Die Sturmversicherung bildet gemeinsam mit der Feuerversicherung und der Leitungswasserversicherung den Kern der Wohngebäudeversicherung. Sie schützt Immobilieneigentümer vor finanziellen Folgen durch Schäden, die unmittelbar durch Sturm oder Hagel verursacht werden. Ein Sturm wird dabei versicherungstechnisch als eine wetterbedingte Luftbewegung mit mindestens Windstärke 8 definiert, während für Hagelschäden keine spezifische Mindestintensität vorgeschrieben ist. Im Schadensfall obliegt dem Versicherten die Nachweispflicht: Der Beleg für das Wetterereignis kann entweder über offizielle Daten nahegelegener Wetterstationen oder durch den Nachweis gleichartiger Schäden an Gebäuden in der unmittelbaren Nachbarschaft erbracht werden. Aufgrund des immensen Schadenspotenzials ist dieser Versicherungsschutz unverzichtbar und wird von Kreditinstituten im Rahmen einer Immobilienfinanzierung grundsätzlich als Pflichtversicherung vorausgesetzt.

Leistungsspektrum und optionale Deckungserweiterungen

Obwohl der Leistungsumfang je nach Anbieter variiert, deckt eine standardisierte Sturmversicherung wesentliche Kostenpositionen ab. Hierzu zählen neben der eigentlichen Schadensregulierung auch Kosten für Maßnahmen zur Schadenminderung sowie notwendige Aufräum- und Abbruchmassen. Sollte ein Objekt infolge eines schweren Sturmschadens – etwa durch ein abgedecktes Dach – vorübergehend unbewohnbar sein und sich nicht mehr sicher verschließen lassen, übernimmt die Versicherung zudem die Kosten für eine professionelle Bewachung.

Bei vermieteten Objekten kann der Schutz um den Baustein „Mietausfall“ erweitert werden. In diesem Fall erstattet der Versicherer die entgangenen Einnahmen, sofern die Immobilie zeitweise nicht nutzbar ist, wobei die Regulierung entweder pauschal oder auf Basis des tatsächlichen Ausfalls erfolgt. Des Weiteren lassen sich die Kosten für Sachverständigengutachten absichern, die besonders bei Unstimmigkeiten über die Schadenshöhe oder die Deckungspflicht von Bedeutung sind. Angesichts der hohen Wettbewerbsintensität auf dem deutschen Versicherungsmarkt ist ein detaillierter Vergleich der Anbieter dringend ratsam. Kreditnehmer sollten das oft standardmäßig angebotene Kooperationsprodukt ihrer finanzierenden Bank kritisch prüfen und alternative Angebote einholen.

FAQ

Ab welcher Windstärke greift die Sturmversicherung üblicherweise?

Der Versicherungsschutz setzt in der Regel ab Windstärke 8 nach der Beaufortskala ein, was einer Windgeschwindigkeit von mindestens 62 km/h entspricht. Kleinere Windböen unterhalb dieser Grenze werden von der Standarddeckung meist nicht erfasst.

Wie wird ein Sturmschaden nachgewiesen, wenn keine Wetterstation in der Nähe ist?

In solchen Fällen dient der Nachweis von Schäden an ordnungsgemäß instand gehaltenen Gebäuden in der direkten Nachbarschaft als Beweis für das Wetterereignis. Alternativ können auch Medienberichte oder Gutachten über die allgemeine Wetterlage im betreffenden Gebiet herangezogen werden.

Übernimmt die Versicherung auch den Mietausfall bei vermieteten Immobilien?

Ein Mietausfall ist versichert, sofern dieser Baustein explizit in den Vertrag der Wohngebäudeversicherung eingeschlossen wurde. Die Entschädigung erfolgt dann entweder über einen festgelegten Zeitraum als Pauschale oder orientiert sich an der tatsächlichen Miethöhe.