Anschlussfinanzierung bei Immobiliendarlehen

Nur äußerst selten gelingt es Bauherren oder Immobilienkäufern, ihre Immobiliendarlehen bis zum Ende der ersten Zinsbindung vollständig an die Bank zurückzuzahlen. In den meisten Fällen sind ein bis zwei Anschlussfinanzierungen erforderlich. Hierunter ist zu verstehen, dass die bestehende Restschuld über ein neues Darlehen finanziert wird.

Bei Anschlussfinanzierungen ist zwischen zwei Varianten zu unterscheiden. Bei der klassischen Variante bleibt der Darlehensnehmer bei seiner bisherigen Bank. Man spricht auch von der Finanzierungsverlängerung oder Prolongation. Die zweite Variante sieht vor, dass die Ablösung des Restschuldbetrags durch ein Darlehen erfolgt, das bei einer anderen Bank aufgenommen wird. Diese Variante wird als Umschuldung bezeichnet.

Die Mehrheit der Darlehensnehmer zieht es vor, eine Prolongation durchzuführen. Die große Beliebtheit dieser Form der Anschlussfinanzierung ist vor allem auf den hohen Komfort zurückzuführen. Prolongationsangebote sind im Regelfall schnell eingeholt und die Grundschulden können auch beibehalten werden. Allerdings sind sich die Banken dieses Komforts nur allzu gut bewusst. Weil ihnen die meisten Darlehensnehmer die Treue halten, setzen sie vergleichsweise hohe Zinssätze fest. Die Banken haben damit ein leichtes Spiel und verdienen somit an den Bestandskunden besonders gut.

Clevere Darlehensnehmer holen sich deshalb Angebote für Umschuldungsdarlehen ein. Häufig verspricht die Umschuldung einen deutlich niedrigeren Darlehenszins, der in Anbetracht der langen Restlaufzeit zu einer satten Ersparnis führt. Zwar ist die Umschuldung an einen höheren Arbeitsaufwand gekoppelt, doch wegen der großen Ersparnis lohnt es sich ganz oft, diese Form der Anschlussfinanzierung zu wählen.

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Förderung für Bauherren, Käufer und Eigentümer

Der Erwerb von Wohneigentum wird in der BRD schon seit jeher gefördert. Allerdings ändern sich die Wege der Förderung immer wieder und zugleich haben es Interessenten nicht gerade leicht, mehr darüber zu erfahren, ob sie in den Genuss von Fördermitteln gelangen können. Deswegen zeigen wir auf dieser Seite auf, welche konkreten Möglichkeiten existieren. Wer seinen […]

Bausparen

Weshalb das Bausparen immer noch zeitgemäß ist. In keinem anderen Land hat das Bausparen eine solch weit zurückreichende Tradition wie in Deutschland. Besonders in der Nachkriegszeit konnten viele Personen ihre Eigenheime nur finanzieren, weil ihnen die Bausparkassen das erforderliche Kapital zur Verfügung stellten.

Heutzutage gibt es vergleichsweise viele Menschen, die das Bausparen als altmodisch betrachten und sich daher für andere Formen der Baufinanzierung entscheiden. Dennoch haben die Bausparkasse und der Bausparvertrag ihre Daseinsberechtigung. Bei bestimmten Konstellationen bietet es sich geradezu an, auf das Bausparen zu setzen.

Als besonders reizvoll gilt der Bausparvertrag, wenn der Traum vom Eigenheim nicht umgehend verwirklicht werden soll. Wer genau weiß, dass er oder sie in einigen Jahren bauen oder eine Immobilie kaufen möchte, sollte über einen Vertragsabschluss nachdenken. Schließlich bietet sich hierdurch die Chance, gezielt Eigenkapital anzusparen und gleichzeitig den Zugriff auf ein günstiges Bauspardarlehen zu sichern.

Im Regelfall wird ein Bausparvertrag ungefähr sechs bis sieben Jahre lang bespart, bevor er als zuteilungsreif gilt. Ab der Zuteilung ist es möglich, das Bauspardarlehen abzurufen und somit das Vorhaben zu finanzieren. Wichtig ist dabei, dass im Vorfeld eine ausreichende Bausparsumme festgesetzt wurde. Doch auch wenn das Bauspardarlehen nicht genügt, bietet sich immer noch eine Mischfinanzierung an. Ein Teil des Vorhabens wird dann über das Bauspardarlehen finanziert, die restlichen Kosten werden über ein zweites Darlehen abgedeckt, welches die Bausparkasse oder eine Partnerbank zur Verfügung stellt.

In den vergangenen Jahren hat sich das Bausparen verändert. Zunehmend mehr Personen entscheiden sich für das Bausparen, weil sie die Sicherheit der Bausparkassen zu schätzen wissen. Anstatt sich den Zugriff auf ein günstiges Immobiliendarlehen zu sichern, so mancher Bausparer eine gute Verzinsung erzielen. Die Bausparkassen haben daraufhin reagiert und spezielle Renditetarife aufgelegt. Umso wichtiger ist es daher, eine gezielte Tarifauswahl vorzunehmen.

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Mietkauf

Der Mietkauf verkörpert eine Form der Baufinanzierung, die in der Praxis eher selten anzutreffen ist. Zugleich gilt sie unter Experten als umstritten, weil sie im Vergleich zu anderen Finanzierungsformen zwar mehr Flexibilität bietet, aber dafür meist auch teurer ist. Deshalb müssen Interessenten umso genauer abwägen, ob ein Mietkauf für sie tatsächlich in Frage kommt.

Die Grundidee des Mietkaufs sieht vor, dass die Immobilie zur Miete bewohnt und gleichzeitig ein Teil der geleisteten Miete auf den Kaufpreis angerechnet wird. Ob der Mieter kaufen möchte, bleibt ihm letztlich selbst überlassen. Im Prinzip verfügt er über eine Kaufoption. Wenn er später ein anderes Objekt bewohnen möchte, wäre dies möglich. Hieraus ergibt sich auch die hohe Flexibilität. Zwar sichert sich der Mieter die Möglichkeit des Immobilienerwerbs, letztlich bleibt er jedoch ungebunden.

Die Option des Immobilienkaufs ist beim Mietkauf an den Mieter gebunden. Zu diesem Zweck wird ein Vertrag aufgesetzt, welcher das Recht auf den Objekterwerb garantiert. Der Eigentümer hat hingegen kein Wahlrecht: Sollte der Mieter kaufen wollen, so muss er die Immobilien an diesen veräußern.

Wie hoch der Teil der Miete bemessen ist, der auf den Kaufpreis angerechnet werden darf, hängt von den Vertragsvereinbarungen ab. In der Praxis verhält es sich häufig so, dass etwa die Hälfte des Mietpreises auf den Kauf angerechnet wird. Im Vergleich zu einem konventionellen Mietverhältnis sind die Mietkosten relativ hoch bemessen. Dies ist auch der Grund, weshalb der Mietkauf als so kostspielig gilt: Obwohl jeden Monat eine stattliche Rate entrichtet wird, nähert man sich dem abbezahlten Eigenheim nur langsam. Ob das Eigenheim jederzeit oder erst ab einem bestimmten Zeitpunkt erworben werden darf (dann gilt es den ausstehenden Restbetrag des Kaufpreises zu begleichen) hängt ebenfalls von den getroffenen Vertragsvereinbarungen ab.

Interessant ist der Mietkauf in erster Linie für diejenigen, die sehr flexibel bleiben und beispielsweise zur Probe im Eigenheim wohnen möchten. Außerdem ist er für diejenigen attraktiv, die zwar gerne eine Immobilie erwerben möchten, jedoch von der Bank keine Finanzierungszusage erhalten.

Baufinanzierung ohne Schufa

Das es bei der Immobilienfinanzierung um große Beträge geht, prüfen die Banken sehr genau, welche Interessenten eine Finanzierungszusage erhalten. Im Rahmen der so genannten Kreditprüfung wird unter anderem ermittelt, wie es um die Schufa Auskunft des Antragstellers bestellt ist. Sofern die Auskunft in Ordnung ist, wird weitergeprüft. Sollte sich hingegen herausstellen, dass ein negativer Schufa Eintrag besteht, ist die Prüfung beendet. Bei einem negativen Schufa Eintrag werden Finanzierungsanfragen von den meisten Banken abgelehnt.

Betroffene Bauherren und Immobilienkäufer begeben sich dann häufig auf die Suche nach einer Baufinanzierung ohne Schufa. Hierunter ist eine Finanzierung zu verstehen, die trotz bestehendem Negativ-Eintrag in der Schufa Auskunft erhältlich ist. Die Nachfrage nach derartigen Immobiliendarlehen wird übrigens immer größer. Eine stattliche Anzahl an Interessenten ist heutzutage von negativen Schufa Einträgen betroffen und sucht deshalb gezielt nach der Baufinanzierung ohne Schufa.

Es ist in der Tat möglich, ein Immobiliendarlehen aufzunehmen und somit den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen, obwohl ein negativer Schufa Eintrag existiert. Allerdings ist anzumerken, dass es nur wenige Banken gibt, die derartige Baufinanzierungen ermöglichen. Die Mehrheit dieser Banken ist im Ausland ansässig, überwiegend in Frankreich, Österreich und der Schweiz.

Ob eine Baufinanzierung ohne Schufa möglich ist, hängt von der jeweiligen Ausgangssituation ab. Wer kein nachhaltiges Einkommen vorweisen kann und außerdem über hohe Kreditschulden verfügt, wird auch bei diesen Banken mit einer Finanzierungsabsage rechnen müssen. Anders sieht es aus, wenn es um die Einkommens- und Vermögenssituation gut bestellt ist. Derartige Haushalte gibt es übrigens sehr viele, denn negative Einträge bleiben mehrere Jahre lang in der Schufa Auskunft bestehen.

Interessenten, die sich für die Baufinanzierung ohne Schufa interessieren, sollten sich in aller Ruhe am Markt ansehen. Banken und Vermittler, die entsprechende Finanzierungen zugänglich machen, wissen oftmals um die Verzweiflung ihrer Kunden und fordern deswegen hohe Zinssätze. Umso empfehlenswerter ist es daher, den Markt genau zu durchleuchten, um letztlich auf die besten Finanzierungsangebote zu stoßen.

Volltilgungsdarlehen

Ein Volltilgungsdarlehen ist so konzipiert, dass der gesamte Darlehensbetrag bis zum Ende der Laufzeit vollständig zurückgezahlt ist. Entsprechende Darlehen werden je nach Bank auch häufig als Volltilgerdarlehen bezeichnet.

Im Grunde handelt es sich beim Volltilgungsdarlehen um nichts anderes als um eine spezielle Variante des Annuitätendarlehens. Die Darlehensrate, die es jeden Monat zu entrichten gilt, ist nämlich stets gleich hoch bemessen. Vor Beginn der Immobilienfinanzierung wird die Darlehensrate von der Bank so festgelegt, dass die Kalkulation genau aufgeht und die letzte Rate den Restschuldbetrag vollständig abträgt.

Je nach Zinsbindung ist der Abschluss eines Volltilgungsdarlehens als ambitioniert zu betrachten. Wer beispielsweise den gesamten Darlehensbetrag innerhalb von 10 oder 15 Jahren abtragen möchte, muss üblicherweise eine hohe Darlehensrate schultern. Deswegen befinden sich auch nicht alle Haushalte in der Lage, diese Form der Baufinanzierung zu stemmen. Allerdings gibt es einige Banken, die Volltilgungsdarlehen auch in Verbindung mit relativ langen Zinsbindungen anbieten und somit mehr Kunden die Möglichkeit einer solchen Finanzierung einräumen.

Im Allgemeinen begrüßen Banken den Abschluss von Volltilgungsdarlehen. Wer sich für diese Form der Immobilienfinanzierung entscheidet, macht gegenüber der Bank verständlich, dass eine schnelle Rückzahlung angestrebt wird. Da schon nach vergleichsweise kurzer Zeit ein stattlicher Teil der Restschuld abgetragen ist, gelten Volltilgungsdarlehen aus Sicht der Banken als besonders sicher. Dementsprechend sind auch viele Banken dazu bereit, den Kunden einen Zinsvorteil zu gewähren. Wie hoch dieser bemessen ist, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Generell lässt sich jedoch sagen, dass Zinsvorteile von 0,1 bis 0,2 Prozent keine Seltenheit sind.

Trotz der schnellen Rückzahlung und des attraktiven Zinssatzes bringen Volltilgungsdarlehen nicht nur Vorteile mit sich. Die hohe Darlehensrate wurde bereits angesprochen. Neben ihr besteht noch der Nachteil, dass keine Sondertilgungen geleistet werden können. Sondertilgungen sind bei dieser Form von Immobiliendarlehen nicht zulässig, weil sie sonst zu einer Ablösung des Darlehensbetrags vor dem Ablauf der Zinsbindung führen würden.

Vollfinanzierung

Die Vollfinanzierung ermöglicht eine Baufinanzierung, bei welcher sämtliche Kosten finanziert werden. Genutzt wird sie von Personen, die wenig Kapital einsetzen möchten oder können. Wegen des erhöhten Risikos für den Darlehensgeber, wird sie nicht von jeder Bank angeboten.

Bevor die Direktbanken in das Baufinanzierungsgeschäft drängten, gab es nur wenige Banken, die Vollfinanzierungen ermöglichten. Doch heutzutage ist die Situation eine andere. Mehrere regionale Banken sowie auch Direktbanken bieten Vollfinanzierungen an. Interessenten, die ein Eigenheim ohne Eigenkapital erwerben möchten, haben es daher vergleichsweise leicht, einen Finanzierungspartner zu finden.

Jeder Interessent sollte wissen, dass der Begriff Vollfinanzierung von Bank zu Bank verschieden interpretiert wird. Es gibt einige Banken, die tatsächlich alle Kosten finanzieren, die mit dem Immobilienerwerb bzw. mit einem Immobilienkauf oder Bauvorhaben in Verbindung stehen. Andere Banken finanzieren hingegen ausschließlich den Kaufpreis oder die Baukosten, die Erwerbsnebenkosten gilt es hingegen aus eigener Tasche zu tragen. Dementsprechend ist eine Vollfinanzierung ohne Eigenkapital nicht immer möglich.

Weil Banken mit der Vergabe entsprechender Immobiliendarlehen ein erhöhtes Risiko einsetzen, werden zwangsläufig höhere Zinsen berechnet. Prinzipiell ergeben sich aus der Vollfinanzierung zwei Nachteile für den Darlehensnehmer. Zum einen muss er wegen des erhöhten Zinssatzes eine höhere Rate in Kauf nehmen. Zum anderen zieht die hohe Darlehenssumme eine lange Finanzierungsdauer nach sich.

Trotz dieser Nachteile hat die Vollfinanzierung ihre Daseinsberechtigung. Besonders in Zeiten niedriger Hypothekenzinsen ist sie interessant. Schließlich bietet sich die Chance, die niedrigen Zinsen rasch festzuschreiben. Wer hingegen noch einige Jahre lang abwartet und Eigenkapital anspart, braucht später zwar keinen so hohen Darlehensbetrag aufnehmen, muss wegen der womöglich gestiegenen Marktzinsen dennoch die höhere Zinsbelastung in Kauf nehmen. Außerdem kann das Mieten in einigen Regionen sehr kostspielig sein, sodass ohnehin kaum Geld bleibt, um größere Ersparnisse zu bilden. Dann ist es oftmals attraktiver, auf die Vollfinanzierung zu setzen und auf diesem Weg das Eigenheim abzubezahlen.

Variables Darlehen

Das variable Darlehen gilt besonders im Ausland als stark verbreitet, ist aber auch in Deutschland erhältlich. Es verkörpert eine Form der Baufinanzierung, die als vergleichsweise risikobehaftet gilt und daher nur von wenigen Personen genutzt wird. Nur bei Sonderfällen empfiehlt es sich, diesen Weg der Immobilienfinanzierung einzuschlagen.

Seine Bezeichnung schuldet das variable Darlehen dem Umstand, dass sein Zinssatz nicht fixiert ist. Anders als beim klassischen Annuitätendarlehen existiert keine Zinsbindung. Stattdessen wird der Zinssatz in regelmäßigen Abständen an die Marktentwicklung angepasst. Als Grundlage dient im Regelfall der EURIBOR, auf welchen die Bank einen festgelegten Aufschlag berechnet. Die Anpassung erfolgt je nach Bank und Darlehen zumeist vierteljährlich oder halbjährlich.

Da variable Darlehen keiner Zinsbindung unterliegen, können sie vergleichsweise kurzfristig gekündigt und abgelöst werden. Üblicherweise existiert eine Kündigungsfrist, die sich auf die Dauer von einem Monat beläuft. Diese Flexibilität ist einer der Hauptgründe, der für den Abschluss variabler Darlehen spricht. Wenn ein Darlehensnehmer flexibel bleiben bzw. sich nicht lange an eine Bank binden möchte, entscheidet er sich für diese Form der Baufinanzierung.

Wie einleitend bereits erwähnt wurde, gelten variable Immobiliendarlehen als riskant. Dies liegt an der fehlenden Zinssicherheit. Weil die Entwicklung der Hypothekenzinsen nur schwer vorherzusagen ist, muss der Darlehensnehmer jederzeit damit rechnen, dass sein Zinssatz schon bald nach unten oder auch nach oben hin angepasst wird. Gerade deswegen gelten variable Darlehen für die private Immobilienfinanzierung als ungeeignet. Die meisten Haushalte benötigen eine hohe Planungssicherheit. Sollten die Marktzinsen steigen und sich dadurch die Darlehensrate erhöhen, kann sie unter Umständen nicht mehr getragen werden.

Trotz dieses Risikos hat das variable Darlehen seine Daseinsberechtigung. Wenn zum Beispiel ein Bauplatz gesichert werden soll, das eigentliche Bauvorhaben jedoch noch ein Jahr warten muss, ist eine variable Finanzierung sehr reizvoll. Sie ermöglicht es, den Grundstückspreis zu entrichten. Kurz vor dem Beginn des eigentlichen Bauvorhabens können dann sämtliche Kosten noch einmal neu finanziert werden.

Annuitätendarlehen

Das Annuitätendarlehen verkörpert die klassische und zugleich auch meist verbreite Form der Baufinanzierung. Wenn von einem Hypothekendarlehen gesprochen wird, ist damit fast immer ein Annuitätendarlehen gemeint.

Die große Verbreitung des Annuitätendarlehens ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass es so leicht zu verstehen ist. Finanzierungen, die auf diese Art von Immobiliendarlehen basieren, sind besonders einfach gehalten. Der Bauherr oder Immobilienkäufer nimmt das Darlehen auf, welches im Anschluss mit einer stets gleich bleibenden Rate zurückgezahlt wird. Die Finanzierung läuft bis das Darlehen vollständig getilgt oder das Ende der Zinsbindung erreicht ist. Wegen der gleich bleibenden Darlehensrate verspricht diese Form der Finanzierung eine hohe Kalkulationssicherheit.

Seinen Namen hat das Annuitätendarlehen der so genannten Annuität zu verdanken. Hierbei handelt es sich um nichts anderes als um die monatlich oder auch vierteljährlich zu leistende Darlehensrate. Sie setzt sich aus zwei Teilen, nämlich dem Zinsteil sowie dem Tilgungsteil zusammen. Weil das Tilgen automatisch zum Abbau der Restschuld führt, verringert sich die Zinslast mit jeder weiteren geleisteten Rate. Theoretisch könnte die Darlehensrate deshalb von Monat zu Monat kleiner werden. Allerdings wird die entstehende Lücke durch einen steigenden Tilgungsanteil aufgefüllt. Dies hat zur Folge, dass der Darlehensnehmer zu Beginn der Immobilienfinanzierung vergleichsweise wenig tilgt, die Tilgung jedoch immer mehr steigt und sich der Restschuldbetrag zunehmend schneller verkleinert.

Wie sehr der Tilgungsteil einer Annuität ansteigen kann, hängt vom Zinssatz ab. Grundsätzlich gilt: Je kleiner der Zinssatz, desto weniger Raum ist für einen Anstieg der Tilgung gegeben. Deshalb führen zinsgünstige Annuitätendarlehen zu dem Problem, dass die Rückzahlung vergleichsweise lang bemessen ist. Bauherren oder Käufer, die sich in Zeiten niedriger Hypothekenzinsen für ein Annuitätendarlehen entscheiden, sollten deshalb ganz bewusst auf eine erhöhte Anfangstilgung setzen. Hierdurch stellen sie sicher, dass ein ausreichender Abtrag der Restschuld stattfindet und sich die Immobilienfinanzierung deswegen über keinen zu langen Zeitraum erstreckt.

Formen der Baufinanzierung

Die Realisierung einer Baufinanzierung kann auf ganz unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Bauherren und Immobilienkäufer kennen meist nur einen kleinen Teil der einzelnen Baufinanzierungsformen. Dabei ist das Spektrum breit bemessen und deckt ganz verschiedene Arten von Darlehen ab. Das klassische Hypothekendarlehen gibt es im Grunde gar nicht. Hierbei handelt es sich lediglich um einen Überbegriff, der gerne als Synonym für Immobiliendarlehen verwendet wird.

Dass am Markt ganz unterschiedliche Formen der Baufinanzierung existieren, hat im Wesentlichen zwei Gründe. Zum sind im Lauf der Zeit verschiedene Darlehensarten entstanden, weil die Darlehensnehmer zum Teil ganz unterschiedliche Anforderungen an ihre Finanzierungen stellen. Zum anderen spielen die Darlehensgeber eine wichtige Rolle. Wer zum Beispiel über eine Bausparkasse finanziert, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Bauspardarlehen gewählt haben. Finanziert man hingegen über einen Versicherer, steht diese Form der Baufinanzierung meist gar nicht zur Auswahl.

Welche der Darlehensformen am besten geeignet ist, lässt sich pauschal übrigens nicht sagen. Wie bereits erwähnt wurde, sind die Darlehen auf bestimmte Arten von Darlehensnehmern ausgelegt. Dementsprechend kommt es stets auf den jeweiligen Einzelfall an. Potentielle Darlehensnehmer müssen hinsichtlich der Immobilienfinanzierung ihre persönlichen Bedürfnisse ermitteln und auf deren Basis nach dem passenden Darlehen suchen. Wichtig hierbei ist, dass nicht nur auf die augenblickliche Situation geachtet, sondern auch in die Zukunft geblickt wird.

Auch im Hinblick auf die Kosten bestehen zwischen den Formen der Baufinanzierung gewisse Unterschiede. Die Kosten werden nicht nur durch die Zinssätze der einzelnen Anbieter, sondern auch durch die eigentliche Finanzierungsform bestimmt. Wenn sich beispielsweise ein Bauherr für ein Volltilgungsdarlehen entscheidet, profitiert er von einem besonders niedrigen Zinssatz sowie einer kurzen Finanzierungsdauer. Im Gegenzug sind die monatlichen Kreditraten jedoch vergleichsweise hoch bemessen. Ganz anders verhält es sich beim Mietkauf. Kosten und Risiko sind niedrig bemessen, allerdings findet nur ein langsamer Abtrag der Restschuld statt, was wiederum zu einer längeren Finanzierungsdauer führt.