Refinanzierung

Als Refinanzierung werden im weitesten Sinne Maßnahmen von Kreditinstituten verstanden, die der Deckung ausgereichter bzw. auszureichender Darlehen durch andere Transaktionen dienen. Vergibt eine Bank einen Kredit zum Beispiel zum Zwecke der Immobilienfinanzierung an einen privaten Kunden, müssen die Mittel anderweitig beschafft werden. Eine Möglichkeit zur Refinanzierung ist dabei das Einlagengeschäft. Dieses wird dabei insbesondere von Sparkassen schwerpunktmäßig genutzt. Das Prinzip bei einer Refinanzierung über Einlagen ist dabei einfach: Die Bank generiert Mittel für Kredite, die sie an ihre Kunden auszahlt, durch Geldanlagen anderer Kunden, die bei der Bank ihre Sparkonten unterhalten. Typischerweise besteht zwischen dem Sollzins, der auf ausgereichte Darlehen erhoben wird, und dem Habenzins, den Sparer von der Bank gutgeschrieben bekommen, ein betragsmäßiger Unterschied, aus dem die Bank ihre Kosten deckt und den Gewinn generiert.

Private Banken refinanzieren sich nur teilweise über das Einlagengeschäft, da aufgrund des Verhältnisses der Verpflichtungen und der Einlagen diese Methode nicht zur vollständigen Refinanzierung ausreichen würde. Eine von vielen Kreditinstituten genutzte Möglichkeit besteht dabei darin, Forderungen aus Krediten an andere Banken oder Versicherungen zu verkaufen und dafür Bargeld zu erhalten. Diese Praxis ist im Jahr 2008 im Zuge der weltweiten Finanzkrise allerdings in die Kritik geraten.

Kurzfristig refinanzieren sich Banken zu großen Teilen über die Europäische Zentralbank oder den Interbankenmarkt. Über die EZB können sich Geschäftsbanken Geld für sehr kurze Zeiträume leihen, müssen allerdings Sicherheiten in Form von Wertpapieren, in der Regel Staatsanleihen mit bestem Rating, hinterlegen. Der Zinssatz für solche auch als Wertpapierpensionsgeschäfte bezeichneten Transaktionen wird von der EZB festgelegt. Über den Interbankenmarkt sind auch unbesicherte Geldleihen zwischen verschiedenen Banken möglich. Die Kreditinstitute gleichen dabei den im Zeitverlauf stets schwankenden Liquiditätsbedarf aus. Auch bei Geldleihen zwischen Banken werden Zinsen gezahlt, deren Höhe stark von der Geldpolitik der Zentralbank beeinflusst wird.