Vorfälligkeitsrichtwert

Kunden, die ein Darlehen mit Zinsbindung vor Ablauf der vereinbarten Tilgungsfrist zurückzahlen, müssen ihrer Bank dafür in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen, wenn nicht im Darlehensvertrag die Möglichkeit kostenfreier Sondertilgungen vorgesehen ist. Erfahrungsgemäß fällt diese Vorfälligkeitsentschädigung häufig zu hoch aus. Verbraucher, die ein Darlehen frühzeitig tilgen wollen, sollten deshalb den Vorfälligkeitsrichtwert als Grundlage der Verhandlungen mit ihrer Bank über die Vorfälligkeitsentschädigung nutzen. Er gibt an, wie hoch die Gebühr ungefähr ausfallen sollte, wenn alle Einflussgrößen berücksichtigt werden.

Die Vorfälligkeitsentschädigung ermittelt sich grundsätzlich aus der Differenz der Zinsen, die die Bank bei einer vertragsgemäßen Rückzahlung erhalten hätte und den Zinsen, die mit dem vorab getilgten Darlehen durch dessen Wiederanlage am Kapitalmarkt erwirtschaftet werden können. Bei der Ermittlung der Vorfälligkeitsentschädigung sind zunächst alle kostenfreien Sondertilgungen aus der Berechnungsgrundlage zu streichen, da für diese keine Kosten anfallen. Dann muss der Wiederanlagezins festgelegt werden, zu dem die Bank die Rückzahlung anlegt.

In der Regel wird dabei von den Zinssätzen am Rentenmarkt ausgegangen. Die Grundlage bilden dann Staatsanleihen der BRD. Aus diesem Grund muss die so ermittelte Differenz der Erträge um eine weitere Komponente reduziert werden. Durch die Rückzahlung des Darlehens und seine Wiederanlage in sicheren Bundeswertpapieren reduziert die Bank ihr Ausfallrisiko. Die Kosten des Risikos, die die Bank einspart, sind vom Vorfälligkeitsrichtwert abzuziehen. Schließlich müssen von der Vorfälligkeitsentschädigung noch die Verwaltungskosten abgezogen werden, die die Bank einspart, weil das Kreditkonto des Darlehensnehmers vorzeitig gekündigt wird. Hinzuzurechnen sind einmalige Bearbeitungsgebühren für die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung.

Verbraucher sollten bei einer frühzeitigen Tilgung keinesfalls das erstbeste Angebot der Bank akzeptieren und verlangen, dass die Vorfälligkeitsentschädigung fair und nach gängigen Standards berechnet wird. Wer Unterstützung benötigt, findet diese bei den Verbraucherzentralen, die gegen ein geringes Entgelt eine individuelle Rechnung vornehmen. Alternativ kann ein Honorarberater konsultiert werden. Auch die Berechnung in Eigenregie mithilfe geeigneter Software ist möglich.

Bemusterung

Im Rahmen der Bemusterung begibt sich der angehende Bauherr in die Ausstellungsräume des beauftragten Bauunternehmens, um finale Entscheidungen über die Ausstattungsdetails seiner Immobilie zu treffen. Dieser Termin dient dazu, die bestehenden vertraglichen Vereinbarungen präzise zu spezifizieren. Wurde im Bauvertrag beispielsweise festgehalten, dass ein bestimmter Bereich des Gebäudes gefliest werden soll, wählt der Bauherr bei der Bemusterung die exakten Modelle aus, die später verbaut werden. Dieser Auswahlprozess erstreckt sich auf nahezu alle sichtbaren Materialien und Oberflächen, die im Objekt zum Einsatz kommen.

Kostenkontrolle und psychologische Verkaufsstrategien

Die Bemusterung birgt ein erhebliches Risiko für das Budget, da Bauherren dazu neigen, durch die Wahl hochwertigerer Materialien abseits des vereinbarten Standards die Kosten ungeplant in die Höhe zu treiben. Auf diese Weise können schnell Zusatzkosten von 10.000 Euro oder mehr über den ursprünglichen Vertragspreis hinaus entstehen. Es ist daher dringend ratsam, sich bereits im Vorfeld einen festen Finanzrahmen zu setzen. Bauherren sollten sich zudem bewusst sein, dass Baufirmen in ihren Ausstellungsräumen oft verkaufspsychologische Strategien anwenden, um Kunden zur Auswahl teurerer Premium-Produkte zu animieren.

Fachliche Beratung und ästhetische Gestaltung

Da bei diesem Termin maßgebliche Details für das spätere Erscheinungsbild der Immobilie festgelegt werden, hat die Bemusterung einen entscheidenden Einfluss auf das finale Ergebnis. Es kann sehr empfehlenswert sein, einen Experten für Inneneinrichtung oder Design hinzuzuziehen, der beratend zur Seite steht und auf die harmonische Abstimmung der Materialien achtet. Ohne fachliche Begleitung besteht die Gefahr, dass das fertige Objekt nicht den ästhetischen Vorstellungen entspricht. Nachträgliche Änderungen oder Umbauten nach der Bauphase sind in der Regel mit extrem hohen Kosten verbunden oder technisch gar nicht mehr realisierbar.

Vorbereitung und Materialeigenschaften

Bereits vor dem eigentlichen Termin sollten Bauherren eine genaue Vorstellung von den gewünschten Materialien entwickeln. Eine umfassende Information über die spezifischen Eigenschaften verschiedener Stoffe ist dabei unerlässlich. Insbesondere im Hinblick auf die erwartete Lebensdauer, die Pflegeintensität sowie die künftigen Instandhaltungskosten erweist sich eine gründliche Recherche im Vorfeld erfahrungsgemäß als äußerst wertvoll für eine nachhaltige Entscheidung.

FAQ

Wann findet der Bemusterungstermin üblicherweise statt?

Der Termin wird in der Regel kurz nach der Unterzeichnung des Bauvertrags und vor dem eigentlichen Baubeginn angesetzt, damit alle Materialien rechtzeitig bestellt werden können. Er bildet die Brücke zwischen der theoretischen Planung und der praktischen Umsetzung Ihres Bauvorhabens.

Wie kann ich mich effektiv vor versteckten Mehrkosten schützen?

Fordern Sie vorab eine Liste der Standardleistungen an und vergleichen Sie diese mit Ihren Wünschen, um potenzielle Aufpreise frühzeitig kalkulieren zu können. Setzen Sie sich zudem ein striktes Budgetlimit für Sonderwünsche und lassen Sie sich jedes Upgrade sofort schriftlich bepreisen.

Welche Elemente werden bei einer Bemusterung typischerweise ausgewählt?

Das Spektrum reicht von der Dacheindeckung und den Fensterrahmen über Bodenbeläge und Wandgestaltungen bis hin zu Sanitärobjekten und Elektroinstallationen. Auch Details wie Steckdosen, Türgriffe und Treppengeländer stehen bei diesem Termin zur finalen Auswahl.

Darlehensangebot

Wer bei seiner Bank einen Antrag auf Immobilienfinanzierung stellt und die erforderlichen Unterlagen einreicht, erhält in der Regel ein verbindliches Darlehensangebot. Dieses Dokument sollte einer äußerst detaillierten Prüfung unterzogen werden. Da Immobilienfinanzierungen hohe Kapitalsummen umfassen und über Jahrzehnte laufen, können bereits minimale Zinsunterschiede oder ungünstige Klauseln zu Mehrbelastungen im fünfstelligen Euro-Bereich führen. Zunächst gilt es abzugleichen, ob das Angebot alle im Antrag geäußerten Wünsche widerspiegelt – insbesondere hinsichtlich der Zinsbindung, der Zinshöhe, vereinbarter Zinscaps sowie der Optionen für Sondertilgungen. Bei variablen Darlehen sind zudem der Referenzzinssatz und die Modalitäten der Zinsanpassung kritisch zu hinterfragen.

Vergleichswerte und Kennzahlen zur Beurteilung

Ein fundiertes Darlehensangebot sollte stets im Kontext des aktuellen Marktes und konkurrierender Offerten betrachtet werden. Während der effektive Jahreszins die bekannteste Vergleichsgröße darstellt, bietet der Margenbarwert eine noch präzisere Analyseebene.

Der Margenbarwert ermittelt den abgezinsten Rohgewinn der Bank über den gesamten Tilgungszeitraum. Er ermöglicht einen besseren Vergleich als der Effektivzins, da er unterschiedliche Zahlungsstrukturen auf ihren heutigen Gegenwartswert normiert. Aus diesem Grund eignet sich der Margenbarwert hervorragend als objektive Verhandlungsbasis, um die tatsächliche Kostenstruktur verschiedener Kreditmodelle transparent zu machen.

Strategien für die Konditionsverhandlungen

Sobald mehrere Angebote vorliegen, dient das kostengünstigste als Ausgangspunkt für weitere Verhandlungen, sofern der niedrige Preis nicht durch gravierende Nachteile in den Vertragsbedingungen erkauft wurde. Mit diesem Vergleichswert sollte das Gespräch mit der bevorzugten Bank gesucht werden. Oft lassen sich durch geschicktes Verhandeln zusätzliche Nachlässe beim Zinssatz erzielen. Während Filialbanken hierbei meist über einen gewissen individuellen Spielraum verfügen, sind die Konditionen bei Direktbanken aufgrund automatisierter Prozesse oft starrer vorgegeben.

FAQ

Warum reicht der effektive Jahreszins oft nicht als einzige Vergleichsgröße aus?

Der effektive Jahreszins berücksichtigt zwar die meisten Kosten, bildet aber die zeitliche Komponente von Zahlungsströmen und komplexe Tilgungsstrukturen nur bedingt ab. Kennzahlen wie der Margenbarwert bieten hier eine tiefere Einsicht, indem sie alle künftigen Kosten auf den heutigen Wert diskontieren und so die tatsächliche Belastung vergleichbarer machen.

Welche Details sollten bei den Sondertilgungsrechten geprüft werden?

Es sollte geprüft werden, ob die Sondertilgungen kostenfrei sind und in welcher maximalen Höhe pro Jahr sie geleistet werden dürfen. Fehlen diese Optionen oder sind sie zu eng gefasst, verliert der Kreditnehmer die Flexibilität, das Darlehen bei unerwarteten Geldzuflüssen schneller zurückzuzahlen.

Wie bereite ich mich am besten auf ein Verhandlungsgespräch mit der Bank vor?

Eine optimale Vorbereitung umfasst das Einholen von mindestens zwei bis drei Konkurrenzangeboten sowie eine aktuelle Aufstellung der eigenen Vermögenswerte. Wer fundierte Kennzahlen wie den Margenbarwert oder aktuelle Marktzinsen nennt, signalisiert der Bank Sachkenntnis und erhöht die Chance auf individuelle Zinsrabatte.

Honorarberatung

Für Verbraucher besteht die Möglichkeit, sich in finanziellen Angelegenheiten nicht von einem Mitarbeiter der Hausbank oder einem Finanzmakler beraten zu lassen, sondern die Dienste eines Honorarberaters in Anspruch zu nehmen. Dieser verlangt dafür anders als Banken oder Makler eine Gebühr, die sich bei einfachen Beratungsgesprächen ohne weitergehende Geschäftsbeziehung auf durchschnittlich etwa 150 Euro beläuft. Diese Kosten können jedoch sehr gut angelegt sein, weil ein freier und auf Honorarbasis tätiger Berater unabhängig von Banken ist und deshalb die objektiv beste Lösung anbieten kann. Dies ist den Mitarbeitern bei Banken und Maklern oft nicht möglich, weil der Vertriebsdruck groß ist. Da eine Baufinanzierung zu den größeren Vorhaben im Erwerbsleben gehört, kann eine Honorarberatung deshalb nicht schaden.

Der Berater arbeitet mitunter selbst mit Banken zusammen. Erhält er von diesen für die Vermittlung einer Hypothekenfinanzierung eine Provision, leitet er diese an den Kunden, den er berät, weiter. Nur so ist die Unabhängigkeit des Beraters gewährleistet. In Deutschland ist der Markt für Honorarberater und ihre Dienste noch nicht weit entwickelt. Experten gehen aber davon aus, dass in Zukunft mehr Menschen die Dienste unabhängiger Experten nutzen werden, weil das Vertrauen in Banken und deren Mitarbeiter durch die Finanzkrise leiden dürfte.

Unabhängige und fachlich versierte Berater können mehr bieten als nur eine günstige Immobilienfinanzierung. Sie können das Bau- bzw. Erwerbsvorhaben in eine ganzheitliche Strategie zur Finanz- und Vermögensplanung einbetten. Diese besteht nicht nur aus dem Erwerb einer Immobilie. Auch Rentenversicherungen, Wertpapiere und Versicherungen gegen elementare Risiken sind erforderlich. Die Praxis zeigt, dass die Mehrheit der Haushalte in Deutschland auf mindestens einem Gebiet der privaten Finanzen schlecht oder gar nicht versorgt ist. Auch bei eventuellen Verhandlungen mit der Bank kann der Berater helfen. Seine Erfahrung und seine Fachkompetenz schützen Verbraucher vor überteuerten Angeboten. Versierte Spezialisten können einen fairen Preis für ein Darlehen ermitteln und diesen der Bank, mit der verhandelt werden soll, als Verhandlungsbasis vorstellen.

Privatinsolvenz

Die Privatinsolvenz ist das letzte Mittel für Verbraucher, sich von einer zu großen Schuldenlast zu befreien. Das Gesetz sieht diese Möglichkeit seit einigen Jahren vor. Schuldner, die aus eigener Kraft ihre Verbindlichkeiten nicht mehr decken können, stellen beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf die Eröffnung eines privaten Insolvenzverfahrens. Dieses sieht dann vor, dass für einen Zeitraum von sechs Jahren alle Einkünfte des Schuldners, die die Pfändungsfreigrenzen übersteigen, an die Gläubiger gezahlt werden. Das Gericht setzt dabei wie auch bei gewöhnlichen Insolvenzverfahren üblich einen Schlüssel fest, der sich aus den von Gläubigern mitgeteilten Forderungen ergibt. Die Pfändungsfreigrenze beläuft sich für Alleinstehende ohne Kinder auf knapp 1.000 Euro im Monat. Einkünfte bis zu diesem Niveau gelten als Existenzminimum und werden nicht gepfändet. Nach Ablauf der sechs Jahre – diese Zeit wird auch als Wohlverhaltensperiode bezeichnet – werden dem Schuldner seine noch bestehenden Verbindlichkeiten per Gerichtsbeschluss erlassen. Er ist dann wieder schuldenfrei.

Die Privatinsolvenz wird in Deutschland immer häufiger genutzt, weil eine wachsende Zahl der Haushalte überschuldet ist. Ein Grund dafür sind Immobilienfinanzierungen, die entweder das Budget der Eigentümer von vornherein gesprengt haben oder aber die wegen eines Arbeitsplatzverlustes oder wegen Scheidung nicht planmäßig verlaufen sind.

Wer eine Immobilie finanziert, kann das Risiko einer Überschuldung durch eine sorgfältige Planung und Konzeption seines Vorhabens minimieren. Ein ganz wesentlicher Baustein sicherer Finanzierungen ist ein möglichst großer Eigenkapitalanteil. Dieser sollte mindestens zehn Prozent der Investitionskosten betragen. Darüber hinaus sollten Verbraucher auch die Erwerbsnebenkosten aus eigener Tasche finanzieren. Auch sollte eine finanzielle Reserve bereitstehen, mit der vorübergehende Engpässe überbrückt werden können. Als Faustregel gilt, dass auch bei einem vollständigen Wegfall des Einkommens mindestens drei Monate lang neben den sonstigen Lebenshaltungskosten auch der Kapitaldienst für die Immobilienfinanzierung gedeckt werden können sollte. Die Privatinsolvenz sollte nur das allerletzte Mittel sein, weil sie aufgrund der langen Zeitspanne die gesamte Finanz- und Vermögensplanung durcheinander bringt.

Bausparprinzip

Das Fundament des Bausparens bildet die Idee einer Solidargemeinschaft. Vereinfacht skizziert, treffen innerhalb einer Bausparkasse zwei Kundengruppen aufeinander: Die Sparer, die Kapital einzahlen, und die Darlehensnehmer, die Kredite in Anspruch nehmen. Die Sparphase ist dadurch gekennzeichnet, dass die Mitglieder ihre Gelder der Gemeinschaft zu sehr günstigen Konditionen zur Verfügung stellen. Im Gegenzug für die vergleichsweise geringe Verzinsung des Guthabens – die meist deutlich unter dem Niveau von Tages- oder Festgeldkonten liegt – erwerben die Sparer den Anspruch auf ein späteres Bauspardarlehen zu ebenso günstigen und festgeschriebenen Zinsen.

Dieses System wird durch die Bausparkassen verwaltet, die ein außerordentlich sicheres Geschäftsmodell verfolgen. Im Gegensatz zu klassischen Geschäftsbanken erfolgt die Refinanzierung nicht über den volatilen Kapitalmarkt, sondern primär über die Einlagen der Sparer sowie die Tilgungsleistungen der Kreditnehmer. Um die dauerhafte Zahlungsfähigkeit und die Erfüllung aller Ansprüche sicherzustellen, ist es den Bausparkassen gesetzlich untersagt, verbindliche Zuteilungstermine für Darlehen zu garantieren.

Das Äquivalenzprinzip und die Bewertungszahl

Ein wesentlicher Pfeiler des Bausparprinzips ist die Äquivalenz von Leistung und Gegenleistung, die durch die sogenannte Bewertungszahl technisch abgebildet wird. Das Erreichen einer spezifischen Mindestbewertungszahl ist die formale Voraussetzung für die Gewährung eines Bauspardarlehens. Diese Kennzahl steigt mit der Höhe des eingezahlten Guthabens sowie der Zeitdauer, über die das Geld der Bausparkasse zur Verfügung steht. Zu beachten ist dabei, dass die zu Vertragsbeginn fällige Abschlussgebühr zunächst vom Guthaben abgezogen wird. Das Äquivalenzprinzip belohnt zudem Flexibilität: Wer nach der Sparphase auf das Darlehen verzichtet, erhält unter bestimmten Bedingungen rückwirkend eine höhere Verzinsung auf sein Sparguthaben.

Stabilität und Unabhängigkeit vom Kapitalmarkt

Das Bausparprinzip hat sich über Jahrzehnte hinweg bewährt und trägt maßgeblich dazu bei, dass der deutsche Immobilienmarkt weltweit als einer der stabilsten gilt. Da Bausparkassen weitgehend unabhängig von internationalen Finanzmärkten agieren, bietet das System einen wirksamen Schutz vor externen Turbulenzen. Schwankungen an den Rentenmärkten haben somit keinen direkten Einfluss auf die Konditionen der Bausparer. Dieses in sich geschlossene System macht sowohl Sparer als auch Kreditnehmer weniger anfällig für Krisen und verhindert die Entstehung spekulativer Blasen.

FAQ

Wie funktioniert die Refinanzierung beim Bausparprinzip?

Bausparkassen refinanzieren sich nicht über den internationalen Kapitalmarkt, sondern nutzen die Einlagen der Sparergemeinschaft und die Rückzahlungen laufender Kredite. Durch diesen internen Kreislauf bleibt das System weitgehend unabhängig von Zinsschwankungen an den globalen Finanzmärkten.

Was sagt die Bewertungszahl bei einem Bausparvertrag aus?

Die Bewertungszahl misst das Verhältnis zwischen dem angesparten Kapital und der Zeitdauer der Einzahlung, um eine gerechte Zuteilung der Darlehen zu ermöglichen. Sie stellt sicher, dass diejenigen Mitglieder bevorzugt ein Darlehen erhalten, die zuvor eine entsprechende Sparleistung für die Gemeinschaft erbracht haben.

Welche Vorteile bietet der Verzicht auf ein Bauspardarlehen?

Wenn ein Sparer nach Erreichen der Zuteilungsreife auf das Darlehen verzichtet, greift in vielen Tarifen das Äquivalenzprinzip in Form eines Zinsbonus. In diesem Fall wird das angesparte Guthaben rückwirkend höher verzinst, was den Vertrag zu einer attraktiven reinen Geldanlage macht.

Bonitätszuschlag

Bei Hypothekenfinanzierungen gilt – analog zu anderen Kreditarten – das Prinzip: Je höher das von der Bank kalkulierte Kreditausfallrisiko, desto höher ist der Zinssatz. Die Differenz zwischen dem Top-Zinssatz für einen Kunden mit perfekter Bonität und dem Zinssatz für einen Kunden mit individuellem Risikoprofil wird als Bonitätszuschlag bezeichnet. Solche Aufschläge werden insbesondere dann fällig, wenn der Beleihungsauslauf die Marke von 60 Prozent überschreitet. Je größer der Fremdkapitalanteil an der Finanzierung ist, desto progressiver steigt in der Regel dieser Bonitätszuschlag an.

Risikokalkulation und Verwertungsszenarien

Der Grund für diese Zinspraxis ist die Risikovorsorge der Institute: Kommt es während der Laufzeit zu dauerhaften Zahlungsstörungen, muss die Bank die Immobilie verwerten, um ihre Ansprüche zu decken. Bei einem hohen Fremdkapitalanteil steigt das Risiko, dass der Erlös aus einer Zwangsveräußerung nicht ausreicht, um die Restschuld vollständig zu tilgen. Die höchsten Bonitätszuschläge werden daher bei sogenannten Vollfinanzierungen erhoben. Hierbei finanziert die Bank nicht nur den kompletten Kaufpreis, sondern oft auch die Erwerbsnebenkosten sowie Teile der Inneneinrichtung, was das Risiko eines Kapitalverlusts für das Institut massiv erhöht.

Finanzielle Auswirkungen und Optimierungsstrategien

Da Bonitätszuschläge auf den Zinssatz des gesamten Darlehensbetrags aufgeschlagen werden, sind die finanziellen Folgen über die gesamte Laufzeit erheblich. Über Jahrzehnte hinweg können sich diese Kosten auf einen hohen fünfstelligen Euro-Betrag summieren. Um diese Aufschläge zu minimieren, ist das Ansparen von Eigenkapital – etwa über einen Bausparvertrag oder klassische Sparanlagen – die effektivste Strategie. Zudem ist ein umfassender Marktvergleich essenziell, da die Akzeptanz von Risikoprofielen und die Höhe der Zuschläge zwischen den Banken stark variieren. In komplexen Fällen kann die Beratung durch einen unabhängigen Hypothekenvermittler wertvolle Kostenvorteile erschließen.

FAQ

Ab welcher Eigenkapitalquote entfällt der Bonitätszuschlag üblicherweise?

In der Regel bieten Banken ihre Bestkonditionen ab einer Eigenkapitalquote von 40 Prozent an, was einem Beleihungsauslauf von 60 Prozent entspricht. Unterhalb dieser Schwelle stufen die meisten Institute das Darlehen als Realkredit ein, für den keine zusätzlichen Risikozuschläge auf den Basiszins erhoben werden.

Wird der Bonitätszuschlag im Laufe der Tilgung automatisch reduziert?

Nein, der bei Vertragsabschluss vereinbarte Zinssatz inklusive des Zuschlags bleibt für die gesamte Dauer der Zinsbindung festgeschrieben. Erst bei einer Anschlussfinanzierung oder einer Umschuldung wird der Beleihungsauslauf basierend auf der aktuellen Restschuld neu bewertet, was dann zu günstigeren Konditionen führen kann.

Haben auch persönliche Merkmale Einfluss auf diesen speziellen Zuschlag?

Ja, neben dem Beleihungsauslauf fließen auch Merkmale wie das Beschäftigungsverhältnis oder das Haushaltseinkommen in die Kalkulation ein. Ein befristeter Arbeitsvertrag oder eine selbstständige Tätigkeit können beispielsweise zusätzliche Bonitätszuschläge auslösen, da das Risiko unregelmäßiger Zahlungen höher eingeschätzt wird.

Öko-Kredite

Als Öko-Kredite werden Darlehen bezeichnet, deren Zweck es ist, Gebäude energetisch zu sanieren oder aber andere bauliche Maßnahmen durchzuführen, die im weitesten Sinne einen ökologischen Nutzen haben. Öko-Kredite sind erst in den letzten Jahren populär geworden und werden mittlerweile von recht vielen Banken auf dem deutschen Markt angeboten. Sie unterscheiden sich letztlich nicht wesentlich von anderen Darlehen. Einige erfordern eine grundpfandrechtliche Besicherung, andere können auch ohne Eintrag ins Grundbuch aufgenommen werden.

Mit den Mitteln aus Ökokrediten können Eigentümer Maßnahmen zur Gebäudedämmung ebenso durchführen wie Dachbegrünungen. Auch der Einbau moderner Heizungsanlagen ist mit den Darlehen möglich. In der Regel ist das Kreditvolumen auf maximal 50.000 Euro beschränkt. Öko-Kredite, die keinen Eintrag ins Grundbuch erfordern, belaufen sich meist auf nicht mehr als 30.000 Euro. Zu unterscheiden ist im Einzelfall, ob eine Bank ein Öko-Darlehen anbietet, das über die KfW abgewickelt wird oder ob es sich um ein komplett eigenes Produkt der Bank handelt. Sofern ein KfW-Darlehen zugrunde liegt, müssen dessen Auszahlungsvoraussetzungen erfüllt sein. Öko-Kredite ohne KfW-Hintergrund bzw. ohne jegliche staatliche Förderungen können durchaus auch als Marketing-Instrument verstanden werden, da es sich letztlich um ein ganz gewöhnliches Darlehen handelt, das die Bezeichnung „Öko“ im Namen trägt. Öko-Kredite verzeichnen ein positives Image, das von Banken gerne benutzt wird, um den Absatz zu steigern. Das positive Image ist dem veränderten Bewusstsein in der Gesellschaft hinsichtlich der Bedeutung des Klimawandels und der zu dessen Bekämpfung notwendigen Reduktion von Treibhausgasen zuzuschreiben.

Öko-Kredite werden auch in der Zukunft das Bild auf dem deutschen Hypothekenmarkt prägen und weiter an Bedeutung gewinnen. Verbraucher, die sich für ein solches Darlehen interessieren, sollten unbedingt abklären, ob es sich um KfW-Programm-Darlehen handelt. Wenn nicht, sollte zunächst der Zugang zu diesem geprüft werden, da dort bessere Konditionen zu realisieren sind.

Versicherungsbeiträge

Eigentümer von Immobilen müssen ihr Objekt gegen eine Vielzahl unterschiedlicher Risiken versichern. Die Prämien für die erforderlichen Policen müssen in die Kalkulation, die im Vorfeld einer Immobilienfinanzierung aufgestellt wird, miteinbezogen werden. Insbesondere die Wohngebäudeversicherung, die Rohbauversicherung, die Bauherrenhaftpflichtversicherung, die Eigentümerhaftpflichtversicherung und die Hausratversicherung sind notwendige Policen, auf die keinesfalls verzichtet werden kann. In der Regel setzen Banken, die an einer Finanzierung beteiligt sind, den Abschluss der meisten der vorgenannten Versicherung voraus, um ihr eigenes Ausfallrisiko zu reduzieren. Auch ohne Verlangen der Bank sollten Eigentümer aber die Versicherungen besitzen, da sie existenzielle Risiken absichern.

Die Versicherungsbeiträge zu den Policen fallen unter dem Strich nicht allzu hoch aus. Die Rohgebäudeversicherung und die Bauherrenhaftpflichtversicherung sind ohnehin nur für die Zeit von Belang, in der ein Objekt fertiggestellt wird. Sie schützen vor Schäden am unfertigen Objekt bzw. vor Schäden, die durch die Bautätigkeit an Dritten oder deren Vermögen entstehen. Die Wohngebäudeversicherung setzt sich aus der Feuerversicherung, der Leitungswasserversicherung und der Sturmversicherung zusammen. Sie tritt in Kraft, wenn ein Gebäude als bezugsfertig erklärt wird. Abgedeckt sind beispielsweise Schäden durch Feuer oder Explosion, Leitungswasserschäden oder Schäden durch Sturm und Hagel. Die Höhe der Versicherungsbeiträge richtet sich zum einen nach der Bauweise des zu versichernden Objektes, zum anderen nach dem Standort einer Immobilie. Die Prämien der Wohngebäudeversicherung unterliegen seit einiger Zeit einer generellen Überprüfung durch die Assekuranzen, weil durch das gehäufte Auftreten von witterungsbedingten Schäden die Schadenssumme signifikant gewachsen ist.

Wer ein Objekt nicht selbst nutzt und es an Dritte vermietet, kann die Versicherungsbeiträge steuerlich geltend machen und als Betriebskosten deklarieren. Dies gilt jedoch nicht für die Hausratversicherung, die vom Nutzer der jeweiligen Einheit selbst zu unterhalten ist. Um bei den Versicherungsbeiträgen so viel wie möglich zu sparen, empfiehlt sich vor dem Abschluss einer Police der Vergleich der Konditionen unterschiedlicher Anbieter, da sich bei Betrachtung des Gesamtmarktes signifikante Unterschiede finden lassen.

Eigentümer-Finanzierung

Unter einer Eigentümer-Finanzierung versteht man spezielle Darlehen, die ausschließlich an Immobilienbesitzer vergeben werden, ohne dass eine grundpfandrechtliche Absicherung im Grundbuch erfolgt. Diese Finanzierungsvariante ist auf dem deutschen Markt noch verhältnismäßig neu und wird derzeit nur von einer begrenzten Anzahl an Instituten angeboten. Ein wesentlicher Vorteil liegt in den attraktiven Konditionen, die in der Regel deutlich günstiger ausfallen als bei herkömmlichen Konsumkrediten. Dies resultiert daraus, dass Banken bei Immobilieneigentümern pauschal von einer höheren Bonität und einem geringeren Ausfallrisiko ausgehen. Die Darlehen können flexibel für Modernisierungsmaßnahmen oder die Erneuerung des Inventars genutzt werden, da meist kein strikter Verwendungszweck vorgeschrieben ist. In ihrer Struktur gleichen sie klassischen Ratenkrediten mit gleichbleibenden monatlichen Beträgen. Die Kreditsummen bewegen sich üblicherweise in einem Rahmen von 5.000 Euro bis maximal 75.000 Euro, wobei die Laufzeit flexibel vereinbart werden kann und der Zinssatz vom aktuellen Kapitalmarktniveau zum Zeitpunkt des Abschlusses abhängt.

Einsatzmöglichkeiten und Risikomanagement für Darlehensnehmer

Besonders für Haushalte, die kurz nach dem Immobilienerwerb zusätzlichen Kapitalbedarf haben, stellt die Eigentümer-Finanzierung eine sinnvolle Ergänzung zur bestehenden Hypothek dar. Da das Budget für Inneneinrichtung oder kleinere Umbaumaßnahmen nach der Aufnahme eines großen Baudarlehens oft begrenzt ist, bietet dieser Kreditweg einen schnellen Zugang zu Liquidität. Dennoch sollten Kreditnehmer die Risiken einer solchen Kombination nicht unterschätzen, da die Gesamtbelastung einer Vollfinanzierung nahekommen kann. Wenn neben den Investitionskosten für das Objekt auch zusätzliche Konsumausgaben über Kredite finanziert werden, steigt die Gefahr einer Überschuldung. Interessenten sollten daher im Vorfeld genau prüfen, ob der zusätzliche Kapitaldienst dauerhaft aus dem laufenden Einkommen geleistet werden kann. Es muss sichergestellt sein, dass auch nach Abzug aller Kreditraten genügend finanzieller Spielraum verbleibt, um unvorhersehbare Ausgaben abdecken zu können. Experten prognostizieren, dass die Bedeutung dieser flexiblen Finanzierungsform auf dem deutschen Markt in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird.

FAQ

Welche Summen können im Rahmen einer Eigentümer-Finanzierung aufgenommen werden?

Die Darlehensbeträge beginnen in der Regel bei einer Untergrenze von 5.000 Euro und können je nach Anbieter bis zu einem Höchstbetrag von 50.000 oder 75.000 Euro reichen. Damit schließt diese Finanzierungsform die Lücke zwischen kleinen Konsumkrediten und großen, grundbuchlich besicherten Baudarlehen.

Warum verzichten Banken bei diesem Modell auf eine Eintragung im Grundbuch?

Banken stufen das Ausfallrisiko bei Immobilienbesitzern aufgrund des vorhandenen Sachwertvermögens als sehr gering ein, was eine aufwendige grundpfandrechtliche Absicherung unnötig macht. Dies spart dem Kreditnehmer zudem die Kosten für Notar- und Grundbuchgebühren und beschleunigt die Auszahlung des Kapitals.

Was sollten Kreditnehmer bei der Kombination mit einer bestehenden Hypothek beachten?

Es ist essenziell, eine detaillierte Haushaltsrechnung aufzustellen, um die monatliche Gesamtbelastung aus beiden Krediten sicher tragen zu können. Nur durch eine sorgfältige Planung lässt sich vermeiden, dass die finanzielle Belastung durch die zusätzliche Rate den notwendigen Spielraum für den Lebensunterhalt zu stark einschränkt.