Hypothekendarlehen mit variabler Verzinsung bergen für Kreditnehmer ein erhebliches Risiko: Steigt das Zinsniveau am Kapitalmarkt, verteuert sich die Finanzierung unmittelbar. Ein deutlicher Zinsanstieg wirkt sich besonders zu Beginn der Laufzeit kritisch aus, da der Zinsanteil am Kapitaldienst – also der monatlichen Rate aus Zins und Tilgung – in dieser Phase noch sehr hoch ist. Um das Vorhaben nicht durch unvorhersehbare Marktentwicklungen zu gefährden und wirtschaftliche Instabilität zu vermeiden, vereinbaren viele Kreditnehmer ein sogenanntes Zinscap.

Funktionsweise des Zinscaps

Ein Zinscap fungiert als vertraglich vereinbarte Obergrenze für den Darlehenszinssatz. Es sichert den Schuldner vor unkalkulierbaren Belastungen ab, indem es den Zinssatz auf ein exakt definiertes Maximum begrenzt – völlig unabhängig davon, wie stark der zugrunde liegende Referenzzinssatz am Markt ansteigt. Solche Absicherungen können entweder für einen festgelegten Zeitraum oder für die gesamte Laufzeit des Darlehens vereinbart werden.

Kostenstruktur und das Modell des unteren Zinscaps

Die Kosten für ein Zinscap hängen von der aktuellen Lage am Kapitalmarkt zum Zeitpunkt des Abschlusses ab. Optional besteht die Möglichkeit, zusätzlich eine untere Zinsgrenze (Floor) zu vereinbaren, was die Prämie für die obere Begrenzung oft deutlich reduziert. Technisch gesehen führt die Bank für beide Grenzen Operationen am Terminmarkt durch, bei denen Prämien gezahlt oder vereinnahmt werden. Theoretisch könnte eine Kombination aus oberem und unterem Cap eine Finanzierung sogar günstiger machen als ein unbegrenztes Darlehen, sofern die vereinnahmte Prämie die Kosten der Absicherung übersteigt. In der Praxis behalten Banken diese Vorteile jedoch meist ein, sodass eine vollständige Kostenkompensation für den Endkunden selten eintritt.

Empfehlung für Darlehensnehmer

Cap-Finanzierungen sind besonders für Haushalte empfehlenswert, die eine Absicherung gegen steigende Zinsen benötigen. Sie bieten Planungssicherheit für Kreditnehmer, deren monatliches Budget keine signifikanten Erhöhungen des Kapitaldienstes zulässt. Damit bleibt die Baufinanzierung auch in Hochzinsphasen stabil und tragbar.

FAQ

Was versteht man unter dem Begriff Kapitaldienst bei einer Finanzierung?

Der Kapitaldienst bezeichnet die gesamte monatliche Belastung, die ein Kreditnehmer an die Bank leistet. Er setzt sich aus dem Zinsanteil für das überlassene Kapital und dem Tilgungsanteil zur Rückführung der Restschuld zusammen.

Wie wirkt sich ein unteres Zinscap für den Kreditnehmer aus?

Ein unteres Zinscap, auch Floor genannt, legt fest, dass der Zinssatz des Darlehens eine bestimmte Untergrenze nicht unterschreiten kann. Während dies die Kosten für die Absicherung nach oben senkt, profitiert der Kreditnehmer bei extrem niedrigen Marktrenten nicht mehr von weiteren Zinssenkungen.

Wann ist der Abschluss eines Zinscaps besonders ratsam?

Ein Zinscap ist immer dann ratsam, wenn das aktuelle Zinsniveau niedrig ist, man jedoch mit künftigen Steigerungen rechnet. Er bietet die notwendige Sicherheit für Kreditnehmer, die auf eine stabile monatliche Rate angewiesen sind und keine finanziellen Puffer für Zinssprunge besitzen.