Die Laufzeit eines Darlehens umfasst den Zeitraum von der ersten Auszahlung bis zur Begleichung der letzten Rate oder der Fälligkeit der verbleibenden Restschuld. Im Bereich der Immobilienfinanzierung erstrecken sich diese Zeiträume üblicherweise über mehr als zehn Jahre und können in Einzelfällen bis zu 40 Jahre betragen. Die Mehrheit der Kredite wird jedoch mit einer Laufzeit von 12 bis 20 Jahren abgeschlossen. Die gewählte Dauer ist dabei ein entscheidender Faktor für die Gesamtkosten: Da die Refinanzierung langfristiger Mittel am Kapitalmarkt für Banken kostspieliger ist, steigen die jährlichen Zinsen in der Regel proportional zur gewählten Laufzeit.
Zusammenhang zwischen Laufzeit, Zinsersparnis und Risiko
Kreditnehmer können sich oft einen niedrigeren Zinssatz sichern, indem sie eine kürzere Darlehenslaufzeit vereinbaren. Dies reduziert die Gesamtkosten der Finanzierung massiv, sofern das Zinsniveau bis zur fälligen Anschlussfinanzierung nicht deutlich ansteigt. Eine kurzfristige Finanzierungsstruktur ist somit prinzipiell kostengünstiger, birgt jedoch ein Zinsänderungsrisiko. Sollten die Marktzinsen bis zum Ende der Laufzeit stark steigen, muss die verbleibende Restschuld zu weitaus teureren Konditionen weiterfinanziert werden.
Einfluss des Tilgungssatzes auf die Laufzeit
Die tatsächliche Dauer der Entschuldung lässt sich maßgeblich durch die Höhe des Tilgungssatzes beeinflussen. Verfügt der Darlehensnehmer über ein entsprechend hohes Einkommen, kann er durch eine ambitionierte Tilgungsrate die Laufzeit verkürzen und somit Zinskosten sparen. Dennoch bieten auch lange Laufzeiten strategische Vorteile, insbesondere wenn ein Kredit in einer Phase niedriger Zinsen aufgenommen wird. Hier ermöglicht eine langfristige Zinsbindung, die günstigen Konditionen über Jahrzehnte hinweg zu fixieren. Umgekehrt sollte in Hochzinsphasen auf eine allzu lange Zinsfestschreibung verzichtet werden, um sich nicht dauerhaft an teure Konditionen zu binden.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen der Zinsbindungsfrist und der tatsächlichen Kreditlaufzeit?
Die Zinsbindungsfrist legt fest, wie lange der vereinbarte Zinssatz unverändert bleibt, während die Kreditlaufzeit den gesamten Zeitraum bis zur vollständigen Tilgung beschreibt. Oft endet die Zinsbindung bereits nach 10 oder 15 Jahren, obwohl die komplette Rückzahlung des Hauses 25 Jahre oder länger dauert.
Kann ich die Laufzeit meines Darlehens während der Zinsbindung verkürzen?
Eine Verkürzung der Laufzeit ist während einer laufenden Zinsbindung meist nur durch vertraglich vereinbarte Sondertilgungen oder eine Anpassung des Tilgungssatzes möglich. Ohne solche Klauseln im Vertrag muss für eine vorzeitige Rückzahlung in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank gezahlt werden.
Welche Laufzeit wird bei aktuell niedrigen Marktzinsen empfohlen?
In Niedrigzinsphasen raten Experten meist zu möglichst langen Zinsbindungen von 15 bis 20 Jahren oder sogar Volltilger-Darlehen. Dies bietet dem Kreditnehmer maximale Planungssicherheit und schützt ihn davor, nach Ablauf einer kurzen Laufzeit zu deutlich höheren Zinsen umschulden zu müssen.
