Schuldenquote

Die Schuldenquote ist ein informelles Maß, mit dem Haushalte, die eine Immobilienfinanzierung planen, die Tragweite der dadurch entstehenden wirtschaftlichen Belastungen darstellen. Die Schuldenquote erstreckt sich über zwei Dimensionen. Zum einen wird sie schlicht definiert als der Anteil der Finanzierung, der nicht über eigene Mittel, sondern über Kredite der Bank abgedeckt wird. Diese Größe wird auch als Fremdkapitalanteil bezeichnet. Zum anderen gibt die Schuldenquote an, wie groß der Anteil des Haushaltseinkommens ist, der zur Deckung des Kapitaldienstes aufgewendet werden muss. Stehen einem Haushalt beispielsweise 3.000 Euro monatlich zur Verfügung und beläuft sich die monatliche Rate für die Immobilienfinanzierung auf 1.500 Euro, beträgt die Schuldenquote 50 Prozent.

Die Schuldenquote gibt Aufschluss darüber, wie groß die Belastungen einer Finanzierung wirken. Ist sie zu hoch, sollten die Planungen Änderungen vorsehen. Diese können in einer Streckung des Tilgungszeitraumes ebenso bestehen wie in einer Verringerung der Investitionskosten und einer Anhebung des Eigenkapitalanteils durch zusätzliche Sparmittel. Eine Schuldenquote größer als 50 Prozent gilt für Haushalte mit einem in etwa durchschnittlichen Einkommen als obere Grenze. Wird deutlich mehr in den Kapitaldienst investiert, stehen zu wenig Mittel für andere Zwecke zur Verfügung. Damit sind konsumtive Zwecken ebenso gemeint wie etwa die private Altersvorsorge oder der über die Eigenheimfinanzierung hinausgehende Vermögensaufbau.

Die Schuldenquote sollte im Verlauf der Finanzierung sinken. Zum einen sollte das Einkommen des Kreditnehmers im Zeitverlauf ansteigen. Dabei muss es sich nicht einmal um eine reale Lohnerhöhung handeln, die zu einem Anstieg der Kaufkraft führt. Da die monatliche Rate eine nominale Größe ist, sinkt die Schuldenquote auch dann, wenn die Gehaltszuwächse nur die Inflation ausgleichen. Am Ende des Tilgungszeitraumes liegt die Schuldenquote dann unter 30 Prozent. Die Belastungen aus der Immobilienfinanzierung sinken also sukzessive, sodass Kreditnehmern schon nach wenigen Jahren ein höheres frei verfügbares Einkommen zur Verfügung steht als zu Beginn der Finanzierung.

Darlehenslaufzeit

Die Laufzeit eines Darlehens umfasst den Zeitraum von der ersten Auszahlung bis zur Begleichung der letzten Rate oder der Fälligkeit der verbleibenden Restschuld. Im Bereich der Immobilienfinanzierung erstrecken sich diese Zeiträume üblicherweise über mehr als zehn Jahre und können in Einzelfällen bis zu 40 Jahre betragen. Die Mehrheit der Kredite wird jedoch mit einer Laufzeit von 12 bis 20 Jahren abgeschlossen. Die gewählte Dauer ist dabei ein entscheidender Faktor für die Gesamtkosten: Da die Refinanzierung langfristiger Mittel am Kapitalmarkt für Banken kostspieliger ist, steigen die jährlichen Zinsen in der Regel proportional zur gewählten Laufzeit.

Zusammenhang zwischen Laufzeit, Zinsersparnis und Risiko

Kreditnehmer können sich oft einen niedrigeren Zinssatz sichern, indem sie eine kürzere Darlehenslaufzeit vereinbaren. Dies reduziert die Gesamtkosten der Finanzierung massiv, sofern das Zinsniveau bis zur fälligen Anschlussfinanzierung nicht deutlich ansteigt. Eine kurzfristige Finanzierungsstruktur ist somit prinzipiell kostengünstiger, birgt jedoch ein Zinsänderungsrisiko. Sollten die Marktzinsen bis zum Ende der Laufzeit stark steigen, muss die verbleibende Restschuld zu weitaus teureren Konditionen weiterfinanziert werden.

Einfluss des Tilgungssatzes auf die Laufzeit

Die tatsächliche Dauer der Entschuldung lässt sich maßgeblich durch die Höhe des Tilgungssatzes beeinflussen. Verfügt der Darlehensnehmer über ein entsprechend hohes Einkommen, kann er durch eine ambitionierte Tilgungsrate die Laufzeit verkürzen und somit Zinskosten sparen. Dennoch bieten auch lange Laufzeiten strategische Vorteile, insbesondere wenn ein Kredit in einer Phase niedriger Zinsen aufgenommen wird. Hier ermöglicht eine langfristige Zinsbindung, die günstigen Konditionen über Jahrzehnte hinweg zu fixieren. Umgekehrt sollte in Hochzinsphasen auf eine allzu lange Zinsfestschreibung verzichtet werden, um sich nicht dauerhaft an teure Konditionen zu binden.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen der Zinsbindungsfrist und der tatsächlichen Kreditlaufzeit?

Die Zinsbindungsfrist legt fest, wie lange der vereinbarte Zinssatz unverändert bleibt, während die Kreditlaufzeit den gesamten Zeitraum bis zur vollständigen Tilgung beschreibt. Oft endet die Zinsbindung bereits nach 10 oder 15 Jahren, obwohl die komplette Rückzahlung des Hauses 25 Jahre oder länger dauert.

Kann ich die Laufzeit meines Darlehens während der Zinsbindung verkürzen?

Eine Verkürzung der Laufzeit ist während einer laufenden Zinsbindung meist nur durch vertraglich vereinbarte Sondertilgungen oder eine Anpassung des Tilgungssatzes möglich. Ohne solche Klauseln im Vertrag muss für eine vorzeitige Rückzahlung in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank gezahlt werden.

Welche Laufzeit wird bei aktuell niedrigen Marktzinsen empfohlen?

In Niedrigzinsphasen raten Experten meist zu möglichst langen Zinsbindungen von 15 bis 20 Jahren oder sogar Volltilger-Darlehen. Dies bietet dem Kreditnehmer maximale Planungssicherheit und schützt ihn davor, nach Ablauf einer kurzen Laufzeit zu deutlich höheren Zinsen umschulden zu müssen.

Darlehenskosten

Die Kosten eines Darlehens setzen sich primär aus den anfallenden Sollzinsen sowie den Gebühren zusammen, die im Zuge der Kreditauszahlung erhoben werden. Gemäß den gesetzlichen Vorschriften müssen sämtliche Kostenfaktoren im effektiven Jahreszins enthalten sein, weshalb dieser Wert als wichtiger Indikator für die Kostenbelastung dient. Dies gilt jedoch vorrangig für klassische Annuitätendarlehen mit einer einfachen Struktur; bei komplexeren Finanzierungsmodellen ist eine detailliertere Betrachtung erforderlich.

Einflussfaktoren und Steuerungsmöglichkeiten

Die Höhe der Darlehenskosten wird von verschiedenen Variablen beeinflusst. Dazu zählen das allgemeine Zinsniveau am Kapitalmarkt zum Zeitpunkt des Abschlusses, die gewählte Laufzeit, die Bonität des Kreditnehmers sowie der Eigenkapitalanteil. Ein angehender Immobilieneigentümer kann die Kosten aktiv beeinflussen: Ein hoher Eigenkapitalanteil wirkt sich positiv auf den Zinssatz aus, da die Bank bei einem geringeren Fremdkapitalanteil ein niedrigeres Ausfallrisiko sieht. Als kritische Schwelle gilt hierbei ein Beleihungsauslauf von 60 Prozent. Sobald dieser Wert überschritten wird, steigen die Risikoaufschläge und damit die Gesamtkosten spürbar an.

Laufzeitgestaltung und Tilgungsgeschwindigkeit

Kredite mit langen Laufzeiten sind aufgrund der längeren Zinsbindung und des höheren Refinanzierungsrisikos der Banken meist teurer als kurzfristige Darlehen. Finanzierungen, die innerhalb von 10 bis 20 Jahren vollständig zurückgezahlt werden, bieten in der Regel günstigere Konditionen als Modelle, die nach 20 bis 25 Jahren noch eine erhebliche Restschuld aufweisen. Durch eine strategisch gewählte hohe Tilgungsrate lässt sich die Zinslast über die Gesamtlaufzeit somit effektiv reduzieren.

Zeitpunkt der Aufnahme und Forward-Optionen

Da die persönliche Bonität kurzfristig meist nur schwer zu beeinflussen ist, kommt dem Timing der Kreditaufnahme eine entscheidende Bedeutung zu. Das Marktzinsniveau schwankt im Einklang mit der konjunkturellen Entwicklung erheblich. Wer eine Niedrigzinsphase für den Start seiner Finanzierung nutzt, kann im Vergleich zu Hochzinsperioden problemlos Summen im fünfstelligen Euro-Bereich einsparen. Für künftige Vorhaben oder Anschlussfinanzierungen bieten sich zudem Forward-Darlehen an: Gegen einen geringen Aufschlag lässt sich das aktuelle Zinsniveau damit für Projekte sichern, die erst bis zu drei Jahre später realisiert werden.

FAQ

Welche Kosten sind im effektiven Jahreszins nicht enthalten?

Obwohl der Effektivzins viele Preisbestandteile abdeckt, sind Kosten für Kontoführungsgebühren, Schätzkosten für die Immobilie oder Prämien für Restschuldversicherungen oft nicht inkludiert. Auch Bereitstellungszinsen, die bei Bauverzögerungen anfallen können, werden im Standard-Effektivzins nicht berücksichtigt.

Warum führt eine schnellere Tilgung zu einer massiven Kostenersparnis?

Durch eine höhere Tilgung sinkt die Restschuld des Darlehens schneller, wodurch die Basis für die Zinsberechnung in jedem Folgemonat geringer ausfällt. Über die gesamte Laufzeit betrachtet, reduziert sich dadurch die Summe der insgesamt an die Bank gezahlten Zinsen drastisch.

Lohnt sich ein Forward-Darlehen auch bei leicht steigenden Zinsen?

Ein Forward-Darlehen lohnt sich dann, wenn die Ersparnis durch die gesicherten Zinsen den gezahlten Forward-Aufschlag übersteigt. Es dient vor allem als Versicherung gegen starke Zinssprünge und bietet dem Kreditnehmer eine feste Kalkulationsgrundlage für die Zukunft.

Eigenkapitalstock

Der Eigenkapitalstock umfasst den Teil der Investitionskosten einer Immobilie, den der angehende Eigentümer aus eigenen Mitteln finanziert, ohne hierfür einen Kredit aufzunehmen. Zu diesen Eigenmitteln zählen sämtliche liquide und investierte Vermögenswerte wie Bankguthaben, Wertpapiere, Bausparguthaben oder bereits vorhandene Baumaterialien. Eine Besonderheit stellt die Eigenleistung des Bauherren dar, im Volksmund oft als „Muskelhypothek“ bezeichnet. Wenn ein signifikanter Teil der Bauarbeiten in Eigenregie durchgeführt wird, reduziert dies den Bedarf an Fremdkapital und wird von Kreditinstituten wie Barvermögen gewertet.

Einfluss des Eigenkapitals auf Zinskonditionen und Finanzierungsrisiko

Die Höhe des Eigenkapitalstocks ist maßgeblich für die Gesamtkosten und das Risikoprofil einer Immobilienfinanzierung. Ein hoher Eigenanteil führt in der Regel zu deutlich günstigeren Zinssätzen. Solange der sogenannte Beleihungsauslauf die Grenze von 60 Prozent nicht überschreitet, verzichten Banken zumeist auf Risikoaufschläge und orientieren sich an der Basisverzinsung für erstklassige Sicherheiten. Steigt hingegen der Anteil des Fremdkapitals, erhöht sich das Risiko für die Bank, was durch steigende Zinssätze für das gesamte Darlehen kompensiert wird. Ein solides Fundament aus Eigenkapital ist daher die effektivste Methode, um die langfristige Zinslast zu minimieren.

Strategien zum Aufbau von Eigenkapital und staatliche Förderung

Für den gezielten Aufbau eines Eigenkapitalstocks stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung. Der klassische Bausparvertrag bietet neben der Sparphase den Vorteil eines späteren Anspruchs auf ein zinsgünstiges Darlehen. Alternativ eignen sich Tages- oder Festgeldkonten für eine sichere Ansparphase, während Investmentfonds zwar höhere Renditechancen bieten, jedoch aufgrund von Kursschwankungen ein höheres Risiko bergen. Um ein ausreichendes Polster zu bilden, ist ein frühzeitiger Sparbeginn entscheidend. Dabei sollten künftige Bauherren auch staatliche Förderungen prüfen, wie etwa die Eigenheimrente (Wohn-Riester), die den Aufbau des Eigenkapitalstocks durch Zulagen und Steuervorteile beschleunigen kann.

FAQ

Was versteht man unter der sogenannten Muskelhypothek?

Die Muskelhypothek bezeichnet die Eigenleistung des Bauherren, bei der durch handwerkliche Eigenarbeit die Baukosten gesenkt werden. Banken erkennen diesen geschaffenen Wert häufig als Ersatz für Bar-Eigenkapital an, was die Finanzierungskonditionen verbessern kann.

Wie wirkt sich ein Beleihungsauslauf von unter 60 Prozent auf die Zinsen aus?

Ein Beleihungsauslauf unter dieser Grenze gilt als besonders sicher, weshalb Banken hier meist ihre attraktivsten Konditionen ohne Risikozuschläge gewähren. Je geringer der Kreditbedarf im Verhältnis zum Immobilienwert ist, desto niedriger ist der effektive Jahreszins für den Darlehensnehmer.

Warum ist der Faktor Zeit beim Ansparen von Eigenkapital so wichtig?

Ein frühzeitiger Sparbeginn ermöglicht es, durch den Zinseszinseffekt und regelmäßige Einlagen über Jahre hinweg ein stabiles Kapitalfundament aufzubauen. In der Anfangsphase steht dabei die Disziplin der Rücklage im Vordergrund, während die konkrete Zinshöhe erst bei größeren Summen massiv ins Gewicht fällt.

GBP-Darlehen

Unter einem GBP-Darlehen versteht man einen Kredit, der nicht in Euro, sondern in britischen Pfund (GBP = Great Britain Pound) verbrieft ist. Es handelt sich hierbei um eine spezielle Form der Fremdwährungsfinanzierung. Kreditnehmer verfolgen mit der Aufnahme eines solchen Darlehens primär zwei strategische Ziele: die Nutzung eines vorteilhafteren Zinsniveaus im britischen Wirtschaftsraum und die Erzielung von Währungsgewinnen. Durch die Differenz der Zinssätze zwischen dem Vereinigten Königreich und der Eurozone lassen sich die laufenden Finanzierungskosten unter Umständen erheblich reduzieren. Zudem sinkt die reale Kreditlast für den Darlehensnehmer, falls der Außenwert des britischen Pfundes gegenüber dem Euro während der Laufzeit fällt, da dann weniger Euro-Einheiten für die Tilgung der Pfund-Schuld aufgewendet werden müssen.

Spekulative Komponenten und Währungsrisiken

Wie jede Finanzierung in einer anderen Währung ist auch das GBP-Darlehen mit einer signifikanten spekulativen Komponente behaftet. Die Entwicklung an den Devisenmärkten ist hochvolatil und lässt sich nicht mit Sicherheit vorhersagen. Sollte der Wert des britischen Pfundes gegenüber dem Euro steigen, erhöht sich die reale Schuldenlast für den Kreditnehmer unmittelbar. Da das Einkommen zur Tilgung meist in Euro erwirtschaftet wird, müssen bei einem erstarkenden Pfund mehr Euro für die gleiche Tilgungsrate konvertiert werden. Dieses Risiko kann im Extremfall zu massiven finanziellen Verlusten führen, weshalb diese Finanzierungsform eine hohe Risikobereitschaft und finanzielle Puffer voraussetzt.

Sicherungsmaßnahmen und aktives Management

Aufgrund der inhärenten Risiken fordern Banken bei GBP-Darlehen deutlich weitreichendere Sicherheiten als bei konventionellen Euro-Krediten. Dies geschieht meist in Form eines höheren Eigenkapitalanteils oder zusätzlicher Verpfändungen, um potenzielle währungsbedingte Forderungsausfälle abzufedern. Darüber hinaus wird die Kreditposition oft durch ein aktives Währungsmanagement begleitet. Hierbei überwachen Experten die Kursverläufe und können bei Bedarf Umschichtungen in andere Währungen vornehmen oder Absicherungsgeschäfte tätigen, um das Risiko einer Überschuldung durch Währungsturbulenzen zu minimieren.

Konjunkturelle Abhängigkeiten und Marktbesonderheiten

Die Attraktivität eines GBP-Darlehens hängt stark von der Zinsdifferenz zwischen dem Vereinigten Königreich und der Eurozone ab. Historisch gesehen ist der Zeitraum für signifikante Zinsvorteile oft begrenzt, da die britische und die europäische Volkswirtschaft eng miteinander verflochten sind. Ähnliche konjunkturelle Zyklen führen häufig dazu, dass die Zentralbanken (BoE und EZB) zeitversetzt, aber in die gleiche Richtung agieren. Daher eignet sich ein GBP-Darlehen primär als taktisches Instrument für Phasen, in denen sich die geldpolitischen Pfade beider Regionen vorübergehend deutlich voneinander entfernen.

FAQ

Wie wirkt sich der Brexit langfristig auf die Stabilität von GBP-Darlehen aus?

Seit dem Brexit unterliegt das britische Pfund einer höheren politischen Volatilität. Dies erhöht das Risiko für deutsche Kreditnehmer, da politische Unsicherheiten zu abrupten Kurssprüngen führen können. Ein GBP-Darlehen erfordert daher heute eine noch intensivere Marktbeobachtung als in den Jahren vor dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs.

Gibt es eine Mindestdarlehenssumme für Kredite in britischen Pfund?

Die meisten Banken bieten Fremdwährungsdarlehen erst ab einem gewissen Volumen an, häufig ab 100.000 Euro oder mehr. Der administrative Aufwand für die Konvertierung und das Risikomanagement ist hoch, weshalb sich diese Tarife für Kleinkredite in der Regel weder für das Institut noch für den Kunden lohnen.

Kann ich ein GBP-Darlehen in ein Euro-Darlehen umwandeln, wenn das Pfund zu stark wird?

Viele Verträge enthalten eine sogenannte Konvertierungsklausel, die den Wechsel in die Heimatwährung ermöglicht. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten: Der Wechsel erfolgt zum tagesaktuellen Kurs. Wenn das Pfund bereits stark aufgewertet hat, wird der Währungsverlust zum Zeitpunkt der Umwandlung realisiert und dauerhaft in die neue Euro-Schuld übernommen.

Barwertkosten

Wer eine Immobilie auf Kredit erwirbt, trägt neben den eigentlichen Investitionskosten auch erhebliche Finanzierungskosten. Die Gesamtkosten des Projekts setzen sich somit aus dem Kaufpreis und den Gebühren für die Vorfinanzierung durch das Kreditinstitut zusammen. Da sich eine Immobilienfinanzierung meist über Jahrzehnte erstreckt, ist die einfache Summe aller monatlichen Raten wenig aussagekräftig. Stattdessen wird der künftige Zahlungsstrom des Darlehens auf den heutigen Zeitpunkt abdiskontiert. Dieser Wert wird als Finanzierungspreis zu Gegenwartskosten oder als Barwertpreis bezeichnet.

Der Barwertpreis dient als verlässlicher Indikator für den tatsächlichen Aufschlag, den ein Käufer gegenüber dem Marktpreis oder den Herstellungskosten durch die Finanzierung leistet. Die Höhe dieses Aufschlags wird durch das Zinsniveau zum Zeitpunkt der Aufnahme, den Eigenkapitalanteil sowie die Bonität des Kreditnehmers bestimmt. Zudem spielt die Tilgungsrate eine entscheidende Rolle.

Einflussfaktoren und strategische Bedeutung der Barwertkosten

Die einzelnen Parameter wirken sich direkt auf die Barwertkosten aus: Hohe Marktzinsen treiben die Kosten nach oben, während ein solider Eigenkapitalstock und eine exzellente Bonität die Konditionen spürbar verbessern. Auch eine schnelle Entschuldung durch einen hohen anfänglichen Tilgungssatz wirkt sich positiv auf die Gesamtkostenrechnung aus.

Anhand der Barwertkosten lässt sich objektiv beurteilen, ob eine Finanzierung wirtschaftlich sinnvoll ist. In Hochzinsphasen oder bei geringem Eigenkapital können die Finanzierungskosten so massiv steigen, dass von einem Erwerb abzuraten ist. Banken preisen die damit verbundenen Risiken in Form von Zinsaufschlägen ein, was die Gesamtlast weiter erhöht. Obwohl der Barwertpreis eine wertvolle Entscheidungshilfe darstellt, findet er in der privaten Baufinanzierung bisher kaum Beachtung. Weder Banken noch Immobilienmakler integrieren diese Kennzahl standardmäßig in ihre Beratungsgespräche.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen der Ratensumme und dem Barwertpreis?

Die Ratensumme addiert lediglich alle künftigen Zahlungen, während der Barwertpreis diese Zahlungen auf den heutigen Wert abdiskontiert. Dadurch wird der Zeitwert des Geldes berücksichtigt, was einen realistischen Vergleich der Finanzierungskosten mit dem heutigen Immobilienwert ermöglicht.

Warum berücksichtigen Banken den Barwertpreis selten in der Beratung?

Banken konzentrieren sich in der Verkaufsberatung primär auf die monatliche Belastbarkeit und den effektiven Jahreszins, da diese Werte für Kunden greifbarer sind. Der Barwertpreis könnte die Gesamtkosten der Finanzierung sehr deutlich vor Augen führen, was aus Sicht des Vertriebs nicht immer verkaufsfördernd wirkt.

Wie kann ein hoher Tilgungssatz die Barwertkosten einer Finanzierung senken?

Durch eine höhere Tilgung verringert sich die Restschuld des Darlehens deutlich schneller, wodurch über die Gesamtlaufzeit weniger Zinsen auf das geliehene Kapital anfallen. Dies reduziert den Barwert der gesamten Zinslast und macht die Finanzierung insgesamt günstiger für den Kreditnehmer.

Sparzinsen

Als Sparzinsen werden oberbegrifflich die Zinsen bezeichnet, die Sparer für ihre Guthaben auf Bankkonten und in Sparplänen erhalten. Sparzinsen beziehen sich auf sichere Kapitalanlagen. Im Bereich der privaten Baufinanzierung sind Sparzinsen vor allem in der Ansparphase von Bedeutung, in der angehende Eigentümer versuchen, durch regelmäßige Einzahlungen bzw. Rücklagen einen Kapitalstock anzuhäufen, der dann später bei der Finanzierung als Eigenkapitalanteil dient.

Die Sparzinsen in einem Bausparvertrag sind meist sehr niedrig: Zwischen 0 und 2,0 Prozent werden je nach Tarif und Bausparkasse bezahlt. Die sehr niedrigen Zinsen klassischer Bausparverträge sind Resultat des Solidarprinzips einer Bausparkasse: Sparer stellen ihre Guthaben der Gemeinschaft zu niedrigen Zinsen zur Verfügung und erhalten dann später im Gegenzug selbst ein niedrig verzinstes Bauspardarlehen.

Die Sparzinsen auf Spar- und Anlagekonten richten sich stark nach der Situation am Kapitalmarkt. Insbesondere kurzfristige Laufzeiten, wie sie etwa bei Tages- und unterjährigem Festgeld üblich sind, sind stark abhängig von der Situation am Geldmarkt. Über einen gewöhnlichen Konjunkturzyklus hinweg können meist 2,0 bis 6,0 Prozent Zinsen realisiert werden. In wirtschaftlich guten Zeiten ist das Zinsniveau am Geldmarkt und damit auch die Verzinsung von Spar- und Anlagekonten hoch, in rezessiven Phasen hingegen sind die Zinsen meist niedrig.

Sparzinsen unterliegen der Abgeltungsteuer. Diese beträgt 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Jeder Sparer verfügt über einen Freibetrag in Höhe von 801 Euro im Jahr, bis zu dem Kapitalerträge nicht der Abgeltungsteuer unterliegen. Gemeinsam veranlagte Ehegatten können sogar 1602 Euro pro Jahr steuerfrei vereinnahmen. Um die Abführung der Steuer durch die Bank an das Finanzamt zu unterbinden, müssen Sparer einen Freistellungsauftrag erteilen. Die Formulare dazu stehen bei allen Banken bereit.

Die Bedeutung der Sparzinsen in einer 2-5jährigen Ansparphase sollte nicht überschätzt werden. Wichtiger als eine gute Verzinsung ist die konsequente Einzahlung auf das Sparkonto, da bei kurzen Zeiträumen der Zinseszinseffekt ohnehin gering ist.

Laufzeit-Mix

Als Laufzeit-Mix wird ein Finanzierungsmodell im Bereich der privaten und gewerblichen Immobilienfinanzierung verstanden, bei dem der benötigte Kreditanteil sowohl über ein Darlehen mit einer Zinsbindung als auch über eines mit einer variablen Verzinsung aufgenommen wird. Das Modell bietet für Kreditnehmer den Vorteil, dass nicht für die gesamte Kreditsumme die Kosten für die Zinsbindung und die lange Laufzeit in Anspruch genommen werden müssen. Langfristige Darlehen sind in der Regel deutlich teurer als solche mit einer kurzen Laufzeit. Über die Totalperiode lassen sich so erhebliche Kosten sparen. Voraussetzung ist jedoch, dass das Zinsniveau nicht deutlich ansteigt, da in diesem Fall die Kosten für das variable Darlehen signifikant ansteigen. Ein Stück weit Risiko muss also jeder Kreditnehmer, der sich für einen Laufzeit-Mix entscheidet, tragen.

Wer eine Finanzierung mit nicht homogener Laufzeitstruktur wählt, sollte dazu einige Punkte beachten. Unbedingt sollte es möglich sein, bei Fälligkeit des variablen Darlehens auch das mit Zinsbindung ausgestattete Darlehen abzulösen, indem eine Sondertilgung geleistet wird. Ist dies nicht möglich, kann der Kreditnehmer unter Umständen mit der Verlängerung des kurzen Darlehens nicht zu einer anderen Bank wechseln. Diese müsste sich dann die grundpfandrechtliche Besicherung mit der anderen Bank teilen, bzw. sie wäre nachrangig ins Grundbuch eingetragen. Da viele Banken dies nicht akzeptieren oder aber einen sehr hohen Risikoaufschlag auf den Zinssatz verlangen, sieht sich der Kreditnehmer in einer derartigen Situation in einer ungünstigen Verhandlungsposition. Banken wissen dies und bieten dann bewusst einen ungünstigen Zins an.

Der Laufzeit-Mix ist nur dann empfehlenswert, wenn die Finanzierung insgesamt auch bei einem Anstieg des Zinsniveaus noch zu tragen ist, ohne dass der Kreditnehmer in finanzielle Bedrängnis gerät. Um den zur Verfügung stehenden Spielraum für anziehende Zinsen auszuloten, kann die Zinssensitivität des Kapitaldienstes berechnet werden, die angibt, wie stark die monatliche Rate steigt, wenn der Kreditzins um einen Prozentpunkt zulegt.

Laufzeitstruktur

Die Laufzeitstruktur einer Immobilienfinanzierung ergibt sich aus den Fälligkeiten der einzelnen Darlehen. Im einfachsten Fall wird nur ein einziges Darlehen aufgenommen und in monatlich gleich hohen Raten über einen bestimmten Zeitraum vollständig getilgt. Ebenso möglich ist die Aufnahme eines Darlehens, bei dem während der Laufzeit nur die auf den valutierenden Kreditbetrag anfallenden Zinsen bezahlt werden. In diesen Fällen erfolgt die Tilgung dann über einen Tilgungsträger, bei dem es sich in den meisten Fällen um eine Lebensversicherung mit kapitalbildender Komponente handelt.

Es sind auch deutlich komplexere Laufzeitstrukturen möglich. So kann sich eine Finanzierung durchaus aus drei oder vier Darlehen zusammensetzen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Kredite aus Förderprogrammen der öffentlichen Hand wie solchen der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau in die Finanzierung mit einbezogen werden. Diese Darlehen sind besonders häufig durch tilgungsfreie Anlaufjahre gekennzeichnet, wodurch sich die Laufzeitstruktur zusätzlich verkompliziert. Inhomogene Laufzeiten werden mitunter auch absichtlich gewählt: So kann ein Kreditnehmer etwa einen Teil der Finanzierung über ein Darlehen mit Zinsbindung abdecken und einen anderen Teil der Investitionskosten über einen variabel verzinsten Kredit finanzieren. Dadurch ergeben sich, unter Inkaufnahme eines gewissen Risikos, mitunter erhebliche Einsparpotenziale.

Von der Laufzeitstruktur sind Zinsänderungsrisiken sowie die Gesamtkosten der Finanzierung abhängig. Eine Laufzeitstruktur, bei der die Fälligkeiten sehr weit in die Zukunft verlegt werden, ist in der Regel teurer, birgt dafür im Gegenzug aber auch weniger Zinsänderungsrisiken. Eine kurzfristige Struktur hingegen ist prinzipiell kostengünstiger (weil kurze Laufzeiten niedriger verzinst sind), birgt aber das Risiko deutlich steigender Kosten bei einer Änderung des Zinsniveaus am Kapitalmarkt zu Ungunsten des Kreditnehmers.

Für welche Finanzierung ein Kreditnehmer sich entscheiden sollte, kann nicht pauschal gesagt werden. Es hängt vielmehr davon ab, welcher Spielraum im Budget für den Fall von Zinsanstiegen vorhanden ist und wie tolerant der Kreditnehmer insgesamt gegenüber Risiken ist.

Objektrendite

Als Objektrendite wird die Rendite bezeichnet, die mit einer nicht zur Selbstnutzung durch den Eigentümer bestimmten Immobilie erzielt wird. Die Objektrendite setzt sich zusammen aus den Einnahmen durch Vermietung, die über Kosten und Abschreibung hinausgehen und ggf. den Wertsteigerungen, die im Zeitverlauf zu erzielen sind. Die Höhe der Rendite richtet sich somit nach den erzielbaren Einnahmen und den Kosten, die für die Finanzierung und den Betrieb der Immobilien aufzubringen sind sowie nach der allgemeinen Entwicklung am Immobilienmarkt. Dazu kommen ggf. steuerliche Aspekte, die bei der Bemessung der Objektrendite berücksichtigt werden müssen. Wer ein Objekt finanziert und es nicht selbst nutzt, kann die Zinsen als Betriebskosten steuerlich geltend machen. Insbesondere bei Eigentümern mit einem hohen Einkommen und einem dementsprechend hohen Grenzsteuersatz summieren sich die steuerlichen Aspekte mitunter beträchtlich.

Die Objektrendite kann erheblich gesteigert werden, wenn die Finanzierungskosten gering sind. Deshalb ist es für alle, die durch den Erwerb und die Vermietung einer Immobilien Vermögensbildung betreiben wollen, sehr wichtig, die Finanzierung in Zeiten niedriger Zinsen zu beginnen. Darüber hinaus muss – wie bei jeder unternehmerischen Aktivität – das Kosten- und Einnahme-Verhältnis günstig gestaltet werden. Wichtig sind konstante Mieteinnahmen, die nur durch eine dauerhafte Vermietung des gesamten Objekts zu vernünftigen Konditionen und eine Minimierung des Zahlungsausfallrisikos erreicht werden können. Besonders in Regionen, in denen häufig Leerstand herrscht, ist eine aktive Vermarktungsstrategie der eigenen Immobilie ratsam.

Der Teil der Objektrendite, der aus Wertsteigerungen resultiert, kann durch den Käufer kaum beeinflusst werden. Wesentlich ist dafür die Entwicklung des Immobilienmarktes. Erfahrungsgemäß steigen die Preise von Objekten in guter Lage bei einem allgemeinen Preisanstieg am Immobilienmarkt als erstes, während weniger attraktive Lagen und Ausstattungen zu einer schleppenden Preisentwicklung führen. Durchschnittlich werden in Deutschland Objektrenditen von 5 bis 6 Prozent im Jahr erzielt, wenn der bereits erwähnte steuerliche Aspekt berücksichtigt wird.