Das Devisenrisiko spielt eine zentrale Rolle bei Immobilienfinanzierungen, die ganz oder teilweise in einer fremden Währung aufgenommen werden. Das Hauptmotiv für Kreditnehmer besteht darin, sich durch Zinsdifferenzen zwischen verschiedenen Währungsräumen einen deutlichen Kostenvorteil gegenüber herkömmlichen Euro-Darlehen zu verschaffen. Durch die gezielte Wahl einer Niedrigzinswährung lässt sich die Zinslast der Finanzierung oft spürbar senken.

Die Mechanismen und Gefahren des Devisenrisikos

Das Devisenrisiko bezeichnet die Gefahr, dass sich das Wechselkursverhältnis zwischen der Kreditwährung und dem Euro zum Nachteil des Darlehensnehmers verschiebt. Falls beispielsweise ein Kredit in Schweizer Franken aufgenommen wird und dieser gegenüber dem Euro an Wert gewinnt, muss der Kreditnehmer einen höheren Euro-Betrag aufwenden, um die Tilgung und die Zinsen zu leisten. Wenn die Verluste aus diesen Wechselkursveränderungen die ursprünglichen Zinsvorteile übersteigen, wird die Finanzierung unrentabel. Da das Einkommen zur Deckung des Kapitaldienstes in der Regel in Euro erzielt wird, können massive Kursverschiebungen im schlimmsten Fall existenzielle finanzielle Ausmaße annehmen. Aufgrund dieser Volatilität fordern Banken bei Fremdwährungsfinanzierungen grundsätzlich höhere Sicherheiten und einen wesentlich größeren Eigenkapitalanteil als bei Standardfinanzierungen.

Aktives Management und potenzielle Gewinnchancen

Um das Devisenrisiko beherrschbar zu halten, wird die Entwicklung der Wechselkurse über die gesamte Laufzeit hinweg aktiv überwacht. Bei drohenden hohen Verlusten besteht die Möglichkeit, in eine andere Kreditwährung oder zurück in den Euro umzuschichten. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass sich Wechselkursentwicklungen ebenso positiv auswirken können: Sinkt der Wert der Darlehenswährung gegenüber dem Euro, erleichtert dies die Rückzahlung, da mit jedem Euro eine größere Menge der Fremdwährung getilgt werden kann. In Kombination mit einer attraktiven Zinsdifferenz lassen sich so Finanzierungskonditionen realisieren, die weit unter dem Marktdurchschnitt liegen. Historische Beispiele zeigen, dass Kreditnehmer mit Finanzierungen im Yen oder im Schweizer Franken ihre Gesamtkosten unter optimalen Bedingungen um mehr als 50 Prozent senken konnten.

FAQ

Wann wird eine Fremdwährungsfinanzierung für den Kreditnehmer zum Verlustgeschäft?

Eine Finanzierung wird dann unrentabel, wenn die Verluste durch einen ungünstigen Wechselkurs die Ersparnis aus der Zinsdifferenz übersteigen. In diesem Fall muss trotz niedriger Zinsen effektiv mehr Kapital in Euro für die Tilgung aufgewendet werden als bei einem herkömmlichen Darlehen.

Warum verlangen Banken bei Devisenkrediten ein höheres Eigenkapital?

Das zusätzliche Eigenkapital dient der Bank als Puffer, um das erhöhte Ausfallrisiko durch mögliche Währungsschwankungen abzusichern. Da sich die Restschuld in Euro allein durch Kursänderungen erhöhen kann, schützt eine höhere Eigenkapitalquote die Stabilität der Finanzierung.

Was passiert beim sogenannten Umschichten eines Kredits?

Beim Umschichten wird das bestehende Darlehen von der aktuellen Fremdwährung in eine andere Währung oder in den Euro konvertiert, um auf Marktveränderungen zu reagieren. Dieser strategische Schritt dient dazu, bestehende Währungsverluste zu begrenzen oder zukünftige Risiken zu minimieren.

Möchten Sie, dass ich Ihnen eine Beispielrechnung erstelle, die zeigt, ab welchem Wechselkurs der Zinsvorteil eines Schweizer-Franken-Kredits gegenüber einem Euro-Kredit aufgebraucht wäre?