Unter dem Oberbegriff Immobilienversicherung werden verschiedene Versicherungsarten zusammengefasst, die Eigentümer zum Schutz ihrer Immobilie sowie des darin befindlichen Inventars abschließen. Zu den wichtigsten Policen gehören die Wohngebäudeversicherung, die Hausratversicherung und – bei Bauvorhaben – die Rohbauversicherung. Aufgrund der existenziellen Risiken, die diese Versicherungen abdecken, sind sie für jeden Immobilienbesitzer dringend empfehlenswert. Insbesondere die Rohbau- und Wohngebäudeversicherung stellen zudem eine obligatorische Voraussetzung für Banken dar, um eine Immobilienfinanzierung zu gewähren.
Leistungsumfang und Kosten der Wohngebäudeversicherung
Die Wohngebäudeversicherung bietet umfassenden Schutz gegen Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosionen sowie Leitungswasser, Vandalismus, Sturm und Hagel. Sie fungiert somit als elementares Sicherheitsnetz gegen unvermeidbare Risiken, die den Wert des Objekts gefährden könnten. Die Versicherungsprämien orientieren sich am Immobilienwert, dem Standort sowie der Bauweise und dem Alter des Gebäudes, wobei für Neubauten meist günstigere Konditionen gelten als für Altbauten. Sofern eine Immobilie vermietet wird, können Eigentümer die Versicherungsbeiträge steuermindernd als Betriebskosten geltend machen.
Der Übergang von der Rohbau- zur Wohngebäudeversicherung
Bei Neubauprojekten bildet die Rohbauversicherung das zeitliche Fundament des Versicherungsschutzes, indem sie Schäden während der Bauphase absichert. Der Übergang zur regulären Wohngebäudeversicherung erfolgt nahtlos und automatisch: Sobald die Fertigstellung des Bauvorhabens durch einen Gutachter bestätigt wird, endet der Schutz der Rohbauversicherung und die Wohngebäudeversicherung tritt in Kraft. Aufgrund dieser engen Verknüpfung werden beide Policen in der Regel als kombiniertes Paket abgeschlossen.
Schutz des Inventars durch die Hausratversicherung
Im Gegensatz zur Gebäudeversicherung deckt die Hausratversicherung nicht die Bausubstanz, sondern die beweglichen Gegenstände innerhalb der Immobilie ab, wie etwa Möbel, Einbauküchen und Wertgegenstände. Der Schutz umfasst Risiken wie Einbruchdiebstahl, Vandalismus und Naturgewalten. Diese Versicherung wird üblicherweise von der Person abgeschlossen, die die Wohneinheit tatsächlich bewohnt, was im Falle einer Vermietung den Mieter einschließt. Zur Ermittlung der optimalen Deckungssumme dient standardmäßig die Wohnfläche, wobei ein Wert von 500 Euro pro Quadratmeter als angemessene Richtgröße gilt.
FAQ
Ist der Abschluss einer Wohngebäudeversicherung gesetzlich vorgeschrieben?
Obwohl keine allgemeine gesetzliche Pflicht besteht, fordern finanzierende Banken diese Versicherung bei einer Hypothek oder einem Darlehen ausnahmslos ein. Angesichts der Gefahr eines Totalverlusts durch Brand oder Naturereignisse ist sie für jeden Eigentümer als unverzichtbare Absicherung einzustufen.
Welche Faktoren beeinflussen die Höhe der Versicherungsprämie am stärksten?
Die Kosten hängen maßgeblich vom Standort der Immobilie, der Bauartklasse und dem Alter des Gebäudes ab. Zudem spielen die gewählten Zusatzbausteine, wie etwa der Schutz gegen Elementarschäden, eine wesentliche Rolle bei der Preisgestaltung.
Was genau zählt im Rahmen einer Hausratversicherung als versichertes Inventar?
Versichert sind alle beweglichen Sachen, die zur Einrichtung, zum Gebrauch oder zum Verbrauch in einem Haushalt dienen. Dazu gehören neben Möbeln und Kleidung auch elektronische Geräte sowie Haushalts- und Arbeitsgeräte.
