Unter einer Immobilienfinanzierung versteht man den Bau oder Erwerb einer Immobilie, der ganz oder teilweise durch Fremdkapital finanziert wird. Dabei ist es unerheblich, ob der Eigentümer das Objekt selbst bewohnt, es an Dritte vermietet oder eine Kombination aus beidem anstrebt. Da Immobilienfinanzierungen für die Stabilität des Immobilienmarktes essenziell sind, werden sie staatlich gefördert. Neben direkten Zuschüssen stellt der Staat über öffentliche Förderbanken, wie die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), spezielle Darlehen bereit. Diese zeichnen sich entweder durch Zinssätze unterhalb des Marktniveaus aus oder bieten strategische Vorteile, wie etwa die Möglichkeit einer nachrangigen Eintragung ins Grundbuch ohne Zinsaufschlag.

Zinsgestaltung und Risikomanagement

Bei der Strukturierung einer Immobilienfinanzierung wird grundsätzlich zwischen variablen und festen Zinssätzen unterschieden. Variabel verzinste Darlehen orientieren sich an Referenzzinssätzen wie dem Euribor oder dem Eonia. Steigt der jeweilige Referenzzins, erhöht sich auch der Kreditzins, was für den Darlehensnehmer ein erhebliches finanzielles Risiko darstellt, da die Kosten der Finanzierung stark schwanken können. Um sich gegen solche Zinsänderungsrisiken abzusichern, kann eine Zinsbindung vereinbart werden. Diese fixiert den bei Vertragsabschluss geltenden Zinssatz für einen festgelegten Zeitraum oder die gesamte Laufzeit. In der Regel wird für diese Planungssicherheit ein Zinsaufschlag erhoben, der mit der Dauer der Zinsfestschreibung korreliert.

Laufzeiten und Eigenkapitalanforderungen

Immobilienfinanzierungen sind typischerweise auf eine sehr lange Laufzeit ausgelegt, die oft 30 Jahre oder mehr umfasst. Banken setzen für die Kreditvergabe meist voraus, dass der Kreditnehmer einen signifikanten Teil der Investitionskosten aus Eigenmitteln bestreitet. Während eine Quote von 10 Prozent häufig als Untergrenze gilt, führt ein Eigenkapitalanteil von 40 Prozent oder mehr in der Regel zu deutlich attraktiveren Konditionen und niedrigeren Zinssätzen.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen einer Sollzinsbindung und einem variablen Darlehen?

Bei einer Sollzinsbindung wird der Zinssatz für einen festen Zeitraum garantiert, was dem Kreditnehmer eine hohe Kalkulationssicherheit bietet. Im Gegensatz dazu passt sich ein variables Darlehen regelmäßig an das aktuelle Marktniveau an, wodurch sowohl Chancen auf Zinssenkungen als auch Risiken durch Zinssteigerungen entstehen.

Welche Rolle spielt das Eigenkapital bei der Kreditvergabe?

Eigenkapital dient der Bank als Sicherheit und reduziert das Risiko eines Zahlungsausfalls für das Institut. Je höher der Anteil an eigenen Mitteln ist, desto geringer fällt in der Regel der Zinssatz für den aufgenommenen Kredit aus.

Wie unterstützt der Staat angehende Immobilienbesitzer?

Der Staat fördert den Immobilienerwerb insbesondere durch zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse über Institute wie die KfW. Zudem können steuerliche Vorteile oder spezielle Förderprogramme für energetisches Bauen die Finanzierungslast spürbar senken.