Zinsstruktur, normale

Als normale Zinsstruktur wird eine Konstellation am Finanzmarkt verstanden, bei der langfristigen Zinsen höher sind als die für kurzfristige Darlehen. Die Zinsstruktur wird in der Regel anhand der sogenannten Zinsstrukturkurve gemessen, die den Zusammenhang zwischen Zinssatz und Laufzeit angibt. Unter den Bedingungen einer normalen Zinsstruktur steigt die Zinskurve an, wenn diese graphisch dargestellt wird. Die beiden anderen Möglichkeiten, die allerdings deutlich seltener vorkommen, sind die inverse Zinsstruktur und die flache Zinsstruktur. Bei der inversen Zinsstruktur sind langfristige Darlehen günstiger als kurzfristige. Diese Situation tritt meist kurz vor einer Rezession der Wirtschaft auf. Die Zinskurve sinkt in einer solchen Situation. Bei der flachen Zinsstruktur sind kurzfristige Darlehen genauso bzw. fast genauso teuer wie langfristige.

Die normale Zinsstruktur impliziert für Kreditnehmer, die mit einem Darlehen ein Eigenheim finanzieren wollen, einige Verhaltensregeln. Der Anstieg der Zinskurve bedeutet, dass mit einer längeren Zinsbindung auch ein höherer Zinssatz einhergeht. Es kann deshalb Sinn machen, den aufgenommenen Kredit schnell zu tilgen, sofern die wirtschaftlichen Verhältnisse dies zulassen. Zudem kann es in Betracht gezogen werden, bei der Aufnahme eines Darlehens zwei verschiedene Laufzeiten zu wählen, um nur einen Teil der Finanzierung zu den hohen langfristigen Zinsen durchzuführen, während der andere Teil zu den geringeren kurzfristigen Zinsen gedeckt wird. Der Vorteil liegt in einer anfänglichen sicheren Ersparnis, der Nachteil in einer größeren Abhängigkeit der gesamten Finanzierungskosten von der Entwicklung an den Kapitalmärkten.

Wer eine Finanzierung plant, sollte die Zinsstruktur im Auge behalten. Unabhängig von der Klassifikation der Struktur kann das Zinsniveau deutlich variieren: Während einer normalem Zinsstruktur kann die absolute Höhe der Zinsen stark schwanken, da sich die Einteilung nur auf die relative Höhe der langfristigen zu den kurzfristigen Zinsen bezieht. Hier können leicht Verwechslungen erfolgen. Welche Zinsstruktur aktuell ist, kann durch einen einfachen Blick in eine Tageszeitung mit gutem Wirtschaftsteil herausgefunden werden.

Vermögensschaden

Als Vermögensschaden wird ganz allgemein ein Zustand bezeichnet, in der eine Person aufgrund eines weitgehend genau einzugrenzenden Ereignisses bzw. Vorganges über weniger Vermögen verfügt, als es in einer Situation ohne diesen Zustand der Fall wäre. Im Bezug auf die private Baufinanzierung wird von einem Vermögensschaden immer dann gesprochen, wenn die Entscheidung für einen Hauskauf nach objektiven Gesichtspunkten in wirtschaftlicher Hinsicht ein Fehler war. Dies kann etwa der Fall sein, wenn schon nach wenigen Jahren wieder eine Veräußerung erfolgen muss und dann ein erheblich geringerer Verkaufserlös realisiert wird. Der Vermögensschaden kann dann leicht berechnet werden: Die Summe der bis zum Verlauf geleisteten Raten sowie ggf. eine zusätzliche Zahlung an die Bank zur vollständigen Deckung der Verbindlichkeiten werden den Kosten gegenübergestellt, die bei einem Mietverhältnis angefallen wären. Zu berücksichtigen sind explizit auch die Erwerbsnebenkosten und die Kosten, die beim Einzug in die Mietwohnung für den Makler etc. angefallen wären. Die Differenz aus diesen beiden Kostenblöcken ist der Vermögensschaden, der dem Kreditnehmer entstanden ist.

Bei Veräußerungen wenige Jahre nach dem Einzug sind große finanzielle Nachteile sehr häufig. Dies liegt zum einen daran, dass in den ersten Jahren eines Annuitätendarlehens der Zinsanteil am Kapitaldienst sehr groß ist und kaum Tilgung erfolgt. Somit verbessert sich der Vermögensstatus des Eigentümers nicht. Zum anderen ist der Wertverlust eines Neubaus bzw. eines neu sanierten Objektes in den ersten Jahren nach dem Kauf am größten. Darüber hinaus fällt der Vermögensschaden bei einem schnellen Verkauf hoch aus, weil die Erwerbsnebenkosten dann über einen sehr kurzen Zeitraum aufgeteilt werden müssen – bei einer Veräußerung nach vier Jahren sind dann rechnerisch für jedes Jahr etwa zwei Prozent des Objektwertes anzusetzen.

Ein Vermögensschaden kann grundsätzlich jedem Eigentümer zustoßen, auch wenn das Objekt sehr lange bewohnt wird. Allein ein nicht steigender Wert, hohe Abnutzungskosten und große Aufwendungen für Zinsen können den Erwerb eines Eigenheims in betriebswirtschaftlicher Hinsicht ungünstiger machen als ein Mietverhältnis.

Immobilienmarkt

Unter dem Immobilienmarkt versteht man das Zusammentreffen von zum Verkauf stehenden Objekten und potenziellen Kaufinteressenten. Dieser Begriff umfasst sowohl lokale und regionale Teilmärkte als auch den gesamtdeutschen Markt. Die Dynamik und Entwicklung des Immobilienmarktes werden primär anhand der erzielten Verkaufspreise sowie der Anzahl der tatsächlich durchgeführten Transaktionen bewertet.

Regionale Preisunterschiede in Deutschland

Der deutsche Immobilienmarkt weist spezifische Besonderheiten auf, die die demografische Struktur und die wirtschaftliche Aktivität des Landes widerspiegeln. Es zeigt sich ein deutliches Gefälle: Während die Preise für Häuser und Wohnungen in Süddeutschland ein sehr hohes Niveau erreichen, sind sie in Norddeutschland oft deutlich moderater. Besonders kostspielig sind Immobilien in süddeutschen Metropolen wie Stuttgart, Frankfurt am Main und München. Im Gegensatz dazu sind Objekte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und weiten Teilen der neuen Bundesländer wesentlich günstiger zu erwerben. Diese signifikanten Preisdifferenzen resultieren einerseits aus den lokalen Marktverhältnissen und andererseits aus der variierenden wirtschaftlichen Kraft der jeweiligen Regionen.

Einflussfaktoren auf die Preisbildung

Die Preisgestaltung am Immobilienmarkt wird als Markt für Wirtschaftsgüter maßgeblich von drei Faktoren beeinflusst: dem Bevölkerungswachstum, der Einkommensentwicklung und der individuellen Präferenz für Wohneigentum. In vielen ländlichen Regionen Deutschlands führt ein Bevölkerungsrückgang gepaart mit einer stagnierenden Einkommensentwicklung dazu, dass die Immobilienpreise nur sehr verhalten steigen und oft hinter der allgemeinen Inflationsrate zurückbleiben. In dynamischen Großstädten hingegen sorgt ein kontinuierlicher Zuzug für einen dauerhaften Nachfrageüberhang, was die Preise am Immobilienmarkt nachhaltig stimuliert.

Langfristige Marktentwicklung und reale Preisdynamik

In der Breite entwickelte sich der deutsche Immobilienmarkt über die letzten zwei Jahrzehnte eher verhalten. In vielen Regionen blieben die Preise stabil oder verzeichneten lediglich moderate Zuwächse, während sie in einigen Gebieten sogar rückläufig waren. Unter Berücksichtigung der Geldentwertung zeigt sich, dass die realen Preise in fast allen kleinen und mittleren Städten Nord- und Ostdeutschlands in diesem Zeitraum gesunken sind.

FAQ

Welche Faktoren beeinflussen die Immobilienpreise in Deutschland am stärksten?

Die Preisbildung hängt primär vom regionalen Bevölkerungswachstum, der lokalen Kaufkraft und der allgemeinen Nachfrage nach Wohneigentum ab. In wirtschaftlich starken Ballungszentren führt ein dauerhafter Nachfrageüberhang zu steigenden Preisen, während strukturschwache Regionen oft mit Stagnation kämpfen.

Warum gibt es ein so starkes Preisgefälle zwischen Süd- und Norddeutschland?

Das Gefälle resultiert vor allem aus der unterschiedlichen wirtschaftlichen Attraktivität und der damit verbundenen höheren Dichte an zahlungskräftigen Arbeitgebern in den südlichen Metropolregionen. Diese ökonomische Stärke zieht mehr Menschen an, was den Wettbewerb um verfügbaren Wohnraum und somit die Preise massiv erhöht.

Was versteht man unter der realen Preisentwicklung bei Immobilien?

Die reale Preisentwicklung bezeichnet die Wertveränderung einer Immobilie nach Abzug der allgemeinen Inflationsrate. Steigen die Immobilienpreise langsamer als die Teuerungsrate für Waren und Dienstleistungen, verliert die Anlage trotz nominal steigender Zahlen faktisch an Kaufkraft.

Bankverhandlungen

Wer einen Hypothekenkredit aufnimmt, sollte das erste Angebot einer Bank keinesfalls ungeprüft akzeptieren. Durch geschicktes Verhandeln lassen sich die Finanzierungskosten oft erheblich reduzieren. Da Immobilienkredite meist hohe Summen und lange Laufzeiten umfassen, summieren sich bereits kleine Zinsnachlässe über die Jahre schnell auf fünfstellige Euro-Beträge. Hartnäckigkeit in den Bankgesprächen ist daher ein entscheidender Faktor für den langfristigen finanziellen Erfolg.

Um eine fundierte Verhandlungsbasis zu schaffen, sollten Kreditnehmer die Perspektive der Bank einnehmen und deren erwarteten Gewinn – den sogenannten Margenbarwert – abschätzen. Dieser stellt den auf die Gegenwart abgezinsten Rohgewinn des Instituts dar. Die Höhe dieses Gewinns wird maßgeblich von der aktuellen Kapitalmarktsituation und der Bonität des Antragstellers beeinflusst. Als Faustregel gilt: Je besser die Kreditwürdigkeit, desto größer ist der Verhandlungsspielraum. Dies trifft insbesondere auf klassische Filialbanken zu, die ihre Konditionen häufig im oberen Preissegment ansetzen. Bei Direktbanken und Vermittlern sind die Margen hingegen oft knapper kalkuliert, was den Spielraum für Nachlässe etwas verringert.

Strategien für das Bankgespräch und den erfolgreichen Abschluss

Ein kluger Verhandlungsansatz besteht darin, auf die erste Offerte der Bank mit einem Gegenangebot zu reagieren. Bezogen auf den Margenbarwert kann dieses etwa 20 Prozent unter dem ursprünglichen Angebot des Instituts liegen. In der Regel folgt darauf eine Ablehnung, die den Weg für eine Einigung in der Mitte ebnet. Gelingt es, den Margenbarwert um etwa zehn Prozent gegenüber dem Startgebot zu drücken, kann dies bereits als Erfolg gewertet werden.

Sollte sich das Kreditinstitut unnachgiebig zeigen, ist es ratsam, Vergleichsangebote der Konkurrenz einzuholen und damit Wechselbereitschaft zu signalisieren. Dies erhöht den Druck auf den Bankberater spürbar. Besonders bei langjährigen Kundenbeziehungen gehen Berater oft fälschlicherweise davon aus, dass keine Wechselbereitschaft besteht, und zeigen sich deshalb wenig flexibel. Ein externes Angebot ist hier das wirksamste Mittel, um die Verhandlungsbereitschaft zu erhöhen.

FAQ

Wie berechnet man den Spielraum für Zinsverhandlungen bei einer Bank?

Der Spielraum ergibt sich aus dem Margenbarwert, also dem kalkulierten Gewinn der Bank abzüglich der Refinanzierungs- und Verwaltungskosten. Da Filialbanken meist mit höheren Sicherheitsmargen starten als Direktbanken, ist hier der prozentuale Spielraum für individuelle Nachlässe oft am größten.

Warum ist eine gute Bonität der wichtigste Hebel in der Kreditverhandlung?

Eine exzellente Bonität senkt das Ausfallrisiko für die Bank drastisch, was wiederum die notwendige Risikomarge im Zinssatz verringert. Kreditnehmer mit sicherem Einkommen und hohem Eigenkapital gelten als Vorzeige-Kunden, um die Banken im Wettbewerb mit attraktiven Sonderkonditionen kämpfen.

Was tun, wenn die Hausbank trotz guter Bonität keinen Nachlass gewährt?

In diesem Fall sollten Kreditnehmer schriftliche Angebote von Konkurrenzinstituten oder Online-Vermittlern vorlegen, um den Marktdruck zu verdeutlichen. Signalisieren Sie dem Berater klar, dass die Treue zum Haus an wettbewerbsfähige Konditionen gekoppelt ist, um eine Bewegung beim Zinssatz zu erzwingen.

Fremdwährungshypothek

Eine Fremdwährungshypothek bezeichnet eine Immobilienfinanzierung, bei der die Darlehensschuld nicht in Euro, sondern in einer ausländischen Währung wie dem US-Dollar, dem britischen Pfund oder dem japanischen Yen verbrieft wird. Der Kern dieses Modells liegt in der Ausnutzung internationaler Zinsdifferenzen. Wenn in anderen Währungsräumen ein signifikant niedrigeres Zinsniveau herrscht als im Euroraum, können Kreditnehmer ihre Finanzierungskosten drastisch reduzieren. Diese Zinsersparnis kann wahlweise zur Senkung der monatlichen Rate oder zur Beschleunigung der Tilgung eingesetzt werden, was die Gesamtlaufzeit des Kredits verkürzt.

Wechselkursrisiken und wirtschaftliche Tragweite

Trotz der Zinsvorteile sind Fremdwährungshypotheken mit einem erheblichen Wechselkursrisiko verbunden. Da der Kreditnehmer sein Einkommen üblicherweise in Euro bezieht, die Schuld jedoch in einer Fremdwährung besteht, ist die Stabilität des Euro-Kurses entscheidend. Eine Abwertung des Euro gegenüber der Darlehenswährung führt dazu, dass zur Tilgung und Zinszahlung deutlich höhere Euro-Beträge aufgewendet werden müssen. In der Vergangenheit haben extreme Schwankungen am Devisenmarkt gezeigt, dass die reale Schuldenlast sprunghaft ansteigen kann, was im schlimmsten Fall die wirtschaftliche Existenz des Eigentümers gefährdet.

Gewinnchancen und aktives Währungsmanagement

Dem Risiko stehen jedoch auch beträchtliche Chancen gegenüber. Wertet sich der Euro gegenüber der Kreditwährung auf, sinkt der Kapitaldienst in Euro gerechnet, was einer effektiven Schuldensenkung gleichkommt. Zusätzliche Erträge lassen sich durch aktives Währungsmanagement und den Einsatz von Stillhaltergeschäften am Forex-Markt erzielen. Ein solches Vorgehen erfordert jedoch eine kontinuierliche Marktbeobachtung und die Bereitschaft, bei ungünstigen Trends schnell zu reagieren. Ein wichtiges Instrument ist hierbei das sogenannte „Switchen“, also das Umschichten des Darlehens in eine stabilere oder günstigere Währung, um Verluste zu begrenzen.

Anforderungen an den Kreditnehmer

Aufgrund der hohen Volatilität verlangen Banken bei Fremdwährungshypotheken fast ausnahmslos einen wesentlich höheren Eigenkapitalanteil als bei Standardfinanzierungen, um einen Puffer für Kursschwankungen zu schaffen. Diese Finanzierungsform ist daher nur für Kunden mit hoher Risikotragfähigkeit, überdurchschnittlichem Einkommen und fundierten Marktkenntnissen geeignet. Während dieses Modell in Deutschland eher ein Nischenprodukt darstellt, ist es in den Nachbarländern Österreich und Schweiz deutlich tiefer im Finanzmarkt verwurzelt.

FAQ

Ab welcher Zinsdifferenz lohnt sich eine Fremdwährungshypothek rechnerisch?

Pauschal lässt sich dies schwer sagen, da der Zinsvorteil das Wechselkursrisiko kompensieren muss. Experten raten oft dazu, dass die Zinsdifferenz mindestens 1,5 bis 2 Prozentpunkte betragen sollte, um die zusätzlichen Kosten für Währungskonvertierungen und das erhöhte Risiko wirtschaftlich zu rechtfertigen.

Was genau passiert beim „Switchen“ eines Darlehens?

Beim Switchen wird das bestehende Darlehen in der aktuellen Fremdwährung glattgestellt und zeitgleich in einer neuen Währung (oder im Euro) wieder aufgenommen. Dies wird meist dann vollzogen, wenn eine Währung gegenüber dem Euro zu stark wird oder ein anderer Währungsraum plötzlich attraktivere Zinsen bietet. Dabei fallen jedoch Transaktionsgebühren an.

Wie wird die Immobilie selbst durch das Währungsrisiko beeinflusst?

Der Sachwert der Immobilie bleibt in Euro stabil, doch die Beleihungsquote ändert sich durch Währungsschwankungen. Steigt die Kreditschuld währungsbedingt über den Wert der Immobilie (Negative Equity), kann die Bank zusätzliche Sicherheiten verlangen oder den Kredit im Extremfall kündigen.

Wertpapiersparplan

Ein Wertpapiersparplan ist ein Sparplan, bei dem die laufenden Einzahlungen nicht auf ein Einlagenkonto fließen, sondern in Wertpapiere investiert werden. Wertpapiersparpläne werden im Bereich der Immobilienfinanzierung häufig eingesetzt, um den erforderlichen Eigenkapitalanteil anzusparen. Gegenüber einem klassischen Banksparplan bietet ein auf Wertpapieren basierender Sparplan die Chance auf höhere Renditen.

Es kann grundsätzlich in jeder Wertpapiergattung gespart werden: Aktien und verzinsliche Wertpapiere stehen ebenso zur Verfügung wie Fonds oder Zertifikate. Die meisten Sparpläne, die zum Ansparen von Kapital für eine Immobilienfinanzierung unterhalten werden, basieren allerdings auf Investmentfonds. Die Entwicklung des Guthabens hängt dabei sehr stark von der Kursentwicklung an den Kapitalmärkten ab. Im günstigsten Fall sind jährliche Renditen der eingezahlten Beträge von 30 Prozent und mehr möglich, wenn ein Fonds seinen Schwerpunkt auf den Aktienmarkt legt und dieser sich in einer starken Aufwärtsbewegung befindet. Als durchschnittliche zu erwartende Wertentwicklung wird allerdings ein jährlicher Prozentwert zwischen sechs und zehn Prozent angegeben. Auch hier richtet sich die Renditeerwartung nach der Art des Fonds: Ein Aktienfonds mit dem Schwerpunkt auf deutsche Standardwerte verspricht eine geringere durchschnittliche Wertsteigerung als ein Fonds, der vornehmlich in Wachstumswerte der BRIC-Staaten investiert.

Je höher die zu erwartende Rendite eines Fonds ist, desto höher ist jedoch auch das Risiko: Im schlimmsten Fall kann der gesamte Einsatz verloren sein, auch wenn Totalverluste bei nicht gehebelten Investmentfonds selten sind. Ein Kursrückgang über 50 Prozent in einem Jahr ist allerdings realistisch und muss einkalkuliert werden. Wertpapiersparpläne sind keine verbindlichen Verträge mit der Bank: Sie können jederzeit beendet werden. Auch eine Verfügung über die angesparten Mittel ist jederzeit möglich. Der große Nachteil für angehende Eigentümer ist allerdings die beschriebene Unsicherheit: Es ist keinesfalls gewiss, dass das gewünschte Kapital zu dem Zeitpunkt, zu dem es benötigt wird, auch tatsächlich zur Verfügung steht. Viele nutzen Wertpapiersparpläne deshalb nur in Kombination mit sicheren Sparprodukten.

Eigentümer-Versicherung

Unter dem Begriff Eigentümer-Versicherungen werden alle Policen zusammengefasst, die Immobilienbesitzer vor Sachschäden am Objekt sowie vor Haftpflichtansprüchen Dritter schützen. Zu den zentralen Absicherungen zählen insbesondere die Wohngebäudeversicherung sowie die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. Bereits während der Errichtungsphase sind zudem die Rohbauversicherung und die Bauherrenhaftpflichtversicherung von elementarer Bedeutung. Der Nachweis eines ausreichenden Versicherungsschutzes ist in der Regel eine zwingende Voraussetzung für die Auszahlung von Immobiliendarlehen. Kreditinstitute schützen sich auf diese Weise gegen das Risiko eines Totalverlusts der Sicherheit durch Zerstörung des Gebäudes oder einer Zahlungsunfähigkeit des Darlehensnehmers infolge hoher Schadensersatzforderungen.

Die Wohngebäude- und Rohbauversicherung im Detail

Die Wohngebäudeversicherung bietet finanziellen Schutz bei Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Sturm, Hagel sowie Leitungswasser. Sie bündelt somit die Leistungen der Feuer-, Sturm- und Leitungswasserversicherung in einem Vertragswerk. Die Höhe der Versicherungsprämien orientiert sich am Wert der Immobilie, der regionalen Risikozone des Standorts sowie individuellen Ausstattungsmerkmalen. Bei vermieteten Objekten können die Kosten für diese Versicherung als Betriebskosten steuerlich geltend gemacht werden. Bevor ein Gebäude bezugsfertig ist, tritt die Rohbauversicherung an die Stelle der Wohngebäudeversicherung. Sie sichert das unfertige Bauwerk gegen Elementarschäden und unvorhersehbare Witterungseinflüsse ab, die bereits vor der Fertigstellung erhebliche finanzielle Belastungen verursachen können.

Haftpflichtrisiken während und nach der Bauphase

Die Bauherrenhaftpflicht- und die Eigentümerhaftpflichtversicherung greifen ein, wenn Dritte durch das Grundstück oder das Gebäude zu Schaden kommen oder deren Eigentum beschädigt wird. Dies umfasst Unfälle, die auf eine unzureichende Sicherung der Baustelle zurückzuführen sind, ebenso wie Glatteisunfälle auf dem Gehweg vor einer bestehenden Immobilie. Da Eigentümer für Verletzungen der Verkehrssicherungspflicht mit ihrem gesamten Privatvermögen haften, können solche Ansprüche ohne entsprechenden Versicherungsschutz die wirtschaftliche Existenz gefährden. Ein lückenloser Haftpflichtschutz ist daher für jeden Immobilienbesitzer unverzichtbar, um sich gegen die potenziell existenzbedrohenden Folgen von Personen- oder Sachschäden abzusichern.

FAQ

Welche Versicherungen verlangen Banken zwingend für eine Kreditbewilligung?

Kreditinstitute fordern grundsätzlich den Nachweis einer Wohngebäudeversicherung inklusive Feuerabsicherung, um den Wert der Kreditsicherheit langfristig zu garantieren. Ohne diese Deckungszusage wird das Darlehen meist nicht ausgezahlt, da das Risiko eines Totalverlusts für die Bank zu hoch wäre.

Worin unterscheidet sich die Bauherrenhaftpflicht von der normalen Eigentümerhaftpflicht?

Die Bauherrenhaftpflicht deckt spezifische Risiken ab, die typischerweise auf einer Baustelle entstehen, wie etwa herabstürzende Gerüstteile oder ungesicherte Gruben. Nach der Fertigstellung und Abnahme des Objekts geht dieser Schutz in die reguläre Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht über, die den laufenden Betrieb der Immobilie absichert.

Können Versicherungsprämien für Immobilien steuerlich abgesetzt werden?

Sofern die Immobilie vermietet wird, lassen sich die Beiträge zu den Eigentümer-Versicherungen als Werbungskosten im Rahmen der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung absetzen. Bei einer reinen Selbstnutzung ist lediglich die Haftpflichtkomponente unter bestimmten Voraussetzungen als Sonderausgabe abzugsfähig.

Devisenkredit

Ein Devisenkredit bezeichnet ein Darlehen, das nicht in Euro, sondern in einer ausländischen Währung aufgenommen wird. Häufig gewählte Währungen sind hierbei der Schweizer Franken, der US-Dollar, das britische Pfund oder der japanische Yen. Das primäre Ziel einer solchen Fremdwährungsfinanzierung besteht darin, von den niedrigeren Zinssätzen in anderen Währungsräumen zu profitieren, um die Gesamtbelastung einer Hypothek signifikant zu senken. Die Zinsvorteile eines Devisenkredits können dabei flexibel genutzt werden, um entweder die monatliche Ratenlast zu reduzieren, den Tilgungszeitraum zu verkürzen oder eine vorteilhazte Kombination aus beiden Effekten zu erzielen.

Risiken und Anforderungen bei Fremdwährungsfinanzierungen

Trotz der Zinsvorteile bergen Devisenkredite erhebliche Risiken, da die zur Tilgung verwendeten Einkünfte meist in Euro erzielt werden. Sinkt der Außenwert des Euro gegenüber der Darlehenswährung, erhöht sich der notwendige Euro-Aufwand für die Rückführung des Kredits entsprechend. Da Kursentwicklungen am Devisenmarkt grundsätzlich unvorhersehbar sind, müssen Kreditnehmer eine permanente Unsicherheit einkalkulieren. Aus diesem Grund verlangen Banken bei Fremdwährungsfinanzierungen meist einen deutlich höheren Eigenkapitalanteil sowie ein aktives Devisenmanagement. Dieses Management wird entweder durch das Kreditinstitut selbst oder spezialisierte Dienstleister übernommen, um die Finanzierung abzusichern und existenzielle Risiken bei massiven Wechselkursschwankungen zu minimieren.

Chancen und strategische Optionen am Devisenmarkt

Gleichzeitig bietet der Devisenmarkt beträchtliche Chancen, sofern sich die Wechselkurse zugunsten des Darlehensnehmers entwickeln. In einem solchen Szenario sinkt die reale Finanzierungsbelastung, da mit dem monatlich konvertierten Euro-Betrag eine größere Menge der Fremdwährung getilgt werden kann. Im Idealfall können Wechselkursgewinne die Tilgung so weit unterstützen, dass die Eigenleistung des Kreditnehmers minimal bleibt oder im Extremfall sogar die Zinslast durch Währungsgewinne gedeckt wird. Zudem ermöglichen einige Spezialanbieter zusätzliche Einnahmen durch Stillhaltergeschäfte am Devisenmarkt, um die Entschuldung zu beschleunigen, wobei diese Strategien jedoch mit zusätzlichen, nicht unerheblichen Risiken verbunden sind.

FAQ

Was ist der Hauptvorteil eines Devisenkredits gegenüber einem Euro-Darlehen?

Der wesentliche Vorteil liegt in der Nutzung niedrigerer Zinssätze, die in bestimmten ausländischen Währungsräumen im Vergleich zum Euroraum herrschen können. Dadurch lässt sich die Zinslast einer Finanzierung reduzieren, was entweder die monatliche Rate senkt oder die Tilgung beschleunigt.

Welches Risiko ist bei der Aufnahme einer Fremdwährungsfinanzierung am bedeutendsten?

Das größte Risiko stellt das Wechselkursrisiko dar, da ein schwächelnder Euro die Rückzahlungssumme in der Heimatwährung unvorhersehbar in die Höhe treiben kann. Ohne eine entsprechende Absicherung können Währungsverluste den ursprünglichen Zinsvorteil schnell zunichtemachen oder sogar übersteigen.

Warum verlangen Banken für Devisenkredite oft mehr Eigenkapital?

Die erhöhte Eigenkapitalquote dient der Bank als Sicherheitspuffer gegen die Volatilität der Devisenmärkte. So wird sichergestellt, dass die Finanzierung auch dann stabil bleibt, wenn sich der Wechselkurs kurzfristig zum Nachteil des Kreditnehmers entwickelt.

Möchten Sie, dass ich für eine bestimmte Währung (z. B. Schweizer Franken) eine Beispielrechnung erstelle, um die Auswirkungen von Kursschwankungen zu verdeutlichen?

Zinsänderungsvereinbarung

Die Zinsänderungsvereinbarung ist Bestandteil von Darlehensverträgen und regelt die Anpassung eines variablen Zinssatzes an veränderte Marktbedingungen im Detail. So ist in der Zinsänderungsvereinbarung festgeschrieben, an welchem Zinssatz sich der Darlehenszinssatz orientiert. Dies ist in der Regel ein bekannter Geldmarktsatz des Interbankenmarktes, der sich durch einen Blick in die Tageszeitung herausfinden lässt, etwa der EONIA oder der EURIBOR. Aus diesem Zinssatz leitet sich der Kreditzins in der Regel gemäß einer bestimmten Vorgehensweise ab. So kann der Darlehenszins etwa definiert sein als „EURIBOR plus 200 Basispunkte“.

In der Zinsänderungsvereinbarung sind allerdings noch weitere grundlegende Aspekte der Zinsanpassung festgehalten. Dazu zählt etwa eine klare Aussage darüber, zu welchen Stichtagen der Referenzzinssatz betrachtet wird. Dies kann etwa immer am letzten Freitag eines Kalendermonats der Fall sein. Auch eine quartalsweise Betrachtung ist denkbar. Steigt der Zins an einem Betrachtungstag an bzw. liegt er höher oder tiefer als am vorangegangenen Betrachtungstag, wird der Zinssatz angepasst. Die Zinsänderungsvereinbarung gibt vor, mit welcher zeitlichen Verzögerung und in welchem Umfang dies erfolgt. So kann etwa vereinbart werden, dass eine Anpassung mit dem Beginn des Kalendermonats wirksam wird, der auf den betreffenden Beobachtungstag folgt. Für Kreditnehmer ist dieser Aspekt besonders wichtig, weil er Auskunft darüber gibt, wann eine Änderung des Zinsniveaus eine Änderung der monatlichen Kreditrate nach sich zieht.

Auch über den Umfang der Zinsanpassung gibt die Zinsänderungsvereinbarung unmissverständlich Auskunft. Eine Änderung des Referenzzinssatzes kann entweder eins zu eins an den Kreditnehmer weitergegeben oder gemäß eines Regelwerkes verändert werden. Dieses kann beispielsweise vorsehen, eine Zinsänderung von 100 Basispunkten nur zu 90 Prozent auf den Darlehenszins zu übertragen. Der Verzicht auf eine klare Regelung ist aus Sicht des Kreditnehmers fahrlässig, weil Banken in der Praxis dazu neigen, die Zinsen nach billigem Ermessen – und damit in der Regel zu ihren eigenen Gunsten – anzupassen.

Finanzierungsrahmen

Im Kontext der privaten Immobilienfinanzierung beschreibt der Begriff Finanzierungsrahmen zwei unterschiedliche Sachverhalte. Einerseits kann es sich um eine von der Bank verbindlich zugesagte Kreditlinie handeln, innerhalb derer der angehende Eigentümer unter Einhaltung gewisser Auflagen frei über den Mitteleinsatz für den Immobilienerwerb entscheiden kann. Andererseits wird darunter der maximale Kreditbetrag verstanden, den ein Kreditnehmer nach vernünftigem kaufmännischem Ermessen langfristig tragen kann. Die Höhe dieses Rahmens wird maßgeblich von der individuellen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sowie den aktuellen Bedingungen am Kapitalmarkt bestimmt, wobei insbesondere das Zinsniveau und die damit verbundenen Bonitätszuschläge eine zentrale Rolle spielen.

Verwendung und Aufteilung der Kreditmittel

Sobald eine Bank einen solchen Finanzierungsrahmen gewährt, ist dessen Nutzung meist an feste Quoten gebunden. Üblicherweise müssen mindestens 70 bis 80 Prozent des Rahmens für die direkten Investitionskosten der Immobilie verwendet werden. Der verbleibende Teil kann zur Deckung der Erwerbsnebenkosten herangezogen werden, die sich im Wesentlichen aus Notargebühren, der Maklercourtage und der Grunderwerbssteuer zusammensetzen. Etwaige Restbeträge innerhalb des Rahmens stehen dem Kreditnehmer häufig für die Anschaffung von Inneneinrichtung oder Hausrat zur Verfügung. Ein charakteristisches Merkmal dieses Finanzierungsmodells ist die hohe Flexibilität, da über Teilbeträge des Rahmens oft noch geraume Zeit nach dem tatsächlichen Einzug verfügt werden kann.

Voraussetzungen und Marktsituation in Deutschland

Die Gewährung eines Finanzierungsrahmens ist in der Regel an eine exzellente Bonität des Antragstellers gebunden. Vor allem Personengruppen mit hoher Beschäftigungssicherheit, wie beispielsweise Beamte, profitieren häufig von solchen Zusagen. Alternativ kann ein solcher Rahmen durch die Stellung zusätzlicher, werthaltiger Sicherheiten ermöglicht werden. Trotz der Vorteile für den Kreditnehmer stellen diese Finanzierungskonstrukte auf dem deutschen Markt weiterhin eine Ausnahme dar. Kreditinstitute bewerben diese Produkte meist nicht aktiv, sondern stellen sie vornehmlich auf explizite Anfrage und nach individueller Prüfung bereit.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen einem Finanzierungsrahmen und einem gewöhnlichen Hypothekendarlehen?

Während ein klassisches Hypothekendarlehen zweckgebunden an den Kaufpreis der Immobilie gekoppelt ist und in einer Summe oder nach Baufortschritt ausgezahlt wird, bietet der Finanzierungsrahmen einen Puffer für zusätzliche Kosten wie Einrichtung oder Renovierung. Er ähnelt in seiner Flexibilität einem Kontokorrentkredit, ist jedoch durch grundpfandrechtliche Sicherheiten deutlich günstiger verzinst.

Muss ich den bereitgestellten Finanzierungsrahmen immer voll ausschöpfen?

Nein, der Finanzierungsrahmen stellt lediglich die Obergrenze dar, bis zu der die Bank Kredite gewährt. Es ist kaufmännisch ratsam, nur so viel Kapital abzurufen, wie tatsächlich benötigt wird, um die monatliche Zins- und Tilgungsbelastung so gering wie möglich zu halten und unnötige Bereitstellungszinsen zu vermeiden.

Welche Sicherheiten verlangt die Bank für die Einräumung eines solchen Rahmens?

Wie bei jeder Immobilienfinanzierung bildet die Eintragung einer Grundschuld an erster Rangstelle die primäre Sicherheit. Da ein Finanzierungsrahmen jedoch oft über den reinen Beleihungswert der Immobilie hinausgeht, verlangen Banken zusätzlich häufig eine Abtretung von Lebensversicherungen, Sparguthaben oder den Nachweis eines überdurchschnittlich hohen, gesicherten Einkommens.