Leerstandsrisiko

Das Leerstandsrisiko betrifft Eigentümer von Immobilien, die diese an Dritte vermieten. Die regelmäßigen Mieteinnahmen sind oft elementarer Bestandteil der Finanzplanung und werden zur Finanzierung des Hypothekenkredites benötigt. Es kann jedoch keinesfalls gewährleistet werden, dass dauerhaft und ohne Unterbrechung ein Mieter gefunden wird, der bereit ist, die Miete zu zahlen. Deshalb muss jeder Vermieter mit dem Leerstandsrisiko leben.

Das Risiko eines Wohnungsleerstandes ist nicht für jede Immobilien gleich hoch. Es wird ganz wesentlich von der allgemeinen Situation am örtlichen Immobilienmarkt geprägt. In Regionen und Städten, in denen die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot übersteigt, ist das Leerstandsrisiko sehr viel kleiner als in strukturschwachen Gebieten, die unter demographischen oder wirtschaftlichen Defiziten leiden. Auch das Objekt selbst ist ausschlaggebend für das Risiko eines dauerhaften Einnahmeausfalls durch Mieter-Verlust: Passt die Wohnung zum örtlichen Immobilienmarkt, lässt sie sich in der Regel auch gut vermieten. In einer Stadt, in der 20 Prozent der Bevölkerung aus Studenten besteht, lassen sich kleine Wohnungen mit überschaubarer Miete am besten vermieten. Das gilt ganz besonders für Objekte in der Nähe von Universität oder FH. Umgekehrt finden sich in ländlichen Kleinstädten mit durchschnittlichem Pro-Kopf-Einkommen nur schwer Mieter für extravagante und sehr teure Designer-Wohnungen.

Das Leerstandsrisiko betrifft jedoch grundsätzlich jeden Eigentümer und muss deshalb auch bei jeder Finanzkalkulation berücksichtigt werden. Je nach Region sollten zwischen 0,5 und 2,0 volle Mieten aus der Einnahmekalkulation gestrichen werden, damit kein falsches Bild entsteht. Wohnungsleerstand kann vermindert werden, wenn das eigene Objekt angemessen und in ausreichendem Maße beworben wird. So sollten Vermieter schon am Tag der Zustellung der Kündigung durch den Mieter damit beginnen, einen Nachmieter zu suchen. Die frei werdende Wohnung sollte in Zeitungen und im Internet aktiv beworben werden. Wohnungsleerstand lässt sich auch durch eine angemessene Preispolitik vermeiden: Einige Prozentpunkte Nachlass bei der Miete können die Nachfrage deutlich erhöhen und die Gesamteinnahmen steigern.

Riester-Sparplan

Als Riester-Sparplan werden Rentenversicherungen, Bank- oder Fondsparpläne sowie Bausparverträge bezeichnet, die durch die staatliche Riester-Zulage gefördert werden. Die Förderung besteht aus Zulagen bzw. Steuervorteilen. Die Zulagen werden gewährt, wenn vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens in einen zertifizierten Vertrag einbezahlt werden. Maximal müssen 2.100 Euro pro Jahr einbezahlt werden. Die Grundzulage sieht eine staatliche Aufstockung des Riester-Sparplans um 154 Euro im Jahr vor. Sparer erhalten zudem für jedes kindergeldberechtigte Kind eine Kinderzulage. Diese beträgt bei Kindern, die vor dem Jahr 2007 geboren wurden, 185 Euro im Jahr. Bei Nachwuchs, der nach 2007 zur Welt gekommen ist, werden 300 Euro im Jahr gezahlt. Alternativ zu den Zuschüssen kann die Förderung auch durch die steuerliche Geltendmachung der Einzahlungen in den Riester-Sparplan erfolgen. Die Einzahlungen können in voller Höhe als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Das Finanzamt prüft, welche Art der Förderung im jeweiligen Einzelfall besser ist.

Riester-Sparpläne können zur Eigenheimfinanzierung genutzt werden. Der Staat erlaubt die Verwendung bestehender Guthaben zum Erwerb einer selbstgenutzten Immobilie. Darüber hinaus ist es möglich, die laufenden Einzahlungen in die Verträge direkt zur Tilgung eines Immobilienkredites zu verwenden. Die sogenannte Eigenheimrente ist damit ein teilweiser Ersatz für die ausgelaufene Eigenheimzulage. Sie kann besonders Familien mit Kindern Entlastung schaffen. Im Verlauf von 20 Jahren können erhebliche Fördersummen anlaufen.

Riester-Sparpläne, die zur Immobilienfinanzierung herangezogen werden, bergen allerdings auch Risiken. Werden die entnommenen Beiträge nicht bis zum Eintritt in den Ruhestand wieder zurückbezahlt, droht eine Steuerschuld. Die entnommenen Guthaben werden fiktiv weitergeführt und hypothetisch verzinst. In der Auszahlungsphase muss dann ggf. eine hypothetische Rente versteuert werden. Die Besteuerung erfolgt zu 100 Prozent mit dem persönlichen Steuersatz. Es ist in diesem Fall allerdings möglich, einen Rabatt auf die Steuerschulden im Umfang von 30 Prozent zu erhalten. Dazu müssen die angelaufenen Steuern in einer Summe direkt bei Rentenbeginn entrichtet werden.

Sparkonto

Ein Sparkonto ist ein Konto, mit dem nicht am regulären Zahlungsverkehr teilgenommen werden kann und das vornehmlich der Verwahrung von Bankeinlagen dient. Sparkonten sind in der Regel nicht mit EC- und Kreditkarten ausgestattet und auch nicht für ausgehende Lastschriften freigeschaltet. Verfügungen zulasten des Kontos können zudem sehr häufig nur zugunsten eines bestimmten andere Kontos, das als Referenzkonto dient, erfolgen. Bei diesem Referenzkonto handelt es sich dann um das Girokonto des Kontoinhabers.

Sparkonten sind im Zusammenhang mit Immobilienfinanzierung vor allem in der Ansparphase von Bedeutung, in der der erforderliche Eigenkapitalstock angespart wird. Sparer zweigen regelmäßig einen Teil ihres frei verfügbaren Einkommens ab und überweisen ihn auf das Sparkonto. Im Lauf der Zeit summieren sich dessen Guthaben. Sparkonten bieten gegenüber der Verwahrung der Ersparnis auf dem Girokonto zwei Vorteile: Zum einen fällt die Verzinsung deutlich höher aus und zum anderen lassen sich regelmäßige Einnahmen und Ausgaben besser vom Ersparten trennen.

Die Verzinsung auf Sparkonten richtet sich nach dem Typ des Kontos, der jeweiligen Bank und dem allgemeinen Zinsniveau. Handelt es sich bei dem Konto um ein Tagesgeldkonto, sind die Guthaben jederzeit und in vollem Umfang verfügbar. Dafür ist der Zinssatz abhängig von der allgemeinen Zinsentwicklung. Festgeldkonten bieten oft bessere Erträge – der Kontoinhaber kann dann jedoch nicht immer auf seine Guthaben zugreifen. Dies ist allerdings im Rahmen einer Ansparphase für eine Immobilienfinanzierung auch nicht erforderlich. Banken können für Sparkonten Gebühren erheben, tun es aber in den meisten Fällen nicht. Das regelmäßige Sparen kann durch die Einrichtung von Daueraufträgen und Abbuchungsvereinbarungen erleichtert werden.

Die Guthaben auf einem Sparkonto unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung, die gewährleistet, dass im Fall einer Pleite der kontoführenden Bank binnen 30 Tagen alle Guthaben bis zu 50.000 Euro pro Kunde wieder zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sind Banken in der Regel weiteren Institutionen zur Einlagensicherung angeschlossen.

Einkommensabsicherung

Wer eine Immobilie erwirbt und dafür einen Kredit mit 20 oder 30 Jahren Laufzeit aufnimmt, muss das Einkommen, mit dem der Kredit finanziert wird, absichern. In der Regel handelt es sich bei diesem Einkommen um das Gehalt aus einer Beschäftigung als Angestellter oder um die Einnahmen aus einer gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit. Es existieren verschiedene Gründe, aus denen dieses Einkommen wegfallen kann. Zwei davon sind gesundheitlich bedingte Arbeitsunfähigkeit und Tod. Kann der Kreditnehmer aufgrund einer Erkrankung dauerhaft keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen, fallen auch sämtliche Einkünfte weg.

Für diesen Fall sollte schon vor der Kreditaufnahme eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden. Diese zahlt eine monatliche Rente, wenn wegen Krankheit oder Unfall kein Beruf mehr ausgeübt werden kann. Die Höhe dieser Rente orientiert sich am Einkommen des Versicherungsnehmers. Berufsunfähigkeitsversicherungen gehören seit einigen Jahren zu den wichtigsten Vorsorge-Policen, weil die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung im Zuge verschiedener Reformen gekürzt wurden und im Falle einer Krankheit das Absinken der Einkünfte auf ALG-II-Niveau droht. Die Einkommensabsicherung über eine solche Police ist deshalb Pflicht für alle, die ein so großes wirtschaftliches Vorhaben wie eine Immobilienfinanzierung angehen wollen. Die Kosten sind durchaus beträchtlich. Sie richten sich nach dem Alter des Versicherungsnehmers bei Vertragsbeginn und beim Ende des Versicherungsschutzes und können zudem sehr hoch ausfallen, wenn der Versicherungsnehmer Vorerkrankungen aufweist. Die Prämien können jedoch als Sonderausgabe steuerlich geltend gemacht werden.

Die Absicherung des Einkommens für den Fall dauerhafter Erwerbsunfähigkeit allein reicht nicht aus, wenn auch Angehörige in der finanzierten Immobilie leben, die vom Einkommen des Kreditnehmers abhängig sind. Dann muss auch für den Fall der Fälle vorgesorgt werden: Verstirbt der Kreditnehmer und Hauptverdiener, stehen Ehegatte und Kinder sonst vor dem wirtschaftlichen Ruin. Für dieses Risiko eignet sich eine Risikolebensversicherung am besten. Sie zahlt dann einen festgelegten Betrag, wenn der Versicherungsnehmer verstirbt. Der Betrag wird an die Angehörigen ausbezahlt.

Darlehensanteil

Als Darlehensanteil einer Immobilienfinanzierung wird der Anteil am gesamten Finanzierungsvolumen bezeichnet, der durch Fremdmittel abgedeckt wird. Das Gegenstück zum Darlehensanteil ist der Eigenkapitalanteil, der den Teil der Finanzierung bezeichnet, der durch Vermögenswerte des Eigentümers gedeckt ist.

Der Darlehensanteil kann sich grundsätzlich auf jeden beliebigen Wert zwischen 0 und 100 Prozent belaufen. Bei einem Anteil von 0 Prozent finanziert der Eigentümer sein Objekt vollständig aus eigener Kraft und verzichtet auf ein Immobiliendarlehen. Bei 100 Prozent wird kein Eigenkapital gestellt. In der Regel setzen Banken einen Eigenkapitalanteil von mindestens 10 Prozent voraus und stimmen bei geringeren Eigenmitteln der Finanzierung gar nicht zu. Der Darlehensanteil kann in Deutschland deshalb 90 Prozent nur selten überschreiten.

Die Prozentangabe bezieht sich immer auf die reinen Investitionskosten – die Erwerbsnebenkosten müssen ohnehin aus eigener Tasche bezahlt werden. Je höher der Darlehensanteil ist, desto höher fällt auch der Zinssatz eines Immobilienkredites aus. Die Bank erhebt Risikozuschläge, wenn nur wenig Eigenkapital mit eingebracht wird, weil sie im Fall einer zwangsweisen Veräußerung damit rechnen muss, nicht genug zu erlösen, um alle Forderungen decken zu können. Als kritischer Wert gilt ein Beleihungsauslauf von 60 Prozent – ist der Darlehensanteil größer, steigt der Zinssatz. Er wächst mit steigendem Verschuldungsgrad immer weiter. Es ist deshalb vorteilhaft, den Darlehensanteil an der Finanzierung so gering wie möglich zu halten. Dies kann durch den frühzeitigen Beginn mit Sparmaßnahmen geschehen. So kann etwa schon sieben Jahre vor dem geplanten Baubeginn ein Bausparvertrag abgeschlossen werden, in den dann regelmäßig eingezahlt wird. Alternativ eignen sich Bank- oder Wertpapiersparpläne zum Aufbau eines Eigenkapitalstocks.

Der Darlehensanteil bei Beginn der Finanzierung ist in der Regel von großer Bedeutung für die Dauer der Tilgung. Auch hier gilt: Je weniger Kredit anfänglich aufgenommen werden muss, desto schneller ist die Entschuldung realisiert. Der optimale Darlehensanteil liegt in Deutschland bei rund 60 bis 70 Prozent der Finanzierungskosten.

Niedrigzinsphase

Als Niedrigzinsphase wird eine Situation verstanden, in der das Zinsniveau am Kapitalmarkt gemessen am historischen Vergleich außerordentlich niedrig ist. Typischerweise betrifft das niedrige Zinsniveau während einer Niedrigzinsphase sowohl den Geldmarkt als auch den Markt für langfristige Finanzierungen, der für Immobiliendarlehen wichtig ist. Phasen mit niedrigen Zinsen finden ihre Ursache meist in einer schwachen wirtschaftlichen Entwicklung. Die Konjunktur läuft in solchen Zeiten schlecht, das Wachstum der Wirtschaft ist gering und die Zahl der Insolvenzen und Arbeitslosen steigt deutlich an. Die Inflation geht aufgrund der schwachen Konjunktur merklich zurück. In diesem Umfeld beginnt die Notenbank damit, das Zinsniveau am Geldmarkt zu drücken, indem sie die Leitzinsen senkt. Je nach Schwere der Rezession kann die Zentralbank zusätzlich durch Käufe am Rentenmarkt versuchen, die langfristigen Zinsen zu drücken. Diese sinken jedoch in der Regel von allein, weil die Anleger am Finanzmarkt dazu übergehen, ihre Aktienbestände abzubauen und in sichere Rentenpapiere umzuschichten. Die steigende Nachfrage nach Renten führt zu einem Kursanstieg für verzinsliche Wertpapiere, was gleichbedeutend mit sinkenden Zinsen ist. Das Zinsniveau am Rentenmarkt ist direkt mitverantwortlich für die Zinsen von Immobilienkrediten, weil Banken die Darlehen am Renten- und Pfandbriefmarkt refinanzieren.

In einer Niedrigzinsphase lassen sich Darlehen zu sehr günstigen Konditionen aufnehmen. Die Zinssätze liegen bei Zinsbindungen von bis zu fünf Jahren in Extremfällen sogar unter 2 oder 3 Prozent. In der Vergangenheit war dies insbesondere in Japan der Fall. Die Gesamtkosten einer Immobilienfinanzierung können signifikant reduziert werden, wenn ein Darlehen während einer Niedrigzinsphase aufgenommen wird. Dennoch sinken während Niedrigzinsphasen meist die Baubeginne und die Zahl der Neufinanzierungen. Dies ist auf die in rezessiven Zeiten ausgeprägte Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes oder anderen wirtschaftlichen Härten zurückzuführen. Niedrigzinsphasen bieten allen, die sich ihrer Einkünfte trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten sicher sind, eine erstklassige Möglichkeit zur Eigenheimfinanzierung, deren Konditionen den Weg in die eigenen vier Wände zu niedrigen Raten erlauben.

Bundeswertpapiere

Bundeswertpapiere sind Schuldverschreibungen der Bundesrepublik Deutschland. Sie sind im Zusammenhang mit Immobilienfinanzierungen als Sicherheitsgegenstände sowie im Rahmen von Sparplänen von Bedeutung. Der Bund begibt verschiedene Wertpapiere, die zwar alle ein Höchstmaß an Rückzahlungssicherheit bieten, sich jedoch im Hinblick auf Laufzeit und Verzinsung sowie möglichen Kursrisiken unterscheiden.

Bundeswertpapiere können über Depotkonten bei Banken erworben und veräußert sowie verwahrt werden. Alternativ können Bezug und ggf. auch Verwahrung über ein Schuldbuchkonto bei der Finanzagentur des Bundes erfolgen. Das Schuldbuchkonto ist kostenfrei und kann von jedermann eröffnet werden.

Bundeswertpapiere können bei jeder Bank als Sicherheit für Immobilienkredite hinterlegt werden. Das kann beispielsweise erforderlich sein, um die Zustimmung einer Bank zu einer Fremdwährungsfinanzierung zu erhalten, die aufgrund der zusätzlichen Risiken, die sich durch die Kreditaufnahme in einer anderen Währung ergeben, immer mehr Sicherheiten erfordern als klassische Finanzierungen im Euro.

Zu den bekanntesten Bundeswertpapieren zählen Bundesschatzbriefe. Sie stehen in zwei verschiedenen Varianten zur Auswahl: Typ A ist mit einer Laufzeit von sieben Jahren ausgestattet und schüttet einmal im Jahr die angelaufenen Zinsen aus. Typ B läuft ein Jahr länger und thesauriert die Zinserträge, wodurch sich ein Zinseszinseffekt ergibt. Bundesschatzbriefe können während der Laufzeit nicht veräußert werden, weil sie nicht an der Börse notiert sind. Es ist aber möglich, sie vor Fälligkeit an die Finanzagentur des Bundes zurückzugeben. Die Rückgabe ist allerdings auf Papiere im Wert von 5.000 Euro pro Person und 30 Kalendertage beschränkt.

Für Privatanleger sind auch Bundesobligationen von Interesse. Sie laufen über fünf Jahre und sehen eine Kuponzahlung im Jahr vor. Bundesobligationen werden an der Börse gehandelt und unterliegen somit Kursrisiken.

Alle Bundeswertpapiere bieten ein Höchstmaß an Sicherheit, weil die BRD an den internationalen Finanzmärkten zu den solidesten Schuldnern der Welt gezählt wird. Die Verzinsung ist dementsprechend allerdings gering und fällt niedriger aus als bei Vermögensanlagen mit höheren Risiken.

Geldmarkt

Der Geldmarkt ist der Markt, auf dem sich Geschäftsbanken untereinander Geld für kurze Fristen leihen. Er ist für die Immobilienfinanzierung vor allem im Hinblick auf Darlehen mit variabler Verzinsung von Bedeutung. Diese sind oft an den EURIBOR gekoppelt, bei dem es sich um ein wichtiges Zinsbarometer des Geldmarktes handelt. Steigen die Zinsen am Geldmarkt, steigen auch die Zinsen der Immobilienkredite, die an den EURIBOR gekoppelt sind.

Der Geldmarkt unterliegt verschiedenen Einflussfaktoren. Einer der wichtigsten ist die Geldpolitik der Zentralbank. Diese kann Geschäftsbanken Geld für Zeiträume von einem Tag bis hin zu einem Jahr zur Verfügung stellen. Der Zinssatz, den die EZB von den Banken verlangt, ist für die Entwicklung am Geldmarkt entscheidend: Wenn es möglich ist, Geld zu 1,0 Prozent Zinsen im Jahr von der EZB zu erhalten, wird keine Bank mehr dafür bei einer Geschäftsbank bezahlen. Deshalb ist der Leitzins die Obergrenze des Geldmarktzinses.

Die Zinsen am Geldmarkt richten sich sehr viel stärker nach der konjunkturellen Entwicklung als die am langfristigen Hypothekenmarkt. Das liegt nicht zuletzt an der Politik der Zentralbank, deren Augenmerk nicht nur auf die Inflation, sondern auch auf das Wachstum gerichtet ist. Die Geldmarktzinsen können sehr stark ansteigen, wenn die Zentralbank der Ansicht ist, dass das Zinsniveau zu niedrig ist und eine Gefahr für die Preisniveaustabilität darstellt. In der Vergangenheit ist es bereits vorgekommen, dass der Leitzins binnen 12 Monaten um 2 Prozent und mehr angehoben wurde. Umgekehrt kommt es besonders in Krisenzeiten auch häufig zu einer sehr raschen Zinssenkung.

Wer ein Darlehen mit geldmarktabhängiger Verzinsung aufnimmt, sollte sich der besonderen Risiken bewusst sein. Insbesondere in der Anfangsphase einer Immobilienfinanzierung kann ein rascher Anstieg der Zinsen zu erheblichen Belastungen führen, wenn sich die monatliche Rate nicht durch einen geringeren Tilgungssatz auffangen lässt, weil zu Beginn der Tilgung der Zinsanteil an der Finanzierung noch sehr hoch ist.

Kapitalansparphase

Immobilienfinanzierungen erfordern einen Eigenkapitalstock. Je größer dieser ist, desto leichter fällt die Finanzierung – zum einen weil weniger Kredit aufgenommen werden muss, zum anderen weil die Zinsen der Hypothek bei einem großen Eigenkapitalanteil geringer sind. Wer ein Eigenheim erwerben möchte, sollte deshalb so früh wie möglich damit beginnen, Geld auf die Seite zu legen.

Während der Kapitalansparphase werden erhebliche Teile des verfügbaren Einkommens gespart. Die Ansparphase dauert in der Regel drei bis sieben Jahre. Je länger und je mehr gespart wird, desto mehr Geld steht anschließend zur Verfügung. Die Ersparnisse können auf unterschiedliche Art und Weise angelegt werden. Zum einen besteht die Möglichkeit, einen Bausparvertrag abzuschließen. Bausparverträge gehören zu den bekanntesten Sparformen auf dem Weg ins Eigenheim. Das Prinzip eines Bausparvertrags ist einfach: Während der Einzahlungsphase werden die Mittel der Bausparkasse zu geringen Guthabenzinsen zur Verfügung gestellt. Die Bausparkasse refinanziert mit den Guthaben die Kredite an andere Kunden. Im späteren Verlauf des Bausparvertrags profitieren Bausparer dann selbst von einem günstigen Bauspardarlehen.

Bausparverträge lassen sich sehr gut mit staatlichen Förderungen kombinieren, die den Erfolg der Kapitalansparphase sicherstellen. Eine Alternative zum Bausparvertrag sind klassische Sparkonten, die als Tages- oder Festgeldkonto geführt werden können. Die Verzinsung fällt hier in der Regel deutlich höher aus als beim klassischen Bausparvertrag. Es wird allerdings nicht der Anspruch auf ein zinsgünstiges Darlehen erworben. Sparer, die bereit sind, größere Risiken einzugehen, können auch in Wertpapieren sparen. Aktienfonds etwa bieten die Chance auf sehr hohe Erträge, wenn sich der Kapitalmarkt freundlich entwickelt. Fällt die Kapitalansparphase in eine Zeit stark steigender Kurse, kann dies die Lasten einer Immobilienfinanzierung erheblich drücken. Umgekehrt ist ein Engagement in Wertpapieren auch mit Risiken verbunden. Im schlimmsten Fall geben die Kurse deutlich nach und am Ende steht das für den Hauskauf benötigte Geld nicht zur Verfügung.

KfW-Wohneigentumsprogramm

Das Wohneigentumsprogramm der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW-Bank) ist eines der bekanntesten Darlehensprogramme der staatlichen Förderbank. Es steht grundsätzlich jedem offen, der eine zur Selbstnutzung bestimmte Immobilie im Hoheitsgebiet der BRD erwerben bzw. bauen möchte. Anders als viele andere Programme der Förderbank ist das Wohneigentumsprogramm nicht an ökologische Vorgaben gebunden. Es kann deshalb für jedes Vorhaben genutzt werden.

Die Darlehen decken maximal 30 Prozent der Investitionskosten bis zu 100.000 Euro ab. Finanziert werden Bau- und Erwerbskosten. Kredite aus dem Wohneigentumsprogramm werden über das sogenannte Hausbankverfahren vergeben. Das bedeutet, dass der Antrag auf einen Kredit nicht direkt bei der KfW selbst sondern bei einer Bank oder Sparkasse gestellt wird. Es bieten fast alle Privatbanken, Sparkassen und Banken des genossenschaftlichen Sektors KfW-Kredite an. Sofern nicht explizit darauf hingewiesen wird, stehen die Darlehen auf Anfrage zur Verfügung. Der Bank, bei der der Kredit beantragt wird, müssen auch alle erforderlichen Unterlagen bereitgestellt werden. Letztlich fungiert die KfW als Refinanzierungsinstanz gegenüber den Banken.

Kredite aus dem Wohneigentumsprogramm sehen Laufzeiten von bis zu 35 Jahren vor. Darüber hinaus ist es möglich, die Darlehen mit einer Zinsfestschreibung über bis zu 20 Jahren auszustatten. Auf Wunsch stehen bis zu fünf tilgungsfreie Anlaufjahre zur Verfügung, in denen nur die Zinsen auf den Kredit gezahlt werden müssen. Diese Möglichkeit hebt den KfW-Kredit von vielen anderen Darlehen ab. Es ist offensichtlich vorgesehen, dass in den ersten Jahren nach der Kreditaufnahme die Möglichkeit bestehen soll, andere Darlehen schneller zu tilgen. Die Konditionen der Kredite aus dem Wohneigentumsprogramm der KfW fallen relativ günstig aus. Zwar wird das Programm nur in begrenztem Umfang aus Mitteln des Bundeshaushaltes bezuschusst – dennoch liegen die Zinsen am unteren Ende der Spanne des freien Marktes. Das Wohneigentumsprogramm der KfW sollte deshalb für alle, die ein Eigenheim erwerben möchten, oberste Priorität besitzen und in jedem Fall in Betracht gezogen werden.

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