FAQs

Macht es Sinn, anstatt eines Bausparvertrages die Eigenkapitalakkumulation über ein Tagesgeldkonto zu realisieren?
Die Differenz zwischen den Guthabenzinsen eines Bausparvertrages und den Sollzinsen des Bauspardarlehens ist in vielen Fällen größer als die der Zinsen auf einem günstigen Tagesgeldkonto und den Zinskosten eines gewöhnlichen Hypothekendarlehens. Es kann daher in einigen Fällen sinnvoller sein, auf einen Bausparvertrag zu verzichten und das erwünschte Eigenkapital stattdessen über ein Tagesgeldkonto anzusparen und den Fremdmittelanteil über eine gewöhnliche Hypothek abzudecken.

Lohnen sich Fremdwährungsfinanzierungen?
Fremdwährungsfinanzierungen können zu erheblich verringerten Gesamtlasten einer Baufinanzierung führen, sind auf der anderen Seite allerdings mit signifikanten Risiken verbunden. Entwickelt sich die Darlehenswährung gegenüber dem Euro zu Ungunsten des Kreditnehmers, wird im schlimmsten Falle nicht nur der angestrebte Zinsvorteil zunichte gemacht, sondern darüber hinaus auch ein beträchtlicher Negativsaldo auf dem Währungskonto angehäuft, der zusätzlich zu den Lasten aus der Finanzierung zu tragen ist. Fremdwährungsfinanzierungen sollten daher ausschließlich in Verbindung mit einem professionellen Devisenmarktmanagement ausgeführt werden.

Kann ein Tilgungsträger auch auf Fonds basieren?
Wird zur endfälligen Tilgung eines Hypothekendarlehens ein Tilgungsträger, etwa eine Kapitallebensversicherung, regelmäßig angedient, so muss zum Ende der Darlehenslaufzeit ein ausreichender Betrag zur Verfügung stehen. Da Investmentfonds Wertschwankungen unterliegen, kann diese Anlageform die endfällige Tilgung nicht gewährleisten. Investmentfonds können daher nur dann als Basis einer endfälligen Tilgung dienen, wenn die sie mit einer vollständigen Kapitalgarantie zum Laufzeitende ausgestattet sind.

Wird die Riester-Zulage auch auf Bausparverträge gezahlt?
In Kürze wird es möglich sein, Zulagen im Rahmen der Riester-Förderung auch in Kombination mit einem Bausparvertrag zu erhalten. Der Gesetzgeber verabschiedete jüngst entsprechende Neuerungen, mit denen die Kombination aus Altersvorsorge und selbstgenutztem Wohneigentum ermöglicht wird. Die Zuschüsse belaufen sich derzeit auf 154 Euro Grundzulage sowie 185 Euro Kinderzulage (für nach dem 31.12.07 geborene Kinder beträgt diese 300 Euro). Voraussetzung für die Gewährung durch das zuständige Finanzamt ist die Zahlung von vier Prozent des Bruttoeinkommens in einen Riester-zertifizierten Vertrag.

Was ist der „Wohn-Riester“ ?
Der „Wohn-Riester“ bezeichnet umgangssprachlich die Möglichkeit, Guthaben aus staatlich geförderten Altersvorsorgeverträgen zur Finanzierung selbstgenutzten Wohneigentums zu verwenden, wobei sich diese Möglichkeit sowohl auf bereits geleistete Einlagen als auch auf die laufenden Einzahlungen erstreckt. Beiträge in Riester-Verträge können demnach direkt zur Tilgung eines Hypothekendarlehens verwendet werden, wobei auch die Zulagen eingebracht werden dürfen. Der Riester-Vertrag wird bei dieser Variante fiktiv weitergeführt und unterliegt in der Rentenphase der nachgelagerten Besteuerung.

Werden Zinsen aus Bausparverträgen versteuert?
Die bisherige Regelung, nach der Zinsen im Rahmen von Bausparverträgen bis zu einer Höhe von einem Prozent nicht der Steuerpflicht unterliegen, entfällt zum kommenden Jahreswechsel 2009. Künftig werden auch die Guthabenzinsen eines Bausparvertrages mit der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent belegt. Zinssätze von einem Prozent führen allerdings zu einem sehr geringen Zahlungsstrom, der sich in der Regel über die Freibeträge abdecken lässt. Gemeinsam veranlagte Ehepaare können künftig mehr als 160.000 Euro Bausparguthaben in ihren Verträgen unterhalten, ohne dass bei einer Verzinsung in Höhe von einem Prozent eine Steuerschuld entsteht.

Lassen sich verschiedene Förderprogramme miteinander kombinieren?
Die Nutzung verschiedener Förderprogramme der öffentlichen Hand ist in der Regel parallel möglich, unabhängig davon, ob es sich bei den Mitteln um Darlehen oder um Zuschüsse handelt. Sowohl die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau als auch Programme der Bundesländer und der Europäischen Union sehen eine Kombination ausdrücklich vor. Einzig ein Volumen der Zuwendungen insgesamt, das die Kosten der Finanzierung übersteigt, ist
untersagt.

Was bedeutet „Hausbankprinzip“ ?
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau und andere öffentliche Banken vergeben ihre im Rahmen staatlicher Programme zur Verfügung stehenden Mittel nicht direkt an den Darlehensnehmer, sondern bedienen sich einer durchleitenden Geschäftsbank, die die administrativen Vorgänge im Rahmen der Darlehensabwicklung ausführt. Die Banken erhalten dabei von der KfW eine Prämie. Seit einigen Jahren fungieren auch private Banken als durchleitende Instanz.

Was ist ein Referenzzinssatz?
Referenzzinssätze regeln bei variabel verzinsten Darlehen die Anpassung des Kreditzinses an die Marktentwicklungen. In regelmäßigen Intervallen(zum Beispiel einmal pro Quartal) wird festgestellt, ob sich der Referenzzinssatz nach oben oder nach unten bewegt hat. Ist dies der Fall, ändert sich auch der Darlehenszinssatz. Gebräuchliche Referenzen sind der EONIA und der EURIBOR, die sich als Zinssätze auf dem Interbankenmarkt für kurzfristige Geldleihen verstehen. Den Referenzzinssätzen wird im Darlehen ein fixer Wert, beispielsweise 200 Basispunkte, zugeschlagen.

Was ist wenn ich ein Forward-Darlehen abschließe und es hinterher nicht mehr will?
Ein Forward Darlehen versteht sich im Privatkundenbereich als Option des Inhabers auf ein Darlehen, das in der Zukunft ausbezahlt wird, dessen Konditionen allerdings schon in der Gegenwart feststehen. Stellt der Forwardnehmer fest, dass das Darlehen entgegen ursprünglicher Planungen entweder nicht mehr benötigt wird oder sich aufgrund anders als erwartet verlaufener Marktentwicklungen nicht mehr lohnt, muss lediglich auf die Ausübung verzichtet werden – eine Verpflichtung zur Aufnahme des Darlehensvertrages existiert nicht.

Was ist ein nachrangiger Grundbucheintrag?
Nachrangige Grundbucheinträge beschränken das Verwertungsrecht der eingetragenen Person bzw. Institution. Ein Nachrangeintrag bedeutet, dass im Falle der Zahlungsunfähigkeit und der damit einhergehenden Verwertung des Privatvermögens des Schuldners der Eingetragene vom Insolvenzverwalter erst dann bedient wird, wenn alle anderen, vorrangig eingetragenen Gläubiger vollständig ausbezahlt wurden. Die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau beispielsweise bietet im Rahmen ihres Programms zur Förderung von Wohneigentum Darlehensnehmern die Möglichkeit, ihren KfW-Kredit nachrangig im Grundbuch eintragen zu lassen und dadurch die Verhandlungsposition gegenüber anderen Banken entscheidend zu verbessern.

Warum verlangen Banken einen Eigenkapitalanteil?
Der Grund für das Bestreben der Kreditinstitute, Immobilienfinanzierung nur in Verbindung mit Eigenmitteln des Darlehensnehmers zu realisieren, liegt zum einen in der aufgrund der amerikanischen Hypothekenkrise verschlechterten Marktsituation bei der Refinanzierung der Kredite, zum anderen am erhöhten Ausfallrisiko im Falle einer Insolvenz des Schuldners und der damit einhergehenden Verwertung der Immobilie: Bei Zwangsversteigerungen wird oft nur ein Bruchteil des tatsächlichen Wertes erzielt. Mit strengen Anforderungen an das Eigenkapital, das vom Käufer einzubringen ist, reduzieren die Geldhäuser schlicht ihr Risiko.

Gibt es Zuschüsse zu den Baukosten, wenn man Kinder hat?
Mit der Abschaffung der Eigenheimzulage im Jahr 2006 wurde auch die Subventionierung von Baufinanzierungen durch Familien abgeschafft. Grundsätzlich existiert auch keine andere Form von Zuschuss bzw. eine direkte steuerliche Vergünstigung. Zahlreiche Förderprogramme aber stehen ausschließlich Familien zur Verfügung, so dass es grundsätzlich noch eine Begünstigung gibt. Weiterhin lassen sich künftig auch die Kinderzulagen im Rahmen der staatlich geförderten Riester-Rente zur Finanzierung selbstgenutzten Wohneigentums nutzen.