Überschuldung

Als Überschuldung wird ein Zustand bezeichnet, bei dem ein Privathaushalt nicht mehr in der Lage ist, seinen Verbindlichkeiten nachzukommen. Der Zustand ist dabei von Dauer und kann auch nicht ohne Weiteres geändert werden. Darüber hinaus reichen auch Einschränkungen im Ausgabeverhalten des Haushaltes nicht aus, um die Überschuldung zu beenden. Im Bereich der privaten Baufinanzierung tritt Überschuldung in der Regel dann ein, wenn entweder das Einkommen des Kreditnehmers wegfällt oder sich deutlich reduziert oder aber die Konzeption der Finanzierung den Kreditnehmer überfordert. Am Ende eines Überschuldungsprozesses steht häufig die Zwangsversteigerung des finanzierten Objektes. Die Bank versucht durch dieses Mittel, ihre offenen Forderungen gegen den zahlungsunfähigen Kreditnehmer einzutreiben. Da Immobilienkredite grundpfandrechtlich besichert sind, muss die Bank dabei keine anderen Gläubiger des Schuldners, die dieser in vielen Fällen hat, berücksichtigen.

Überschuldung und die damit einhergehende Unfähigkeit des Kreditnehmers, seinen Verbindlichkeiten nachzukommen, steht häufig in Verbindung mit Arbeitslosigkeit. Verliert der Kreditnehmer seine Stelle und fällt daraufhin sein Einkommen weg, stehen in der Regel nicht mehr ausreichend Mittel zur Deckung des Kapitaldienstes zur Verfügung. Ein weiterer Grund kann eine Überschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit und der eigenen Disziplin sein. Geht der Darlehensnehmer bei der Konzeption seiner Finanzierung davon aus, dass er es dauerhaft schafft, seinen Lebensstandard einzuschränken und große Teile seines Einkommens in die Finanzierung seiner Immobilie zu stecken, kann Überschuldung eintreten, wenn die dazu erforderliche Ausgabendisziplin nicht erreicht wird. Werden zu viele anderweitige Anschaffungen getätigt, kann der Kredit für die eigenen vier Wände dann nicht mehr ordnungsgemäß bezahlt werden.

Um Überschuldung zu vermeiden, ist gezielte Prävention erforderlich. Diese muss von Kreditnehmern, die die Finanzierung eines Eigenheims planen, genauso geleistet werden wie von Banken, die als Finanzierungspartner fungieren. Kreditnehmer sollten ihre Leistungsfähigkeit so ehrlich und realistisch wie möglich einschätzen, um Engpässe zu vermeiden. Banken sollten sich die finanzielle Situation des Kunden genau genug ansehen, um einschätzen zu können, ob die Belastungen möglicherweise zu groß sind und Überschuldung droht.