Hypothekentarif

Banken bieten Bauherren und Immobilienkäufern eine breite Palette an Modellen zur Immobilienfinanzierung an. Diese unterschiedlichen Hypothekentarife sind darauf ausgelegt, den individuellen Bedürfnissen der Kunden Rechnung zu tragen. Während die Wahl des passenden Tarifs die Finanzierung spürbar erleichtern kann, führt eine Fehlentscheidung unter Umständen zu unnötigen Unannehmlichkeiten und erheblichen Zusatzkosten.

Dennoch sollte die Bedeutung der Tarifwahl nicht überschätzt werden: Die grundlegenden Lasten einer Finanzierung bleiben bestehen und müssen in jedem Fall vom Darlehensnehmer getragen werden. Es ist ratsam, sich für die Auswahl ausreichend Zeit zu nehmen und bei Bedarf professionelle Unterstützung zu suchen. Dabei muss die Beratung nicht zwingend durch die Hausbank erfolgen; auch die Einbindung eines unabhängigen Honorarberaters kann wertvolle Impulse liefern. Die besonderen Merkmale vieler Tarife beziehen sich primär auf die gewährte Flexibilität. So ermöglichen einige Modelle beispielsweise die kostenfreie Übertragung des Darlehens auf eine andere Immobilie, falls ein berufsbedingter Umzug erforderlich wird. Zwar sind Banken gesetzlich verpflichtet, einer Hypothekenkündigung bei einem Immobilienverkauf zuzustimmen, jedoch können sie in diesem Fall eine Vorfälligkeitsentschädigung einfordern. Diese kann je nach Restlaufzeit sehr hoch ausfallen und den Erwerb eines neuen Objekts finanziell erschweren.

Flexibilitätsoptionen und Kostenstrukturen

Solche flexiblen Vertragsklauseln sind in der modernen Arbeitswelt von großem Vorteil, haben jedoch ihren Preis: Tarife mit besonderen Kündigungsrechten oder Übertragungsoptionen gehen meist mit einem höheren Zinssatz einher. Damit lässt sich das Kreditinstitut das zusätzliche Ertragsrisiko vergüten. Andere Hypothekentarife setzen auf eine Zinsprogression. Bei diesen Modellen fällt der Zinssatz in der Anfangsphase niedriger aus und steigt im Zeitverlauf an, was besonders für Berufseinsteiger mit Aussicht auf künftige Gehaltssteigerungen attraktiv sein kann.

Wieder andere Tarife bieten die Möglichkeit, bereits geleistete Tilgungsbeträge bei Bedarf erneut als Kredit in Anspruch zu nehmen. Diese Variante eignet sich vor allem für Kreditnehmer mit geringen liquiden Reserven, da sie einen schnellen Zugriff auf Kapital ermöglicht, falls unvorhergesehene Ausgaben anfallen. Die Entscheidung für einen bestimmten Tarif sollte daher immer auf einer sorgfältigen Analyse der persönlichen Lebensplanung und der finanziellen Risikobereitschaft basieren.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen einem Standardtarif und einem Flex-Tarif?

Ein Standardtarif bietet meist die günstigsten Zinsen, ist aber starrer bei Kündigungen oder Änderungen der Tilgungshöhe. Ein Flex-Tarif hingegen erlaubt Optionen wie Ratenaussetzungen oder kostenfreie Kündigungen bei Umzug, was jedoch durch einen Zinsaufschlag finanziert wird.

Wann lohnt sich ein Hypothekentarif mit Zinsprogression?

Modelle mit steigenden Zinsen sind ideal für junge Haushalte, die aktuell ein geringeres Budget haben, aber in der Zukunft mit einer stabilen Einkommenssteigerung rechnen. So bleibt die finanzielle Belastung in der anstrengenden Startphase des Immobilienerwerbs zunächst moderat und überschaubar.

Können Hypothekentarife während der Laufzeit gewechselt werden?

Ein Wechsel des Tarifs innerhalb derselben Bank ist oft nur gegen Gebühren oder im Rahmen einer Vertragsanpassung möglich, da die Bank ihre Refinanzierung auf den ursprünglichen Tarif abgestimmt hat. Nach Ablauf der Zinsbindung hat der Kreditnehmer jedoch die volle Freiheit, zu einem völlig anderen Modell oder Anbieter zu wechseln.

Leerstandsrisiko

Das Leerstandsrisiko betrifft Eigentümer von Immobilien, die diese an Dritte vermieten. Die regelmäßigen Mieteinnahmen sind oft elementarer Bestandteil der Finanzplanung und werden zur Finanzierung des Hypothekenkredites benötigt. Es kann jedoch keinesfalls gewährleistet werden, dass dauerhaft und ohne Unterbrechung ein Mieter gefunden wird, der bereit ist, die Miete zu zahlen. Deshalb muss jeder Vermieter mit dem Leerstandsrisiko leben.

Das Risiko eines Wohnungsleerstandes ist nicht für jede Immobilien gleich hoch. Es wird ganz wesentlich von der allgemeinen Situation am örtlichen Immobilienmarkt geprägt. In Regionen und Städten, in denen die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot übersteigt, ist das Leerstandsrisiko sehr viel kleiner als in strukturschwachen Gebieten, die unter demographischen oder wirtschaftlichen Defiziten leiden. Auch das Objekt selbst ist ausschlaggebend für das Risiko eines dauerhaften Einnahmeausfalls durch Mieter-Verlust: Passt die Wohnung zum örtlichen Immobilienmarkt, lässt sie sich in der Regel auch gut vermieten. In einer Stadt, in der 20 Prozent der Bevölkerung aus Studenten besteht, lassen sich kleine Wohnungen mit überschaubarer Miete am besten vermieten. Das gilt ganz besonders für Objekte in der Nähe von Universität oder FH. Umgekehrt finden sich in ländlichen Kleinstädten mit durchschnittlichem Pro-Kopf-Einkommen nur schwer Mieter für extravagante und sehr teure Designer-Wohnungen.

Das Leerstandsrisiko betrifft jedoch grundsätzlich jeden Eigentümer und muss deshalb auch bei jeder Finanzkalkulation berücksichtigt werden. Je nach Region sollten zwischen 0,5 und 2,0 volle Mieten aus der Einnahmekalkulation gestrichen werden, damit kein falsches Bild entsteht. Wohnungsleerstand kann vermindert werden, wenn das eigene Objekt angemessen und in ausreichendem Maße beworben wird. So sollten Vermieter schon am Tag der Zustellung der Kündigung durch den Mieter damit beginnen, einen Nachmieter zu suchen. Die frei werdende Wohnung sollte in Zeitungen und im Internet aktiv beworben werden. Wohnungsleerstand lässt sich auch durch eine angemessene Preispolitik vermeiden: Einige Prozentpunkte Nachlass bei der Miete können die Nachfrage deutlich erhöhen und die Gesamteinnahmen steigern.

Riester-Sparplan

Als Riester-Sparplan werden Rentenversicherungen, Bank- oder Fondsparpläne sowie Bausparverträge bezeichnet, die durch die staatliche Riester-Zulage gefördert werden. Die Förderung besteht aus Zulagen bzw. Steuervorteilen. Die Zulagen werden gewährt, wenn vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens in einen zertifizierten Vertrag einbezahlt werden. Maximal müssen 2.100 Euro pro Jahr einbezahlt werden. Die Grundzulage sieht eine staatliche Aufstockung des Riester-Sparplans um 154 Euro im Jahr vor. Sparer erhalten zudem für jedes kindergeldberechtigte Kind eine Kinderzulage. Diese beträgt bei Kindern, die vor dem Jahr 2007 geboren wurden, 185 Euro im Jahr. Bei Nachwuchs, der nach 2007 zur Welt gekommen ist, werden 300 Euro im Jahr gezahlt. Alternativ zu den Zuschüssen kann die Förderung auch durch die steuerliche Geltendmachung der Einzahlungen in den Riester-Sparplan erfolgen. Die Einzahlungen können in voller Höhe als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Das Finanzamt prüft, welche Art der Förderung im jeweiligen Einzelfall besser ist.

Riester-Sparpläne können zur Eigenheimfinanzierung genutzt werden. Der Staat erlaubt die Verwendung bestehender Guthaben zum Erwerb einer selbstgenutzten Immobilie. Darüber hinaus ist es möglich, die laufenden Einzahlungen in die Verträge direkt zur Tilgung eines Immobilienkredites zu verwenden. Die sogenannte Eigenheimrente ist damit ein teilweiser Ersatz für die ausgelaufene Eigenheimzulage. Sie kann besonders Familien mit Kindern Entlastung schaffen. Im Verlauf von 20 Jahren können erhebliche Fördersummen anlaufen.

Riester-Sparpläne, die zur Immobilienfinanzierung herangezogen werden, bergen allerdings auch Risiken. Werden die entnommenen Beiträge nicht bis zum Eintritt in den Ruhestand wieder zurückbezahlt, droht eine Steuerschuld. Die entnommenen Guthaben werden fiktiv weitergeführt und hypothetisch verzinst. In der Auszahlungsphase muss dann ggf. eine hypothetische Rente versteuert werden. Die Besteuerung erfolgt zu 100 Prozent mit dem persönlichen Steuersatz. Es ist in diesem Fall allerdings möglich, einen Rabatt auf die Steuerschulden im Umfang von 30 Prozent zu erhalten. Dazu müssen die angelaufenen Steuern in einer Summe direkt bei Rentenbeginn entrichtet werden.

Sparkonto

Ein Sparkonto ist ein Konto, mit dem nicht am regulären Zahlungsverkehr teilgenommen werden kann und das vornehmlich der Verwahrung von Bankeinlagen dient. Sparkonten sind in der Regel nicht mit EC- und Kreditkarten ausgestattet und auch nicht für ausgehende Lastschriften freigeschaltet. Verfügungen zulasten des Kontos können zudem sehr häufig nur zugunsten eines bestimmten andere Kontos, das als Referenzkonto dient, erfolgen. Bei diesem Referenzkonto handelt es sich dann um das Girokonto des Kontoinhabers.

Sparkonten sind im Zusammenhang mit Immobilienfinanzierung vor allem in der Ansparphase von Bedeutung, in der der erforderliche Eigenkapitalstock angespart wird. Sparer zweigen regelmäßig einen Teil ihres frei verfügbaren Einkommens ab und überweisen ihn auf das Sparkonto. Im Lauf der Zeit summieren sich dessen Guthaben. Sparkonten bieten gegenüber der Verwahrung der Ersparnis auf dem Girokonto zwei Vorteile: Zum einen fällt die Verzinsung deutlich höher aus und zum anderen lassen sich regelmäßige Einnahmen und Ausgaben besser vom Ersparten trennen.

Die Verzinsung auf Sparkonten richtet sich nach dem Typ des Kontos, der jeweiligen Bank und dem allgemeinen Zinsniveau. Handelt es sich bei dem Konto um ein Tagesgeldkonto, sind die Guthaben jederzeit und in vollem Umfang verfügbar. Dafür ist der Zinssatz abhängig von der allgemeinen Zinsentwicklung. Festgeldkonten bieten oft bessere Erträge – der Kontoinhaber kann dann jedoch nicht immer auf seine Guthaben zugreifen. Dies ist allerdings im Rahmen einer Ansparphase für eine Immobilienfinanzierung auch nicht erforderlich. Banken können für Sparkonten Gebühren erheben, tun es aber in den meisten Fällen nicht. Das regelmäßige Sparen kann durch die Einrichtung von Daueraufträgen und Abbuchungsvereinbarungen erleichtert werden.

Die Guthaben auf einem Sparkonto unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung, die gewährleistet, dass im Fall einer Pleite der kontoführenden Bank binnen 30 Tagen alle Guthaben bis zu 50.000 Euro pro Kunde wieder zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sind Banken in der Regel weiteren Institutionen zur Einlagensicherung angeschlossen.

Einkommensabsicherung

Wer eine Immobilie erwirbt und hierfür eine langfristige Finanzierung über 20 oder 30 Jahre eingeht, muss die Grundlage dieser Finanzierung – das laufende Einkommen – umfassend absichern. In der Regel basiert die Bedienung der Kreditraten auf dem Gehalt aus einer Festanstellung oder den Einkünften aus einer selbstständigen Tätigkeit. Es gibt jedoch existenzielle Risiken, die zu einem plötzlichen Wegfall dieser Mittel führen können. Insbesondere eine dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigung oder der Todesfall des Hauptverdieners stellen Szenarien dar, in denen die finanzielle Tragfähigkeit des Immobilienprojekts ohne entsprechende Vorsorge unmittelbar gefährdet ist.

Berufsunfähigkeitsversicherung als existenzielles Fundament

Für den Fall einer dauerhaften Erwerbsminderung ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung bereits vor der Kreditaufnahme dringend anzuraten. Diese Versicherung leistet eine monatliche Rente, sofern der Versicherungsnehmer seinen Beruf aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht mehr ausüben kann. Da staatliche Leistungen im Falle einer Erwerbsminderung oft nur eine Grundversorgung auf niedrigem Niveau bieten, hat sich diese Police zu einer der wichtigsten Vorsorgemaßnahmen für Immobilienkäufer entwickelt. Die Kosten der Versicherung hängen maßgeblich vom Eintrittsalter, der gewünschten Laufzeit und dem Gesundheitszustand ab, wobei die gezahlten Prämien steuerlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden können. Angesichts der hohen finanziellen Verpflichtungen einer Baufinanzierung gilt die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit heute als unverzichtbare Pflicht für jeden verantwortungsbewussten Kreditnehmer.

Risikolebensversicherung zum Schutz der Hinterbliebenen

Neben der eigenen Arbeitskraft muss auch das wirtschaftliche Überleben der Angehörigen gesichert sein, sofern diese mit im Eigenheim leben und vom Einkommen des Kreditnehmers abhängig sind. Verstirbt der Hauptverdiener unvorhergesehen, droht den Hinterbliebenen ohne zusätzliche Absicherung oft der finanzielle Ruin und damit der Verlust der Immobilie. Zur Abdeckung dieses Risikos ist eine Risikolebensversicherung das ideale Instrument. Sie garantiert im Todesfall die Auszahlung einer fest definierten Versicherungssumme an die Begünstigten, wodurch die restliche Kreditschuld getilgt oder der Lebensunterhalt der Familie gesichert werden kann.

FAQ

Warum ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Immobilienbesitzer so wichtig?

Da die gesetzliche Erwerbsminderungsrente meist nicht ausreicht, um die laufenden Kreditraten und den Lebensunterhalt zu decken, schließt diese Versicherung eine gefährliche Versorgungslücke. Sie stellt sicher, dass das Eigenheim auch bei dauerhafter Krankheit nicht zwangsverkauft werden muss.

Welche Faktoren beeinflussen die Kosten einer Einkommensabsicherung?

Die monatlichen Beiträge richten sich vor allem nach dem Alter des Versicherten, seinem Beruf sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss. Auch die Höhe der vereinbarten Rente und die Laufzeit des Vertrages spielen eine entscheidende Rolle für die Prämiengestaltung.

Was ist der Vorteil einer Risikolebensversicherung gegenüber anderen Lebensversicherungen?

Die Risikolebensversicherung konzentriert sich rein auf den Todesfallschutz und verzichtet auf einen teuren Sparanteil, was sie zu einer besonders kostengünstigen Lösung für Kreditnehmer macht. Dadurch lassen sich auch hohe Kreditsummen mit vergleichsweise geringen monatlichen Beiträgen effektiv absichern.

Darlehensanteil

Der Darlehensanteil einer Immobilienfinanzierung beschreibt den Prozentsatz des gesamten Finanzierungsvolumens, der durch Fremdmittel gedeckt wird. Das Gegenstück hierzu bildet der Eigenkapitalanteil, welcher jene Mittel umfasst, die der Eigentümer aus eigenen Vermögenswerten beisteuert.

Grenzwerte und Anforderungen der Banken

Theoretisch kann der Darlehensanteil jeden Wert zwischen 0 und 100 Prozent annehmen. Während eine Finanzierung mit 0 Prozent Darlehensanteil einen reinen Eigenkapitalkauf darstellt, bedeutet eine 100-Prozent-Finanzierung den Verzicht auf jegliche Eigenmittel. In der Praxis fordern Kreditinstitute in Deutschland zumeist einen Eigenkapitalanteil von mindestens 10 Prozent der Investitionskosten. Da zudem die Erwerbsnebenkosten (wie Notargebühren und Grunderwerbsteuer) in der Regel aus eigenen Mitteln gedeckt werden müssen, übersteigt der tatsächliche Darlehensanteil die Marke von 90 Prozent nur in Ausnahmefällen.

Einfluss auf den Zinssatz und das Risiko

Die Höhe des Darlehensanteils hat direkten Einfluss auf die Konditionen des Immobilienkredits. Je höher der Anteil an Fremdkapital ist, desto höher fällt üblicherweise der Zinssatz aus. Die Bank berechnet Risikozuschläge, um sich gegen den Fall abzusichern, dass bei einer möglichen Zwangsverwertung der Erlös nicht ausreicht, um die gesamten Forderungen zu decken. Als kritische Schwelle gilt hierbei ein Beleihungsauslauf von 60 Prozent: Übersteigt der Darlehensanteil diesen Wert, steigen die Zinskosten mit zunehmendem Verschuldungsgrad progressiv an.

Strategien zur Reduzierung des Fremdkapitalbedarfs

Es ist für Kreditnehmer vorteilhaft, den Darlehensanteil so gering wie möglich zu halten, um von günstigeren Zinsen und einer schnelleren Entschuldung zu profitieren. Dies erfordert einen frühzeitigen Aufbau von Eigenkapital. Bewährte Methoden hierfür sind Bausparverträge, die oft bereits Jahre vor dem geplanten Vorhaben abgeschlossen werden, oder regelmäßige Einzahlungen in Bank- und Wertpapiersparpläne. Ein moderater Darlehensanteil von etwa 60 bis 70 Prozent der Finanzierungskosten gilt in Deutschland als optimales Gleichgewicht zwischen Hebeleffekt und finanzieller Sicherheit.

FAQ

Warum steigen die Zinsen ab einem Darlehensanteil von 60 Prozent meist sprunghaft an?

Ab dieser Grenze verlassen Banken den Bereich des sogenannten Realkredits, der durch den Sachwert der Immobilie besonders sicher abgedeckt ist. Das zusätzliche Risiko, das die Bank bei einer höheren Beleihung eingeht, lässt sie sich durch Zinsaufschläge vom Kreditnehmer vergüten.

Können auch Eigenleistungen am Bau den Darlehensanteil senken?

Ja, die sogenannte „Muskelhypothek“ wird von vielen Banken als Eigenkapitalersatz anerkannt und mindert somit den Bedarf an echtem Darlehenskapital. Allerdings ist die Anrechnung meist auf einen bestimmten Prozentsatz der Baukosten begrenzt und muss durch fachgerechte Ausführung belegt werden.

Was versteht man unter den Erwerbsnebenkosten, die nicht finanziert werden sollten?

Zu den Erwerbsnebenkosten zählen die Grunderwerbsteuer, Notar- und Gerichtskosten sowie gegebenenfalls Maklergebühren. Da diese Kosten keinen bleibenden Sachwert der Immobilie darstellen, verlangen Banken üblicherweise, dass diese vollständig aus vorhandenem Eigenkapital gezahlt werden.

Niedrigzinsphase

Als Niedrigzinsphase wird eine Situation verstanden, in der das Zinsniveau am Kapitalmarkt gemessen am historischen Vergleich außerordentlich niedrig ist. Typischerweise betrifft das niedrige Zinsniveau während einer Niedrigzinsphase sowohl den Geldmarkt als auch den Markt für langfristige Finanzierungen, der für Immobiliendarlehen wichtig ist. Phasen mit niedrigen Zinsen finden ihre Ursache meist in einer schwachen wirtschaftlichen Entwicklung. Die Konjunktur läuft in solchen Zeiten schlecht, das Wachstum der Wirtschaft ist gering und die Zahl der Insolvenzen und Arbeitslosen steigt deutlich an. Die Inflation geht aufgrund der schwachen Konjunktur merklich zurück. In diesem Umfeld beginnt die Notenbank damit, das Zinsniveau am Geldmarkt zu drücken, indem sie die Leitzinsen senkt. Je nach Schwere der Rezession kann die Zentralbank zusätzlich durch Käufe am Rentenmarkt versuchen, die langfristigen Zinsen zu drücken. Diese sinken jedoch in der Regel von allein, weil die Anleger am Finanzmarkt dazu übergehen, ihre Aktienbestände abzubauen und in sichere Rentenpapiere umzuschichten. Die steigende Nachfrage nach Renten führt zu einem Kursanstieg für verzinsliche Wertpapiere, was gleichbedeutend mit sinkenden Zinsen ist. Das Zinsniveau am Rentenmarkt ist direkt mitverantwortlich für die Zinsen von Immobilienkrediten, weil Banken die Darlehen am Renten- und Pfandbriefmarkt refinanzieren.

In einer Niedrigzinsphase lassen sich Darlehen zu sehr günstigen Konditionen aufnehmen. Die Zinssätze liegen bei Zinsbindungen von bis zu fünf Jahren in Extremfällen sogar unter 2 oder 3 Prozent. In der Vergangenheit war dies insbesondere in Japan der Fall. Die Gesamtkosten einer Immobilienfinanzierung können signifikant reduziert werden, wenn ein Darlehen während einer Niedrigzinsphase aufgenommen wird. Dennoch sinken während Niedrigzinsphasen meist die Baubeginne und die Zahl der Neufinanzierungen. Dies ist auf die in rezessiven Zeiten ausgeprägte Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes oder anderen wirtschaftlichen Härten zurückzuführen. Niedrigzinsphasen bieten allen, die sich ihrer Einkünfte trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten sicher sind, eine erstklassige Möglichkeit zur Eigenheimfinanzierung, deren Konditionen den Weg in die eigenen vier Wände zu niedrigen Raten erlauben.

Bundeswertpapiere

Bundeswertpapiere sind Schuldverschreibungen der Bundesrepublik Deutschland. Im Kontext von Immobilienfinanzierungen dienen sie häufig als hochwertige Sicherheiten, während sie im Rahmen von Sparplänen als risikoarme Anlageform geschätzt werden. Der Bund begibt dabei verschiedene Arten von Wertpapieren, die sich zwar in Bezug auf Laufzeiten, Verzinsungsmodelle und Kursrisiken unterscheiden, jedoch allesamt ein Höchstmaß an Rückzahlungssicherheit garantieren.

Erwerb und Verwaltung

Anleger können Bundeswertpapiere über Depotkonten bei Geschäftsbanken erwerben, veräußern und verwahren lassen. Eine attraktive Alternative bietet die Finanzagentur des Bundes: Dort kann ein Schuldbuchkonto zur Verwahrung geführt werden, das kostenfrei ist und jedem Bürger offensteht.

Einsatz als Sicherheit in der Immobilienfinanzierung

Aufgrund ihrer erstklassigen Bonität werden Bundeswertpapiere von Banken universell als Sicherheit für Immobilienkredite akzeptiert. Dies ist insbesondere bei komplexeren Finanzierungsmodellen, wie etwa Fremdwährungsdarlehen, von Bedeutung. Da Kredite in fremden Währungen durch Wechselkursschwankungen ein höheres Risiko bergen, fordern Banken hier meist zusätzliche Absicherungen, die durch die Verpfändung von Bundeswertpapieren effektiv geleistet werden können.

Varianten: Bundesschatzbriefe und Bundesobligationen

Zu den bekanntesten Instrumenten gehören Bundesschatzbriefe, die in zwei Varianten angeboten werden. Typ A weist eine Laufzeit von sieben Jahren mit jährlicher Zinsausschüttung auf, während Typ B über acht Jahre läuft und die Zinsen thesauriert, was einen Zinseszinseffekt generiert. Da Schatzbriefe nicht börsennotiert sind, erfolgt eine Rückgabe vor Fälligkeit direkt über die Finanzagentur, wobei eine Grenze von 5.000 Euro pro Person innerhalb von 30 Kalendertagen zu beachten ist.

Ergänzend dazu sind Bundesobligationen für Privatanleger relevant. Diese haben eine Laufzeit von fünf Jahren und leisten eine jährliche Kuponzahlung. Da sie an der Börse gehandelt werden, ermöglichen sie eine flexible Veräußerung, unterliegen jedoch marktabhängigen Kursrisiken.

Sicherheit und Renditeprofil

Sämtliche Bundeswertpapiere gelten als äußerst sicher, da die Bundesrepublik Deutschland international als einer der solidesten Schuldner weltweit eingestuft wird. In logischer Konsequenz des geringen Risikos fällt die Verzinsung im Vergleich zu risikoreicheren Anlageklassen moderater aus.

FAQ

Welche Vorteile bietet ein Schuldbuchkonto bei der Finanzagentur des Bundes?

Das Schuldbuchkonto ermöglicht eine vollkommen kostenfreie Verwahrung von Bundeswertpapieren für jeden Privatanleger. Damit entfallen die bei Geschäftsbanken üblichen Depotgebühren, was die Gesamtrendite der ohnehin konservativen Anlage leicht verbessert.

Können Bundesschatzbriefe jederzeit in unbegrenzter Höhe zurückgegeben werden?

Nein, eine vorzeitige Rückgabe an die Finanzagentur ist auf einen Betrag von 5.000 Euro pro Person innerhalb von 30 Kalendertagen limitiert. Da diese Papiere nicht an der Börse gehandelt werden, ist eine schnellere Liquidierung größerer Summen vor Ende der Laufzeit nicht möglich.

Warum ist die Verzinsung von Bundeswertpapieren im Marktvergleich eher gering?

Die Zinshöhe orientiert sich stets am Ausfallrisiko eines Schuldners, welches bei der Bundesrepublik Deutschland als minimal eingestuft wird. Anleger zahlen für die extrem hohe Sicherheit ihres Kapitals den Preis einer geringeren Rendite gegenüber riskanteren Anlageformen.

Geldmarkt

Der Geldmarkt dient als Plattform, auf der sich Geschäftsbanken untereinander Kapital für kurzfristige Zeiträume leihen. Für die Immobilienfinanzierung ist dieser Markt insbesondere bei Darlehen mit variabler Verzinsung von zentraler Bedeutung. Diese Kredite sind häufig an den EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate) gekoppelt, welcher als das wichtigste Zinsbarometer des Geldmarktes fungiert. Die Dynamik ist hierbei unmittelbar: Steigen die Zinsen am Geldmarkt, erhöhen sich zeitnah auch die Zinskosten für Immobilienkredite mit variabler Verzinsung.

Einflussfaktoren und die Rolle der Zentralbank

Die Entwicklung am Geldmarkt wird maßgeblich durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) gesteuert. Die EZB stellt den Geschäftsbanken Liquidität für Zeiträume von einem Tag bis zu einem Jahr zur Verfügung. Dabei fungiert der Leitzins als entscheidende Obergrenze: Da Banken Geld zu den Konditionen der EZB beziehen können, werden sie am Interbankenmarkt keine höheren Zinsen akzeptieren. Somit steuert die Zentralbank über ihre Zinspolitik indirekt die Kostenstruktur kurzfristiger Finanzierungen und beeinflusst die Refinanzierungskosten der Kreditinstitute.

Konjunkturelle Abhängigkeit und Volatilität

Im Gegensatz zum langfristigen Hypothekenmarkt reagiert der Geldmarkt wesentlich sensibler auf konjunkturelle Schwankungen. Die Zentralbank richtet ihre Politik nicht nur an der Preisniveaustabilität (Inflation), sondern auch am wirtschaftlichen Wachstum aus. Wenn die Gefahr einer Überhitzung der Wirtschaft oder steigender Inflation droht, kann die Zentralbank das Zinsniveau sehr rasch anheben. In der Vergangenheit wurden Leitzinsen innerhalb eines Jahres um zwei Prozentpunkte oder mehr gesteigert. Ebenso schnell können die Zinsen in Krisenzeiten gesenkt werden, um die Wirtschaft zu stützen. Diese Volatilität macht den Geldmarkt zu einem dynamischen, aber auch unvorhersehbaren Umfeld für Kreditnehmer.

Risiken variabler Finanzierungsmodelle

Kreditnehmer, die sich für ein Darlehen mit geldmarktabhängiger Verzinsung entscheiden, setzen sich spezifischen Risiken aus. Besonders in der Anfangsphase einer Baufinanzierung, in der der Zinsanteil an der monatlichen Rate sehr hoch und der Tilgungsanteil noch gering ist, wirkt sich ein Zinsanstieg massiv aus. Da kaum Spielraum besteht, eine Zinserhöhung durch eine Reduktion des Tilgungssatzes abzufedern, steigen die monatlichen Belastungen unmittelbar. Dies kann bei einem raschen und starken Zinsanstieg zu einer erheblichen finanziellen Überforderung des Haushalts führen.

FAQ

Wann ist ein variables Darlehen trotz der Risiken sinnvoll?

Ein variables Darlehen kann vorteilhaft sein, wenn Kreditnehmer mit sinkenden Marktzinsen rechnen oder maximale Flexibilität benötigen. Da diese Kredite meist ohne Vorfälligkeitsentschädigung gekündigt oder in festverzinsliche Darlehen umgewandelt werden können, eignen sie sich gut für Zwischenfinanzierungen oder bei geplanten hohen Sondertilgungen in naher Zukunft.

Was ist der Unterschied zwischen Geldmarktzinsen und Kapitalmarktzinsen?

Geldmarktzinsen beziehen sich auf sehr kurze Zeiträume (bis zu einem Jahr) und hängen stark von der EZB-Politik ab. Kapitalmarktzinsen hingegen gelten für langfristige Zeiträume (5 bis 30 Jahre) und werden primär durch Erwartungen an die langfristige Inflation und die Nachfrage nach Staatsanleihen bestimmt, weshalb sie sich oft unabhängig voneinander entwickeln.

Gibt es eine Obergrenze für Zinssteigerungen bei variablen Krediten?

Bei rein variablen Darlehen gibt es standardmäßig keine Obergrenze (Cap). Kreditnehmer können jedoch gegen einen Zinsaufschlag eine Zinskapital-Versicherung (Cap-Darlehen) abschließen. Hierbei wird vertraglich eine Zinsobergrenze festgelegt, die auch bei extremen Marktturbulenzen nicht überschritten wird, während man von sinkenden Kursen weiterhin profitiert.

Kapitalansparphase

Immobilienfinanzierungen erfordern einen Eigenkapitalstock. Je größer dieser ist, desto leichter fällt die Finanzierung – zum einen weil weniger Kredit aufgenommen werden muss, zum anderen weil die Zinsen der Hypothek bei einem großen Eigenkapitalanteil geringer sind. Wer ein Eigenheim erwerben möchte, sollte deshalb so früh wie möglich damit beginnen, Geld auf die Seite zu legen.

Während der Kapitalansparphase werden erhebliche Teile des verfügbaren Einkommens gespart. Die Ansparphase dauert in der Regel drei bis sieben Jahre. Je länger und je mehr gespart wird, desto mehr Geld steht anschließend zur Verfügung. Die Ersparnisse können auf unterschiedliche Art und Weise angelegt werden. Zum einen besteht die Möglichkeit, einen Bausparvertrag abzuschließen. Bausparverträge gehören zu den bekanntesten Sparformen auf dem Weg ins Eigenheim. Das Prinzip eines Bausparvertrags ist einfach: Während der Einzahlungsphase werden die Mittel der Bausparkasse zu geringen Guthabenzinsen zur Verfügung gestellt. Die Bausparkasse refinanziert mit den Guthaben die Kredite an andere Kunden. Im späteren Verlauf des Bausparvertrags profitieren Bausparer dann selbst von einem günstigen Bauspardarlehen.

Bausparverträge lassen sich sehr gut mit staatlichen Förderungen kombinieren, die den Erfolg der Kapitalansparphase sicherstellen. Eine Alternative zum Bausparvertrag sind klassische Sparkonten, die als Tages- oder Festgeldkonto geführt werden können. Die Verzinsung fällt hier in der Regel deutlich höher aus als beim klassischen Bausparvertrag. Es wird allerdings nicht der Anspruch auf ein zinsgünstiges Darlehen erworben. Sparer, die bereit sind, größere Risiken einzugehen, können auch in Wertpapieren sparen. Aktienfonds etwa bieten die Chance auf sehr hohe Erträge, wenn sich der Kapitalmarkt freundlich entwickelt. Fällt die Kapitalansparphase in eine Zeit stark steigender Kurse, kann dies die Lasten einer Immobilienfinanzierung erheblich drücken. Umgekehrt ist ein Engagement in Wertpapieren auch mit Risiken verbunden. Im schlimmsten Fall geben die Kurse deutlich nach und am Ende steht das für den Hauskauf benötigte Geld nicht zur Verfügung.