KfW-Energiesparhaus

Das KfW-Energiesparhaus versteht sich als eine bestimmten Anforderungen entsprechende Immobilie, die durch ein günstiges Darlehen der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau in Teilen finanziert werden kann. Die Kriterien, die ein Bauvorhaben erfüllen muss, damit eines der öffentlich geförderten Darlehen ausgereicht werden kann, beziehen sich auf die Energieeffizienz des Gebäudes. Die KfW unterscheidet dabei zwischen einem Energiesparhaus 40 und einem Energiesparhaus 60.

Das Energiesparhaus 40 zeichnet sich durch einen Primärenergiebedarf aus, der nicht mehr als 40 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter Wohnfläche beträgt. Darüber hinaus muss der Transmissionswärmeverlust des Objektes den in der EnEv angegebenen Höchstwert um mindestens 45 Prozent unterschreiten. Bei Bauvorhaben muss ein entsprechendes Gutachten eines qualifizierten Energieberaters die Erfüllung der Kriterien nachvollziehbar darlegen.

Das Energiesparhaus 60 verzeichnet einen Primärenergiebedarf von bis zu 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche und einen Transmissionswärmeverlust, der um mindestens 30 Prozent unter dem in der Energieverordnung liegt.

Für Bauherren, die ihr Eigenheim nach den genannten Kriterien errichten, ergeben sich bei der Finanzierung signifikante Vorteile, da die Konditionen der Kreditprogramme stets günstiger sind als die auf dem freien Markt. Das maximale Finanzierungsvolumen beläuft sich in beiden Programmvarianten auf 50.000 Euro. Der Sollzins ist bei Darlehen für das Energiesparhaus 40 nominal identisch mit dem für Engagements im Energiesparhaus 60, wobei bei letzterem die Auszahlung des Darlehens mit einem Disagio in Höhe von vier Prozent erfolgt.

Die Programme der KfW entspringen dem politischen Willen nach einem effizienteren Umgang mit Energie und fördern deshalb deren Einsparung. Ökologische Ziele wie die Reduktion von Treibhausgasen werden dabei in Kombination mit ökonomischen Vorhaben wie z.B. eine geringere volkswirtschaftliche Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verfolgt.

Die Abwicklung der Darlehensprogramme erfolgt gemäß dem Hausbankprinzip und damit über die Vertriebspartner der KfW, zu denen neben Sparkassen und Genossenschaftsbanken auch private Kreditinstitute zählen. Bei den Vertriebspartnern sind auch sämtliche erforderlichen Unterlagen einzureichen.

Weitere Informationen und Beiträge zum Thema Energiesparhaus:

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Kapitallebensversicherung

Als Kapitallebensversicherung versteht sich eine Versicherungspolice, die aus einer Risikolebensversicherung und einem Sparvertrag besteht. Die Risikoversicherung zahlt dabei die im Versicherungsvertrag vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen des Versicherungsnehmers aus, wenn dieser vor Fälligkeit der Police verstirbt. Der Sparvertrag dient der Akkumulation von Vermögen, das am Ende der Laufzeit ausbezahlt wird.

Kapitallebensversicherungen gehören zu den am weitesten verbreiteten Finanzprodukten in der Bundesrepublik und dienen im Rahmen der Baufinanzierung häufig als Tilgungsträger für endfällige Darlehen. Die Kombination aus Sparvertrag und Risikopolice dient dem Versicherungsnehmer dabei als Komplettlösung: Die Hinterbliebenen werden für den Fall des eigenen Ablebens ausreichend abgesichert und die Rückführung des zur Immobilienfinanzierung aufgenommenen Darlehens ist durch die regelmäßigen Einzahlungen in die Kapitalkomponente gesichert.

Kapitallebensversicherungen können wahlweise auf einem Banksparplan oder einem Investmentfonds basieren. Die erstere Variante garantiert eine sichere Verzinsung der Einlagen und bietet darüber hinaus in Gestalt der Überschussbeteiligung zusätzliche Erträge. Fondsgebundene Policen ermöglichen die Partizipation an den Entwicklungen der weltweiten Aktienmärkte, unterliegen allerdings einem größeren Risiko. In der Regel sind fondsgebundene Varianten mit einer Kapitalgarantie zum Ende der Laufzeit verbunden, die die Rückzahlung mindestens der eingezahlten Beträge gewährleistet.

Lebensversicherungen gelten als eine der sichersten Kapitalanlagen. Insbesondere Policen, die auf einem Banksparplan beruhen, sind dabei mit einem nur sehr geringen Risiko verbunden, da gesetzliche Vorschriften die Assekuranzen zwingen, die ihnen anvertrauten Mittel größtenteils in sichere, verzinsliche Wertpapiere bester Bonität zu investieren. Die Aktienquote deutscher Lebensversicherer beläuft sich seit einigen Jahren auf lediglich noch acht Prozent.

Kapitalbildende Lebensversicherungen, die im Rahmen einer Baufinanzierung als Tilgungsträger eingesetzt werden, ermöglichen potenziell eine Reduktion der Gesamtkosten einer Hypothek. Wird über einen langen Zeitraum eine hohe Überschussbeteiligung realisiert, verringert sich die Differenz zwischen den auf das Darlehen zu entrichtenden Sollzinsen und den im Lebensversicherungsvertrag anfallenden Habenzinsen. Insbesondere im späteren Verlauf der Tilgung kann eine über einen Tilgungsträger abgewickelte Rückführung eines Immobilienkredites so gegen steigende Zinsen am Kapitalmarkt schützen.

Switching

Der aus dem englischen Sprachgebrauch stammende Begriff „Switching“ (deutsch: wechseln, ändern) bezeichnet im Zusammenhang mit Immobilienfinanzierungen die Konvertierung eines in einer fremden Währungen aufgenommenen Darlehens in eine andere Währung. So kann beispielsweise aus dem japanischen Yen in den Schweizer Franken „geswitcht“ werden. Das Switching ist ein zentrales Element der Risikosteuerung bei Fremdwährungsfinanzierungen. Bei Kursbewegungen an den Devisenmärkten werden durch einen rechtzeitigen Wechsel in eine andere Währung eine zu starke Aufwertung der Darlehensschuld und damit ein wirtschaftlicher Nachteil vermieden.

Die im Rahmen des Switchings durchzuführenden Operationen am Währungsmarkt werden in der Regel nicht vom Kreditnehmer selbst, sondern von seinem Finanzierungspartner übernommen, der durch automatisierte Handelsmechanismen Kursverluste über ein definiertes Niveau hinaus verhindert und so das Gesamtrisiko der Finanzierung reduziert. Eine Durchführung der Maßnahmen in Eigenregie durch den Kreditnehmer ist praktisch unmöglich, da sich Devisenkurse nahezu 24 Stunden am Tag verändern können und dadurch eine ständige Präsenz erforderlich wäre.

Je nach Regelung im Darlehensvertrag fallen bei Operationen am Währungsmarkt Gebühren an, die die Immobilienfinanzierung verteuern können. Insbesondere bei häufigem Wechsel der Darlehenswährung können dabei die Zinsvorteile, die durch die Fremdwährungs- gegenüber einer Euro-Finanzierung realisiert werden, teilweise zunichte gemacht werden. Im schlimmsten Fall muss aufgrund der Marktentwicklungen bereits kurz nach Aufnahme des Darlehens eine Konvertierung in den Euro erfolgen, so dass den Kosten keinerlei anderweitige Vorteile gegenüberstehen und darüber hinaus ein geringer Wechselkursverlust in Kauf genommen werden muss.

Eine Fremdwährungsfinanzierung ohne ausreichendes Risikomanagement und damit geeigneten vertraglichen Regelungen zu Marktereignissen, die eine Switching-Operation auslösen, ist nicht verantwortungsvoll realisierbar und wird deshalb auch auf dem deutschen Markt nicht angeboten. Viele Banken lagern das Risikomanagement mittlerweile aus und überlassen es spezialisierten Dienstleistern, wodurch sich die Kosten tendenziell verringern.

Bei Immobilienfinanzierungen, die nicht selbstgenutzten Objekten dienen, können die Kosten für notwendige Operationen am Devisenmarkt in der Regel steuerlich geltend gemacht werden.

Immobilienmakler

Als Immobilienmakler wird ein gewerblich tätiger Vermittler bezeichnet, der zwischen Anbietern und Nachfragern von Immobilien agiert und den Abschluss rechtsverbindlicher Verträge moderiert. Das Tätigkeitsfeld umfasst sowohl wohnwirtschaftlich genutzte Objekte als auch Gewerbeimmobilien, wobei Makler gleichermaßen bei Mietverhältnissen und Eigentumsübertragungen vermittelnd tätig sind. Für diese Dienstleistung erhalten sie eine Provision, die sogenannte Courtage. Bei Immobilienkäufen beläuft sich diese üblicherweise auf drei bis sechs Prozent des Transaktionsvolumens, während bei Mietverhältnissen meist zwei bis drei Monatskaltmieten veranschlagt werden. Diese Gebühr ist in der Regel vom Käufer bzw. Mieter zu tragen und unterliegt der gesetzlichen Umsatzsteuer.

Rechtliche Voraussetzungen für das Maklergewerbe

Die Ausübung des Berufs erfordert neben einer herkömmlichen Gewerbeanmeldung zusätzliche behördliche Zulassungen, die gesondert beantragt werden müssen. Die zentrale gesetzliche Grundlage hierfür bildet die Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung. Diese Zertifizierung stellt sicher, dass der Makler die notwendigen persönlichen und gewerberechtlichen Voraussetzungen erfüllt, um als seriöser Akteur am Immobilienmarkt tätig zu sein.

Wirtschaftlicher Nutzen und Markthelfende Funktion

Immobilienmakler bieten für alle beteiligten Transaktionsparteien erhebliche Vorteile. Durch die gezielte Zusammenführung von potenziellen Interessenten und passenden Objekten beschleunigen sie den Marktumschlag und reduzieren Leerstände. Während Suchende schneller eine geeignete Immobilie finden, profitieren Verkäufer oder Vermieter von zeitnahen Erlösen. Aufgrund dieser effizienzsteigernden Wirkung ist die Maklertätigkeit als markthelfende Funktion einzustufen, die eine hohe gesamtwirtschaftliche Bedeutung für die Stabilität und Dynamik des Immobilienmarktes besitzt.

Beratung und Expertise bei Transaktionen

Besonders bei komplexen Veräußerungsvorhaben ist die Inanspruchnahme eines Maklers für beide Seiten empfehlenswert. Da Immobilienübertragungen für die meisten Beteiligten Ausnahmesituationen mit geringem Erfahrungswert darstellen, bietet der Makler mit seinem Sachverstand und Erfahrungsschatz eine wertvolle Orientierung. Er trägt zur Optimierung der Verhandlungsergebnisse bei und gewährleistet einen professionellen sowie rechtssicheren Abschluss für Käufer und Verkäufer gleichermaßen.

Finanzierung der Maklerkosten

Die Aufwendungen für einen Makler werden klassischerweise den Erwerbsnebenkosten zugerechnet. Da Banken in der Regel nur den reinen Objektwert beleihen, können diese Kosten meist nicht über ein Standarddarlehen finanziert werden, sondern müssen aus Eigenmitteln aufgebracht werden. Eine Ausnahme stellen Vollfinanzierungen dar, die über die reinen Investitionskosten hinaus auch sämtliche Anschaffungsnebenkosten abdecken.

FAQ

Wie hoch ist die übliche Maklerprovision bei einem Immobilienkauf?

Die Courtage bewegt sich bei einem Kaufabschluss üblicherweise in einem Rahmen von drei bis sechs Prozent des beurkundeten Kaufpreises. Zusätzlich zur reinen Provision fällt darauf die gesetzliche Umsatzsteuer an, die bei der Kalkulation der Nebenkosten berücksichtigt werden muss.

Welche gesetzliche Erlaubnis benötigt ein Immobilienmakler in Deutschland?

Für die gewerbliche Vermittlung von Immobilien ist zwingend eine Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung erforderlich. Diese wird von den zuständigen Behörden nur erteilt, wenn der Antragsteller die nötige Zuverlässigkeit besitzt und in geordneten Vermögensverhältnissen lebt.

Gehören Maklerkosten zu den finanzierbaren Anschaffungskosten einer Immobilie?

In der Regel werden Maklergebühren als Nebenkosten eingestuft und müssen vom Erwerber aus dem Eigenkapital gezahlt werden. Nur bei speziellen Finanzierungsmodellen, wie einer 110-Prozent-Finanzierung, übernimmt die Bank auch die Kosten für den Makler und das Notariat.

Ertragswert

Als Ertragswert wird der Wert einer vermieteten Immobilie bezeichnet, der sich aus dem abdiskontierten Zahlungsüberschuss ergibt. Dieser Überschuss bildet die Differenz zwischen den Mieteinnahmen und den anfallenden Bewirtschaftungskosten eines Objekts. Der Ertragswert dient als wesentliche Grundlage für die Ermittlung des Beleihungswerts und ist somit ein zentraler Bestandteil bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit eines Immobilienprojekts.

Einflussfaktoren bei der Rentabilitätsrechnung

Um die Profitabilität einer Immobilie präzise zu ermitteln, müssen zahlreiche Faktoren in die Kalkulation einfließen, die teilweise unter Unsicherheit prognostiziert werden. Die zu erwartenden Mieteinnahmen stellen die wichtigste Ertragsgröße dar, wobei realistische Abschläge für mögliche Mietausfälle berücksichtigt werden sollten. Dem stehen sämtliche Bewirtschaftungskosten gegenüber, die nicht auf den Mieter umgelegt werden können. Versicherungen zum Schutz des Gebäudes, wie die Wohngebäudeversicherung oder die Gebäudehaftpflichtversicherung, sind hierbei ebenso anzusetzen wie die planmäßige Abschreibung des Gebäudewerts. Zudem müssen Kosten für Reparaturen sowie Rücklagen für künftige Sanierungen und Modernisierungen eingepreist werden. Die Zinskosten für ein Darlehen bilden eine weitere wichtige Ausgabenposition; bei einer Finanzierung aus Eigenmitteln sollte zudem ein kalkulatorischer Zins angesetzt werden, der sich am Niveau von Tagesgeldanlagen orientiert.

Steuerliche Aspekte und gesetzliche Vorgaben

In der Gesamtkalkulation sind zudem steuerliche Effekte zu berücksichtigen. Obwohl diese den Ertragswert im engeren Sinne nicht verändern, sind sie für die persönliche Renditeberechnung von erheblicher Bedeutung. Insbesondere bei Immobilien, die nicht selbst genutzt werden, spielt die Steuerersparnis durch Abschreibungen eine wesentliche Rolle. Die Ermittlung des Ertragswerts folgt dabei strengen gesetzlichen Verfahren. Obligatorische Kenngrößen sind hierbei der Reinertrag, der Bodenwert, der Liegenschaftszinssatz sowie ein spezifischer Vervielfältiger und sonstige wertbeeinflussende Faktoren. Wer eine Immobilienfinanzierung über eine Bank realisiert, erhält in der Regel eine detaillierte Aufstellung dieser Berechnung, die als verbindliche Grundlage für die weitere Kreditbearbeitung dient.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen dem Ertragswert und dem Sachwert einer Immobilie?

Der Ertragswert basiert primär auf den nachhaltig erzielbaren Mieteinnahmen und ist daher für Kapitalanleger die entscheidende Kennzahl zur Renditeberechnung. Im Gegensatz dazu ermittelt der Sachwert den Wert der Immobilie anhand der Substanz, also der reinen Herstellungs- oder Wiederbeschaffungskosten des Gebäudes zuzüglich des Bodenwerts.

Warum ist der Liegenschaftszinssatz bei der Ertragswertberechnung so wichtig?

Der Liegenschaftszinssatz spiegelt die marktübliche Verzinsung des im Grundstück gebundenen Kapitals wider und beeinflusst maßgeblich den Vervielfältiger in der Ertragswertformel. Ein niedriger Liegenschaftszinssatz führt rechnerisch zu einem höheren Ertragswert, da die künftigen Erträge des Objekts am Markt höher bewertet werden.

Können Instandhaltungsrücklagen den Ertragswert einer Immobilie mindern?

Ja, da Instandhaltungskosten zu den nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten zählen, reduzieren sie den jährlichen Reinertrag des Objekts. Da der Ertragswert aus diesem bereinigten Reinertrag abgeleitet wird, führen höhere kalkulatorische Rücklagen direkt zu einem vorsichtigeren und damit niedrigeren Gesamtwert der Immobilie.

Carry Trades

Als Carry Trades werden Währungsspekulationen bezeichnet, bei denen Kapital in einem Währungsraum mit niedrigem Zinsniveau aufgenommen und gleichzeitig in einem anderen Währungsraum mit höheren Zinssätzen wieder angelegt wird. Diese Strategie wird primär von Banken und institutionellen Akteuren an den internationalen Finanzmärkten genutzt, um von der Zinsdifferenz zu profitieren.

Risikoprofil und Wechselkurseffekte

Carry Trades zeichnen sich durch ein spezifisches Risikoprofil aus: Eine Aufwertung der Kreditwährung gegenüber der Anlagewährung kann die Zinsgewinne neutralisieren oder sogar zu massiven Verlusten führen. Umgekehrt vergrößert eine Aufwertung der Anlagewährung den Profit, da neben der Zinsdifferenz zusätzliche Kursgewinne realisiert werden. Da Japan seit langer Zeit ein außerordentlich niedriges Zinsniveau hält, werden Carry Trades häufig zwischen dem japanischen Yen und Währungen wie dem Euro oder dem Australischen Dollar abgewickelt.

Bedeutung für die private Baufinanzierung

In der privaten Baufinanzierung findet das Prinzip der Carry Trades bei sogenannten Fremdwährungsdarlehen Anwendung. Ziel ist es, durch die niedrigeren Zinsen der Fremdwährung die Gesamtkosten eines Immobilienprojekts zu senken. Private Immobilieneigentümer müssen sich jedoch bewusst sein, dass sie dabei erhebliche Risiken eingehen. Eine signifikante Aufwertung der Darlehenswährung gegenüber dem Euro kann ohne rechtzeitigen Ausstieg zu existenziellen finanziellen Belastungen führen.

Volkswirtschaftliche Auswirkungen und Kritik

Carry Trades haben eine hohe volkswirtschaftliche Relevanz, da sie das Austauschverhältnis an den Devisenmärkten beeinflussen und somit Auswirkungen auf den Außenhandel einer Volkswirtschaft haben können. Kritiker warnen davor, dass der exzessive Einsatz dieser Strategie zu Verwerfungen im globalen Finanzsystem führen und Währungsräume in Schieflage bringen kann. Trotz dieser Bedenken ist ein Verbot unwahrscheinlich, da weltweit kaum politische Bestrebungen in diese Richtung erkennbar sind und das Interesse der Banken an diesen Geschäften weiterhin groß ist.

FAQ

Welches ist das größte Risiko bei einem Carry Trade für Privatpersonen?

Das größte Risiko besteht im Wechselkursrisiko, da eine Aufwertung der Kreditwährung die Restschuld in Euro gemessen massiv erhöhen kann. Im Extremfall übersteigen die Währungsverluste die Zinsersparnis bei Weitem und gefährden die gesamte Finanzierung.

Warum ist der japanische Yen eine so beliebte Währung für Carry Trades?

Der Yen wird bevorzugt, weil die japanische Zentralbank über Jahrzehnte hinweg eine extreme Niedrigzinspolitik verfolgt hat, was die Refinanzierungskosten minimal hält. Dies schafft eine stabile Basis für die Zinsdifferenzgeschäfte im Vergleich zu Währungsräumen mit normalem oder hohem Zinsniveau.

Was passiert bei einem sogenannten „Unwinding“ von Carry Trades?

Ein Unwinding beschreibt die massenhafte Auflösung dieser Positionen, meist ausgelöst durch steigende Zinsen in der Kreditwährung oder erhöhte Marktvolatilität. Dies führt oft zu einer schlagartigen Aufwertung der Refinanzierungswährung und kann Schocks an den weltweiten Finanzmärkten verursachen.

Blankodarlehen

Als Blankodarlehen wird ein Kredit bezeichnet, der ohne die Hinterlegung von materiellen Vermögenswerten oder Sachsicherheiten gewährt wird. Das Kreditinstitut reicht das Darlehen allein auf Basis der Bonität des Kreditnehmers aus und setzt lediglich ein regelmäßiges Einkommen voraus, aus dem der Kapitaldienst vertragsgemäß geleistet werden kann. Damit stehen Blankodarlehen im direkten Gegensatz zu grundpfandrechtlich besicherten Darlehen, bei denen die finanzierte Immobilie als Sicherheit dient und die Bank namentlich im Grundbuch eingetragen ist.

Einsatzgebiete in der Immobilienwirtschaft

Im Bereich der klassischen privaten Baufinanzierung sind Blankodarlehen aufgrund der hohen Kreditsummen und der damit verbundenen Ausfallrisiken eher selten. Häufige Anwendung finden sie jedoch bei Modernisierungs- und Sanierungsvorhaben. Da sich die Kreditsummen hier in einem überschaubaren Rahmen bewegen, verzichten Banken oft auf eine grundbuchliche Absicherung. Dies geschieht zum einen, um die hohen Kosten für Notar und Grundbucheintrag zu vermeiden, die kleine Kreditsummen unwirtschaftlich machen würden. Zum anderen sind zum Zeitpunkt einer Modernisierung oft schon wesentliche Teile des ursprünglichen Immobiliendarlehens getilgt, sodass aus Sicht der Bank im Hintergrund bereits eine ausreichende Deckungsmasse durch den Immobilienwert vorhanden ist.

Zinskonditionen und Rückzahlungsmodelle

Die Zinssätze für Blankodarlehen liegen in der Regel deutlich über denen grundpfandrechtlich besicherter Kredite. Da die Bank kein direktes Zugriffsrecht auf einen Sachwert hat, orientiert sich die Zinsgestaltung massiv an der persönlichen Bonität und der Einkommenssituation des Darlehensnehmers. Wie bei anderen Kreditarten auch, können Blankodarlehen entweder mit einer variablen Verzinsung – gekoppelt an einen Referenzzinssatz – oder mit einem Festzins ausgestattet werden. Letzteres ermöglicht eine Rückführung in gleichbleibenden Raten und bietet dem Kreditnehmer eine hohe Planungssicherheit.

FAQ

Bis zu welcher Höhe vergeben Banken üblicherweise Blankodarlehen für Modernisierungen?

Viele Kreditinstitute vergeben Blankodarlehen für wohnwirtschaftliche Zwecke bis zu einer Grenze von etwa 30.000 bis 50.000 Euro ohne Grundbucheintrag. Die genaue Obergrenze hängt jedoch stark von der internen Risikopolitik der jeweiligen Bank und der individuellen Bonität des Kunden ab.

Welche Unterlagen werden für die Beantragung eines Blankodarlehens benötigt?

Da die Sicherheit allein auf dem Einkommen basiert, fordern Banken primär aktuelle Gehaltsnachweise, den letzten Einkommensteuerbescheid sowie eine detaillierte Aufstellung der monatlichen Ausgaben. Bei wohnwirtschaftlicher Verwendung ist zudem oft ein Nachweis über den Immobilienbesitz erforderlich, auch wenn dieser nicht direkt beliehen wird.

Warum sind die Zinsen bei einem Blankodarlehen höher als beim Baudarlehen?

Der höhere Zinssatz fungiert als Risikoprämie, da der Bank im Falle einer Zahlungsunfähigkeit kein direktes Verwertungsrecht an einer Immobilie zusteht. Um diesen potenziellen Totalausfall des Kredits statistisch abzusichern, muss das Kreditinstitut höhere Zinserträge von allen Blankodarlehnsnehmern kalkulieren.

Leitzins

Als Leitzins wird ein direkt oder indirekt von der Zentralbank gesteuerter Zinssatz bezeichnet, der für die Versorgung einer Volkswirtschaft bzw. deren Finanzsystems mit Krediten von maßgeblicher Bedeutung ist. In Europa wird der Leitzins von der Europäischen Zentralbank gesteuert, wobei der Notenbank dabei grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Zum einen kann im Rahmen von Refinanzierungsgeschäften, die sich als Kredit der Notenbank an Geschäftsbanken gegen Hinterlegung verzinslicher Wertpapiere verstehen, ein Mindestbietungssatz von der Zentralbank festgesetzt werden. Geschäftsbanken, die nicht bereit sind, diesen Zinssatz zu zahlen, erhalten keinen Kredit im Rahmen der Refinanzierungstransaktion. Zum anderen können Darlehen von der Notenbank an Geschäftsbanken auch in direkter Form erfolgen, wobei der Zins von der EZB dann festgesetzt wird. In der Eurozone ist der Mindestbietungssatz für Refinanzierungsgeschäfte auf der Basis verzinslicher Wertpapiere der maßgebliche Leitzins.

Die Höhe eines Leitzinses ist für die Geschehnisse an den internationalen Kapitalmärkten von großer Bedeutung. Zwar beziehen sich Leitzinsen auf Darlehen mit sehr kurzen Laufzeiten von oftmals nur einer Nacht, sie verzeichnen jedoch signifikante Auswirkungen auch auf die Zinssätze langfristiger Finanzierungen wie beispielsweise Hypothekenkredite für Immobilien. Eine Veränderung des Leitzinses schlägt sich meist wenige Tage bis Wochen in den Konditionen für Eigenheimfinanzierungen nieder. Auch werden durch Veränderungen des Zinsniveaus, die durch Aktivitäten der Zentralbank ausgelöst werden, wichtige Referenzzinsätze tangiert, die bei der Bemessung von Darlehenskonditionen auch bei Baufinanzierungen von Bedeutung sind. Insbesondere der EURIBOR-Zins reagiert erfahrungsgemäß schnell auf Leitzinsänderungen.

Die Entscheidungen der Notenbank über Veränderungen am Leitzins sind abhängig von verschiedenen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Insbesondere die Entwicklung der Geldmenge und der Inflation sowie die konjunkturelle Dynamik sind von signifikanter Bedeutung für die Ausrichtung der Geldpolitik. Um die Märkte nicht zu verunsichern, kündigt die Zentralbank Zinsänderungen häufig frühzeitig an. Der jeweils aktuelle Leitzins wird von der EZB sowie von verschiedenen anderen Institutionen laufend publiziert. Ebenso werden Termine angekündigt, an denen mögliche Zinsänderungen stattfinden können.

Auszahlungsvoraussetzungen

Unter dem Begriff Auszahlungsvoraussetzungen werden alle Bedingungen zusammengefasst, die aus Sicht eines Kreditinstituts erfüllt sein müssen, damit ein bewilligtes Darlehen tatsächlich ausgezahlt werden kann. Diese Kriterien gliedern sich zum einen in allgemeine Richtlinien, die bereits während der Antragsprüfung kontrolliert werden, und zum anderen in detaillierte formale Anforderungen, die der Darlehensnehmer nach der Kreditbewilligung nachweisen muss.

Die allgemeinen Voraussetzungen, die bereits im Rahmen der Antragsbearbeitung geprüft werden, betreffen vor allem die Validität der persönlichen Angaben des Antragstellers. Hierzu zählen die Plausibilität des Finanzierungsvorhabens, ein ausreichendes Einkommen auf Basis der Selbstauskunft sowie eine insgesamt tragfähige Bonität. Sobald ein Antrag bewilligt wurde, rücken die formalen Bedingungen in den Fokus. Hierzu gehört insbesondere das Einreichen aller notwendigen Dokumente. Dazu zählen bei nahezu allen Banken aktuelle Lohn- oder Gehaltsnachweise, ein Wertgutachten der zu finanzierenden Immobilie sowie relevante öffentliche Urkunden, Baupläne und Berechnungen. Diese Unterlagen sind unverzichtbare Voraussetzungen für die Ausreichung eines Hypothekendarlehens.

Interne Richtlinien und geschäftspolitische Unterschiede

Neben den kundenspezifischen Faktoren knüpfen Banken ihre Auszahlungsbereitschaft oft an äußere Rahmenbedingungen, die in internen Kreditvergaberichtlinien definiert sind. Verschlechtert sich beispielsweise die Position eines Geldhauses am Kapitalmarkt, was die Refinanzierung erschwert, können die Anforderungen an die Bonität kurzfristig verschärft werden. Ebenso ist es möglich, dass bestimmte Kundengruppen – wie Geschäftskunden, Kapitalgesellschaften oder Verbände – zeitweise von der Vergabe ausgeschlossen werden. Solche internen Richtlinien können sich kurzfristig ändern, wobei bereits verbindlich erteilte Darlehenszusagen von diesen Änderungen unberührt bleiben.

Die konkreten Auszahlungsvoraussetzungen hängen maßgeblich von der individuellen Geschäftspolitik des jeweiligen Instituts ab. Ein wesentlicher Differenzierungspunkt bei Immobilienfinanzierungen ist der Anteil der einzubringenden Eigenmittel. Während einige Kreditinstitute bereit sind, Vollfinanzierungen abzubilden, fordern andere einen Eigenkapitalanteil von bis zu 40 Prozent des Kaufpreises.

FAQ

Welche Unterlagen sind für die finale Auszahlung eines Immobiliendarlehens zwingend erforderlich?

Zu den wichtigsten Dokumenten gehören aktuelle Einkommensnachweise, amtliche Flurkarten sowie detaillierte Bauzeichnungen und Flächenberechnungen des Objekts. Zusätzlich verlangen Banken in der Regel ein professionelles Wertgutachten, um die Immobilie als Sicherheit final zu bewerten.

Können sich die Bedingungen für eine Kreditauszahlung nach der Antragstellung noch ändern?

Ja, bankinterne Richtlinien können aufgrund von Marktveränderungen oder Refinanzierungsschwierigkeiten jederzeit angepasst werden. Bestehende, rechtlich verbindliche Darlehenszusagen sind von solchen nachträglichen Änderungen jedoch geschützt und behalten ihre Gültigkeit.

Wie viel Eigenkapital setzen Banken für eine erfolgreiche Auszahlung voraus?

Die Anforderungen an die Eigenmittelquote variieren je nach Institut stark und liegen meist zwischen null und vierzig Prozent der Gesamtkosten. Eine höhere Eigenkapitalquote führt dabei in der Regel zu besseren Konditionen und einer schnelleren Auszahlungsgenehmigung.

Kreditklemme

Als Kreditklemme wird eine Situation bezeichnet, in der aufgrund einer global gestiegenen Risikotoleranz unter Banken und anderen Finanzintermediären die Versorgung der Volkswirtschaft mit Liquidität nicht ausreichend gewährleistet ist. Die Engpässe können dabei sowohl Darlehen mit kurzfristiger Laufzeit als auch solche mit längeren Fristen betreffen. Die Auswirkungen einer Kreditklemme auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sind nicht vorhersehbar und abhängig von Ausmaß und Dauer der Situation. Eine länger anhaltende Unterversorgung von Konsumenten und Unternehmen mit Liquidität führt allerdings unweigerlich zu einer nachlassenden gesamtwirtschaftlichen Nachfrage mit einem in der Folge einbrechenden Wirtschaftswachstum bis hin zu rezessiven Zuständen.

Für Bauherren, die auf der Suche nach einer Neu- oder Anschlussfinanzierung sind, kann eine Kreditklemme signifikante Auswirkungen auf ihr Vorhaben bedeuten. Zum einen neigen Banken in Zeiten von Unterliquidität dazu, Darlehen nur sehr zögerlich auszureichen, zum anderen verlangen sie für das in Zeiten einer Klemme knappe Geld mitunter deutlich höhere Zinsen. Die Kosten eines Bau- oder Erwerbsvorhabens können sich deutlich erhöhen, wenn die Finanzierungen in kritischen Zeiten aufgenommen werden.

Ursache für eine Kreditklemme ist in den meisten Fällen großes Misstrauen der Banken einer Volkswirtschaft untereinander. Die Kreditinstitute sind nicht bereit, sich gegenseitig notwendige Liquidität zur Verfügung zu stellen, da sie einen Eigenbestand an Barmitteln bevorzugen. Durch das restriktive Verhalten der Geldhäuser am Interbankenmarkt werden Refinanzierungen, die für alle Darlehen erforderlich sind, zum einen schwieriger, zum anderen teurer. Kreditklemmen äußern sich meist in Gestalt sehr hoher kurzfristiger Zinsen auf dem Geldmarkt. Um Schäden für das Finanzsystem und die reale Wirtschaft einzugrenzen, operieren die Notenbanken einer Volkswirtschaft, die sich in einer Kreditkrise befindet, meist sehr offensiv und stellen den Geschäftsbanken großzügige Darlehen zur Verfügung.

Deutliches Kennzeichen einer Klemme ist ein signifikanter Aufschlag auf die Renditen von privaten Unternehmen und Geschäftsbanken gegenüber sicherer Staatsanleihen. Die letzte Krise dieser Art trat im Jahr 2008 im Rahmen der globalen Finanz- und Hypothekenkrise auf.