Bonitätsklasse
Banken klassifizieren Kreditnehmer basierend auf ihrer individuellen Bonität in verschiedene Risikoklassen. Als Grundregel gilt: Je höher die Kreditwürdigkeit eingestuft wird, desto attraktiver fällt in der Regel der angebotene Zinssatz aus. Im Bereich der Immobilienkredite sind die konditionellen Unterschiede zwar vorhanden, jedoch meist weniger stark ausgeprägt als bei klassischen Ratenkrediten für Konsumzwecke. Dies liegt vor allem daran, dass Immobiliendarlehen durch das Objekt selbst grundpfandrechtlich besichert sind. Die Bank verfügt somit über ein werthaltiges Pfand, falls der Kreditnehmer seine vertraglichen Verpflichtungen während der Tilgungsphase nicht mehr erfüllen kann.
Einflussfaktoren auf die Einstufung der Kreditwürdigkeit
Trotz der dinglichen Absicherung beeinflusst die Bonitätsklasse die Gesamtkosten eines Darlehens spürbar. Dies gilt insbesondere bei Finanzierungen mit geringem Eigenkapitalanteil. In solchen Fällen hängt das Risiko des Kreditinstituts stärker von der persönlichen Kredittreue des Kunden ab als bei Projekten mit einem niedrigen Beleihungsauslauf. Die wichtigste Variable für die Einstufung ist das regelmäßige Einkommen; ein höheres Gehalt senkt aus Bankensicht statistisch die Ausfallwahrscheinlichkeit. Doch nicht nur die Höhe, sondern auch die Art der Erwerbstätigkeit ist entscheidend. Beamte genießen aufgrund ihrer staatlich garantierten Einkommenssicherheit oft die beste Bewertung, gefolgt von Angestellten, während Selbstständige kritischer geprüft werden. Zudem spielt das Alter eine Rolle: Da Statistiken bei Kreditnehmern unter 30 Jahren häufiger Zahlungsstörungen belegen, fordern Banken in dieser Altersgruppe gelegentlich Risikoaufschläge.
Auswirkungen negativer Zahlungshistorien
Eine negative Zahlungshistorie führt unweigerlich zu einer massiven Verschlechterung der Bonitätseinstufung. Dies ist der Fall, wenn frühere Unregelmäßigkeiten im Zahlungsverkehr durch Negativeinträge bei der SCHUFA oder anderen Auskunfteien dokumentiert sind. Da solche Einträge über mehrere Jahre bestehen bleiben, stellen sie oft ein hartes Ausschlusskriterium für eine Kreditvergabe dar. Wer eine Immobilienfinanzierung plant, sollte daher sicherstellen, dass sein Datenprofil bei den relevanten Auskunfteien fehlerfrei und unbelastet ist.
FAQ
Wie kann ich meine Bonitätsklasse vor einem Kreditantrag verbessern?
Um Ihre Einstufung zu optimieren, sollten Sie bestehende Kleinkredite zusammenfassen oder tilgen und nicht genutzte Kreditkartenkonten kündigen. Zudem ist es ratsam, vorab eine Selbstauskunft einzuholen, um fehlerhafte Einträge bei Auskunfteien korrigieren zu lassen, bevor die Bank die Prüfung einleitet.
Warum haben Selbstständige oft eine schlechtere Bonitätseinstufung als Angestellte?
Selbstständige verfügen im Gegensatz zu Angestellten oder Beamten meist über schwankende Einkünfte, was aus Sicht der Bank die Planungssicherheit für die langfristige Ratenzahlung erschwert. Daher verlangen Institute oft umfangreichere Nachweise wie betriebswirtschaftliche Auswertungen und Steuerbescheide der letzten Jahre, um das Risiko besser kalkulieren zu können.
Wirkt sich ein hohes Alter negativ auf die Bonitätsklasse aus?
Ein höheres Alter führt nicht zwingend zu einer schlechteren Bonitätsklasse, kann jedoch die maximale Laufzeit des Darlehens begrenzen. Banken prüfen in diesem Fall besonders genau, ob die Ratenzahlung auch nach dem Eintritt in den Ruhestand durch die Rentenbezüge gesichert ist.
