Marktpreisrisiko

Das Marktpreisrisiko bezeichnet das Risiko von ungünstigen Preisentwicklungen am Immobilienmarkt, die gegen die Interessen des Eigentümers wirken können. So kann es geschehen, dass eine Immobilie fünf Jahre nach ihrem Erwerb deutlich an Wert verloren hat, weil der Immobilienmarkt eine schwache Entwicklung genommen hat. Will der Eigentümer dann das Objekt veräußern, muss er Abschläge auf den von ihm selbst entrichteten Kaufpreis vornehmen. Je nach Umfang des Preisrutsches und dem bei der Finanzierung eingesetzten Eigenkapitalanteil kann es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass der Veräußerungserlös nicht ausreicht, um die offenen Verbindlichkeiten gegenüber der Bank zu begleichen. Der Eigentümer muss dann nach der Veräußerung entweder andere Vermögenswerte zur Deckung der Schulden aufbringen oder sich mit der Bank auf eine nicht grundpfandrechtlich besicherte Anschlussfinanzierung einigen. Ist beides nicht möglich, droht ein gerichtliches Mahnverfahren inklusive Schufaeintrag und ggf. Insolvenzanmeldung.

Das Marktpreisrisiko betrifft grundsätzlich jeden, der ein Objekt erwirbt, weil die Preisentwicklung am Immobilienmarkt nicht vorhersehbar ist. Der deutsche Immobilienmarkt zeigte sich in der Vergangenheit allerdings relativ stabil und blieb zumindest auf breiter Front von größeren Preisstürzen verschont. In anderen Ländern, vor allem in den USA, in GB und in Spanien, gab es allerdings größere Probleme. Die Preise von Wohnimmobilien gaben dort in den Jahren von 2007 bis 2009 teilweise um 50 Prozent nach. Der Grund war hier in einer Blasenbildung zu sehen, die ihre Ursache in einer zu lockeren Geldpolitik der US-Notenbank und einem falschen Anreizsystem in den Geschäftsbanken hatte. Viele Eigentümer fanden sich plötzlich auf der Straße wieder.

Besonders bedroht von den Auswirkungen des Marktpreisrisikos waren jene, die einen großen Fremdkapitalanteil bei ihrer Finanzierung genutzt und sich damit hoch verschuldet hatten. Eine solide Eigenkapitalbasis gilt deshalb nicht erst seit der Finanzmarktkrise und dem Zusammenbruch einiger Immobilienmärkte als bester Schutz gegen die Auswirkungen des Marktpreisrisikos.