Die Grundsteuer ist eine Substanzsteuer, die von jedem Grundbesitzer an die öffentliche Hand abzuführen ist. In der steuerlichen Praxis wird dabei zwischen zwei Arten unterschieden: Die Grundsteuer A findet Anwendung auf forst- und landwirtschaftlich genutzte Flächen (Agrarland), während die Grundsteuer B für bebaubare oder bebaute Grundstücke (Bauland) erhoben wird. Die Basis für die Berechnung bildet der sogenannte Einheitswert, der vom Finanzamt festgesetzt wird. In Fällen, in denen kein Einheitswert vorliegt, greifen die Kommunen bei der Erhebung auf Ersatzwerte zurück. Obwohl die Steuermesszahlen bundesweit einheitlich geregelt sind, variiert die tatsächliche Steuerschuld erheblich, da die Kommunen die finale Höhe über einen individuell festgesetzten Hebesatz bestimmen.
Berechnungsparameter und kommunale Hebesätze
Bei der Ermittlung der Steuerschuld spielen die Steuermesszahlen eine zentrale Rolle. Für Einfamilienhäuser beläuft sich diese Zahl auf 3,1 Promille für die ersten 38.000 Euro des Einheitswertes; jeder darüber hinausgehende Betrag wird mit 3,5 Promille veranschlagt. Bei Zweifamilienhäusern wird pauschal ein Satz von 3,1 Promille angewendet, während für alle übrigen Grundstücksarten 3,5 Promille gelten. Ein entscheidender Faktor für die tatsächliche Belastung ist der Hebesatz der jeweiligen Gemeinde, der im bundesweiten Vergleich stark schwankt und in vielen Städten bei rund 400 Prozent liegt. Über die genaue Höhe der lokalen Sätze geben die zuständigen Finanzbehörden oder Gemeindeverwaltungen Auskunft.
Umlagefähigkeit und Bedeutung für die Finanzierungsplanung
Für Vermieter besteht die Möglichkeit, die Grundsteuer als Betriebskosten auf die Mieter umzulegen, sofern dies vertraglich explizit vereinbart wurde. Eine Besonderheit ergibt sich bei Objekten, die sowohl gewerblich als auch privat genutzt werden; hier ist eine differenzierte Betrachtung notwendig. Die Steuer wird üblicherweise in vierteljährlichen Intervallen erhoben und sollte bei der Planung einer Immobilienfinanzierung keinesfalls unterschätzt werden. Bei einem hohen Einheitswert und einem entsprechenden Hebesatz kann die jährliche Belastung für ein Einfamilienhaus durchaus Beträge im vierstelligen Bereich erreichen. Gerade Privatpersonen begehen bei der Budgetierung häufig den Fehler, diese laufenden Kosten nicht ausreichend zu berücksichtigen, weshalb die Grundsteuer neben den allgemeinen Lebenshaltungskosten fest im Finanzierungsplan verankert sein muss.
FAQ
Wer ist zur Zahlung der Grundsteuer verpflichtet?
Grundsätzlich ist der Eigentümer eines Grundstücks oder einer Immobilie gegenüber der Kommune zahlungspflichtig. Bei vermieteten Objekten kann diese Last jedoch über die Nebenkostenabrechnung auf die Mieter übertragen werden.
Wie oft und an wen muss die Grundsteuer gezahlt werden?
Die Grundsteuer ist eine Kommunalsteuer und wird direkt an die jeweilige Stadt oder Gemeinde entrichtet. Die Zahlung erfolgt in der Regel in vier Teilbeträgen jeweils zur Mitte eines Quartals.
Welchen Einfluss hat die Grundsteuerreform auf die Höhe der Steuer?
Durch die bundesweite Reform werden die veralteten Einheitswerte durch neue Bewertungsmethoden ersetzt, um eine zeitgemäße Besteuerung sicherzustellen. Ob die individuelle Steuerlast steigt oder sinkt, hängt maßgeblich davon ab, wie die Kommunen ihre Hebesätze an die neuen Werte anpassen.
