall zum Verlust der Immobilie führt. Obwohl die BU meist keine zwingende Voraussetzung der Banken für die Auszahlung eines Hypothekendarlehens ist, ist ihr Abschluss dringend ratsam. Ein weiterer Vorteil: Die Versicherungsbeiträge können im Rahmen der Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

FAQ

Ab wann gilt man versicherungstechnisch als berufsunfähig?

Eine Berufsunfähigkeit liegt im Sinne der meisten Vertragswerke vor, wenn der Versicherte infolge von Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall voraussichtlich dauerhaft zu mindestens 50 Prozent unfähig ist, seinen zuletzt ausgeübten Beruf auszuüben. Als „dauerhaft“ wird in modernen Tarifen bereits ein Zeitraum von sechs Monaten anerkannt.

Was ist der Unterschied zwischen einer Berufsunfähigkeits- und einer Erwerbsminderungsrente?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine private Absicherung, die leistet, wenn man seinen speziellen Job nicht mehr machen kann. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente hingegen zahlt nur dann, wenn man theoretisch gar keiner Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mehr für mehr als drei Stunden täglich nachgehen kann.

Können Vorerkrankungen zum Ausschluss bei einer BU führen?

Ja, vor Abschluss einer Police findet eine Gesundheitsprüfung statt, bei der Vorerkrankungen wahrheitsgemäß angegeben werden müssen. Je nach Schwere der Diagnose kann dies zu Beitragszuschlägen, dem Ausschluss bestimmter Erkrankungen vom Versicherungsschutz oder in gravierenden Fällen zur Ablehnung des Antrags führen.

Sockelbeitrag

Der Sockelbeitrag ist der Beitrag, der in staatlich geförderte Altersvorsorgeverträge mindestens einbezahlt werden muss, um den Anspruch auf die Zulagen zu erwerben und beträgt 60 Euro im Jahr. In Abgrenzung zum Mindestbeitrag, der sich auf vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens des Vertragsinhabers beläuft, bezieht sich der Sockelbeitrag insbesondere auf Sparer, die kein eigenes Einkommen erwirtschaften, dem Grunde nach aber rentenversicherungspflichtig sind. Insbesondere Bezieher von ALG I und ALG II sowie nicht Erwerbstätige, die kleine Kinder erziehen, fallen unter diese Regelung. Der Sockelbeitrag führt zum vollständigen Anspruch auf die Grundzulage der Riester-Förderung in Höhe von 154 Euro jährlich und berechtigt auch zur Inanspruchnahme der vollen Kinderzulage, die sich auf 185 Euro im Jahr für jedes kindergeldberechtigte Kind beläuft bzw. auf 300 Euro im Jahr für jedes Kind, das nach Ablauf des Jahres 2007 geboren worden ist.

Mit dem Sockelbeitrag können bei sehr geringem Aufwand erhebliche Zulagen gewonnen werden, die im Rahmen der Eigenheimrente, die die Nutzung von Vertragsguthaben zum Erwerb selbstgenutzten Wohneigentums vorsieht, zur Tilgung von Immobilienkrediten dienen können und so Eigentümer entlasten. Insbesondere Konstellationen, bei denen ein Elternteil in Vollzeit arbeitet und ein anderer wegen der Erziehung der Kinder nicht erwerbstätig ist, werden durch die Sockelbeitrags-Regelung begünstigt. Im Laufe von mehreren Jahren können allein durch die Zuschüsse des Staates vierstellige Summen erworben werden.

Verändert sich das Einkommen eines Vertragsnehmers und übersteigt der Mindestbeitrag den Sockelbetrag, ist ab dem Kalenderjahr, in dem der Mindest- den Sockelbetrag übersteigt, der Mindestbeitrag in den Vertrag einzuzahlen, um den vollen Anspruch auf Grund- und Kinderzulage zu erwerben. Verträge, die ausschließlich durch den Sockelbeitrag und die Zulagen bedient werden, können wie andere Rentenverträge auch wahlweise auf einem Banksparplan oder einem Investmentfonds beruhen, wobei letztere Variante mit einer Kapitalgarantie zum Laufzeitende ausgestattet sein muss, die zumindest die Rückzahlung der geleisteten Einlagen sicherstellt.

Wohnraum modernisieren

Das Programm „Wohnraum modernisieren“ ist eines der Darlehensprogramme der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), mit dem Eigentümer von Immobilien notwendige Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen an ihrem Objekt durchführen können. Insbesondere werden auch bauliche Maßnahmen finanziert, die der Verbesserung der Energieeffizienz des Gebäudes dienen, wobei der Schwerpunkt hier auf einer Reduktion des Transmissionswärmeverlustes und einem insgesamt geringeren Verbrauch von Primärenergie liegt.

Das Programm steht in den Varianten Standard und „Öko Plus“ zur Verfügung. In der Standard-Variante können bauliche Maßnahmen bis zu einem Volumen von 100.000 Euro je Wohneinheit finanziert werden. Die Laufzeit der Darlehen beträgt zwischen 4 und 30 Jahren und es kann eine Zinsbindung von wahlweise 5 oder 10 Jahren vereinbart werden. Je nach Laufzeit können Kreditnehmer zwischen 1 und 5 tilgungsfreien Anlaufjahren in Anspruch nehmen. Die Auszahlung erfolgt zu 96 Prozent und die Zinsen werden von der KfW regelmäßig der Marktentwicklung angepasst.

In der Variante „Öko-Plus“ können bauliche Maßnahmen bis zu einem maximalen Volumen von 50.000 Euro finanziert werden. Die Laufzeit der Engagements beträgt wie auch in der Standard-Variante zwischen 4 und 30 Jahren, wobei eine Zinsbindung über wahlweise 5 oder 10 Jahre vereinbart werden kann. In Abhängigkeit der Laufzeit des Kredites stehen 1 bis 5 tilgungsfreie Anlaufjahre zur Verfügung.
Darlehen aus dem Programm „Wohnraum modernisieren“ werden über das Hausbankverfahren ausgereicht und müssen dementsprechend bei Geschäftsbanken, die mit der KfW zusammenarbeiten, beantragt werden. Es sind dabei bankübliche Sicherheiten zu stellen, d.h. neben einem ausreichenden Einkommen, das zur Tilgung dient, wird in der Regel auch eine Eintragung ins Grundbuch vorgenommen.
Das Darlehensprogramm trägt dem politischen Willen nach einer hochwertigen Gebäudesubstanz, flächendeckendem Immobilienbesitz in der Bevölkerung und einem schonenden Umgang mit Ressourcen Rechnung. Die Darlehen werden teilweise aus Mitteln des Bundeshaushaltes bezuschusst und gestalten sich so unter Umständen günstiger als Kredite auf dem freien Markt.

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