Fremdwährungsdarlehen

Diese Form der Baufinanzierung ist in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung immer noch zum großen Teil unbekannt. Selbst so mancher Bankangestellte versteht bei diesem Begriff nur Bahnhof. Dabei hat ein Fremdwährungsdarlehen gegenüber der Landeswährung einige Vorteile, die zukünftigen Eigenheim-Besitzern durchaus beim Bau oder Kauf einer Immobilie helfen können. Wie aber funktioniert diese besondere Form der Immobilienfinanzierung?

Das Grundprinzip eines Fremdwährungsdarlehens ist recht einfach. Der Kreditnehmer nimmt einen Kredit nicht in Euro auf, sondern wählt eine andere Währung, zum Beispiel den Japanischen Yen oder Schweizer Franken. Aus diesem Grund auch die Bezeichnung Fremdwährungsdarlehen. Einer der großen Vorteile dieser Finanzierungsform besteht in der Ausnutzung niedrigerer Kreditzinsen. Liegen sie für einen Baukredit in Euro bei über 4%, können sich die Zinsen in anderen Währungen deutlich unter dem Wert von 4% bewegen.

Zusätzlich profitieren Baufinanzierungskunden von fallenden Wechselkursen gegenüber dem Euro, denn hier sinkt die Tilgungssumme automatisch. Wird etwa heute ein Darlehen im Wert von 100.000 Euro in Yen aufgenommen und sinkt der Kurs von 0,6226 auf 0,6 Euro für 100 Yen, ist eine Reduzierung der Schuld um ca. 3,5% möglich. In diesem Fall verringert sich die Darlehenssumme also um mehrere tausend Euro.

Allerdings ist ein Fremdwährungsdarlehen natürlich mit einigen Nachteilen verbunden. Dem Kreditnehmer droht zum einen das Risiko steigender Zinsen, was den Vorteil der Immobilienfinanzierung natürlich schmälert. Auf der anderen Seite führt eine Veränderung des Wechselkurses zu Gunsten der anderen Währung zur Erhöhung der Tilgungssumme. Eigenheim-Besitzer, die diese Form der Finanzierung gewählt haben, müssen am Ende einen größeren Betrag in Euro aufwenden, um das Darlehen wieder zu tilgen.

Im Moment bieten Darlehen in Yen und Franken sehr günstige Zinsen. Allerdings sollten Bauherren mit Interesse an einem Fremdwährungsdarlehen aus den oben angesprochenen Gründen vor dem Abschluss des Vertrages die zu erwartenden Veränderungen bei beiden Währungen prüfen, um nicht auf lange Sicht das Nachsehen zu haben.