Ein Wertpapiersparplan ist ein Sparmodell, bei dem die laufenden Einzahlungen nicht auf ein herkömmliches Einlagenkonto fließen, sondern direkt in Wertpapiere investiert werden. In der Baufinanzierung werden diese Sparpläne häufig dazu genutzt, den erforderlichen Eigenkapitalanteil für den späteren Immobilienkauf anzusparen. Gegenüber einem klassischen Banksparplan bietet die wertpapiergebundene Variante die Chance auf deutlich höhere Renditen.

Anlageklassen und Renditechancen

Grundsätzlich kann in nahezu jeder Wertpapiergattung gespart werden: Aktien und verzinsliche Wertpapiere stehen ebenso zur Verfügung wie Zertifikate oder Investmentfonds. Letztere bilden in der Praxis die häufigste Basis für das Ansparen von Eigenkapital. Die Entwicklung des angesparten Guthabens hängt dabei maßgeblich von der Kursentwicklung an den Kapitalmärkten ab. Während in starken Aufwärtsphasen der Aktienmärkte Renditen von 30 Prozent und mehr erzielt werden können, liegt die durchschnittliche Erwartungshaltung meist zwischen sechs und zehn Prozent pro Jahr. Die genaue Renditeerwartung richtet sich nach dem Schwerpunkt des Fonds: Ein Aktienfonds, der in deutsche Standardwerte investiert, verspricht in der Regel eine geringere Wertsteigerung als ein Fonds, der auf Wachstumswerte in Schwellenländern setzt.

Risiken und Liquidität

Mit einer höheren Renditeerwartung steigt unweigerlich auch das Verlustrisiko. Im Extremfall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich, wenngleich dies bei nicht gehebelten Investmentfonds selten vorkommt. Dennoch sind Kursrückgänge von über 50 Prozent innerhalb eines Jahres ein realistisches Szenario, das Sparer einkalkulieren müssen. Ein Vorteil von Wertpapiersparplänen ist ihre Flexibilität: Es handelt sich nicht um verbindliche Verträge, sodass sie jederzeit beendet werden können. Auch über das angesparte Kapital kann der Anleger jederzeit verfügen. Der wesentliche Nachteil für angehende Immobilieneigentümer bleibt jedoch die Unsicherheit, ob das Kapital zum geplanten Zeitpunkt des Immobilienkaufs in der gewünschten Höhe zur Verfügung steht. Daher kombinieren viele Anleger Wertpapiersparpläne mit sicherheitsorientierten Sparprodukten.

FAQ

Welche Vorteile bietet ein Wertpapiersparplan für den Eigenkapitalaufbau?

Der größte Vorteil liegt in den überdurchschnittlichen Renditechancen im Vergleich zu Tagesgeld oder Sparbüchern, wodurch das Sparziel schneller erreicht werden kann. Zudem profitieren Sparer vom Cost-Average-Effekt, da bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile für die gleichbleibende Sparrate erworben werden.

Wie flexibel ist der Zugriff auf das Kapital im Sparplan?

Sparer können jederzeit über ihr Guthaben verfügen, indem sie die entsprechenden Wertpapieranteile zum aktuellen Tageskurs verkaufen. Es gibt keine festen Kündigungsfristen, allerdings sollte der Verkaufszeitpunkt aufgrund möglicher Kursschwankungen sorgfältig gewählt werden.

Ist ein Wertpapiersparplan als alleinige Vorsorge für den Immobilienkauf ratsam?

Wegen der hohen Volatilität an den Aktienmärkten empfiehlt es sich meist nicht, das gesamte Eigenkapital ausschließlich in Wertpapieren anzulegen. Eine Kombination mit sichereren Anlageformen schützt das Vorhaben vor kurzfristigen Markteinbrüchen unmittelbar vor dem geplanten Immobilienkauf.