Im Rahmen einer Immobilienfinanzierung können Aktiensparpläne grundsätzlich zwei verschiedene Funktionen erfüllen. Einerseits nutzen angehende Immobilienerwerber sie häufig in der Ansparphase, um langfristig den notwendigen Eigenkapitalstock aufzubauen, der für attraktive Darlehenskonditionen unerlässlich ist. Andererseits können Aktiensparpläne im Zuge einer speziellen Vereinbarung mit dem Kreditinstitut als Tilgungsträger für ein endfälliges Darlehen fungieren. In diesem Szenario erfolgt während der Laufzeit keine laufende Tilgung an die Bank; stattdessen wird das Darlehen am Ende der Laufzeit durch das im Sparplan angesammelte Kapital in einer Summe abgelöst.
Chancen und Risiken der aktienbasierten Finanzierungsstrategie
In beiden Einsatzbereichen tragen die Sparer ein signifikantes Risiko, da die Wertentwicklung von Aktien unvorhersehbar ist und Kapitalverluste nicht ausgeschlossen werden können. Dem gegenüber steht jedoch die Chance auf überdurchschnittliche Renditen, die die Verzinsung klassischer Bausparverträge oder festverzinslicher Wertpapiere deutlich übertreffen können. Aufgrund der Volatilität eignen sich Aktiensparpläne für Bauvorhaben nur dann, wenn eine entsprechend hohe Risikotoleranz vorhanden ist. Idealerweise sollte ein solcher Sparplan lediglich als ein Baustein innerhalb eines diversifizierten Portfolios zur Eigenkapitalbildung oder Tilgung dienen, damit das gesamte Projekt auch bei ungünstigen Kursverläufen stabil bleibt.
Der Cost-Average-Effekt bei regelmäßigen Einzahlungen
Im Vergleich zu einer Einmalanlage weisen Aktiensparpläne ein spezifisches Chance-Risiko-Profil auf, das maßgeblich durch den sogenannten Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt) geprägt ist. Da monatlich eine gleichbleibende Sparrate investiert wird, erwirbt der Anleger bei hohen Kursen automatisch weniger Anteile und bei niedrigen Kursen eine größere Stückzahl. Langfristig führt dies zu einem geglätteten Durchschnittspreis der erworbenen Aktienpositionen, was die Auswirkungen kurzfristiger Marktschwankungen abmildern kann.
Eignung und Risikoklassifizierung für Bauherren
Aktiensparpläne stellen die offensivste Form des regelmäßigen Vermögensaufbaus dar und bergen eine höhere Risikostufe als breit gestreute Aktienfonds. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich die gesamte Strategie auf die Wertentwicklung einer einzelnen Aktie konzentriert, was ein erhebliches Klumpenrisiko darstellt. Da die meisten Bauherren und Immobilienkäufer eine eher geringe Risikotoleranz aufweisen und auf Planungssicherheit angewiesen sind, kommt diese Form der Finanzierungsergänzung nur für einen begrenzten Kreis erfahrener und risikobewusster Anleger infrage.
FAQ
Wie funktioniert ein Aktiensparplan als Tilgungsträger?
Bei einem endfälligen Darlehen werden während der Laufzeit lediglich die Zinsen an die Bank gezahlt, während parallel dazu Kapital in den Aktiensparplan fließt. Zum Ende der Kreditlaufzeit wird das Guthaben aus dem Sparplan verwendet, um die gesamte Darlehenssumme auf einmal zurückzuzahlen.
Was ist der entscheidende Vorteil des Cost-Average-Effekts?
Durch gleichbleibende Sparraten werden bei niedrigen Kursen mehr Anteile gekauft, was den durchschnittlichen Kaufpreis pro Aktie über die Zeit senkt. Dies reduziert das Risiko, zu einem ungünstigen Zeitpunkt mit einer großen Summe investiert zu haben und schont das Kapital bei Marktschwankungen.
Ist ein Aktiensparplan für eine solide Baufinanzierung empfehlenswert?
Aufgrund der hohen Kursschwankungen am Aktienmarkt ist ein Aktiensparplan nur für Anleger mit einer sehr hohen Risikotragfähigkeit geeignet. Die meisten Finanzierungsexperten raten dazu, ihn nur als ergänzenden Baustein und nicht als alleiniges Fundament für die Tilgung oder den Eigenkapitalaufbau zu nutzen.
