Als Lastschrifteinzug wird ein elektronisches Verfahren im Zahlungsverkehr bezeichnet, bei dem fällige Beträge aus einem Vertragsverhältnis automatisiert vom Girokonto des Schuldners abgebucht und dem Konto des Gläubigers gutgeschrieben werden. Im Bereich der Immobilienfinanzierung ist dieses Verfahren der Standard: Die darlehensgebende Bank zieht monatlich die vereinbarten Kreditraten vom Referenzkonto des Kreditnehmers ein. Sofern das belastete Girokonto und das Darlehenskonto beim selben Kreditinstitut geführt werden, erfolgt die Transaktion als effiziente hausinterne Umbuchung.
Voraussetzungen und Folgen mangelnder Kontodeckung
Die Einziehung der Raten per Lastschrift setzt das explizite, schriftliche Einverständnis des Kreditnehmers sowie eine ausreichende Deckung des Kontos voraus. Diese Einzugsermächtigung kann vom Kunden jederzeit, ebenfalls in schriftlicher Form, widerrufen werden. Ein solcher Widerruf führt zur unmittelbaren Aussetzung des automatischen Einzugs, entbindet den Schuldner jedoch nicht von seiner Zahlungspflicht; die Raten müssen dann fristgerecht auf anderem Wege, etwa per Überweisung, beglichen werden. Verfügt das Konto nicht über ein ausreichendes Guthaben oder einen entsprechenden Dispositionskredit, wird die Lastschrift nicht eingelöst. Dies resultiert umgehend in einem Zahlungsverzug des Kreditnehmers.
Widerspruchsrecht und Rückabwicklung
Kontoinhaber haben das Recht, einer erfolgten Lastschrift zu widersprechen, selbst wenn die Abbuchung bereits durchgeführt wurde. Hierfür muss innerhalb einer Frist von acht Wochen nach der Kontobelastung eine entsprechende Weisung an die Bank ergehen, was schriftlich, telefonisch oder per Online-Banking möglich ist. Der Widerspruch wird von der Bank ohne weitere Sachprüfung umgesetzt, woraufhin der Betrag dem Schuldnerkonto in der Regel sofort wieder gutgeschrieben wird. Die Rückbuchung erfolgt dabei wertstellungskonform zum ursprünglichen Belastungsdatum. Somit entstehen dem Kontoinhaber keine Nachteile durch entgangene Guthabenzinsen oder anfallende Sollzinsen. Der Lastschrifteinzug stellt heute die gängige Praxis bei fast allen Anbietern von Baufinanzierungen dar.
FAQ
Welche Fristen gelten für den Widerspruch einer Lastschrift?
Im Rahmen des SEPA-Verfahrens können autorisierte Lastschriften innerhalb von acht Wochen nach der Kontobelastung ohne Angabe von Gründen zurückgegeben werden. Bei unautorisierten Abbuchungen, für die kein Mandat vorlag, verlängert sich dieser Zeitraum sogar auf bis zu 13 Monate.
Was passiert, wenn die Kreditrate mangels Deckung nicht eingezogen werden kann?
Wird eine Lastschrift aufgrund eines unzureichenden Saldos nicht eingelöst, gerät der Kreditnehmer automatisch in Zahlungsverzug. Neben den banküblichen Rücklastschriftgebühren können dadurch zusätzliche Verzugszinsen anfallen und die Kreditwürdigkeit des Kunden beeinträchtigt werden.
Kann ich die Einzugsermächtigung für meinen Immobilienkredit jederzeit kündigen?
Ja, ein Widerruf der Einzugsermächtigung ist jederzeit in schriftlicher Form gegenüber der Bank möglich. Beachten Sie jedoch, dass Sie in diesem Fall selbst für die rechtzeitige Überweisung der Raten verantwortlich sind, um Vertragsverletzungen zu vermeiden.
