Kreditrisiko

Als Kreditrisiko wird ganz allgemein das Risiko für darlehensgebende Banken verstanden, das darin besteht, dass der Kreditnehmer seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann und die Rückzahlung des Darlehens nicht oder nicht wie vertraglich vereinbart erfolgt. Banken müssen Forderungen aus vergebenen Krediten, deren Erfüllung unsicher ist, abschreiben, so dass sich das bilanzielle Eigenkapital verringert. Bei grundpfandrechtlich besicherten Darlehen, wie sie im Bereich der privaten Baufinanzierung fast ausschließlich zur Anwendung kommen, ist das gesamte Ausfallrisiko geringer als bei Konsumentenkrediten, die lediglich durch das zukünftige und damit unsichere Einkommen des Kreditnehmers abgesichert sind. Das Kreditrisiko für Banken bei Immobilienfinanzierungen steigt jedoch mit dem Fremdkapitalanteil der Finanzierung: Bringt der Darlehensnehmer nur sehr wenige Mittel für die von ihm erworbene Immobilie selbst ein und wird er im Verlauf der Rückzahlung zahlungsunfähig, reicht der Erlös aus der Veräußerung des Objektes in der Regel bei Weitem nicht aus, um die offenen Forderungen zu decken.

Banken können mit Risiken aus Krediten in unterschiedlicher Art und Weise umgehen. Zum einen können die ausgereichten Darlehen in der eigenen Bilanz verbleiben. Je nach Situation müssen dann ggf. Abschreibungen vorgenommen werden, wenn sich herausstellt, dass die Risiken größer sind als zunächst angenommen. Viele Banken verkaufen jedoch auch die Forderungen aus Hypothekenfinanzierungen am Kapitalmarkt. Die Kredite eines Institutes werden dabei gebündelt und als Anleihe am Kapitalmarkt platziert. Dieses Vorgehen geriet im Jahr 2008 im Zuge der weltweiten Finanz- und Bankenkrise in die Kritik, da rund um den Globus Kreditinstitute in Schieflage gerieten, weil sie große Abschreibungen auf solche Kreditderivate vornehmen mussten. Die Ursache lag damals in dem Platzen der Immobilienblase in den USA. Durch die Refinanzierung am Kapitalmarkt wurden die Kreditrisiken des nordamerikanischen Häusermarktes in der ganzen Welt verteilt, so dass schließlich das gesamte Finanzsystem zu kollabieren drohte.

Score-Wert

Im Rahmen von Bonitätsprüfungen greifen Banken häufig auf die Ergebnisse von Scoring-Verfahren zurück, die Wirtschaftsauskunfteien zur Beurteilung des Kreditrisikos einer bestimmten Person durchführen. Die Verfahren verstehen sich als mathematisch-statistische Berechnung, die anhand der über eine Person gespeicherten Daten und Erfahrungswerten aus der Vergangenheit eine Zahl ergibt, die als Indiz für die Kreditwürdigkeit herangezogen wird. Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (kurz: Schufa) mit Sitz in Wiesbaden berechnet für alle Verbraucher, die in ihrer Datenbank erfasst sind, einen Basisscore sowie branchenspezifische Scorewerte.

Die branchenspezifischen Werte, die für Banken, Telekommunikationsunternehmen sowie Versandhändler erstellt werden, dienen den Vertragspartnern der Schufa als Entscheidungsgrundlage für Vertragsverhältnisse. Banken beurteilen im Rahmen der Prüfung eines Immobilienkredites ihr Risiko unter anderem anhand der Scorewerte. Es ist demnach möglich, dass ein Antragsteller den von ihm gewünschten Kredit nicht erhält, weil das Ergebnis des Scoring-Verfahrens negativ ausfällt. Welche Daten im Einzelnen in den Scorewert einfließen und welche Gewichtung dabei vorgenommen wird ist nicht bekannt. Die Schufa beruft sich in diesem Punkt auf ihr Geschäftsgeheimnis. Sicher ist jedoch, dass auch Faktoren wie Alter oder Wohnort in die Bemessung des Kreditrisikos mit einfließen. Darüber hinaus stellen Negativeinträge einen Ausschlussgrund für Banken dar. Solche Negativeinträge können beispielsweise erfolgen, wenn ein Kredit von der Bank wegen Nichtzahlung der Raten durch den Kreditnehmer gekündigt wird.

Verbraucher können ihren individuellen Score-Wert bei der Schufa erfragen. Der Basisscore steht dabei in der Online-Abfrage standardmäßig zur Verfügung, während die Branchenscores einzeln angefordert werden müssen. Für die Abfrage der Daten fallen Gebühren in unterschiedlicher Höhe an. Es kann je nach Bank unterschiedlich sein, welche Score-Werte als zu niedrig eingestuft werden und damit zu einer Ablehnung von Kreditgesuchen führen. Auch können sich die Score-Werte im Zeitverlauf ändern: Der Basisscore wird nach Angaben der Schufa alle drei Monate aktualisiert. Sind dann beispielsweise Negativeinträge gelöscht worden, kann sich die Einstufung des Kreditrisikos verbessern.

Zinsanteil

Die meisten Hypothekenkredite werden als Annuitätendarlehen ausgereicht. Das wesentliche Merkmal solcher Kredite ist, dass die Rate, die der Kreditnehmer an seine Bank entrichtet, über die gesamte Laufzeit hinweg konstant ist. Abweichungen bei der letzten Rate sind allerdings möglich. Ein derart gestalteter Kapitaldienst bedingt, dass der Anteil der Kreditrate, der auf die Zinsen für den valutierenden Darlehensbetrag entfällt, bei der ersten Zahlung am größten ist und dann im Zeitverlauf kontinuierlich sinkt. Analog ist der Anteil des Kapitaldienstes, der auf die Tilgung des Kredites entfällt, bei der ersten Rate am niedrigsten und steigt dann immer weiter an.

Die Kenntnis um den Zinsanteil einer Annuität ist bei verschiedenen Überlegungen von Bedeutung. Zum einen kann leicht ermittelt werden, wie sich eine Änderung des Darlehenszinses auf die Höhe des zu leistenden Kapitaldienstes auswirken würde. Bei variabel verzinsten Krediten führt ein Anstieg des Zinssatzes besonders in einem frühen Stadium des Tilgungszeitraumes zu erheblichen Zusatzbelastungen, da der Zinsanteil dann sehr hoch ist. Um einen Anstieg der Kreditkosten, der über die eigene finanzielle Leistungsfähigkeit hinausgeht zu vermeiden, sollte ein Zinscap auf einem kritischen Niveau gesetzt werden. Dieses vermeidet sicher, dass der Zinssatz so stark ansteigt und die Belastungen so ansteigen, dass die ordnungsgemäße Rückzahlung der aufgenommenen Verbindlichkeiten nicht mehr möglich ist.

Bei Immobilienfinanzierungen, die nicht der Eigennutzung, sondern der Vermietung an Dritte dienen, ist der Zinsanteil einer Annuität auch für die Besteuerung von Bedeutung. Eigentümer können lediglich die anfallenden Sollzinsen ihrer Finanzierung steuerlich geltend machen, nicht aber die Aufwendungen für die Tilgung. Deshalb werden viele Finanzierungen nicht annuitätisch gestaltet, wenn steuerliche Belange zu berücksichtigen sind. Vielmehr erfolgt die Sicherstellung der Rückzahlung dann über die regelmäßige Andienung eines Tilgungsträgers. Die laufenden Sollzinsen können dann von der Steuer abgesetzt werden, die Erträge, die im Tilgungsträger erzielt werden, sind zu versteuern.

Zinserwartung

Hypothekenfinanzierungen können sowohl mit einer Zinsbindung versehen als auch variabel verzinst werden. Im ersten Fall ist der Zinssatz dann für einen bestimmten Zeitraum oder auch die gesamte Laufzeit fix, im zweiten Fall wird der Zins an einen Referenzzinssatz wie etwa einen EURIBOR-Zins oder den EONIA gekoppelt und verändert sich im Zeitverlauf. Welche Variante günstiger ist, kann nicht pauschal gesagt werden: Eine Zinsbindung ist in der Regel mit einem Aufschlag auf den Zins verbunden, dessen Höhe sich nach den bei Abschluss des Darlehens herrschenden Bedingungen am Kapitalmarkt richtet. Steigen die Zinsen im Zeitverlauf jedoch an, wirkt sich eine Zinsbindung positiv aus, da der Kreditnehmer die zusätzlichen Belastungen nicht tragen muss. Es ist daher abhängig von der Erwartung des Kreditnehmers hinsichtlich der künftigen Entwicklung der Kapitalmarktzinsen, ob eine Zinsfestschreibung gewählt wird oder nicht. Erwartet der Kreditnehmer einen Anstieg der Zinsen, der über die Kosten für die Zinsbindung hinausgeht, ist eine Absicherung sinnvoll. Wird dagegen von sinkenden Zinsen ausgegangen, macht eine Zinsbindung keinen Sinn, da damit lediglich die schlechten Konditionen für einen langen Zeitraum fixiert und damit die Gesamtkosten der Immobilienfinanzierung in die Höhe getrieben werden.

Um die künftige Entwicklung der Zinsen, die grundsätzlich mit sehr großen Unsicherheiten verbunden ist, abschätzen zu können, werden in der Regel zwei Hilfsmittel verwendet. Zum einen wird das aktuelle mit dem historischen Zinsniveau verglichen: Liegen die bei Abschluss des Darlehens geltenden Zinsen deutlich über dem historischen Durchschnitt, liegt es nahe, von sinkenden Zinsen auszugehen. Sind die Zinsen hingegen deutlich geringer als in der Vergangenheit üblich, liegt es nahe, eine Zinsbindung zu vereinbaren. Auch das Stadium des konjunkturellen Zyklus, in dem sich die Wirtschaft zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme befindet, kann Anhaltspunkte über die künftige Entwicklung der Zinsen geben. In Boom-Zeiten sind die Zinsen dabei in der Regel hoch, während sie in rezessiven Phasen niedriger ausfallen.

Zinsvergleich

Verbraucher, die eine Immobilie erwerben möchten, sind gut beraten, vor dem Abschluss eines Darlehensvertrages die Konditionen möglichst vieler Banken sorgfältig miteinander zu vergleichen. Ein Zinsvergleich ermöglicht es, die niedrigsten Zinsen am Markt zu finden und dadurch die Gesamtkosten der Finanzierung sowie den laufenden Kapitaldienst so gering wie möglich zu halten. Um die Zinsen der Banken miteinander zu vergleichen und dabei ein plausibles Ergebnis zu erhalten, müssen einige Bedingungen erfüllt werde. So gilt es, den Zinsvergleich derart zu gestalten, dass die Angebote der betrachteten Banken möglichst identisch sind. So sollten bei den verglichenen Darlehen Parameter wie Zinsbindung, die Möglichkeit zu kostenfreien Sondertilgungen, der Referenzzinsatz bei variablen Darlehen sowie die Laufzeit und der anfängliche Tilgungssatz übereinstimmen. Auch sollte von einem identischen Beleihungsauslauf und gleichen Voraussetzungen im Hinblick auf die Nutzung von Darlehensprogrammen der öffentlichen Hand wie solchen der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau ausgegangen werden. Nur dann nämlich lässt sich ein plausibler Vergleich auch wirklich anstellen.

Das Ergebnis sollte aufzeigen, welche Bank die niedrigsten Zinsen für die beim Vergleich unterstellten Ausprägungen der einzelnen Parameter verlangt. In der Regel sind es Direktbanken, die die besten Konditionen bieten, da diese nicht die Kosten für ihre Filialnetze an die Kunden weiterreichen müssen. Gewöhnliche Banken und Sparkassen sind meist etwas teurer. Wer unbedingt persönliche Beratung benötigt, sollte beim Zinsvergleich nur Institute berücksichtigen, die eine Niederlassung in unmittelbarer Wohnortnähe betreiben. Umgekehrt kann durch die ausschließliche Berücksichtigung von Direktbanken das Feld der Banken, die in den Vergleich miteinbezogen werden, geschmälert werden. Zinsvergleiche lassen sich zum einen durch konkrete Anfragen bei der Bank durchführen, sind aber zum anderen auch über das Internet möglich. Einschlägige Auftritte bieten kostenfreie Rechentools, die die Zinsen der Banken auf dem deutschen Markt vergleichsweise zuverlässig darstellen und so dabei helfen, die günstigsten Konditionen für die eigenen Belange zu finden.

Immobilienpreise

Die Preisentwicklung am Immobilienmarkt ist ein entscheidender Faktor für den langfristigen Erfolg jedes Bau- oder Erwerbsvorhabens. Dies betrifft eigengenutzte Immobilien ebenso wie Objekte, die als Kapitalanlage zur Vermietung an Dritte vorgesehen sind. Grundsätzlich kennzeichnen sich erfolgreiche Immobilienprojekte durch kontinuierlich steigende Werte. Im Gegensatz dazu müssen Vorhaben, deren Preise stagnieren oder sinken, rückblickend oft als unvorteilhaft bewertet werden. Bei einer eigengenutzten Immobilie wäre in einem solchen Fall ein Mietverhältnis finanziell attraktiver gewesen; bei Renditeobjekten bleibt der erhoffte Gewinn schlichtweg aus. Die gängige Annahme, dass Immobilieninvestments eine durchschnittliche jährliche Rendite von etwa vier Prozent erzielen, verliert unter solchen Bedingungen ihre Gültigkeit.

Internationale Vergleiche und regionale Trends

In den vergangenen Jahrzehnten verlief die Preisentwicklung auf den globalen Immobilienmärkten äußerst heterogen. Während Länder wie die USA, Großbritannien oder Spanien massive Preissteigerungen bis hin zur Bildung von Spekulationsblasen erlebten, blieb der deutsche Markt für private Wohnimmobilien vergleichsweise stabil. Im bundesweiten Durchschnitt entsprachen die Wertzuwächse in etwa der allgemeinen Inflationsrate. Dennoch offenbaren sich bei genauerer Betrachtung erhebliche regionale Diskrepanzen: Während die Preise in süddeutschen Metropolen wie Frankfurt am Main, Stuttgart und München spürbar anzogen, verzeichneten strukturschwache Regionen teils deutliche Rückgänge. Es ist davon auszugehen, dass sich diese gespaltene Marktentwicklung auch in Zukunft fortsetzen wird.

Herausforderungen bei der Wertermittlung und Datenlage

Die präzise Messung von Immobilienpreisen gestaltet sich nach wie vor schwierig, da repräsentative Daten meist erst über längere Zeiträume hinweg belastbare Aussagen zulassen. Zwar erheben öffentliche Stellen in den Bundesländern und größeren Städten Daten, die als Richtwerte für die Preisentwicklung dienen, doch diese bilden oft nur einen Teil des Marktes ab. Ergänzend existieren zahlreiche Preisindizes privater Anbieter, wie etwa von Maklern oder Immobilienberatern. Diese konzentrieren sich jedoch häufig auf spezifische Segmente, beispielsweise Eigentumswohnungen in Frankfurt oder Einfamilienhäuser in Berlin. Zudem sollte die Objektivität solcher privater Indizes kritisch hinterfragt werden, da methodische Verzerrungen oder interessengeleitete Darstellungen nicht vollständig auszuschließen sind.

FAQ

Welchen Einfluss hat die Preisstagnation auf die Gesamtrendite einer Immobilie?

Wenn die Preise stagnieren, entfällt der wichtige Faktor der Wertsteigerung, wodurch die Rendite fast ausschließlich aus den Mieteinnahmen generiert werden muss. Da zudem laufende Instandhaltungskosten und die Inflation anfallen, kann eine stagnierende Preisentwicklung real sogar zu einem Vermögensverlust führen.

Warum weichen private Immobilienindizes oft von offiziellen Daten ab?

Private Indizes basieren häufig auf Angebotsdaten aus Internetportalen, während offizielle Stellen meist die tatsächlich beurkundeten Kaufpreise der Gutachterausschüsse auswerten. Zudem spiegeln private Erhebungen oft nur bestimmte Teilmärkte oder Premiumsegmente wider, was das Gesamtbild verzerren kann.

Ist eine Wertsteigerung in Höhe der Inflation bereits ein Erfolg?

Ein Wertzuwachs in Höhe der Inflationsrate bedeutet lediglich den realen Werterhalt des investierten Kapitals ohne echten Kaufkraftgewinn. Für einen realen Vermögensaufbau muss die Preissteigerung der Immobilie zusammen mit der Mietrendite die Teuerungsrate sowie die Bewirtschaftungskosten deutlich übersteigen.

Rate

Als Rate wird die in festgelegten Intervallen vom Kreditnehmer an die darlehensgebende Bank zu entrichtende Kapitaldienst-Leistung bezeichnet. Bei Darlehen, die annuitätisch getilgt werden, setzt sie sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammen. Die Höhe der Rate ist bei einem Annuitätendarlehen über die gesamte Laufzeit hinweg identisch. Allein die Schlussrate kann geringfügig abweichen. Der Zinsanteil am Kapitaldienst ist zu Beginn des Tilgungszeitraumes hoch und sinkt im Zeitverlauf immer weiter ab, während der Tilgungsanteil steigt. Bei Darlehen, die variabel verzinst sind, wirkt sich eine Änderung des Zinssatzes deshalb in einem frühen Stadium der Tilgung besonders stark aus, während ein Anstieg der Zinsen bzw. ein Rückgang kurz vor dem Ende deutlich weniger stark zu Buche schlagen. Die Höhe der Rate bemisst sich nach dem aufgenommenen Kredit, der veranschlagten Laufzeit sowie dem Zinssatz, der zugrundegelegt wird. Kreditnehmer müssen bei der Konzeption ihrer Finanzierung die Belastungen des Kapitaldienstes mit ihrem Einkommen abgleichen, um eine ordnungsgemäße Tilgung ihrer Schuld auf Dauer sicherzustellen.

Die monatliche Kreditrate kann auf Wunsch des Kreditnehmers im Zeitverlauf angepasst werden, wenn der Darlehensvertrag dies vorsieht oder aber die Bank eine Änderung zulässt. Erhöht sich beispielsweise das Einkommen des Kreditnehmers und stehen mehr Mittel zur Tilgung des aufgenommenen Kredites zur Verfügung, kann durch eine Anhebung des Tilgungssatzes die Tilgung beschleunigt werden. Die Gesamtkosten der Finanzierung verringern sich in diesem Fall. Auch eine Senkung der Rate ist ggf. möglich. Sieht sich der Darlehensnehmer nicht im Stande, die laufenden Raten zu zahlen, kann durch eine Streckung des Tilgungszeitraumes die monatliche Belastung verringert werden. Die Gesamtkosten der Finanzeirung fallen in diesem Fall höher aus.

Wie hoch die Kreditrate unter der Annahme bestimmter Größen der Einflussparameter (Laufzeit, Kreditbetrag, Tilgungszeitraum und anfänglicher Tilgungssatz) ausfällt, können Verbraucher in Eigenregie durch im Internet bereitstehende Kreditrechner oder durch ihre Bank bzw. deren Berater ausrechnen lassen.

Kreditprogramm, staatliches

Der Staat fördert den Erwerb und den Bau von Immobilien und vergibt über verschiedene Programme Kredite zu günstigen Konditionen an Bauherren und Käufer. Kreditprogramme werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau, die sich zu 80 Prozent im Besitz des Bundes und zu 20 Prozent im Besitz der Länder befindet, ebenso unterhalten wie von Landesbanken. Die Darlehen der KfW haben unter den deutschen Kreditprogrammen der öffentlichen Hand allerdings die höchste Bedeutung. Die KfW vergibt in verschiedenen Programmen Darlehen an Käufer, wobei sowohl Objekte gefördert werden, die der Eigennutzung dienen, als auch solche, deren Zweck die Vermietung an Dritte ist.

Das Wohneigentumsprogramm ermöglicht es Bauherren und Käufern, die das Objekt selbst nutzen möchten, bis zu 30 Prozent der Investitionskosten über ein KfW-Darlehen zu finanzieren. Die Zinssätze des Programms entsprechen dabei den Marktkonditionen für Finanzierungen mit einem geringen Beleihungsauslauf. Der besondere Vorteil von Krediten aus dem Wohneigentumsprogramm liegt in dem Umstand, dass die ohne Aufschlag auf den Zinssatz nachrangig ins Grundbuch eingetragen werden können. Dadurch verbessern sich die Konditionen der Darlehen, die von anderen Banken aufgenommen werden, deutlich, da deren effektives Ausfallrisiko fällt. Das Wohneigentumsprogramm dient somit dazu, die Kosten für den Weg in die eigenen vier Wände zu senken und Eigentum einer größeren Zahl von Menschen zugänglich zu machen.

In anderen Programmen fokussiert sich die KfW auf die Förderung von baulichen Maßnahmen, die der Verbesserung der Energieeffizienz eines Gebäudes dienen. So werden etwa Kredite, die über das CO-2-Gebäudesanierungsprogramm ausgereicht werden, mit Zinssätzen deutlich unterhalb des Marktniveaus (die Verzinsung entspricht in etwa dem kurzfristigen Zinssatz auf dem Interbankenmarkt) verzinst, so dass die Kosten einer energetischen Sanierung überschaubar sind. Staatliche Kreditprogramme dienen in diesem Fall dazu, das politisch formulierte Ziel einer geringeren Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu erreichen und gleichzeitig die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren.

Cap-Finanzierung

Hypothekendarlehen mit variabler Verzinsung bergen für Kreditnehmer ein erhebliches Risiko: Steigt das Zinsniveau am Kapitalmarkt, verteuert sich die Finanzierung unmittelbar. Ein deutlicher Zinsanstieg wirkt sich besonders zu Beginn der Laufzeit kritisch aus, da der Zinsanteil am Kapitaldienst – also der monatlichen Rate aus Zins und Tilgung – in dieser Phase noch sehr hoch ist. Um das Vorhaben nicht durch unvorhersehbare Marktentwicklungen zu gefährden und wirtschaftliche Instabilität zu vermeiden, vereinbaren viele Kreditnehmer ein sogenanntes Zinscap.

Funktionsweise des Zinscaps

Ein Zinscap fungiert als vertraglich vereinbarte Obergrenze für den Darlehenszinssatz. Es sichert den Schuldner vor unkalkulierbaren Belastungen ab, indem es den Zinssatz auf ein exakt definiertes Maximum begrenzt – völlig unabhängig davon, wie stark der zugrunde liegende Referenzzinssatz am Markt ansteigt. Solche Absicherungen können entweder für einen festgelegten Zeitraum oder für die gesamte Laufzeit des Darlehens vereinbart werden.

Kostenstruktur und das Modell des unteren Zinscaps

Die Kosten für ein Zinscap hängen von der aktuellen Lage am Kapitalmarkt zum Zeitpunkt des Abschlusses ab. Optional besteht die Möglichkeit, zusätzlich eine untere Zinsgrenze (Floor) zu vereinbaren, was die Prämie für die obere Begrenzung oft deutlich reduziert. Technisch gesehen führt die Bank für beide Grenzen Operationen am Terminmarkt durch, bei denen Prämien gezahlt oder vereinnahmt werden. Theoretisch könnte eine Kombination aus oberem und unterem Cap eine Finanzierung sogar günstiger machen als ein unbegrenztes Darlehen, sofern die vereinnahmte Prämie die Kosten der Absicherung übersteigt. In der Praxis behalten Banken diese Vorteile jedoch meist ein, sodass eine vollständige Kostenkompensation für den Endkunden selten eintritt.

Empfehlung für Darlehensnehmer

Cap-Finanzierungen sind besonders für Haushalte empfehlenswert, die eine Absicherung gegen steigende Zinsen benötigen. Sie bieten Planungssicherheit für Kreditnehmer, deren monatliches Budget keine signifikanten Erhöhungen des Kapitaldienstes zulässt. Damit bleibt die Baufinanzierung auch in Hochzinsphasen stabil und tragbar.

FAQ

Was versteht man unter dem Begriff Kapitaldienst bei einer Finanzierung?

Der Kapitaldienst bezeichnet die gesamte monatliche Belastung, die ein Kreditnehmer an die Bank leistet. Er setzt sich aus dem Zinsanteil für das überlassene Kapital und dem Tilgungsanteil zur Rückführung der Restschuld zusammen.

Wie wirkt sich ein unteres Zinscap für den Kreditnehmer aus?

Ein unteres Zinscap, auch Floor genannt, legt fest, dass der Zinssatz des Darlehens eine bestimmte Untergrenze nicht unterschreiten kann. Während dies die Kosten für die Absicherung nach oben senkt, profitiert der Kreditnehmer bei extrem niedrigen Marktrenten nicht mehr von weiteren Zinssenkungen.

Wann ist der Abschluss eines Zinscaps besonders ratsam?

Ein Zinscap ist immer dann ratsam, wenn das aktuelle Zinsniveau niedrig ist, man jedoch mit künftigen Steigerungen rechnet. Er bietet die notwendige Sicherheit für Kreditnehmer, die auf eine stabile monatliche Rate angewiesen sind und keine finanziellen Puffer für Zinssprunge besitzen.

Verbraucherinsolvenz

Als Verbraucherinsolvenz wird ein Insolvenzverfahren bezeichnet, bei dem nicht ein Unternehmen, sondern eine Privatperson Insolvenz beim zuständigen Amtsgericht anmeldet. Die Verbraucherinsolvenz ist in Deutschland sehr häufig: Rund 40.000 Fälle pro Jahr werden verzeichnet. Der Anreiz für Privatpersonen zur Anmeldung von Insolvenz liegt in der gerichtlichen Restschuldbefreiung, die am Ende des Verfahrens möglich ist und einen Neuanfang für die Betroffenen ermöglicht. Die Restschuldbefreiung erfolgt jedoch nur dann, wenn der insolvente Verbraucher die so genannte Wohlverhaltensperiode über sechs Jahre lang dazu nutzt, so viele seiner Verbindlichkeiten wie möglich zurückzuzahlen. Während dieser Zeit werden alle Bestandteile des Einkommens, die oberhalb der gesetzlichen Pfändungsfreigrenze liegen, an die Gläubiger abgeführt. Die Aufteilung der Einkommensbestandteile erfolgt nach der im Rahmen des Insolvenzverfahrens festgelegten Quote, so dass jeder Gläubiger nach dem Anteil seiner Forderungen an den Gesamtverbindlichkeiten bedient wird. Der Grund für die wachsende Zahl von Verbraucherinsolvenzen in Deutschland ist die zunehmende Überschuldung privater Haushalte. Diese wiederum basiert auf einem undisziplinierten Umgang mit Geld, einer zu großen Bereitschaft zur Finanzierung von Konsumwünschen über Kredite und Gründen wie Arbeitslosigkeit, Trennung etc. Insbesondere der Verkauf einer mit zu wenig Eigenkapital finanzierten Immobilie deutlich unter den Anschaffungskosten stellt einen der häufigsten Gründe für Überschuldung dar. Besonders betroffen sind Personen, die sich wenige Jahre nach der Kreditaufnahme scheiden lassen. Die Verbraucherinsolvenz lohnt sich für Schuldner immer dann, wenn ein Ausweg aus den Schulden auf anderem Wege nicht mehr möglich ist, weil die Schuldenlast in Relation zum Einkommen zu groß ist. Können die Verbindlichkeiten trotz großer Anstrengung und Ausgabendisziplin auch binnen sechs Jahren nicht zurückgeführt werden, stellt die Insolvenz die bessere Alternative dar. Insgesamt dauert die Zeit bis zur Restschuldbefreiung rund sieben Jahre, da vom Antrag auf die Eröffnung des Insolvenzverfahrens bis zur Eröffnung selbst einige Zeit vergeht. Die Gerichte in Deutschland sind wegen des großen Andrangs überlastet.