Bei einer quartalsweisen Verzinsung werden die Zinsen für einen Immobilienkredit in Abständen von drei Monaten fällig. Je nach vertraglicher Vereinbarung erfolgt die Zahlung entweder jeweils drei Monate nach Vertragsbeginn oder orientiert sich an den klassischen Kalenderquartalen. Die Abwicklung wird üblicherweise über ein Lastschriftverfahren sichergestellt, bei dem die Bank die fälligen Beträge direkt vom Konto des Kreditnehmers einzieht.
Anwendungsgebiete bei Endfälligkeit und Förderdarlehen
Eine quartalsweise Zinszahlung findet sich häufig bei Darlehen, die nicht im Rahmen einer klassischen Annuitätentilgung zurückgeführt werden. Dies betrifft insbesondere endfällige Kredite, bei denen während der Laufzeit lediglich die Zinsen gezahlt und parallel Beiträge in einen Tilgungsträger geleistet werden. Als solche Tilgungsträger dienen oft kapitalbildende Lebensversicherungen oder Banksparpläne. Ebenso ist diese Zinsmodalität bei Programmen der öffentlichen Hand, wie etwa bei Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), weit verbreitet. Vor allem in tilgungsfreien Anlaufjahren, wie sie im KfW-Wohneigentumsprogramm üblich sind, zieht das Institut während der Karenzphase lediglich die Zinsen auf den valutierenden Betrag ein. Mit dem Eintritt in die Tilgungsphase erfolgt häufig eine Umstellung auf monatliche Annuitäten.
Zinsverrechnung und Budgetplanung
Erfolgt der Zinseinzug quartalsweise rückwirkend, entstehen technisch gesehen Zinseszins-Effekte, während eine vorfällige Zahlung theoretisch zu einer Gutschrift zugunsten des Kreditnehmers führen müsste. In der Praxis, insbesondere bei öffentlich-rechtlichen Banken, erfolgt der Einzug oft in der Mitte des Quartals für den gesamten Zeitraum, um einen fairen Ausgleich zu schaffen. Unabhängig von der Zahlungsweise sollten Verbraucher in ihrem Haushaltsplan monatliche Rückstellungen bilden. So wird sichergestellt, dass die Liquidität zum Ende des Quartals ausreicht und der Überblick über die tatsächlichen monatlichen Wohnkosten gewahrt bleibt.
FAQ
Welchen Vorteil bietet die quartalsweise gegenüber einer monatlichen Zinszahlung?
Der wesentliche Vorteil liegt in der administrativen Vereinfachung für bestimmte Kreditarten wie Förderdarlehen oder endfällige Kredite. Für den Kreditnehmer kann es zudem liquiditätstechnisch vorteilhaft sein, wenn er über unregelmäßige Einkünfte verfügt, die besser mit einem vierteljährlichen Rhythmus korrespondieren.
Kann ich bei einem KfW-Darlehen von quartalsweiser auf monatliche Zahlung umstellen?
Eine individuelle Umstellung der Zahlungsintervalle ist bei standardisierten Förderprogrammen meist nicht vorgesehen, da die Verwaltungsabläufe fest vorgegeben sind. Nach Ablauf einer tilgungsfreien Phase und dem Übergang in ein reguläres Annuitätendarlehen erfolgt die Umstellung auf monatliche Raten jedoch oft automatisch.
Entstehen durch die quartalsweise Zahlung höhere Gesamtkosten?
Sofern die Bank die Zinsen zum Quartalsende berechnet, können durch den Zinseszins-Effekt geringfügig höhere Kosten entstehen als bei monatlicher Verrechnung. Da viele Banken jedoch eine wertstellungsgerechte Verrechnung in der Mitte des Quartals vornehmen, gleicht sich dieser Effekt für den Kunden meist neutral aus.
