Die Onlineprüfung ist ein automatisiertes Verfahren zur Kreditprüfung, bei dem die Übermittlung aller relevanten Daten ausschließlich über das Internet erfolgt. Ein elektronisches System analysiert diese Informationen unmittelbar und trifft auf dieser Basis eine erste, zunächst unverbindliche Entscheidung über die Bewilligung des Darlehens. Der Antragsteller nutzt hierfür eine digitale Eingabemaske der Bank, um kreditrelevante Details wie Einkommen, Berufsstatus, Immobilienbesitz und monatliche Verpflichtungen zu erfassen. Je nach System erfolgt die vorläufige Entscheidung entweder allein auf Basis dieser Angaben oder unter Einbeziehung einer standardisierten Abfrage bei einer Wirtschaftsauskunftei, um das Adressausfallrisiko mittels eines Scores zu bewerten.
Nutzen für Bankkunden und Kreditinstitute
Als ein Baustein im Prozess der Kreditsachbearbeitung dient die Onlineprüfung vor allem als Orientierungshilfe. Bankkunden erhalten so eine schnelle Einschätzung über die Realisierbarkeit ihres Vorhabens, ohne langwierige Postwege abwarten zu müssen. Für die Kreditinstitute liegt der Vorteil primär in der Effizienzsteigerung und Kostenreduktion: Durch die elektronische Vorselektion werden Darlehenswünsche, die nicht den hausinternen Vergaberichtlinien entsprechen, frühzeitig gefiltert. Dies entlastet die Sachbearbeitung und ermöglicht eine Konzentration auf jene Anträge, die eine hohe Erfolgsaussicht aufweisen.
Vom digitalen Check zur verbindlichen Kreditzusage
Fällt das Ergebnis der Onlineprüfung positiv aus, schließt sich der formelle Antragsprozess an. Der Darlehensnehmer ist in diesem Schritt verpflichtet, seine online getätigten Angaben schriftlich zu bestätigen und durch entsprechende Dokumente, wie beispielsweise Gehaltsnachweise oder Steuerbescheide, zu belegen. Eine rechtlich verbindliche Kreditzusage erfolgt erst dann, wenn die manuelle Nachprüfung durch die Experten des Kreditinstituts die automatisierte Voreinschätzung bestätigt und alle Voraussetzungen für die Kreditgewährung abschließend erfüllt sind.
Datenschutz und Umgang mit Auskunfteien
Anfragen, die im Rahmen einer reinen Onlineprüfung gestellt werden, werden im Regelfall nicht an die Schufa oder andere Auskunfteien übermittelt. Da zu diesem frühen Zeitpunkt oft noch kein vollständiger Identitätsschutz gewährleistet ist, wäre eine Meldung aufgrund des Missbrauchsrisikos und potenzieller Falscheinträge juristisch problematisch. Erst mit dem Einreichen der unterschriebenen Antragsunterlagen und der Durchführung des Ident-Verfahrens beginnt die förmliche Erfassung des Kreditvorgangs in den Datenbanken der Schutzgemeinschaften.
FAQ
Ist die positive Entscheidung einer Onlineprüfung bereits eine Garantie für den Kredit?
Nein, die Onlineprüfung liefert lediglich ein vorläufiges und unverbindliches Ergebnis auf Basis Ihrer eigenen Angaben. Eine endgültige Zusage erfolgt erst nach der Sichtung Ihrer physischen Dokumente und einer abschließenden Prüfung durch die Bankmitarbeiter.
Verschlechtert eine Onlineprüfung meinen Schufa-Score?
In der Regel bleibt eine reine Onlineprüfung ohne Auswirkungen auf Ihren Score, da seriöse Banken hierfür lediglich eine sogenannte Konditionenanfrage nutzen. Diese ist zwar in Ihrer Auskunft für ein Jahr sichtbar, wird jedoch nicht für die Berechnung Ihrer Bonität herangezogen.
Welche Unterlagen muss ich nach einer erfolgreichen Onlineprüfung einreichen?
Typischerweise verlangen Banken zur Verifizierung Ihrer Angaben die Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate, den aktuellsten Steuerbescheid sowie Kontoauszüge. Bei einer Immobilienfinanzierung kommen zudem objektbezogene Dokumente wie der Grundbuchauszug oder die Flurkarte hinzu.
