Kreditverkaufsausschlussklausel

Die Kreditverkaufsausschlussklausel ist ein in jüngster Vergangenheit bei vielen Darlehensverträgen im Bereich der privaten Immobilienfinanzierung zur Anwendung gekommener Zusatz, mit dem sich Banken gegenüber ihren Kunden verpflichten, die Forderung aus dem Darlehensvertrag nicht an dritte Parteien zu veräußern. Im Zuge der weltweiten Immobilien- und Finanzkrise im Jahr 2008 hatten viele Kreditinstitute Schaden erlitten, da sie in der Vergangenheit verbriefte Kredite erworben und zu ihrem Portfolio hinzugefügt hatten. Die über lange Zeit gängige Praxis wird als eine der Ursachen für die Krise des weltweiten Finanzsystems betrachtet. Verbraucher sorgen sich seitdem zunehmend um einen Verkauf ihres Darlehens durch die Hausbank und die dadurch möglicherweise entstehenden Folgen. Insbesondere die Sorge um eine vorzeitige Fälligstellung des Kredites durch den neuen Besitzer hat dazu beigetragen, dass viele Banken von sich auf eine Veräußerung von Darlehen verzichten.

In Deutschland sind in etwa 5000 Kredite an dritte Parteien veräußert worden. Zu diesen gehören Banken und Versicherungen ebenso wie Finanzinvestoren. Generell gilt, dass durch den Verlauf eines Kredites dem Kreditnehmer keinerlei Nachteile entstehen, da der Inhalt des Darlehensvertrages nicht geändert werden kann. Eine Erhöhung des Zinssatzes ist folglich ebenso ausgeschlossen wie eine vorzeitige Kündigung oder andere Maßnahmen durch den neuen Eigentümer der Darlehensforderung. Insofern kann die Verbreitung der Kreditverkaufsausschlussklausel auch als verkaufsfördernde Maßnahme betrachtet werden, die zu keinen tatsächlichen Änderungen in der Finanzierungslandschaft führt.

Verbraucher können Banken, die den Verkauf einer Hypothek nicht von sich aus ausschließen, aktiv auf eine entsprechende Vereinbarung ansprechen. Je nach Geschäftspolitik der Bank besteht dabei durchaus Aussicht auf Erfolg.

Notleidende Darlehen, also solche, die vom Kreditnehmer nicht ordnungsgemäß bedient werden, werden seit je her von Banken an dritte Parteien veräußert. Dies dient den Kreditinstituten bei der operativen Geschäftsführung. In der Regel betrifft die Kreditverkaufsausschlussklausel deshalb auch keine Darlehen, die nicht pünktlich bezahlt werden.

Rücklagen

Als Rücklagen werden ganz allgemein Ersparnisse bezeichnet, die zu einem bestimmten Zweck oder aus einer bestimmten Absicht heraus entweder gebildet worden sind oder aber gebildet werden. Im Bereich der privaten Baufinanzierungen werden Rücklagen von Eigentümern nach Beginn der Tilgung gebildet, um im Zeitverlauf notwendige Reparaturen durchführen zu können, ohne einen zusätzlichen Kredit aufnehmen zu müssen. Auch die langfristige Bildung von Rücklagen mit dem Ziel, Instandsetzungs- oder Modernisierungsmaßnahmen zu finanzieren, ist regelmäßig Gegenstand bei der Konzeptionierung einer Baufinanzierung. Rücklagen werden aus dem laufenden Einkommen gebildet und sind deshalb bei der Budgetrechnung als Kosten anzusetzen.

Der Verzicht auf die Bildung von Rücklagen kann für Eigentümer nachteilhaft sein. Insbesondere dann, wenn größere Ausgaben anfallen, wie etwa die Dämmung des Hausdaches oder der Einbau neuer Fenster, und zum betreffenden Zeitpunkt das zur Immobilienfinanzierung aufgenommene Darlehen nur geringfügig abbezahlt ist (dies ist bei annuitätischen Tilgungsverläufen aufgrund des in den ersten Jahren sehr hohen Zinsanteils häufig der Fall) können zusätzliche Fremdmittel häufig nur zu sehr schlechten Konditionen erschlossen werden, wodurch sich die Tilgung aller Verbindlichkeiten deutlich verzögert und die Gesamtkosten der Finanzierung steigen.

Rücklagen sollten unabhängig von der Ansparung für bauliche Maßnahmen auch für anderweitige Ausgaben, die nicht vorhersehbar sind, gebildet werden und stehen im besten Fall bereits am Tag der Auszahlung des Kredits in ausreichender Menge zur Verfügung. Muss beispielsweise eine neue Waschmaschine angeschafft werden oder bedarf das Auto einer zwingenden Reparatur, müssen diese Ausgaben abzudecken sein, ohne dass die pünktliche Zahlung der Kreditrate in Gefahr gerät. Andernfalls drohen Mahngebühren und Verzugszinsen oder –im schlimmsten Fall und bei andauerndem Verzug – die Kündigung der Hypothek.

Als Faustregel gilt, dass für Rücklagen, die der Finanzierung von Instandsetzungen oder Reparaturen dienen, ein halbes Prozent des Gebäudewertes im Jahr zurückgelegt werden sollen. Rücklagen, die der Deckung unvorhergesehener Ausgaben dienen, sollten in etwa das Haushaltsbudget eines Monats umfassen.

Versteigerung

Als Versteigerung wird die Veräußerung einer Immobilie im Rahmen einer Auktion bezeichnet. Dabei wird vom Auktionator ein bestimmter Termin vorgegeben, zu dem Interessenten erscheinen können. Während dieses Termins werden dann Gebote von potenziellen Käufern abgegeben. Das höchste Gebot erhält am Ende der Versteigerung den Zuschlag, der entsprechende Bieter erwirbt die Immobilie. Die Erteilung des Zuschlags ist in juristischer Hinsicht gleichbedeutend mit dem Abschluss eines verbindlichen Kaufvertrages. Der Käufer verpflichtet sich zur Zahlung des Kaufpreises und der bisherige Besitzer zur Herausgabe der Immobilie. In der Regel müssen zehn Prozent des Kaufpreises bereits beim Erwerb der Immobilie direkt beim Auktionator hinterlegt werden, die verbleibenden Zahlungen erfolgen dann zeitnah per Banküberweisung.

Die bekannteste Versteigerung im Bereich von Immobilien ist die Versteigerung als letzte Konsequenz einer Zwangsvollstreckung durch eine Bank gegen einen Kreditnehmer. Kann dieser aufgrund finanzieller Schwierigkeiten seinen Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag nicht mehr nachkommen und wird er vom Kreditinstitut ausreichend gemahnt, kündigt die Bank den gesamten Kredit und stellt ihn zur sofortigen Rückzahlung fällig. Kann der Darlehensnehmer seine Schulden dann nicht begleichen, verwertet die Bank das Haus, das mit dem Kredit finanziert worden ist. Die Verwertung ist gegenüber anderen Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, die das Vermögen des Schuldners betreffen, relativ einfach, da Hypothekenkredite grundpfandrechtlich besichert und somit im Grundbuch eingetragen sind. Andere Gläubiger des Schuldners haben somit keinen Zugriff auf die Immobilie.

Zwangsversteigerungen dienen Banken dazu, den notleidenden Kredit einzutreiben. Das Mindestgebot bei derartigen Zwangsversteigerungen beläuft sich beim ersten Auktionstermin meist auf 70 Prozent des Verkehrswertes. Wird kein ausreichend hohes Gebot abgegeben, kann in späteren Terminen ein niedrigeres Mindestgebot festgesetzt werden. Zwangsversteigerungen werden vom zuständigen Amtsgericht durchgeführt. Sofern der im Rahmen der Versteigerung erzielte Veräußerungserlös nicht ausreicht, um die Verbindlichkeiten zu decken, besteht für den Schuldner weiterhin die Pflicht zur Rückzahlung. Ggf. muss dann ein privates Insolvenzverfahren eingeleitet werden.

Verrechnung

Als Verrechnung wird im Rahmen der privaten Baufinanzierung die Buchung einer geleisteten Zahlung bei der Bank bezeichnet, die unmittelbar im Zusammenhang mit der Wertstellung des Zahlungseingangs hängt. Am Tag der Verrechnung wird die Zahlung des Kreditnehmers an seine Bank dem Darlehenskonto gutgeschrieben, so dass zum einen die gesamte ausstehende Kreditschuld sinkt und zum anderen die Zinslast geringer ausfällt. Bei den meisten Banken erfolgt die Verrechnung eingehender Zahlungen sofort, sofern das Datum des Zahlungseingangs vertragskonform ist. Wurde im Darlehensvertrag vereinbart, dass die Zahlung der monatlichen Kreditrate jeweils zum Monatsersten erfolgen muss, erfolgt auch die Verrechnung entsprechend, sofern die Zahlung tatsächlich ausgeführt worden ist. Trifft das Geld bei der Bank später ein, kann diese die Verrechnung entsprechend verspätet verschieben, wodurch sich die Darlehensschuld durch die betreffende Annuität weniger stark verringert als es bei einer pünktlichen Zahlung der Fall ist. Sofern die Zahlung des Kreditnehmers vor dem vereinbarten Zeitpunkt bei der Bank eintrifft, kann diese die vorzeitige Gutschrift verweigern und den Zahlungseingang erst am vereinbarten Wertstellungsdatum verbuchen. Ein Zinsvorteil durch verfrühte Zahlungen entsteht somit nicht.

Wurde die Verrechnung vorgenommen, wird auf dem Darlehenskonto der Zahlungseingang endgültig verbucht und gutgeschrieben. Sofern der Einzug der fälligen Raten im Lastschriftverfahren erfolgt, wird automatisch der nächste Abbuchungsauftrag vom System der Bank in die Wege geleitet und zum vorgemerkten Zeitpunkt ausgeführt. Das Datum der Verrechnung und insbesondere ein möglicher zeitlicher Abstand zwischen dem Zahlungstermin und der Gutschrift können die Gesamtkosten eines Darlehens erhöhen. Erfolgt die Gutschrift auf dem Darlehenskonto beispielsweise immer erst eine Woche nach dem Zahlungseingang, ergibt sich daraus eine Verschiebung der Zinslasten zugunsten der Bank und zulasten des Kreditnehmers. Es lohnt sich dementsprechend, einen Blick ins Kleingedruckte der Vertragsbedingungen zu werfen und die Modalitäten der Zahlungs-Verrechnung zu überprüfen und ggf. Änderungen zu verlangen bzw. den Vergleich mit einem anderen Anbieter vorzunehmen.

Kapitalbindung

Als Kapitalbindung wird im Zusammenhang mit Immobilienfinanzierungen die auf einen Zeitraum gemessene Bindung von Finanzmitteln verstanden, die durch den Erwerb einer zur Vermietung bestimmten Immobilie vom Käufer zu tragen ist. Das in einer Investition gebundene Kapital reduziert sich dabei mit jeder Mietzahlung, die der Besitzer des Objektes erhält sowie durch die Zahlung des Erlöses bei einer eventuellen Veräußerung. Alternativ formuliert wird unter der Kapitalbindung die mittlere Bindung der Anschaffungs-Investition verstanden.

Bei der Kalkulation eines Bau- oder Erwerbsvorhabens, das der Vermietung an Dritte dienen soll, spielt die Kapitalbindung eine wesentliche Rolle. Sie gibt Aufschluss darüber, wann die getätigte Investition dem Investor wieder in Gestalt von Finanzmitteln zur Verfügung steht und somit anderweitig genutzt werden kann. Auch wenn daraus allein noch kein Rückschluss auf die Rendite gezogen werden kann, die mit einem Vorhaben erzielt wird, gilt dennoch, dass langfristige Kapitalbindungen mit einem höheren Ertrag einhergehen sollten, da zum einen das Risiko des Investors größer ausfällt und zum anderen die Opportunitätskosten, die in den Zinsen bestehen, die durch die Investition des Kaufpreises nicht durch die alternative Anlage bei einer Bank erzielt werden, größer sind. Je nach Kalkulation können diese Opportunitätskosten deutlich höher ausfallen, wenn anstelle einer Bankeinlage die Investition in Aktien, die eine durchschnittliche jährliche Rendite deutlich über dem Marktzins-Niveau erzielen, angenommen wird. Grundsätzlich gilt, dass die Bindung von Kapital dann wirtschaftlich sinnvoll ist, wenn die dadurch erzielten Erträge die der nächstbesten Alternative übersteigen.

Die Kapitalbindung gibt Aufschluss darüber, wie lange die Mittel, die zum Erwerb eines Objektes gebunden worden sind, nicht zur Verfügung stehen. Insbesondere im Rahmen einer ganzheitlichen Finanz- und Vermögensplanung kann die Größe von Bedeutung sein: Muss der investierte Betrag beispielsweise nach Ablauf von 10 Jahren wieder in Form von Finanzmitteln zur Verfügung stehen (etwa weil dann eine Rente gegen Einmalzahlung beginnen soll), sollte dies entsprechend berücksichtigt und eine rechtzeitige Veräußerung geplant werden.

Erstfinanzierung

Die Erstfinanzierung bezeichnet das grundlegende Darlehen, mit dem der Bau oder Erwerb einer Immobilie realisiert wird. Sie steht damit in deutlicher Abgrenzung zu Krediten, die erst geraume Zeit nach dem Erwerb aufgenommen werden, wie etwa Anschlussfinanzierungen oder Modernisierungsdarlehen. Erstfinanzierungen umfassen sowohl Darlehen privater Banken als auch Mittel aus Programmen der öffentlichen Hand, beispielsweise der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Dabei können Erstfinanzierungen in vielfältiger Weise ausgestaltet werden, wobei die wesentlichen Unterschiede in der Laufzeit, der Handhabung von Sondertilgungen, der Zinsfestschreibung sowie der Besicherung des Darlehens liegen.

Laufzeiten und Strategien zur Zinssicherung

Erstfinanzierungen sind aufgrund der hohen Darlehenssummen in der Regel mit langen Laufzeiten ausgestattet, da eine Tilgung oft nur über diesen Zeitraum darstellbar ist. In den meisten Fällen werden diese Kredite mit einer Zinsfestschreibung von mindestens zehn Jahren versehen. Da bei einer annuitätischen Tilgung der Zinsanteil an der Rate zu Beginn sehr hoch ist, würde ein Zinsanstieg in der frühen Tilgungsphase den Kapitaldienst massiv erhöhen. Um dieses finanzielle Risiko auszuschließen, ist eine langfristige Zinsbindung bei Erstfinanzierungen üblich. Falls keine Festschreibung vereinbart wird, erfolgt die Verzinsung meist variabel auf Basis eines Referenzzinses wie dem EURIBOR, ergänzt um einen entsprechenden Bankaufschlag.

Flexibilität durch Sondertilgungen

Ein weiteres zentrales Merkmal von Erstfinanzierungen ist die vertragliche Regelung von Sondertilgungen. Da die berufliche Entwicklung und das künftige Einkommen des Kreditnehmers zum Zeitpunkt des Erwerbs oft noch nicht vollständig absehbar sind, ist eine flexible Tilgung besonders empfehlenswert. Dies gilt vor allem dann, wenn der Zinssatz des Darlehens vergleichsweise hoch ist oder ein Beleihungsauslauf von mehr als 60 Prozent vorliegt. In solchen Fällen sollte die Option auf kostenfreie Sondertilgungen unbedingt im Darlehensvertrag fixiert werden. Eine solche Vereinbarung ist zudem immer dann ratsam, wenn künftige Liquiditätszuflüsse, wie etwa Erbschaften oder Schenkungen, zu erwarten sind.

FAQ

Worauf sollte man bei der Wahl der Zinsbindung einer Erstfinanzierung achten?

Die gewählte Zinsbindung sollte sich primär am aktuellen Marktniveau orientieren: In Niedrigzinsphasen empfiehlt sich eine möglichst lange Bindung von 15 bis 20 Jahren, um die günstigen Konditionen langfristig zu sichern. Bei einem hohen Zinsniveau kann hingegen eine kürzere Laufzeit sinnvoll sein, um später von fallenden Zinsen bei der Anschlussfinanzierung zu profitieren.

Welche Kosten fallen an, wenn keine kostenlosen Sondertilgungen vereinbart wurden?

Wenn ein Kreditnehmer zusätzliche Zahlungen leisten möchte, ohne dass dies vertraglich als kostenlose Option vereinbart wurde, kann die Bank eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung für den entgangenen Zinsgewinn verlangen. Diese Gebühr kann sehr hoch ausfallen und die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit einer vorzeitigen Rückzahlung erheblich mindern oder gar zunichtemachen.

Ist eine Kombination aus Bankdarlehen und KfW-Mitteln bei der Erstfinanzierung möglich?

Ja, die Kombination verschiedener Bausteine ist in der Praxis der Standard, um die Gesamtkosten der Finanzierung durch geförderte Zinssätze zu senken. Die Hausbank fungiert dabei meist als Vermittlerin und integriert die KfW-Darlehen als ergänzende Tranchen in das gesamte Finanzierungskonzept des Bauherrn.

Finanzierungsstruktur

Als Finanzierungsstruktur wird die detaillierte Zusammensetzung einer Immobilienfinanzierung bezeichnet. In dieser Analyse werden der Eigen- und Fremdkapitalanteil, die individuellen Laufzeiten der genutzten Darlehen sowie die Verteilung zwischen fest- und variabel verzinslichen Anteilen herausgearbeitet. Zudem fließen Darlehen aus Programmen der öffentlichen Hand, Bedingungen für Sondertilgungen, staatliche Zuschüsse sowie Eigenkapitalersatzleistungen in die Betrachtung ein. Die Finanzierungsstruktur ist das zentrale Steuerungselement für den Kreditnehmer, da sie direkten Aufschluss über den zu leistenden monatlichen Kapitaldienst, die Flexibilität der Rückzahlung und den exakten Zeitraum bis zur vollständigen Entschuldung gibt.

Kapitalanteile und die Bedeutung des Beleihungsauslaufs

Das Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital wird üblicherweise in Relation zu den gesamten Investitionskosten sowie zum sogenannten Beleihungsauslauf gesetzt. Diese Kennzahl ist für die Zinskonditionen entscheidend. Sofern ein Beleihungsauslauf von 60 Prozent nicht überschritten wird, gewähren Kreditinstitute in der Regel besonders günstige Zinssätze, da die Absicherung durch die Immobilie als sehr sicher gilt. Bei einem Finanzierungsbedarf oberhalb dieser 60-Prozent-Schwelle erheben nahezu alle Banken Zinszuschläge. Diese resultieren aus dem erhöhten Ausfallrisiko, falls die Immobilie im Zuge einer Verwertung nicht den erhofften Erlös erzielt, um alle Verbindlichkeiten zu decken.

Laufzeitenmanagement und Liquiditätsplanung

Die Laufzeiten der einzelnen Darlehenskomponenten geben Aufschluss über die zukünftigen Fälligkeiten der Verbindlichkeiten und sind somit das Fundament einer soliden Finanzplanung. Im Rahmen der Finanzierungsstruktur müssen mögliche Anpassungen des Tilgungssatzes während der Laufzeit, tilgungsfreie Anlaufjahre sowie der Zeitpunkt vollständiger Rückzahlungen im Detail berücksichtigt werden. Eine mangelhafte Abstimmung dieser Fristen kann bei zeitlichen Überschneidungen von Anschlussfinanzierungen oder steigenden Raten im schlimmsten Fall zu ernsthaften Liquiditätsproblemen für den Immobilieneigentümer führen.

Zinsbindungsrisiko und öffentliche Fördermittel

Ein weiterer Fokus liegt auf der Verteilung zwischen variablen und festverzinslichen Darlehensanteilen. Hierbei wird ermittelt, wie empfindlich der Kapitaldienst auf Änderungen des Marktzinssatzes reagiert. Ein hoher Anteil an variabel verzinsten Krediten macht die Finanzierung zwar flexibler, erhöht jedoch das Risiko bei steigenden Zinsen erheblich. Ergänzt wird die Struktur durch Darlehen der öffentlichen Hand, beispielsweise der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Hierbei müssen insbesondere nachrangige Grundbucheintragungen beachtet werden, da diese von anderen Banken oft als Eigenkapitalersatz gewertet werden. Die Einbindung von Zuschüssen durch Bund, Länder oder die EU rundet das Profil einer professionellen Immobilienfinanzierung ab.

FAQ

Warum ist eine Diversifikation der Darlehensbausteine sinnvoll?

Durch die Kombination verschiedener Bausteine, wie etwa einem Bankdarlehen mit langer Zinsbindung und einem KfW-Förderkredit, lassen sich Zinsvorteile nutzen und gleichzeitig das Risiko einer massiven Zinserhöhung bei der Anschlussfinanzierung auf verschiedene Zeitpunkte verteilen.

Was versteht man unter Eigenkapitalersatzleistungen in der Finanzierungsstruktur?

Hierzu zählen Mittel, die nicht direkt als Bargeld vorliegen, aber von der Bank ähnlich bewertet werden. Typische Beispiele sind Eigenleistungen am Bau (Muskelhypothek), unbelastete Grundstücke oder auch nachrangige Darlehen von Arbeitgebern oder Verwandten, die die notwendige Kreditsumme der Hauptbank reduzieren.

Wie flexibel kann eine einmal festgelegte Finanzierungsstruktur angepasst werden?

Während Zinsbindungen festgeschrieben sind, bieten viele moderne Verträge Flexibilität durch Optionen auf Tilgungssatzwechsel oder Sondertilgungsmöglichkeiten. Eine grundlegende Änderung der Struktur, etwa die Umschuldung einzelner Teile, ist während einer Zinsbindung meist nur gegen eine Vorfälligkeitsentschädigung möglich.

Bankvorsprache

Bei der Bankvorsprache präsentieren Verbraucher ihr Finanzierungsvorhaben für eine Immobilie, um die Realisierbarkeit und die zu erwartenden Konditionen abzuklären. In diesem Prozess fordert das Kreditinstitut umfassende Informationen ein. Diese beziehen sich primär auf die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Antragsteller sowie auf die persönlichen Lebensumstände. Ziel der Bank ist es, sich ein präzises Bild über das Finanzierungsvolumen und das damit verbundene Ausfallrisiko zu verschaffen.

Im Rahmen des Gesprächs müssen Antragsteller ihr monatliches Nettoeinkommen sowie die Art ihres Arbeitsverhältnisses offenlegen. Angestellte in ungekündigter Festanstellung, die ihre Probezeit bereits beendet haben, genießen bei der Kreditprüfung meist eine höhere Priorität als Freiberufler oder Personen in befristeten Arbeitsverhältnissen. Auch das vorhandene Vermögen wird detailliert abgefragt. Hierbei unterscheidet das Institut zwischen liquiden Mitteln, die direkt als Eigenkapital in die Finanzierung einfließen, und sonstigen Vermögenswerten, die lediglich als zusätzliche Sicherheit dienen. Zudem spielt der Familienstand eine Rolle bei der statistischen Evaluierung der Haushaltsrechnung.

Objektbewertung und Ergebnis der Finanzierungsberatung

Neben der Bonität des Kunden wird das konkrete Immobilienvorhaben detailliert analysiert. Von zentraler Bedeutung sind hierbei der Finanzierungsumfang, der Eigenkapitalanteil sowie die spezifischen Eigenschaften der Immobilie. Eine marktgängige Standardimmobilie mit hohem Eigenkapitalanteil lässt sich in der Regel leichter finanzieren als ein sehr spezielles Objekt. Der Grund hierfür liegt in der Drittverwendungsfähigkeit: Standardisierte Immobilien lassen sich im Falle einer Verwertung deutlich schneller und sicherer veräußern.

Die Bankvorsprache sollte dem Kreditnehmer am Ende Klarheit darüber verschaffen, ob das Vorhaben umsetzbar ist und welche monatlichen Belastungen entstehen. Sollte eine Zusage unter den aktuellen Bedingungen nicht möglich sein, dient das Gespräch dazu, die Schwachstellen in der Finanzierungskonzeption aufzuzeigen. So kann der Antragsteller gezielt nachbessern, etwa durch die Einbringung von mehr Eigenkapital oder die Wahl eines kostengünstigeren Objekts.

FAQ

Welche Dokumente sind für eine erfolgreiche Bankvorsprache unverzichtbar?

Antragsteller sollten aktuelle Einkommensnachweise der letzten drei Monate sowie den aktuellsten Einkommensteuerbescheid bereithalten. Zusätzlich sind detaillierte Unterlagen zum Objekt, wie ein aktueller Grundbuchauszug und eine aussagekräftige Objektbeschreibung, für die Bewertung durch die Bank zwingend erforderlich.

Wie beeinflusst das Arbeitsverhältnis die Chancen auf eine Kreditzusage?

Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis außerhalb der Probezeit bietet der Bank die höchste Sicherheit bezüglich der künftigen Zahlungshöhe und -kontinuität. Freiberufler oder befristet Angestellte müssen hingegen oft umfangreichere Nachweise erbringen und mit strengeren Anforderungen an ihre Bonität rechnen.

Was passiert, wenn die Bank das Darlehen bei der ersten Vorsprache ablehnt?

Eine Ablehnung ist meist kein endgültiges Urteil, sondern ein Hinweis auf ein zu hohes Risiko in der aktuellen Konstellation. In einem solchen Fall sollten Kunden die spezifischen Ablehnungsgründe analysieren und versuchen, durch zusätzliche Sicherheiten oder einen niedrigeren Kreditwunsch eine neue Verhandlungsbasis zu schaffen.

Break-Even

Als Break-Even wird im Bereich der privaten Baufinanzierung der Zeitpunkt bezeichnet, ab dem sich der Erwerb einer eigenen Immobilie im Vergleich zu einem dauerhaften Mietverhältnis wirtschaftlich rentiert. Um diesen Punkt präzise zu ermitteln, müssen zahlreiche Variablen in ein korrektes Verhältnis gesetzt werden. Dazu zählen insbesondere der Kaufpreis der Immobilie inklusive der Erwerbsnebenkosten sowie die Zinsen für das Finanzierungsdarlehen. Ebenso wichtig sind der kalkulatorische Zinssatz für die alternative Anlage des Eigenkapitals, die aktuelle Kaltmiete inklusive zu erwartender Mietsteigerungen sowie die nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten, die allein der Eigentümer trägt.

Einflussfaktoren auf die Wirtschaftlichkeitsrechnung

Der Break-Even-Punkt steht in direktem Zusammenhang mit den genannten Kenngrößen. Je höher der Sollzins des Hypothekendarlehens ausfällt, desto länger dauert es ceteris paribus, bis sich der Immobilienerwerb gegenüber der Miete rechnet. Eine wesentliche Rolle spielt zudem die Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals: Ein hoher kalkulatorischer Zinssatz verschiebt den Break-Even-Punkt weiter in die Zukunft. In diesem Kontext muss auch die Differenz zwischen der monatlichen Kreditrate und der potenziellen Kaltmiete betrachtet werden. Da die Mietbelastung anfangs oft geringer ist, ermöglicht dies den Aufbau eines Kapitalstocks. Viele Kalkulationen setzen hierbei eine Anlage in Aktien mit hohen Renditechancen voraus, was häufig zu einem rechnerisch sehr späten Break-Even führt.

Bedeutung der Mietentwicklung

Die ersparte Miete ist ein entscheidender Faktor bei der Ermittlung des Break-Even-Punkts und korreliert in der Regel mit dem Kaufpreis des Objekts. Grundsätzlich gilt: Je höher die Mietbelastung ausfällt, desto früher ist der Break-Even-Punkt erreicht. Auch die angenommene Mietendynamik über die Jahre hinweg ist von großer Bedeutung. Je stärker die Mieten im Zeitverlauf steigen, desto schneller erweist sich das Wohneigentum als die wirtschaftlich vorteilhaftere Option.

FAQ

Was versteht man unter dem Break-Even-Punkt beim Immobilienkauf?

Er markiert den spezifischen Zeitpunkt, an dem die Gesamtkosten des Wohneigentums die kumulierten Kosten eines vergleichbaren Mietverhältnisses unterschreiten. Ab diesem Moment erzielt der Käufer gegenüber einem Mieter einen rein finanziellen Vorteil durch seine Investition.

Welchen Einfluss hat das Eigenkapital auf diesen Zeitpunkt?

Höheres Eigenkapital reduziert zwar die Darlehenssumme und die Zinslast, bedeutet aber auch den Verzicht auf alternative Renditen am Kapitalmarkt. Ist die erwartete Rendite einer alternativen Geldanlage sehr hoch, verschiebt sich der Break-Even-Punkt für die Immobilie nach hinten.

Warum ist die Mietsteigerung eine so wichtige Variable?

Während die Kreditraten einer Finanzierung über lange Zeit stabil bleiben, steigen Mieten in der Regel inflationsbedingt kontinuierlich an. Eine hohe jährliche Mietsteigerungsrate führt dazu, dass die monatliche Ersparnis des Eigentümers schneller wächst und der Break-Even-Punkt früher eintritt.

Kredittilgung

Die Kredittilgung bezeichnet die Rückzahlung eines aufgenommenen Darlehens vom Kreditnehmer an die darlehensgebende Bank. Die Tilgung erfolgt nach Maßgabe des zugrundeliegenden Darlehensvertrages und kann dementsprechend sehr unterschiedlich ausgestaltet sein. Wesentliche Charakteristika der Tilgung sind die Laufzeit, der anfängliche Tilgungssatz, die Behandlung von Sondertilgung sowie die Art der Rückzahlung, die als Annuität oder endfällig erfolgen kann.

Die Laufzeit eines Kredites wirkt sich auf dessen Tilgung maßgeblich aus. Je länger die Laufzeit und damit der Zeitraum bis zur vollständigen Tilgung des Darlehens ausfallen, desto geringer fällt die laufende Rate aus, die vom Kreditnehmer zu entrichten ist. Mit langen Laufzeiten kann die Belastung einer Finanzierung somit verringert werden. Im Gegenzug sind allerdings höhere Zinskosten in Kauf zu nehmen, so dass die Laufzeit nicht allzu lang ausfallen sollte.

Der anfängliche Tilgungssatz steht mit der Laufzeit eines Kredites in enger Verbindung. Je höher der Satz ausfällt, desto schneller ist ein Darlehen getilgt. Umgekehrt führt ein hoher Tilgungssatz auch zu einer starken Belastung durch den Kapitaldienst. Die Gesamtkosten eines Darlehens fallen wie erwähnt bei einer kürzeren Laufzeit geringer aus. Hohe anfängliche Tilgungssätze sind häufig bei Volltilgungsdarlehen zu finden, die eine vollständige Rückzahlung zum Ende der Zinsbindung vorsehen.

Die Behandlung von Sondertilgungen ist ein weiteres wesentliches Merkmal der Kredittilgung. Im Darlehensvertrag kann explizit die Möglichkeit einer über den laufenden Kapitaldienst hinausgehenden Zahlung des Darlehensnehmers vereinbart werden. Diese Zahlungen könnend dabei entweder zu einem oder mehreren bestimmten Terminen im Tilgungsverlauf möglich gemacht werden oder aber optional zu jedem Zeitpunkt getätigt werden. Je nach Vertrag kann die Bank bei Sondertilgungen Gebühren in Gestalt einer Vorfälligkeitsentschädigung erheben oder aber darauf verzichten.

Die Rückzahlung eines Kredites erfolgt in den meisten Fällen entweder annuitätisch oder aber über einen Tilgungsträger. Annuitätendarlehen werden in einer über die gesamte Laufzeit gleich bleibenden Rate zurückgezahlt, die sich aus Zins und Tilgung zusammensetzt. Alternativ können nur die Zinsen entrichtet werden, während die Tilgung über einen Sparplan (Tilgungsträger) erfolgt.