Unter einem GBP-Darlehen wird ein Kredit verstanden, der nicht auf Euro, sondern auf britische Pfund (GBP=Great Britain Pound) lautet. Es handelt sich bei einem GBP-Darlehen also um eine Fremdwährungsfinanzierung, wie sie auch mit anderen Währungen möglich sind. Kredite werden in fremden Währungen aus zwei Gründen aufgenommen: Zum einen versucht der Darlehensnehmer den günstigeren Zinssatz eines anderen Währungsraumes zu seinem Vorteil zu nutzen und auf diesem Wege die Kosten seiner Finanzierung zu senken. Zum anderen hofft der Kreditnehmer auch auf eine günstige Entwicklung der Wechselkurse. Fällt der Wert des britischen Pfundes gegenüber dem Euro, sinkt die reale Kreditlast, weil weniger Euros zur Rückzahlung der Kreditschuld in Pfund erforderlich sind. Mit etwas Glück kann so ein erheblicher Teil der Investitionskosten durch Währungsgewinne gedeckt werden.

GBP-Darlehen sind so wie alle Fremdwährungsfinanzierungen mit einer spekulativen Komponente verbunden. Entwickeln sich die Kurse am Devisenmarkt nicht wie gewünscht, kann es im schlimmsten Fall zu erheblichen Verlusten kommen. Steigt der Wert der britischen Währung gegenüber dem Euro, in dem das Einkommen verdient wird, mit dem die Tilgung erfolgt, erhöht sich auch die reale Kreditlast. Wer seine Finanzierung in einer anderen Währung abwickelt, muss deshalb bereit sein, dieses Risiko in Kauf zu nehmen. Banken sichern sich gegen Ausfallrisiken, die durch Währungsschwankungen entstehen, durch zwei Maßnahmen ab: Zum einen werden mehr Sicherheiten vom Kreditnehmer gefordert, als es bei gewöhnlichen Finanzierungen der Fall ist, zum anderen erfolgt auch ein aktives Währungsmanagement.

GBP-Darlehen lohnen sich immer dann ganz besonders, wenn die Zinsdifferenz zwischen dem Vereinigten Königreich und der Eurozone groß ist. Dies ist meist nur für einen relativ kurzen Zeitraum der Fall, weil die Volkswirtschaften in GB und in Europa ähnlichen zeitlichen Strukturen unterliegen und deshalb auch die konjunkturelle Entwicklung in beiden Währungsräumen ähnlich verläuft.

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